früherer Ehename für uneheliches Kind?

4 Antworten

Vor einigen Jahrzehnten war es so, dass ein "uneheliches" (heute: nichteheliches) Kind grundsätzlich den Geburtsnamen der Mutter erhielt, auch wenn diese durch Heirat einen anderen Familiennamen führte. Das Kind war also für jeden Außenstehenden als "Spurius" erkennbar, besonders wenn es noch andere (eheliche) Halbgeschwister hatte. Um diese Diskriminierung zu vermeiden, bekommt heute ein nichteheliches Kind grundsätzlich den Familiennamen der Mutter. Damit dein nichteheliches Kind deinen Geburtsnamen erhält, ist Voraussetzung, dass du selbst deinen Geburtsnamen durch Erklärung beim Standesamt annimmst. Wenn das betreffende Kind noch keine 5 Jahre alt ist, erhält es dann deinen Geburtsnamen ebenfalls automatisch, für ältere Kinder muss eine Anschlusserklärung abgegeben werden, je nach Alter des Kindes von dir oder mit Einwilligung des Kindes selbst, ist aber völlig unproblematisch. Die Kosten liegen je Erkärung bei ca. 20 €. Übrigens kann das Kind unter bestimmten Voraussetzungen auch den Familiennamen des (biologischen) Vaters mit dessen Zustimmung erhalten.

Vielen Dank, das war doch mal eine ausführliche und vor allem brauchbare Antwort :o) Das "Kind" ist heute 36 und die Fragesteller sind mein Bruder und ich - sozusagen die Halbgeschwister (sofern man dafür heute nicht auch eine andere Bezeichnung benutzt), 48 und 51 Jahre alt. Die Gründe meiner Frage möchte ich hier ungern erörtern. Kann es also sein, daß "Halbbruder" noch in die Lösung fällt, die Du mit "... vor einigen Jahrzehnten..." beschreibst? Denn dann wäre hier offensichtlich der Wurm drin.

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@andieserstelle

Seit dem 1.7.1970 erhalten nichteheliche Kinder grundsätzlich den Familiennamen der Mutter. Der Zuname deines Halbbruders ist daher offenbar identisch mit deinem eigenen, weil er nach diesem Zeitpunkt geboren wurde, und du willst vermutlich eine Differenzierung. Um das zu erreichen, gibt es keine andere Möglichkeit als die oben beschriebene Wiederannahme des Geburtsnamens durch deine Mutter, (sofern sie überhaupt noch lebt!), dem sich euer Stiefbruder anschließen müsste. Ist er mit einer Anschlusserklärung, die er wegen Volljährigkeit selbst abgeben müsste, nicht einverstanden -wovon auszugehen ist, weil er unter seinem bisherigen Familiennamen allgemein bekannt ist-, gibt es keine Zwangsmöglichkeit! Die Namensänderung deiner Mutter wäre also nutzlos. Auch auf andere Weise (z. B. im Wege einer behördlichen Namensänderung) kann er nicht dazu gezwungen werden, den Geburtsnamen seiner Mutter anzunehmen. Diese Auskunft ist für dich wahrscheinlich nicht erbauend, doch die rechtlichen Fakten stehen leider deinem Wunsch entgegen.

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Das Kind bekommt den Namen, den die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes trägt. Egal ob das ihr Geburtsname oder der Name von einem ehemaligen Ehepartner.

Was ist denn das für ein Quatsch?

Warum will der Nichtvater das Tragen des Familiennamens der Mutter verhindern?

Rechtlich ist es so, dass die Frau den Namen behalten darf. Und dass das Kind demzufolge auch den Nachnamen der Mutter bekommt. Da hat der Ex-Mann gar nichts zu melden. Das geht ihm nichts mehr an. Auch ist er nicht mit dem Kind verwandt. Also braucht er es auch nicht kennenzulernen.

Das Kindeswohl zählt vorrangig. Und das ist damit hergestellt, dass es den gleichen Nachnamen trägt wie seine Mutter.

Bei uns war eine Frau geschieden. Hat den Namen behalten. Und als sie wieder geheiratet hat, hat sie den alten Namen und den neuen als Doppelnamen genommen.

Danke für die umfangreiche Antwort. Aber das hast Du falsch verstanden - der Nichtvater ist nicht der Fragesteller und hat auch kein Interesse an der Angelegenheit (er lebt nicht mehr). Mein Bruder und ich, als Kinder aus dieser ersten (Namens-)Ehe, wollten diese Information :o)

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@andieserstelle

Das Kind wird nicht in einer Sackgasse landen, sondern den Zweig der Mutter weiterführen - egal welchen Nachnamen es trägt. Aber im Interesse des Kindes und der Halbgeschwister sollte es schon den gleichen Namen tragen.

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