Führerschein wegen BTM entzogenworden?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Das läuft jetzt folgendermaßen ab:

Wenn dein "Bekannter" den Führerschein wieder haben will, beantragt er zuerst einmal Einsicht in seine Führerscheinakte beim Straßenverkehrsamt / Führerscheinstelle (FsSt).

Falls dort ein Eintrag über sein Delikt vorhanden ist, muß er zuerst seine Abstinenz nachweisen: Bei THC mindestens 6 Monate, bei allen anderen ("harten") Drogen mindestens 12 Monate.

Das kann entweder über ein Haar- oder Urinscreening erfolgen. Beim Haarscreening ist das auch rückwirkend über längere Zeit möglich (1cm Haarlänge = 1 Monat), beim Urinscreening gibt es Programme, in denen er innerhalb des Testzeitraums in zufälligen Abständen angerufen wird und am nächsten Tag eine Urinprobe unter Sichtkontrolle abgeben muß.

Gleichzeitig kann er sich schon auf die MPU vorbereiten. Dazu gib es mehrere Möglichkeiten, z.B. Vorbereitungskurse, Selbsthilfegruppen oder Beratung beim Verkehrspsychologen. Letzteres ist zwar teuer, aber a) sehr effektiv und b) wird es bei der MPU wohlwollend aufgenommen.

Voraussetzung für eine positive MPU ist neben dem Abstinenznachweis vor allem das Gespräch mit dem Gutachter. Hier muß er glaubhaft darlegen können, daß er niemals wieder (also sein ganzes Leben lang!) Drogen wird. Wichtige Fragen bei der MPU sind beispielsweise:

  • Hat der Betroffene sein Fehlverhalten erkannt?
  • Wurde das Fehlverhalten aufgearbeitet?
  • Hat er wirklich aus seinen Fehlern gelernt?
  • Wurde das neue Verhalten geübt?
  • Hat der Betroffene Vermeidungsstrategien für "Gefahrensituationen" entwickelt?
  • Wurden diese eingeübt?
  • Wie ausgeprägt ist seine Willensstärke?
  • Liegen ausreichende Fähigkeiten zur Selbstbeobachtung und Selbstkritik vor?
  • Hat sich sein soziales Umfeld verändert?
  • Kann der Betroffene seine Verhaltensänderungen nachvollziehbar glaubhaft machen?

Hat sich dein Bekannter entsprechend auf die MPU vorbereitet, kann er bei der FsSt einen Antrag auf Neuerteilung stellen. Er erhält dann von der FsSt die Aufforderung zur MPU und kann sich ein BfF (ehemals MPI, das sind die zugelassenen Begutachtungsstellen) aussuchen, z.B. TÜV, DEKRA oder AVUS.

Hat er die MPU erfolgreich bestanden, kann er das Gutachten bei der FsSt abgeben und erhält eine neue Fahrerlaubnis.

Fällt das Gutachten negativ mit einem Hinweis auf "Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach FEV §70" aus, muß er diesen Kurs noch absolvieren und kann dann seine Fahrerlaubnis wieder erhalten.

Fällt das Gutachten komplett negativ aus, sollte er es nicht bei der FsSt abgeben, sondern den Grill/Kachelofen damit heizen. In diesem Fall empfiehlt es sich, den Antrag wieder rechtzeitig zurückzuziehen, um sich den alternativen Weg zur Fahrerlaubnis nicht zu verbauen.

Wartet er nämlich noch 7 Jahre, wird die Eintragung aus seiner FS-Akte gelöscht (insgesamt 15 Jahre = 5 Jahre Anlaufhemmung + 10 Jahre Tilgungsfrist). Das klappt allerdings nur, wenn in dieser Zeit kein Antrag negativ beantwortet wird - ansonsten laufen alle Fristen von vorne! Allerdings wird nach 15 Jahren ohne Fahrerlaubnis idR eine erneute Führerscheinprüfung gefordert.

Als nächste Anlaufstelle empfehle ich mal die Foren verkehrsportal.de und mpuforum.de, die auf solche Fragen spezialisiert sind.

Man kann einen Antrag auf Neuerteilung stellen.

Die Fahrerlaubnisbehörde wird aber ganz sicher eine MPU verlangen. Dazu kommt das wahrscheinlich auch die theoretische und praktische Prüfung neu abgelegt werden müssen da der Zeitraum des Entzuges zu lang gewesen ist so das Zweifel an der Fahrtauglichkeit bestehen.

Den Führerschein gibt es nur über eine MPU. Sollte er aber den Führerschein beantragen und eine MPU versuchen, diese aber nicht bestehen, dann darf er auf keinen Fall die MPU abgeben und muss den Antrag schriftlich wieder zurückziehen. Damit wird vermieden, dass die Frist für das Verwertungsverbot neu beginnt. 15 Jahre nach dem Entzug und dem Ablauf der Sperrfrist kann man den Führerschein nämlich wieder komplett ohne MPU wieder bekommen. Die Prüfungen wird man nach diesen 15 Jahren allerdings nochmal ablegen müssen.

Vielen Danke ;)

0

es muss doch einen gerichtsbeschluss geben ... ?? darin steht für gewöhnlich,wann und ob er ihn zurückbekommt ...

einfach mal beim amt nachfragen ... ;o)

Mein Bekannter hat damals eine sch.. Anwalt gehabt, der ihm gesagt hatte er müsste ihn nicht abgeben.. Dann wurde er ihm abgenommen von der Polizei.. und seit dem hat man nichts mehr gehört

0

Danke ;) Ich werde ihm das mal alles sagen :)

0

Leider knapp daneben. Im Urteil steht nur der Entzug der Fahrerlaubnis - also bekommt er den Lappen erst mal gar nicht wieder.

Über die Auflagen bei einer Neuerteilung entscheidet nicht das Gericht, sondern die Führerscheinstelle im Zuge der Neuerteilung.

0

Er muss eine MPU machen

MPU hab ich auch schonmal was gehört aber das kostet ja geld und leider ist er arbeitslos.. wa skann man noch machen??

0
@Micky1996

Ganz ohne Geld wird er den FS nicht mehr wieder bekommen. Eine MPU ist auch sehr teuer (1000-2000€) Wie schon "immerso" geschrieben hat muss er erstmal in den Beschluss schauen ob er ihn überhaupt machen darf und wenn ja dann steht da auch unter welchen Bedingungen

0
@Zkyyy

Im Urteil steht nur die Sperrfrist, aber nicht ob eine MPU verlangt wird.

0

Was möchtest Du wissen?