Fristlose Kündigung vom Arbeitgeber abwenden?

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20 Antworten

Ob es Sinn macht, den AG um eine fristgerechte Kündigung zu bitten, wenn Du selbst sagst, dass Du einen Riesenfehler begangen hast und eine fristlose Kündigung rechtens wäre, kann ich nicht beurteilen. Versuchen kannst Du es ja mal, mehr als ablehnen kann der AG ja nicht.

Ob er sich darauf einlässt, kommt auch auf die Art des "Vergehens" an. Selbst wenn Du jahrelang ein gutes Verhältnis zu Deinem AG gehabt und Dir niemals vorher etwas zuschulden hast kommen lassen, gibt es Dinge, die ein AG nicht verzeiht.

Wann hast Du den Fehler denn begangen? Seit wann weiß der AG von dem Vorfall?

Gibt es eigentlich einen Betriebsrat? Wenn ja, hast Du mit dem schon gesprochen? Wenn Du nachher eine Kündigung bekommen sollst, müsste der BR das ja wissen.

Für eine einmalige Sache sofort eine fristlose Kündigung zu bekommen ist schon heftig. Du solltest Dir einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht suchen, damit Du unbeschadet dabei heraus kommst. Daher nichts mehr unternehmen, nur noch durch den Anwalt.

Sie müssen zügig gemeinsam mit Ihrem Anwalt entscheiden, ob Sie gegen die Kündigung vorgehen wollen oder nicht. Die Frage muss spätestens innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung geklärt sein (§§ 4 Satz 1, 13 Abs. 1 Satz 2 KSchG). Wenn Sie diese Frist für die Erhebung der Klage versäumen, wird unwiderleglich vermutet, dass es für die Kündigung einen wichtigen Grund gab und dass der Arbeitgeber die Zweiwochenfrist des § 626 Abs. 2 BGB eingehalten hat (§ 7 KSchG).

Ziel Ihrer Kündigungsschutzklage muss sein: Das Arbeitsgericht erklärt die Kündigung für unwirksam oder im Wege des Vergleichs wird aus der außerordentlichen Kündigung eine fristgemäße betriebsbedingte Kündigung. Die Vorteile für Sie: Sie bekommen während der Kündigungsfrist weiter Ihr Gehalt, im Zeugnis erscheint kein Beendigungsdatum, das bei einer neuen Bewerbung Fragen aufwirft, und Sie haben keine Sperrzeit beim Bezug vom Arbeitslosengeld.

http://www.finanztip.de/fristlose-kuendigung/

es scheint so schwerwiegend zu sein, dass Anwalt und Kosten nicht mehr Verhältnis stehen. Ein Anwalt will auch Geld verdienen.

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Wenn es ein fachlicher Fehler war habe ich noch nie gehört, dass jemand gekündigt wird. Fehler passieren. Dafür gibt es z.B. Haftpflichtversicherungen.

Wenn ein Arbeitgeber mit der Arbeitsleistung nicht zufrieden ist, also häufig z.B. fachliche Fehler (Ungenauigkeit, Vergesslichkeit) passieren, ist das ein Grund für eine reguläre Kündigung aber nicht für eine fristlose.

Es gibt auch vorsätzliches Verhalten, das zu Fehlern führt. Das kann z.B. der Fall sein, wenn du an Maschinen irgendwelche Sicherheitsmechanismen ausschaltest und dadurch etwas passiert. Üblicherweise gibt es da erst eine Abmahnung.

Wenn es ein menschliches Fehlverhalten erkannt wurde, du also geklaut oder gelogen hast oder andere Leute mobbst, ist das Vertrauen erschüttert, was durchaus zu einer fristlosen Kündigung führen kann.

es kommt drauf an .. 

Wieso bist du so sicher, dass die ausserordentliche (fristlose) Kündigung möglich wäre ? Da gibts ganz strenge Regeln und die meisten Arbeitgeber wollen das vermeiden, um einen folgenden Rechtsstreit zu vermeiden.

Üblich ist in solchen Fällen ein Aufhebungsvertrag. Es wird keine Kündigung ausgesprochen, sondern man einigt sich auf einen Termin der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, kann der gesetzliche Kündigungstermin sein, kann früher oder später sein. Vorteil für den Arbeitgeber: sowas ist nicht anfechtbar, da ja beide unterschrieben haben. Beim Arbeitsamt kann es trotzdem Sperren auslösen, weil man ja "freiwillig" unterschrieben hat. 

Auf eine Betriebsbedingte, fristgerechte Kündigung ohne Grund wird sich der AG eher nicht einlassen, wenn ein schwerwiegender Grund vorliegt. Dann müsste er auch Betriebsrat fragen, Sozialauswahl berücksichtigen .. gilt nicht für Kleinbetriebe, die könnten sowas machen.

P.S. eine Voraussetzung für die ausserordentliche Kündigung ist: sie muss innerhalb von 2 Wochen ausgesprochen werden (es gilt der Zeitpunkt, zu dem dem AG der Kündigungsgrund bekannt wurde) 

Wenn du nicht fragst, ob das möglich ist, wird es nicht möglich werden.

Eine fristgerechte Kündigung würde dir auch ein wenig Zeit geben, dir einen neuen Job zu suchen.

Übrigens kannst du eine Sperre beim ALG 1 auch bei einer fristgerechten Kündigung erhalten, wenn der Arbeitgeber in seiner Arbeitsbescheinigung als Kündigungsgrund ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers angibt.

Also erstmal ist es völlig unerheblich, was du gemacht hast. Ein wichtiger Grund für die fristlose Kündigung ist gegeben, das reicht völlig aus. Es muss hier keiner wissen, was genau du gemacht hast.

Wenn das Verhältnis gut war würde ich auf jeden Fall fragen, ob man eine Lösung für das Arbeitsamt-Problem finden könnte.

Gesetzlich hast du eine 2 monatige Kündigungsfrist zum Monatsende. Möglicherweise kannst du das mit Urlaub noch irgendwie hinbiegen. Natürlich muss der Arbeitgeber da bezahlen.

Fragen kostet aber nix. Aber ein bisschen ein Konzept solltest du da schon haben.

Eine außerordentliche, fristlose Kündigung muss innerhalb von 14 Tage nach Bekanntsein des wichtigen Grundes erfolgen.

Wichtige Gründe, die eine fristlose Kündigungen durch den AG rechtfertigen, stehen u. a. hier: https://www.afa-anwalt.de/arbeitsrecht-ratgeber/kuendigung/ausserordentliche-kuendigung/#wichtigergrund

Bei Schäden, die durch Mitarbeiterfehler verursacht wurden, gibt es Versicherungen... der AG müsste dem Mitarbeiter eine schwere Pflichtverletzung bzw. Vorsatz nachweisen können, um eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen.

Eine Sperre der Arbeitsagentur bekommst du nur, wenn die fristlose Kündigung durch dich provoziert wurde, z. B. wenn du eigenmächtig in den Urlaub gehst, unentschuldigt nicht bei der Arbeit erscheinst, usw.

Wenn der Fehler klar ist und du es auch weißt, dann bleibt dem Chef gar nichts anderes über, als die fristlose Kündigung.

Das wäre sonst den anderen gegenüber sehr bedenklich, da sie dann wissen würden. Aha...

  1. Griff in die Kasse
  2. Private Ausgaben vom Firmenkonto
  3. Belästigung
  4. Falsche Krankmeldung
  5. Geheime Absprachen usw. oder Ähnliches
    führen nicht zur fristlosen Kündigung

Das wäre sehr schlecht für das Image des Chefs und würde auch seine Autorität etwas untergraben. Nehmen wir z.B. Kevin Großkreuz beim VfB - No way für eine alternative Lösung. Da hat man ihn auch fristlos rausgeworfen, aber so getan, als wäre es im Einvernehmen gewesen.

Du kannst, wenn ihr euch sonst gut verstanden habt, ihn bitten ein gutes Arbeitszeugnis bzw. wahrheitsgemäßes Zeugnis auszustellen, wobei eben der Schluss gut formuliert sein muss.

Ansonsten musst du eben für die Zukunft lernen, dass es eben so nicht geht.


Versuchen kannst du es natürlich. Ich würde dir aber raten, nicht wegen der Sperre vom Amt zu betteln, sondern noch einmal zu betonen, wie sehr du deinen Fehler bereust und wie gerne du weiter dort arbeiten würdest.

Die fristlose Kündigung ist nur dann möglich, wenn eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zumutbar ist... Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Chef dich noch wochenlang "behält", damit dein Leben nach der Entlassung angenehmer ist...

Wenn du dir die Sperre nicht leisten kannst, geh zur Zeitarbeit und such dir von dort aus einen neuen "richtigen" Job.

Natürlich kannst du deine Sichtweise noch einmal erläutern und hoffen, dass sie das als einmaligen Fehltritt nehmen und die Kündigung zurückziehen. Zwingen kann man sie nicht dazu aber fragen und sich erklären kostet nichts. Du hast ja auch nichts zu verlieren eigentlich.

Wenn es aber NUR um die Sperre beim Arbeitsamt geht würde ich es einfach so hinnehmen - dann mochtest du den Job scheinbar nicht wirklich und es wird ohnehin Zeit, dir was zu suchen was zu dir passt.

Hallo,

Wenn der Kündigungsgrund derartig schwerwiegend ist, dass Du tatsächlich fristlos gekündigt werden darfst und Du grundsätzlich die Kündigung akzeptierst, dann versuche doch Folgendes:

Bei manchen Arbeitgebern kannst Du ggf. auch das Angebot machen, dass die Fristlose Kündigung durch den AG in eine Kündigung durch Dich selbst geändert wird.

Da kommt es auf die Einstellung des Gegenübers an. Manche sagen "Ich will den/die zwar loswerden, die Zukunft verbauen habe ich jedoch nicht vor". 

Dann kannst Du zukünftig behaupten, dass Du den Arbeitsplatz von Dir aus gekündigt hast.

Eine Bitte kannst Du immer loswerden. Der Kündigungsgrund wird ohnehin das Gespräch überlagern.

Schöne Grüße und viel Erfolg

Wenn du bisher ein gutes Verhältnis zu deinen Arbeitgebern hattest, ist es natürlich eine Möglichkeit beim esptach darauf einzugehen. Fragen geht immer, und wenn du die Situation erläuterst, haben sie eventuell Verständnis.

Es kommt auf den Grund drauf an. Er muss dich dann ja auch weiter bezahlen und bei z.B. Diebstahl ist das Vertrauensverhältnis nicht mehr da.

Hey DiamantenEye

Du bist 7 Jahre in der Firma und sollst fristlos gekündigt werden? 

Dann muss es sich um einen verdammt "heftigen Fehler" handeln,weil grundsätzlich steht dir eine Kündigungsfrist zu. 

Habt ihr einen Betriebsrat oder einen sog, Vertrauensmann?-der könnte dich beim Gespräch mit dem Chef unterstützen. 

Und was wäre Anlass für diese Kündigung?


DiamantenEye
firstlose Kündigung - das ist schon was sehr  Schwerwiegendes......nach 7 Jahren unbeschadeter Anstellung ?

Gnade und Verständnis, als langjähriger Personalschef bezweifele ich daran das du auf

"Gnade vor Recht"

hoffen kannst. Aber aber ein Versuch ist es wert!

der Betriebsrat hat ja dieser Kündigung zugestimmt und weiß warum . Also bemüh diesen noch einmal, vielleicht haben ja einige Mitleid,

ansonten muss dir das eine Lehre sein ..


der Betriebsrat hat ja dieser Kündigung zugestimmt und weiß warum

Wo steht denn, dass es einen Betriebsrat gebe und dass er sogar der Kündigung zugestimmt haben solle?!?!

Gegen eine fristlose Kündigung hätte ein Betriebsrat ohnehin keine Handhabe - außer "Bedenken" zu äußern.

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@Familiengerd

du bist ein kluger Mann......der klügste überhaupt - ohne andere Meinungen gelten zu lassen - auch wenn nur die kleinste Möglichkeit bestehen würde das  nenne ich dann Hoffnung !

doch ich bleibe bei meinem Rat,,,,wie auch immer soll - kann er - wie auch immer - wenn - dann  - den Versuch starten...

selbst die bessere Frau als Du @Hexle2 hat in dieser Richtung geraten


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@ischdem

"Gnade vor Recht" wer lesen kann ist echt im Vorteil ?

das geht sogar an Besserwissern  vorbei !

oder aber einge haben hier nix verstanden!

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@ischdem

Was hat Dein wirres Gerede - das überhaupt in keiner Beziehung zu meinem Kommentar steht - mit meiner Frage zu tun, wie Du darauf kommst, dass ein Betriebsrat der Kündigung zugestimmt habe, und meiner Feststellung, dass ein Betriebsrat bei einer fristlosen Kündigung nur "Bedenken" äußern kann?!?!

Das alles hat nichts mit "andere Meinung gelten lassen" und "Besserwisserei" zu tun!

selbst die bessere Frau als Du @Hexle2

???

Gnade vor Recht" wer lesen kann ist echt im Vorteil ? das geht sogar an Besserwissern  vorbei ! oder aber einge haben hier nix verstanden!

??? Hast du etwas "genommen"?

Hexle2 solltest Du hier besser nicht als "Kronzeugin" für Dich benennen: sie weiß jedenfalls, wovon sie schreibt.

Aber selbstverständlich hast du mit dem Rat "Aber ein Versuch ist es wert!" Recht; dagegen habe ich ja auch nichts gesagt.

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Kommt natürlich darauf an, was du getan hast.

Was hast du denn getan? (Das ist hier die wichtigere Frage)

Worum geht es denn speziell? 

 Das ist die wichtigste Frage

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