Fühlen sich manche Menschen als was Besseres, schon weil sie an einen Gott glauben?

13 Antworten

Ja, ich hatte z.B. mal so einen Chef (Baptist) oder später eine Kollegin (ZJ)

Sehr unsympathisch, es kam jeden Tag irgendein dümmlicher Spruch, der grad beim Chef auch definitiv gegen Arbeitsrecht verstiess (und das war nicht in kirchlichen Betrieben o.ä.)

Es gibt natürlich Menschen, die ihre Religion sehr nach außen tragen und sich dabei mit ihren Mitmenschen vergleichen. Aus islamischer Sicht ist solch ein Verhalten problematisch wie nachfolgende Überlieferung gut darstellt:

Thabit Ibn Dinar berichtete, dass Imam Zain-ul-Abidin (a.) sagte: „Was das Recht deines Nächsten betrifft, so besteht es in seiner Behütung, wenn er abwesend ist und ihn gut zu behandeln, wenn er anwesend ist und ihm Hilfe und in allen beiden Fällen Beistand zu leisten. Verfolge weder eine Blöße (Awrah) von ihm noch stelle Nachforschungen über Schlechtes an ihm an, um davon zu erfahren. Wenn du es ohne deinen Willen und Verantwortung von ihm erfährst, dann bist du hinsichtlich dem, was du erfahren hast, ein schützendes Bollwerk und bedeckender Schleier, dass selbst wenn Speerspitzen gewissenhaft danach Ausschau halten, sie nicht daran herankommen würden. Höre ihm nicht so zu, dass er es nicht weiß. Liefere ihn nicht bei einer Schwierigkeit aus und beneide ihn nicht um eine Gabe. Du übersiehst sein Anstößiges und vergibst sein Fehlverhalten. Verliere ihm gegenüber nicht deine Beherrschung, wenn er sich dir gegenüber unwissend zeigt. Höre nicht damit auf, dich ihm gegenüber friedlich zu verhalten. Du weist von ihm die Zunge der Schmähung ab und erklärst darin die List eines Beratenden für falsch und leistest ihm in gütiger Weise Gesellschaft und es gibt keine Kraft und keine Macht außer durch Gott.” [Al-Bihar von Al-Majlisi, Band 71, Seite 17]

Die Überlieferung zeigt deutlich wie man sich gegenüber Menschen zu verhalten hat, die Fehler begehen oder an andere Glaubensvorstellungen festhalten: Man begegnet ihnen mit Respekt, hört ihnen zu und steht ihnen zur Seite. Wer auf andere herab schaut oder schlecht über sie redet, handelt unislamisch.

Hallo Peperonifreak,

dies stimmt tendenziell in zweierlei Hinsicht.

1) Der religiöse Mensch hat darin resigniert seinen materiellen Bedürfnissen hinterherzurennen, die ihm die Bürgerliche Gesellschaft nur sehr begrenzt und bedingt erfüllt. Das Geld ist knapp, die (Schönheits-)Konkurrenz ist hart. Er hat sich nun entschlossen, seine materiellen Bedürfnisse als minderwertigen Glitter zu diffamieren und sie durch den Verzicht zu ersetzen. Die Bescheidenheit, die Selbstverleugnung, ein Leben nur noch für den Allmächtigen - hintenraus mit der Hoffnung auf Kompensation in Gestalt des Paradieses. Daran glaubt er dann "ganz fest" - Glaube als reine Willensleistung.

Alles Materielle ist ab jetzt minderwertig, und so schaut der religiöse Mensch nun von erhabener Position auf das hektische Weltgetriebe mit den strampelnden Ameisen hinab.

2) Sein Gott schätzt ihn nun als hochwertig ein. Die ungläubigen Materialisten aber als minderwertig. Mit meist heuchlerischer Attitüde des Bedauerns schaut der Gläubige nun auf die Ameisen hinab, die alle mehr oder weniger der Hölle sind.

Eine extreme Ausformung besteht dann bei einigen darin, als "Experte Religion" in Diskussionsforen blühenden Blödsinn zu erzählen. Zum berechtigten Gespött der anderen. Der Gläubige ist aber auch hierüber erhaben. Es perlt an ihm ab. Er hat sich für seinen Allmächtigen HErrn verwendet, und gerade die Blamage ist eine willkommene "Prüfung" für ihn, die ihm weitere Paradiespunkte einbringt.

Wir sind nicht besser, aber besser dran.

Wir haben eine Hilfe, vorauf wir zählen können.

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Matthäus 28:20b SCH2000

Einige werden sagen, das es eine Krücke oder noch besser opium fürs Volk ist, aber ich könnte nicht mehr weiterleben, weil es für mich das Einzige ist, was ein Lebenssinn gibt, wenn jemand mir beweisen könnte, dass es kein Gott gibt!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Dann bist du geistig arm dran, wenn du solche Hilfe nötig hast und ohne solche Hilfe nicht mehr leben kannst. Jedes Tier in der freien Natur ist dir da überlegen. Mit ist es auch überlegen. Aber nicht so doll

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Aus christlich-biblischer Sicht, gibt es überhaupt keinen Grund, sich besser zu fühlen. Warum auch?

Glaube sollte zu Dankbarkeit Gott gegenüber führen, da Gott uns liebt, uns als seine Kinder annehmen möchte, uns unsere Sünden vergibt, uns gnädig ist und segnet.

Dazu warnt das Neue Testament an vielen Stellen vor Hochmut. Jesus hat gesagt, dass er von Herzen demütig ist. Sich für etwas "Besseres" zu halten, hat im christlichen Glauben überhaut keinen Platz!

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