Fühle mich krank trotz Globuli Einnahme

14 Antworten

Hallo,

auch wenn ich als Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin Deiner Meinung nach zu geldgierig bin , möchte ich hier doch ein paar Anmerkungen machen, auch wenn es wahrscheinlich nichts nutzen wird, da gegen Ideologie auch mit wissenschaftlichen Mitteln in der Regel nicht anzukommen ist. Was die Wirksamkeit von Homööpathie angeht, so ist inzwischen durch über hundert Studien nachgewiesen, das Homöopathie keine Wirkung hat, die über den sog. Placeboeffekt hinausgeht (und ein Großteil der Studien wurde nicht von Ärzten und der bösen Pharmaindustrie gemacht (wobei die Hersteller der Globuli ect. natürlich auch zu derselben gehören), sondern von Leuten, die die Wirksamkeit der Homöopathie nachweisen WOLLTEN - wer nicht dran glaubt, hat nämlich auch kein Interesse daran, teure und aufwendige Studien durchzuführen)

Ich weiß nicht, wie gut Sie über Homöopathie und deren Geschichte und "Wirkungsprinzipien" Bescheid wissen (im Zweifelsfall gibt es dazu einen sehr erhellenden und gut geschriebenen Wikipedia-Artikel) Die Homöopathie wurde ab 1796 von Samuel Hahnemann entwickelt, der nach einem Selbstversuch mit Chinarinde bei einer fieberhaften Erkrankung zu dem Schluß kam (beeinflußt von den Schriften von Paracelsus, der um 430 v.Chr. lebte und der schon ähnliches postuliert hatte), jede Krankheit sei durch ein bestimmtes Gift verursacht und man könne die Krankheit heilen, indem man dasselbe Gift, das die Krankheit verursache in stark verdünnter Konzentration dem Kranken zuführe ("Similia similibus curentur", auch Ähnlichkeitsprinzip genannt). Diese Ansicht stammt aus einer Zeit, in der man über die Entstehung ("Pathophysiologie bzw. Pathogenese) von Erkrankungen so gut wie nichts wußte, Mikroorganismen (Bakterien, Viren ect.) und deren Auswirkungen z.B. waren noch gar nicht entdeckt. In jener Zeit half die damalige "Schulmedizin" tatsächlich häufig nicht oder schadete sogar (z.B. häufige Aderlässe ect.). Die damals sich weiterentwickelnde Mathematik und Statistik erlaubte erstmals, festzustellen daß behandelte Patienten nicht besser dran waren, als Patienten, die keinen Arzt gesehen hatten..diese unbequeme Erkenntnis hat einen wesentlichen Teil zur Entwicklung der modernen Medizin beigetragen, weil man nun gezwungen war, nach Therapien zu suchen, die tatsächlich halfen (und wir wollen bei der Gelegenheit mal nicht vergessen, daß sich die Lebenserwartung der Menschen seit damals von im Mittel 40 Jahren mehr als verdoppelt hat, was zwar nicht allein, aber zu einem guten Teil der modernen Medizin und Impfungen zuzuschreiben ist). Inzwischen wissen wir also, daß die meisten Krankheiten keineswegs durch irgendwelche Gifte verursacht sind, und aus heutger Sicht ist die Annahme, man könne eine Vergiftung heilen, indem man dem Patienten noch mehr Gift (und sei es auch nur sehr wenig) einfach absurd. Hinzu kommt, das durch die in der Homöopathie praktizierte Verdünnung (Potenzierung) spätestens ab einer gewissen Potenzierungsstufe (um D23) kein einziges Wirkstoffmolekül der Wirksubstanz in der "verdünnten" Lösung vorhanden ist (was, weil mathematisch beweisbar, nicht mal von den Verfechtern der Homöopathie bestritten wird...die behaupten deswegen, die Wirkung sei dann nicht durch die Wirkstoffmoleküle sondern durch irgendwelche Schwingungen oder die "Erinnerung" des Wassers an den Wirkstoff...da kann man dann auch gleich an Zauberei glauben...)

Zitat aus Wikipedia: Aus der Sicht der Homöopathen ist die Wirkung einer bloßen Verdünnung nicht mit der eines potenzierten, also verschüttelten oder verriebenen Mittels vergleichbar. Schon im Organon der Heilkunst (Anmerkung zu § 11) wurde die Wirkung eines potenzierten Mittels nicht der körperlichen Substanz oder physischen Wirkung eines Arzneistoffes, sondern einer immateriellen, daraus freigewordenen „spezifischen Arzneikraft“ zugeschrieben. Homöopathen, die sogenannte Hochpotenzen anwenden, nehmen an, bei der Potenzierung, auch Dynamisierung genannt, werde durch die Energiezufuhr beim Verschütteln oder Verreiben eine Information an das Lösungsmittel abgegeben und bei jedem Potenzierungsschritt verstärkt, auch wenn keine Moleküle des Arzneimittels mehr in der Lösung vorhanden sind. Es existieren keine Belege für die Existenz der postulierten immateriellen Energiezufuhr durch die rituellen mechanischen Prozeduren. Die mit dieser Methode hergestellten Lösungen unterscheiden sich nicht von einfach nur verdünnten Lösungen. ---> Fortsetzung folgt

Wikipedia ist leider der Homöopathie gegenüber notorisch feindselig eingestellt und schreibt alles andere als objektiv. Wenn ihr Homöopathieartikel offenkundige Unwahrheiten enthält, werden unsere Korrekturen nicht angenommen. Das steht einem so wichtigen Medium gar nicht gut an.

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@alAstairx

Wikipedia ist leider der Homöopathie gegenüber notorisch feindselig eingestellt und schreibt alles andere als objektiv

Wieso sollte das so sein? Bist du da nicht ein wenig paranoid?

werden unsere Korrekturen nicht angenommen. Das steht einem so wichtigen Medium gar nicht gut an.

Schonmal auf die Idee gekommen, dass "eure" Korrekturen nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen könnten?

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@peterometer

Der Artikel in Wikipedia ist ausgeprochen gut geschrieben, äußerst informativ und geht auf alle Aspekte der Homöopathie ein. Er ist auch sehr ausgewogen und in keiner Weise ideologisch oder einseitig geschrieben. Das der Artikel zu dem Schluß kommt, der nebenbei gesagt auch ausgeprochen gut erklärt wird, das Homöopathie unwirksam ist, bzw. nicht besser wirksam als der Placebo-Effekt, liegt in der Natur der Homöopathie und nicht an Wikipedia. Nebenbei bemerkt haben sich auch alle ernstzunehmenden medizinisch-wissenschaftlichen Publikationen, wie z.B. The Lancet oder das New England Journal of Medicine in derselben Weise geäußert - und das sind nun wirklich die hochklassigsten Publikationen, die es auf medizinischem Gebiet gibt. Auch die deutschen medizinischen Hochschulen haben sich schon 1992 anläßlich des Versuchs, Homöopathie in den Gegenstandskatalog des Medizinstudiums aufzunehmen, eindeutig in der sog. Marburger Erklärung dahingehend geäußert, das Homöopathie eine "Irrlehre" ist und nur als solche Eingang in das Medizinstudium finden kann. (siehe hier: http://konsumentenbund.de/marburger-erkl%C3%A4rung-zur-hom%C3%B6opathie )

Es gibt - wie schon erwähnt - inzwischen deutlich über 100 internationale Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie, von denen die meisten von Leuten gemacht wurden, die die Wirksamkeit beweisen WOLLTEN - und nicht von den bösen Ärzten und der bösen Pharmaindustrie. Dieser Versuch gelang jedoch nachweisbar nicht. Man muß dazu auch sehen, das die Homöopathie um das Jahr 1796 von Samuel Hahnemann entwickelt wurde, der, beeinflußt auch von Schriften des Paracelsus (um 340 v.Chr.), auf die Idee kam, jede Krankheit sei durch ein bestimmtes Gift verursacht, und man könne die Krankheit heilen, indem man dasselbe Gift dem Patienten in sehr geringer Menge zuführe. In der damaligen Zeit mag die Homöopathie, die damals eine Gegenbewegung zur "Schulmedizin" war, besser als die damalige Schulmedizin gewesen sein; sie hatte zwar keine Wirkung, aber im Gegensatz zur damaligen Schulmedizin mit ihren regelmäßig ebenso wirkungslosen, aber schädlichen Roßkuren (wie z.B. häufige Aderlässe oder Einläufe ect...) schadete sie auch nicht. Nur hat die Schulmedizin in den letzten 217 Jahren ERHEBLICH dazugelernt und ist heute um Lichtjahre von der damaligen "Schulmedizin" entfernt. Die Homöopathie hingegen hat nichts dazugelernt und vertritt noch heute Konzepte über Krankheitsentstehung und -behandlung, die aus heutiger Sicht absurd sind und auch schon 1812 als unwissenschaftlich und als Irrlehre bezeichnet wurden. Das die Lebenserwartung der Menschen von damals um 40 Jahren auch heute um 80 Jahre sich praktisch verdoppelt hat, liegt jedenfalls nicht an der Homöopathie, sondern an den Fortschritten der Medizin und Hygiene sowie zu einem guten Teil an dem (von Vertretern der Homöopathie ebenfalls gern geschmähten) Impfwesen. Das die Vertreter der Homöopathie dieses nicht gern hören und auch trotz aller Fakten und Beweise nicht glauben wollen ändert an den Fakten nichts - Ideologen sind ihre Ideologien eben wichtiger als die Realität und auch die moderne Medizin kann Blindheit leider noch nicht heilen....

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@docfm

" Inzwischen wissen wir also, daß die meisten Krankheiten keineswegs durch irgendwelche Gifte verursacht sind, und aus heutger Sicht ist die Annahme, man könne eine Vergiftung heilen, indem man dem Patienten noch mehr Gift (und sei es auch nur sehr wenig) einfach absurd."

Diese Aussage ist unlogisch- Die heutigen chemischen Medikamente sind meistens giftig. Und aus diesem Grund kann es z.B. bei Paracetamolmisbrauch zu Nierenversagen kommen. Die Schulmedizin verabreicht also Gifte und behauptet diese seinen Heilmittel.

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@Marigoldi

Meine Aussage ist keineswegs unlogisch. Erstens ist, wie schon Paracelsus klar erkannte, jede beliebige Substanz giftig, wenn man sie nur in ausreichender Dosis verabreicht, aber manche Substanzen (Medikamente genannt...) wirken in Dosen, die üblicherweise keine Vergiftung verursachen, durchaus heilsam... Aber wir versuchen nicht, eine Vergiftung mit einer bestimmten Substanz zu heilen, indem wir noch mehr (und sei es auch nur sehr wenig) von derselben Substanz verabreichen...denn das ist tatsächlich unlogisch. Und Paracetamol verursacht bei (erheblicher) Überdosierung keine Nieren- sondern Leberschäden.

Gruß docfm

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@Marigoldi

Und im Übrigen verabreichen die Homöopathen ebenfalls Gifte, und zwar giftigere Substanzen als wir Schulmediziner : Arsen, Quecksilber, das Gift der Tollkirsche (Atropin) usw.....

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@docfm

Nicht neu, aber doch wunderbar: Wir betrügen die Leute mit reinen Placebos - oder aber wir verabreichen hochgiftige Substenzen. Grad wie es den Gegnern besser passt....

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@alAstairx

Trotz des polemischen Kommentars schließt, wie sie auch ganz genau wissen, das eine das andere nicht aus: natürlich verabreichen sie hochgiftige Substanzen, oder wollen sie bestreiten, daß in der Homöopathie Substanzen wie Arsen, Quecksilber, Atropin und noch viele andere verwendet werden? Daß der Effekt trotzdem über den Placebo-Effekt (zumindest was positive Wirkungen angeht) nicht hinausgeht, wurde hier ja schon hinreichend diskutiert und liegt einzig daran, daß die Dosierung zumindest bei Potenzen über ca. D6 so gering ist, daß keine (positive oder negative) Wirkung mehr auftritt und bei Potenzen über ca. D23 überhaupt kein Wirkstoff (von Verunreinigungen abgesehen) mehr vorhanden ist. Negative Auswirkungen können aber bei niedrigen Potenzen durchaus trotzdem auftreten. Natürlich werden Sie jetzt einwenden, daß wir in der Schulmedizin auch potentiell hochtoxische Substanzen anwenden, und sie haben völlig recht (mal ganz abgesehen davon, daß wie gesagt jede beliebige Substanz in der "richtigen" Dosierung toxisch sein kann). Allerdings wenden wir die potentiell giftigen Substanzen in genau definierter Zusammensetzung an, mit nur wenigen (in der Regel 1-3) Wirkstoffen pro Medikament in genau definierter und in umfangreichen Studien erprobter und wirksamkeitsgetesteter Dosierung mit klarer und bekannter Dosis-Wirkungsbeziehung und bei in der Regel bekanntem Wirkungsmechanismus sowie durch die Phase-I bis Phase-IV- Zulassungsstudien sowie post-Zulassungs-Anwendungsbeobachtungen bekannten Nebenwirkungen...

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@docfm

Ich wende gar nichts mehr ein - das wird mir doch jetzt endgültig zu abstrus. Sie müssen sich schon entscheiden, ob sie uns die Verwendung hochgiftiger Substanzen oder den Placebobetrug vorwerfen wollen - beides geht nun mal nicht, da es sich vollkommen widerspricht. Und damit ist die Diskussion für mich beendet. sie nimmt hier schon viel zu viel Raum ein, ohne irgendeinen Sinn zu ergeben. Gehen Sie doch bitte damit ins Forum - gemäss Richtlinie 7 von gutefrage.net. Danke.

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Volle Zustimmung, docfm, nur eine kleine Korrektur:

Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim) lebte von 1493 bis 1541.

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...legen wir wieder Augenmerk auf die Fragenden:

50 Gramm Homöopathie genommen - es tut mir Leid, wer auch immer der Homöopath war, er hat entweder etwas nicht vermittelt, oder Du hast etwas falsch verstanden. Viel hilft nicht viel!

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