Fühlen Tiere wenn es mit ihnen zuende geht?

72 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Polditier,

Ja, sie wissen es wann es soweit ist... Wer eine Empathie für Tiere hat kann ihre "Sprache" verstehen und ein jedes Tier welches ich bisher hatte hat es "gesagt" dass es nun soweit ist. Bei meinen ersten Tieren, einem Goldhamster, Kaninchen, Streifenhörnchen, Kanarienvögel, Wellensittich habe ich das erst nicht verstanden.

Sie werden alle (!) auffallend anhänglich und bei meinen Hunden sehe ich es ganz genau in ihrer Sprache wenn der Augenblick kommt. Dann ist es wichtig nicht in der eigenen Trauer das Leid des Loslassens beim Tier zu verlängern!

Denn unsere Tiere hängen auch an uns, wenn wir gut mit ihnen umgegangen sind. Wenn wir Leiden kann es passieren, dass sie in der Zeit des Sterbens - uns zuliebe - nicht loslassen können.

Unsere Hunde (hier habe ich Erfahrung) zeigen uns auch früh Leiden an. Hier empfinde ich Schuld weil ich es nicht so schnell lernen konnte das zu erkennen. So blickte mich meine Beauty, ein Tibbie immer so hilfesuchend an. Wir haben sie gewogen, beobachtet, diskutiert und sind letztlich doch eigentlich zu spät zum Tierarzt gegangen. Sie hätte das Spätstadium vom Leberkrebs nicht erleiden müssen, wenn wir die Sprache "Bitte hilf mir" ihrer Augen früher erkannt hätten.

Es ist wichtig, dass wir Entscheidungen treffen, Leid zu vermindern so lange als möglich mit Tiermedizinischer Betreuung und Behandlung. Es ist wichtig, dass wir im Moment des Loslassens unserem Tier ruhig beistehen und ihm Hoffnung geben - auf ein späteres Wiedersehen. Das ist auch die Hoffnung für uns!

Danke @ Polditier für diese wichtige Frage auch wenn es so verdammt schwer fällt darauf eine Antwort zu finden.

Musste mich schon von so einigen Tieren trennen! Aber am schlimmsten war es bei meinem ersten Hund, den ich bekommen habe da war er 1,5 Jahre alt und nach 10 Jahren musste ich ihn einschläfern lassen! ER hatte HD, nur in den 80er wurde es noch nicht behandelt! Ich musste ihn sogar 5 Stufen hochtragen, am Ende kam er selbst einen sehr niedrigen Bordstein nicht mehr hoch! Als der Tierarzt mir sagte das er eingeschläfert werden müsste, das war ein Freitag. Ich habe ihm gesagt: Aber erst am Montag! Bin dann am Wochenende noch mal mit ihm zu seinem Lieblingsplatz gefahren und da ist er nochmal so richtig aufgeblüht. Er hat da nochmal getobt wie ein junger Hund, soweit es sein Leiden zulies! Ich hatte das Gefühl das er genau wußte was ihm bevor stand und er einfach seine letzten Stunden geniessen wollte! Bevor er dann die bewußte Spritze bekam hat er nochmal den Kopf gehoben, mir über die Hand geleckt und mir seine Pfote in meine Hand gelegt!!! Als wenn er mir für sein Leben bei mir danken wollte, denn ich war der Meinung das er genau wußte was jetzt kommen würde!

Hallo Polditier,

Tier sind für mich die "besseren" Menschen und wir können uns von ihnen noch einiges abschauen!

Tiere zeigen ihre Gefühle und Empfindungen sehr offen und haben auch noch ein gutes Gespür für ihren eigenen Körper! Was Du von der Katze berichtest, habe ich bei einer unser Katzen auch mal erlebt und diese war sonst auch kein Schmuser und ebenfalls zeitlebens ein Freigänger!

Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass nicht nur Tiere dieses Gespür fürs baldige Ende haben, bei Menschen ist es oftmals ähnlich. Wir wollen es wohl nur nicht wahrhaben oder bemerken es erst hinterher und konnten die Signale vorher nicht richtig deuten, außer natürlich, der Mensch war vorher schwer krank......

Diese Frage kann ich eindeutig mit JA beantworten - sie merken es, wenn es zu Ende geht. Ich hatte einen Kater, 13 Jahre alt. Er hat plötzlich nichts mehr gefressen, die TÄ fand "etwas" im Darm und entschloss sich, am nächsten Tag zu operieren. In der Nacht vor der OP kam er - obwohl er kaum mehr im Stande war zu laufen - nochmal zu mir ins Bett. Jetzt weiß ich, dass es sein Abschied war.

Am nächsten Tag bei der TÄ, als ich ihn ihr in die Arme gab, damit er seine Narkose bekam, kam nochmal ein letzter Maunzer. Ich hab da schon geheult wie ein Schlosshund. Das war sein "Tschüss". Er musste leider eingeschläfert werden. Jetzt kommen mir schon wieder die Tränen...

Diese Erfahrung habe ich auch gemacht mit unserem alten Kater, den ein schrecklicher Parasit (Giardien) heimgesucht hatte. Der Arme hat so gelitten, wir haben alles versucht ihm zu helfen, incl. Tierklinik. Wir hatten dann mit dem Tierarzt einen Termin vereinbart und an diesem Tag ist er sogar freiwillig in seine Box gestiegen, er hat mich angeschaut, den Blick kann ich niemals vergessen. Der Tierarzt hat ihn ganz behutsam betäubt und danach die endgültige Spritze gegeben. Wie er uns angeschaut hat und Abschied nahm - mir laufen jetzt die Tränen, wenn ich darüber schreibe.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich arbeite an einer Universität, habe Familie und Tiere

Ich kenne das.....war bei meinem meerschweinchen ähnlich gewesen....:(

0

Was möchtest Du wissen?