Frustration am Pferd?

13 Antworten

Versuch mal nicht, alles richtig zu machen, mach Dich frei!

Natürlich gibt es für alles verschiedene Konzepte und tolle Ansätze, aber viele Menschen - ich kann das beurteilen, denn ich bin auch so - sind so bemüht in ihrem Tun, dass sie das "einfach mal nur Spaß haben" vergessen. Man macht sich fest beim Bemühen. Bemühen heißt nicht umsonst so, es macht Mühe. Vergiss die hohen Ziele, grade, wenn Du Stress hast, schreib ins Tagebuch mal quer über zwei Wochen "Urlaub" und lass es krachen:

  • Kümmere Dich mal um nichts, außer darum, was selbst das unglücklichst gebaute Pferd für ein tolles Geschöpf ist. Bewundere Deines für seine tollen Seiten. Gefallen Dir seine Ohren, gönn Dir eine Stunde verzückt Ohren angucken, bis Du die Richtung jedes Haars am Ohr auswendig weißt. Wenn es das mag, kraul ihm die ausgiebig. Wenn es das nicht mag, respektiere das.
  • Sieh das Reiten nicht als ein weiteres Stück weiterlernen an einem Tag an, sondern an die Entspannungszeit. Sieh es so, wie Du mit einer Freundin am Sofa sitzt und einfach über dies und jenes redest, was Euch grade durch den Kopf geht. Erzähl Deinem Pferd von Deinem Tag und versuch, mit ihm auch einfach loszulassen. Wenn Du Dir dabei blöd vorkommst, nimm's Führseil und geh mit ihm spazieren und versuch, ihm den lustigsten oder nettesten Moment des Tages zu erzählen. Auch der stressigste Tag hat was lustiges - und wenn man vor lauter Stress das Kernhaus vom Apfel in die Spülmaschine und das Messer in den Müll hat, bis man es gemerkt hat. Versuch, jeden Tag irgendwas zu finden, was nett war. Eine Freundin, die Dir im Stress zur Seite stand. Oder lach, auch wenn man nicht schadenfroh ist, über den Mann, der die Pfütze übersehen hat und mit seinen hochglanzpolierten Büroschuhen mitten rein getappt ist. Oder was auch immer. Konzentrier Dich auf's Abspannen.
  • Wenn Du reitest und ein Stückchen weit nichts entgegen, quer oder sonstwo kommen kann, wo Du dagegen reiten könntest, mach die Augen zu und stell Dir vor, wie großartig es ist, dass so ein mehrere-hundert-Kilo-Tier Dich auf sich sitzen lässt, obwohl Du dort bist, wo ihm das Raubtier aufspringt, vor dem es sonst flüchtet.
  • Lass das Pferd in der Zeit viel am hingegebenen Zügel gehen, wenn Du von Lektionen einstudieren sprichst, hat es sicher bereits so viel tragen gelernt, dass Du ihm damit nicht gleich die Gesundheit nimmst, übertrage ihm Verantwortung, lass es in seinem Tempo gehen (sofern Du nicht eingreifen musst, um Euch nicht Gefahren auszusetzen, es darf natürlich nicht in seinem Tempo über eine Straße wollen oder eine Wegekreuzung überqueren im Wald) aber versuche, mal nicht groß zu beeinflussen, nur zu genießen.
  • Mach auch mal - im ungefährlichen Rahmen - Blödsinn. Probier mal aus, was es zu Regenschirmen sagt und nimm es mit Humor, wenn es in einem Satz am anderen Ende des Reitplatzes ist oder woimmer Du einen umzäunten Bereich dafür hast. Denke nicht "ach Mist, es vertraut mir nicht", sondern denke "hihi, ich hab was gefunden, was wir nochmal machen können". Es ist generell ein oft funktionierender Trick, über etwas zu lachen, wo sich das Pferd erschrickt oder einfach nicht entspannen kann, denn das sorgt dafür, dass der Mensch nicht auch noch verspannt. Verspannt der mit, ist das schwer zu lösen, bleibt der Mensch entspannt, kommt das Pferd meist irgendwann damit zurecht. Ist der Regenschirm bei Euch kein Thema, kann es eine Kuhglocke sein oder was auch immer. Irgendwas, was eh mal geübt gehört, aber nie mit Zeitziel, sondern eher mit dem lustigen Spiel, rausfinden zu wollen, wann es so weit ist.

Und wenn Du zwei Wochen lang Urlaub hattest, reicht das vielleicht für Dich, um Dein grundsätzliches Fortbildungsbedürfnis nicht mehr zu sehen in "ich will das unbedingt jetzt lernen, korrekt zu reiten", sondern in "wir können viel und das macht Spaß und wenn zufällig mal ein bisschen mehr draus entsteht, ist es gut und das nehmen wir mit." Spaß macht es auch mehr, wenn Du generell lockerer, lustiger, entspannter bist, weil sich dann das Pferd sofort freier bewegen kann als wenn man alles hundertprozentig machen mag und dann beide ein bisschen eingeengt sind in ihrem Tun und beide nimmer einfach miteinander Spaß haben, genießen.

Ich selbst möchte nicht wöchentlich eine Reitstunde haben, auch alle zwei Wochen ist es mir zu viel. Da werde ich viel zu verbissen. Weder mein Pferd noch ich nehmen Schaden, wenn wir keinen Unterricht haben. So viel kann ich inzwischen reiten, dass wir ohne gesundheitliche Defizite durch den Wald bummeln können. Sollte ich zufällig was erlernen lassen, geht das auch im 3-Wochen-Turnus. Dennoch spanne ich in der Reitstunde immer ein bisschen an. Unbewusst. Aber ich weiß von mir, ich bin perfektionistisch veranlagt. So jemandem fällt es brutal schwer, sich bei was beobachten zu lassen, was er nicht perfekt findet. Und ich finde meine Reiterei nicht perfekt, ich weiß immer jemanden, der etwas besser kann als ich. Ja, das wird auch immer so bleiben, weil ich kein Bewegungstalent bin, aber sowas von nicht. Ich war schon als Schülerin in diversen Leistungssportmannschaften, aber alles, was Beweglichkeit erfordert, gehörte nicht dazu. Sprint und Sprung in der Leichtathletik und Basketball und Schwimmen konnte ich recht gut, aber ich konnte nie mit gestreckten Beinen bis zu meinen Füßen fassen. In der Mittelpositur habe ich eine Stabilität, die für manches günstig ist, für's Reiten blanker Unsinn. Das Wissen, dass meine Reitlehrerin natürlich sieht, dass ich im Hüftbereich nicht gut bin, ärgert mich und das macht es nicht besser. Wenn sie mich durch Erzählen lustiger Begebenheiten so ablenken kann, dass ich mich überhaupt nicht mehr bemühe, lachend irgendwie um sie rum gurke (meinem persönlichen Empfinden nach), dann hat sie mich so weit, dass sie sieht, wie schön mein Pferd laufen kann und kleine Korrekturen vornehmen kann, ohne dass ich sofort wieder fest werde.

So ein bisschen klingt mir Deine Erzählung nach genau sowas. Mit 15 wusste ich noch nicht, was meine Hemmnisse sind und ich wollte auch alles gut machen. Gut, ich wurde nie sauer auf ein Tier dabei, aber lockere, entspannte Menschen werden das auch nie und deshalb sei locker, sei entspannt, grinse grundsätzlich jeden breit an, auch wenn Dir nicht danach ist - und Du wirst sehen, dass Du Dich besser fühlst und wirst erstaunt sein, wie Dir manches, an das Du Wochen hin geübt hast, plötzlich gelingt, obwohl Du es nicht (mehr) geübt hast.

Eine absolut super Antwort!!!!

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Ich weiß nicht wie das bei anderen Reitern ist, aber meine absolute Regel Nr. 1 ist: Wenn ich schon von Grund auf genervt oder nicht gut drauf bin an dem Tag, steige ich auf gar keinen Fall auf's Pferd, weder auf meins noch auf irgendein anderes!

Und wenn ich das Pferd dann lieber komplett in Ruhe lasse, nur schnell Futter reinwerfe und wieder verschwinde. Davon haben sowohl Pferd als auch ich wesentlich mehr.

Es bringt niemandem etwas, wenn man schon genervt in den Sattel steigt.

Und auch wenn ich merke, dass es heute beim Reiten nicht ganz so gut klappt oder etwas einfach nicht so funktioniert wie ich es mir davor gedacht habe, dann reite ich doch um Gottes willen keine verdammten Lektionen bei denen ich mich immer aufregen muss! Das ist absolut dumm.

Ich denke du musst vor allem auch an deiner Planung, was das Training betrifft, arbeiten. Machst du dir immer einen festen Plan an den du dich strikt hältst? Ich würde sagen das wäre einer deiner Fehler.

Ich kann nur von mir sprechen, wie ich das alles handhabe... Ich mache mir keinen wirklichen Plan. Ich überlege immer, was ich heute machen könnte, aber nur grob. Wenn ich mich dann entscheide etwas Dressurarbeit auf dem Platz zu machen, dann nehme ich mir vor vielleicht an den Übergängen zu arbeiten etc. Allerdings entscheide ich dann spontan, wenn ich im Sattel sitze, an was wir tatsächlich arbeiten. Wenn ich merke, dass mein Pferd heute ein bisschen frisch ist, dann lasse ich ihn schön vorwärts traben/galoppieren und versuche ihn nicht ständig zurückzuhalten. Genauso handhabe ich es, wenn ich merke, dass die Lektion heute nicht so gut klappt, dann lass ich es einfach gut sein und versuche etwas anderes.

Es bringt nichts, wenn man stur seinen Plan durchzuziehen versucht. Manchmal muss man sich auch der Stimmung des Pferdes anpassen und dann eben den Plan etwas ändern. Zumindest mache ich das so. Lieber reite ich dann nur 10min und steige entspannt und einigermaßen zufrieden ab, als dass ich komplett frustriert nach 3 Std vom Pferd steige und im Grunde nichts erreicht habe.

Habe keine Erwartungen. Dann klappt das auch um einiges besser.

Lerne, dich zu beherrschen.

Ich muss gestehen... ich bin auch ein Mensch, der leider Gottes schnell mal genervt reagiert. Aber ich habe das sehr gut in den Griff bekommen. Und das habe ich vorallem meinem Pferdchen zu verdanken. Der hat mir gezeigt, dass man mit am Zügel ziehen oder lauter werden, absolut nichts erreicht. Stattdessen einfach hinsetzen, durchatmen und dann eine Entscheidung treffen. Anfangs hatte er eine Phase, da ist er ständig losgefetzt und ich konnte ihn dann nicht mehr halten, musste also schon sehr deutlich werden mit dem Zügel. Jetzt wenn er losrennt, setze ich mich hin, rede ruhig mit ihm und gibt ein, zwei Paraden, dann ist er normalerweise wieder bei mir und ich kann ihn ruhig durchparieren.

Eine gute Hilfe ist es auch einfach mal ohne Gerte zu reiten. Dann hast du die potentielle Waffe gar nicht erst dabei und bist nicht verleitet sie doch mal stärker einzusetzen.

Was mir auch immer hilft, viel mit dem Pferd reden. Meiner weiß mittlerweile sogar, was ich von ihm will, wenn ich seinen Namen anders betone als sonst ;-)

Versuch mal entspannte Dinge mit deinem Pferd zu machen. Mal ohne Sattel mit Knotenhalfter draufsetzen, Bodenarbeit, etc.

Und wichtig, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, lieber nochmal ein, zwei Runden Schritt und dann erneut probieren. Klappt es dann immer noch nicht, lass es für dieses Training einfach bleiben und übe etwas anderes.

Ganz ehrlich... diese Phase hatte ich auch.

Durch eine verdammt gute Trainerin und meine Tante und gleichzeitig Mentorin, die mich sofort vom Pferd geholt hat, wenn etwas bei MIR nicht in Ordnung war, hätte ich das nicht geschafft.

Wut ist kein Gefühl, womit man je auf's Pferd steigen sollte.

Besprich das auf jeden Fall im nächsten Unterricht.

Lerne, dass du auf dein Bauchgefühl hörst. Wenn du merkst, du hast einen schlechten Tag, dann reite einfach n7cht. Verhälst du dich bei der Bodenarbeit ähnlich, dann putze nur. Wirst du dabei auch wütend, setz dich einfach nur auf die Wiese oder in die Box.

Wichtig ist Selbstdisziplin. Ich glaube dir, was du da schreibst. Hatte ich selbst auch schon und habe mich im Nachhinein auch tierisch geärgert. Das bringt aber nichts.

In der Hinsicht bin ich noch lange nicht ausgereift, aber ich höre wesentlich mehr auf meinen Bauch als vorher. Ich reite eigentlich wirklich nur, wenn ich echt entspannt bin.

Was mir geholfen hat, mein Pony zu bewegen und es dabei nicht zu stören: laufen lassen oder Stangenarbeit im Freilauf. Total prima zum runter kommen und du bist nicht direkt am Pferd.

Reite vorerst nur im Unterricht. Deine RL wird das verstehen. Dann wird das im Kaufe der Zeit auch, aber du musst auch an dir arbeiten. Ruhe bewahren, atmen, entspannen. Vielleicht brauchst du gerade nur eine Auszeit.

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Hallo Community

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