Fristlose Kündigung und bezahlung - muss ihm die Firma das bezahlen?

5 Antworten

Es sind ja schon richtige Antworten vorhanden, aber das Wichtigste überhaupt, dein Bruder ist Azubi.

Die Kündigung eines Azubis ist wirklich schwerer als bei einem normalen Arbeitnehmer. Außerdem sollte dein Bruder sich keinesfalls mit einer Kündigung bzw. Beendigung der Ausbildung zufrieden geben und damit mind. 2 Jahre Ausbildung wegschmeißen.

Er sollte sich mit dem(einem) Ausbildungsberater der zuständigen Kammer (IHK/HWK) in Verbindung setzen. Es gibt extra Berater für die Azubis.

Desweiteren sollte er sich (eure Eltern ?) mit dem Betrieb in Verbindung setzen, er ist mündlich freigestellt (Zeugen?), als nächstes kommt eine Kündigung weil er nicht zur Arbeit erschienen ist (unentschuldigtes Fehler).

Da kann jetzt viel falsch gemacht werden.

Mündlich fristlos gekündigt ist nicht gekündigt!

Was liegt beim Anwalt der Firma? Hat er die Freistellung schriftlich?

Was hat er denn Schlimmes angestellt, dass man ihm im dritten Ausbildungsjahr fristlos kündigen will? Da muss schon eine ganze Menge zusammenkommen.

Bei Kündigung von Auszubildenden werden hohe Anforderungsgründe gestellt und so eine Kündigung geht nur aus einem wichtigen Grund. Je näher die Abschlußprüfung kommt, desto schwerer wird es, einem Azubi zu kündigen. Da kommt es immer auf den Einzelfall an und es muss in einer Interessenabwägung festgestellt werden, dass dem Ausbildungsbetrieb nicht zuzumuten ist, den Azubi weiter auszubilden und zu beschäftigen.

Was das Geld anbelangt, Dein Bruder muss so lange bezahlt werden, wie er noch im Betrieb beschäftigt ist. Überstunden und Resturlaubstage die wegen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses nicht mehr genommen werden können, müssen ausbezahlt werden.

Da ich vermute, dass Dein Bruder nicht mutwillig oder durch grobe Fahrlässigkeit einen Schaden von ca. 100 Euro verursacht hat, muss er das auch nicht bezahlen. Sollte es anders sein, trägt er den kompletten Schaden oder eine Teilschuld. Das kann ich nicht beurteilen.

Die Kündigung gilt erst, wenn sie dein Bruder schriftlich hat. Mündlich ist unwirksam.

Mit der Kündigung und Vertrag und letzter Lohnabrechnung geht er sofort zum Arbeitsgericht und lässt eine Klage dagegen aufsetzen. Anwalt ist nicht nötig, die machen das dort.

Auf jeden Fall hat er Anspruch auf Bezahlung der ausstehenden Überstunden und des Urlaubs. allerdings kann beides mit den Tagen der Freistellung verrechnet werden.

Gleiches gilt, wenn die fristlose in eine reguläre Kündigung umgewandelt wird.

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