Führerschein im Ausland noch möglich?

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3 Antworten

Hallo GabiSeeger,

die Anerkennung ausländischer Fahrerlaubnisse richtet sich nach folgender Rechtsgrundlage:

§ 28 FeV - Anerkennung von Fahrerlaubnissen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

(1) Inhaber einer gültigen EU- oder EWR-Fahrerlaubnis, die ihren ordentlichen Wohnsitz im Sinne des § 7 Absatz 1 oder 2 in der Bundesrepublik Deutschland haben, dürfen – vorbehaltlich der Einschränkungen nach den Absätzen 2 bis 4 – im Umfang ihrer Berechtigung Kraftfahrzeuge im Inland führen. Auflagen zur ausländischen Fahrerlaubnis sind auch im Inland zu beachten. Auf die Fahrerlaubnisse finden die Vorschriften dieser Verordnung Anwendung, soweit nichts anderes bestimmt ist.

(2) Der Umfang der Berechtigung der jeweiligen Fahrerlaubnisklassen ergibt sich aus dem Beschluss der Kommission vom 20. März 2014 über Äquivalenzen zwischen Führerscheinklassen (ABl. L 120 vom 23.4.2014, S. 1). Die Berechtigung nach Absatz 1 gilt nicht für Fahrerlaubnisklassen, für die die Entscheidung der Kommission keine entsprechenden Klassen ausweist. Für die Berechtigung zum Führen von Fahrzeugen der Klassen L und T gilt § 6 Absatz 3 entsprechend.

(3) Die Vorschriften über die Geltungsdauer von Fahrerlaubnissen der Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE und D1E in § 23 Absatz 1 gelten auch für die entsprechenden EU- und EWR-Fahrerlaubnisse. Grundlage für die Berechnung der Geltungsdauer ist das Datum der Erteilung der ausländischen Fahrerlaubnis. Wäre danach eine solche Fahrerlaubnis ab dem Zeitpunkt der Verlegung des ordentlichen Wohnsitzes in die Bundesrepublik Deutschland nicht mehr gültig, weil seit der Erteilung mehr als fünf Jahre verstrichen sind, besteht die Berechtigung nach Absatz 1 Satz 1 noch sechs Monate, gerechnet von der Begründung des ordentlichen Wohnsitzes im Inland an. Für die Erteilung einer deutschen Fahrerlaubnis ist § 30 in Verbindung mit § 24 Absatz 1 entsprechend anzuwenden.

(4) Die Berechtigung nach Absatz 1 gilt nicht für Inhaber einer EU- oder EWR-Fahrerlaubnis,

  1. die lediglich im Besitz eines Lernführerscheins oder eines anderen vorläufig ausgestellten Führerscheins sind,
  2. die ausweislich des Führerscheins oder vom Ausstellungsmitgliedstaat herrührender unbestreitbarer Informationen zum Zeitpunkt der Erteilung ihren ordentlichen Wohnsitz im Inland hatten, es sei denn, dass sie als Studierende oder Schüler im Sinne des § 7 Absatz 2 die Fahrerlaubnis während eines mindestens sechsmonatigen Aufenthalts erworben haben,
  3. denen die Fahrerlaubnis im Inland vorläufig oder rechtskräftig von einem Gericht oder sofort vollziehbar oder bestandskräftig von einer Verwaltungsbehörde entzogen worden ist, denen die Fahrerlaubnis bestandskräftig versagt worden ist oder denen die Fahrerlaubnis nur deshalb nicht entzogen worden ist, weil sie zwischenzeitlich auf die Fahrerlaubnis verzichtet haben,
  4. denen auf Grund einer rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung keine Fahrerlaubnis erteilt werden darf,
  5. solange sie im Inland, in dem Staat, der die Fahrerlaubnis erteilt hatte, oder in dem Staat, in dem sie ihren ordentlichen Wohnsitz haben, einem Fahrverbot unterliegen oder der Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung beschlagnahmt, sichergestellt oder in Verwahrung genommen ist,
  6. die zum Zeitpunkt des Erwerbs der ausländischen EU- oder EWR-Fahrerlaubnis Inhaber einer deutschen Fahrerlaubnis waren,
  7. deren Fahrerlaubnis aufgrund einer Fahrerlaubnis eines Drittstaates, der nicht in der Anlage 11 aufgeführt ist, prüfungsfrei umgetauscht worden ist, oder deren Fahrerlaubnis aufgrund eines gefälschten Führerscheins eines Drittstaates erteilt wurde,
  8. die zum Zeitpunkt der Erteilung einer Fahrerlaubnis eines Drittstaates, die in eine ausländische EU- oder EWR-Fahrerlaubnis umgetauscht worden ist, oder zum Zeitpunkt der Erteilung der EU- oder EWR-Fahrerlaubnis auf Grund einer Fahrerlaubnis eines Drittstaates ihren Wohnsitz im Inland hatten, es sei denn, dass sie die ausländische Erlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeuges als Studierende oder Schüler im Sinne des § 7 Absatz 2 in eine ausländische EU- oder EWR-Fahrerlaubnis während eines mindestens sechsmonatigen Aufenthalts umgetauscht haben, oder
  9. die den Vorbesitz einer anderen Klasse voraussetzt, wenn die Fahrerlaubnis dieser Klasse nach den Nummern 1 bis 8 im Inland nicht zum Führen von Kraftfahrzeugen berechtigt.

In den Fällen des Satzes 1 kann die Behörde einen feststellenden Verwaltungsakt über die fehlende Berechtigung erlassen. Satz 1 Nummer 3 und 4 ist nur anzuwenden, wenn die dort genannten Maßnahmen im Fahreignungsregister eingetragen und nicht nach § 29 des Straßenverkehrsgesetzes getilgt sind. Satz 1 Nummer 9 gilt auch, wenn sich das Fehlen der Berechtigung nicht unmittelbar aus dem Führerschein ergibt.

(5) Das Recht, von einer EU- oder EWR-Fahrerlaubnis nach einer der in Absatz 4 Nummer 3 und 4 genannten Entscheidungen im Inland Gebrauch zu machen, wird auf Antrag erteilt, wenn die Gründe für die Entziehung oder die Sperre nicht mehr bestehen. Absatz 4 Satz 3 sowie § 20 Absatz 1 und 3 gelten entsprechend.

Der Gesetzestext ist zwar recht lang, aber auch leicht für einen Laien zu verstehen.

In Kurzform.

Mal eben den Führerschein im Urlaub in den Nachbarländern wie Polen oder Tschechien zu machen, weil er dort einfach billiger ist, ist genauso unzulässig, wie es auch unzulässig ist die Fahrerlaubnis dort zu erwerben, weil sie einem hier in Deutschland entzogen wurde.

Schöne Grüße
TheGrow

Natürlich kannst du ihn auch im Ausland machen. Musst allerdings eben dort mehr als die Hälfte vom Jahr deinen Wohnsitz haben.

Nein das ist sogar nich möglich... Da musst du erstmal eine spgenannte EU card beantragen sonst zählt das nämlich als fahren ohne führerschein wenn du in einem anderen land fährst als da wo du den führerschein gemacht hast:)

TheGrow 12.01.2017, 23:58

Die Fahrerlaubnisverordnung kurz FeV besagt aber genau das Gegenteil

Inhaber einer gültigen EU- oder EWR-Fahrerlaubnis, die ihren ordentlichen Wohnsitz im Sinne des § 7 Absatz 1 oder 2 in der Bundesrepublik Deutschland haben, dürfen – vorbehaltlich der Einschränkungen nach den Absätzen 2 bis 4 – im Umfang ihrer Berechtigung Kraftfahrzeuge im Inland führen

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TimQuestion 13.01.2017, 10:59

Lol:D dann sry
Ich dachte das wäre so.... War letztens im rathhsus auf der führerscheinstelle da wurde mir das so gesagt. Aber ok:)

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TheGrow 13.01.2017, 11:34
@TimQuestion

Die EU Card die Du meinst ist übrigens der Führerschein im Scheckkartenformat:

Siehe: http://www.fahrschulemetropol.de/sites/default/files/styles/body_portfolio/public/Umschreibung.jpg?itok=bLJfd8ao

Der Führerschein ist in allen Ländern der EU gleich. Oben befindet links befindet sich das Nationalitätskürzel des ausstellenden Staates

Dann gibt es noch den internationalen Führerschein:

Siehe: https://www.adac.de/infotestrat/ratgeber-verkehr/fuehrerschein/internationaler-fuehrerschein/default.aspx?ComponentId=35157

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TimQuestion 13.01.2017, 11:36

Ahhh warte sorry:D man muss die eu card bzw den neuen führerschein beantragen wenn man noch den alten hat... Wenn man damit nämlich im ausland fährt zählt das als fahren ohne fahrerlaubnisxD habs durcheinander gebracht!

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TheGrow 13.01.2017, 11:49
@TimQuestion

Wenn man damit nämlich im ausland fährt zählt das als fahren ohne fahrerlaubnisxD

Auch das ist nicht ganz richtig.

Derjenige der mit einem alten Führerschein angetroffen hat, begeht keine Straftat nach § 21 StVG (http://www.gesetze-im-internet.de/stvg/\_\_21.html), denn die Fahrerlaubnis hat er ja.

In Frage kommen, würde aber laut bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog folgender Bußgeldbescheid:

****************************************************************************

Tatbestandsnummer: 204100

Tatvorwurf: Sie führten den vorgeschriebenen Führerschein/die Übersetzung des ausländischen Führerscheins *) nicht mit.

Ordnungswidrigkeit gem. § 4 Abs. 2, § 75 FeV; § 24 StVG; 168 BKat

Verwarnungsgeld: 10,00 Euro

Punkte: Nein

Fahrverbot: Nein

Eintrag als A oder B - Verstoß: Nein

****************************************************************************

Mit Zahlung des Verwarnungsgeldes hat sich die Angelegenheit erledigt.

Derjenige der wirklich ohne Fahrerlaubnis fahren würde müsste mit einem Strafverfahren rechnen in dem eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe droht.

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TimQuestion 16.01.2017, 22:32

Dann hatte die fettbratze im rathhaus wahrscheinlich einfach einen schlechten tag...

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