Führerschein Einzug?

...komplette Frage anzeigen unfall kurve - (Polizei, Führerschein, Depression)

4 Antworten

Hallo papierdrache,

wenn ich Dich jetzt richtig verstanden habe, fuhr Dein Kumpel einen Berg herunter und folgte dabei im dichten Abstand einem weiteren Fahrzeug und diese Fahrzeug bremste stark ab und versuchte damit vergeblich einen Frontalzusammenstoß mit dem Gegenverkehr zu verhindern.

Da Dein Kumpel und das vorausfahrende Fahrzeug aber zu schnell waren konnte der Vorausfahrende den Unfall mit dem Gegenverkehr nicht verhindern und Dein Kumpel fuhr in die gerade kollidierenden Fahrzeuge.

Hab ich das so richtig verstanden?

Da könnten folgende Bußgeldbescheide laut bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog auf ihn zukommen:

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Tatbestandsnummer: 103602

Tatvorwurf: Sie fuhren in Anbetracht der besonderen örtlichen Straßen- oder Verkehrsverhältnisse mit nicht angepasster Geschwindigkeit.

Es kam zum Unfall.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 3 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 8.1 BKat;  § 3 Abs. 3 BKatV; § 19 OWiG

Bußgeld: 145,00 Euro plus 28,50 Euro an Verwaltungsgebühren

Punkte: 1

Fahrverbot: Nein

A - Verstoß

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Tatbestandsnummer: 104106

Tatvorwurf: Sie fuhren infolge zu geringen Abstands auf das abbremsende Fahrzeug auf. Es kam zum Unfall.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 4 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 12.3 BKat; § 19 OWiG

Verwarnungsgeld: 35,00 Euro

Punkte: Nein

Fahrverbot: Nein

Eintrag als A oder B - Verstoß: Nein

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Dann hast Du geschrieben, dass es bei dem Unfall Leichtverletzte gab. Wurden die Personen durch die Schuld Deines Kumpels verletzt, hat die Polizei sicherlich ein Strafverfahren nach folgender Rechtsgrundlage eingeleitet:

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§ 229 StGB - Fahrlässige Körperverletzung

Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft

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In den meisten Fällen, wird aber das Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingestellt, wenn keiner der Verletzten einen Strafantrag stellt. In dem Fall wird dann nur die Ordnungswidrigkeit wegen des Abstandes bzw. der nicht angepassten Geschwindigkeit verfolgt.

Da Dein Kumpel zwar in der Probezeit ist, aber bereits ein Aufbauseminar angeordnet ist, hat die Ordnungswidrigkeit keine weiteren Auswirkungen auf seine Probezeit, denn noch befindet er sich in der ersten Phase der Probezeitmaßnahmen.

Hätte er bereits das Ausbauseminar besucht, würde er sich in der zweiten Stufe befinden, wo ihm dazu geraten würde an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen. Aber auch dann wäre seine Fahrerlaubnis noch nicht in Gefahr.

Nun muss er halt mal abwarten was auf ihn zukommt. Bestenfalls Garnichts oder nur ein Verwarnungsgeld von 35 Euro wegen des Abstandes, oder Bußgeldbescheid von 145 Euro plus Verwaltungsgebühren und 1 Punkt oder (was ich für unwahrscheinlich halte) eine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung und 2 Punkten.

Die Fahrerlaubnis wird er aber in keinem der drei Fälle los.

Schöne Grüße
TheGrow

Nein, ich glaube eher, dass ihm ein Fahrzeug in der Kurve entgegengekommen ist - ohne dass jemand vor ihm hergefahren ist. Aber ich glaube, damit fällt eigentlich nur dein zweiter Punkt weg.

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@Istriche

Ja, jetzt nach 6 mal lesen, lese auch das auch so wie Du. Und richtig, dann fällt nur der Punkt zwei mit dem Abstand weg :-)

Als er geschrieben hat:

Alle Drei ( Fahrer und 2 Beifahrer) sagen Sie waren mit circa 70 unterwegs

ging ich irrtümlich davon aus mit "Drei" meinte er drei Fahrzeuge. Jetzt nach Deinen Hinweis gehe ich auch davon aus, dass er von drei Personen und nicht von drei Fahrzeugen gesprochen hat.

Danke für den Hinweis :-)

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Was für Konsequenzen es hat hängt sicher auch damit zusammen warum er das Seminar machen sollte (einfach aufgeschwatzt wird einem da ohne Grund nichts) und wie viele Punkte er schon hat.

Nur weil die Polizei meint dort passiert öfter was heißt das nicht, dass man dadurch später nichts zu befürchten hat. Es gibt auch Stellen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung wo man nicht schneller als z.B. 30 km/h fahren sollte. Damit begründen kann man leider nichts.

Wichtig zu klären wäre die Frage, ob ihm grob fahrlässige oder fahrlässige Köperverletzung vorgeworfen wird. Ist zwar an sich ein anderes Verfahren, aber unterbewusst wird da mit dran gedacht.

Das mit der Bremsspur kann man hier berechnen, das hängt auch vom Untergrund ab: http://www.hamburgerschadenschnelldienst.de/geschwindigkeitsr%C3%BCckrechnung.html

Wenn sie ihm jetzt widerholte Gefährdung von anderen Personen im Straßenverkehr vorwerfen könnte es eng werden...

Wie es aber letztlich ausgeht hängt von vielen Faktoren ab, auch wie er selber damit umgeht. Immerhin geht es um seine persönliche Eignung ein Auto zu führen. Zudem können Feinheiten im Fall entscheiden was passiert...

Vor ein paar Monaten wurde ihm ein Aufbauseminar angedreht, da er
anscheinend eine Fußgängerin gefährdet hätte (noch nicht hingegangen)

Ist die gesetzte Frist von 2 Monaten schon vorbei?
Dann hat er ein weiteres Problem - man wird ihm die Fahrerlaubnis entziehen.

Sollte er noch in der Frist liegen und den Abschluss des ASF auch noch innerhalb dieser Frist der Fahrerlaubnisbehörde nachweisen können ist alles soweit ok.

Probezeitmaßnahmen fallen für den aktuellen Unfall nicht an da die erste Maßnahme noch nicht abgeschlossen ist.

Polizei sagte selber, dass er nichts dafür könne

Das kann ich mir nicht vorstellen, selbst wenn sie das sagten ist es unerheblich für den weiteren Verlauf.

Ich denke das man Deinem Freund diesen Vorwurf machen wird:

Sie verstießen bei Gegenverkehr gegen das Rechtsfahrgebot.
Es kam zum Unfall.

  • 100€ Bußgeld
  • 1 Punkt
  • 28,50€ Gebühren

Möglich ist auch das:

Sie fuhren in Anbetracht der besonderen örtlichen Straßen- oder Verkehrsverhältnisse mit nicht angepasster Geschwindigkeit.
Es kam zum Unfall.

  • 145€ Bußgeld
  • 1 Punkt
  • 28,50€ Gebühren

Weiterhin wird ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eröffnet - Ausgang ungewiss.

Sofern das alles ist und nicht noch andere Dinge wie Drogen, Alkohol usw. dazu kommt passiert nichts. Wahrscheinlich wird es auf unangepasste Geschwindigkeit hinaus laufen. Selbst bei 100 Begrenzung und seinen 70 ist das so. Bei Gefährdung gibt es max. 7 Punkte, bei Geschwindigkeit max. 3, da wäre man bei 10 und bekommt durch das Seminar was abgezogen. Damit wäre alles im grünen Bereich. Allerdings wird niemandem ein Seminar angedreht... dafür gibt es Regelungen.

7 Punkte gibt es doch schon lange (ok, seit 2014) nicht mehr, da wäre der Führerschein ja schon fast weg...

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Hab da doch was vergessen, er ist in der Probezeit 

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