fristlose Kündigung rechtswirksam?

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11 Antworten

Meine Frage besteht jetzt darin: ist diese Kündigung rechtskräftig während einer Krankschreibung?

Auch während einer Arbeitsungfähigkeit kann man gekündigt werden.

Heute morgen beim Arzt gewesen und Krankschreibung bis zum 01.06. erhalten. Halb 11 war ich dann fertig mit allem und hab AG angerufen, der mir am Telefon die fristlose Kündigung erteilte und Ende des Monats folgt dann die schriftliche.

Eine Kündigung bedarf immer der Schriftform.


Ist die Kündigung während einer Krankheit zulässig?

Nach dem Arbeitsrecht der ehemaligen DDR (§ 58d Arbeitsgesetzbuch der DDR) war die Kündigung eines Arbeitnehmers während einer Krankheit ausgeschlossen, d.h. als Arbeitnehmer war man vor dem Ausspruch einer Kündigung während der Dauer einer Krankheit sicher. Dies war nach bundesdeutschem Recht niemals so und ist auch heute anders: Das KSchG schützt den Arbeitnehmer entgegen einer weitverbreiteten Ansicht mitnichten vor einer Kündigung, die während einer Krankheit ausgesprochen wird.

Umgekehrt gilt: Die Krankheit des Arbeitnehmers kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar der Grund für eine Kündigung durch den Arbeitgeber sein.

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Krankheitsbedingt.html#tocitem2

Also einmal unabhängig davon, dass Dir die Kündigung gerade recht ist:

Eine Kündigung, auch wenn sie unrechtmäßig, fehlerhaft usw. erfolgt ist, wird rechtswirksam, wenn der Gekündigte nicht dagegen vorgeht. Das gilt sogar - obwohl eine Kündigung nur schriftlich erfolgen kann - für eine mündlich ausgesprochene Kündigung, wenn sich der Gekündigte entsprechend verhält (also z.B. nicht mehr zur Arbeit erscheint, weil der Arbeitgeber ihm das mit der mündlichen Kündigung gesagt hat).

Eine Kündigung kann auch während einer Erkrankung ausgesprochen werden; schwieriger ist für den Arbeitgeber eine Kündigung wegen Erkrankung; daran sind hohe Anforderungen gestellt (Gegenwehr des Gekündigten vorausgesetzt).

In Deinem Fall ist eine Kündigung, besonders eine außerordentliche fristlose - wenn sie denn wegen Deines angekündigten Arztbesuches erfolgt sein sollte - absolut unhaltbar - setzt aber ebenfalls voraus, dass Du Dich mit einer Klage dagegen wehren müsstest.

Für Dich - da Du Ohnehin "weg" willst - alles nur "Theorie". Du solltest aber mit Deinem Arbeitgeber darüber sprechen, um eine fristgerechte ordentliche Kündigung zu erhalten, weil Du für die Zeit der Kündigungsfrist ja noch Deine Entlohnung erhalten würdest und auch näher an den August heran rückst (vielleicht noch unter Beanspruchung möglicherweise vorhandener Urlaubsansprüche).

Entgegen mancher Meinungen kann man auch während einer Arbeitsunfähigkeit gekündigt werden.

Bis jetzt hast Du aber noch keine Kündigung erhalten. Mündliche Kündigungen sind unwirksam. Eine Kündigung bedarf immer der Schriftform.

Nur eine schriftiche Kündigung ist gültig. Aber du kannst durchaus auch während einer Arbeitsunfähigeit geündigt werden.

Eine vorher angeündigte Kranheit IST ein Kündigungsgrund.

Kommt auf den Arbeitsvertrag an. Wenn der eine sofortige Kündigung ohne Nennung von Gründen vorsieht, dann ja.

Du hast einen Fehler gemacht, was den AG zu der Vermutung getrieben hat, du hättest dich einfach mal so krank schreiben lassen, weil du keinen Bock hast. Der Fehler war, ihm das mit dem Arzt und evtl. Ausfall gestern Abend schon anzukündigen. Heute früh anrufen und nach dem Arzt über Krankschreibung informieren wäre besser gewesen.

Allerdings ist die mündlich ausgesprochene Kündigung unwirksam. Kündigungen müssen in schriftlicher Form erfolgen.

der Chef hat das bestimmt als angekündigte krankenmeldung verstanden+ sowie "hey Chef nächste Woche mach ich mal Krank" und weg bist du wenn es niemand mitbekommen hat kannst du zum Anwalt gehen

Die Kündigung ist sicherlich so nicht durchzukriegen, ohne vorherige Abmahnung. Gehe so schnell wie möglich (heute dürfte es wohl nicht mehr klappen, also morgen oder Montag) zur Arbeit, am besten ins Büro und biete deine Arbeitskraft an.

Wenn man dich wegschickt (was zu erwarten ist), drehe dich um und gehe. Und zwar schnurstracks zum Fachanwalt für Arbeitsrecht (den du eventuell heute noch oder morgen früh anrufen kannst!) und lasse den die Kündigung durchchecken. Das wird evtl. vorm Arbeitsgericht landen und dir dürfte vielleicht eine Abfindung zugesprochen werden, falls du schon länger dort gearbeitet hast.

Hexle2 24.05.2013, 19:59
und biete deine Arbeitskraft an.

Warum? Amelja ist arbeitsunfähig bis einschl. 1.Juni. Außerdem ist sie noch nicht gekündigt. Was soll sie dann beim Anwalt?

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skyranger 24.05.2013, 20:07
@Hexle2

Du hast rein juristisch gesehen zwar recht, aber in der Praxis sieht das anders aus. Das von mir vorgeschlagene Vorgehen ist die beste Art und Weise, diese Sache für den Arbeitnehmer vernüftig zu regeln. Die schriftliche Küdigung kommt eh nach, insofern ist es wenig sinnvoll, darüber zu diskutieren, ob und wann der Arbeitnehmer gekündigt wurde. Wenn der Boss den Angestellten rausschmeißt, ist er raus, fertig. Auch ohne schriftliche Kündigung.

Jetzt heißt es, die Sache günstig abzuwickeln, nicht über theoretische Grundsätze hier auf gutefrage zu diskutieren.

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skyranger 24.05.2013, 22:19

Rede doch keinen Unfug. Hier geht es um Rat, nicht um juristische Diskussionen. Und ganz gewiss nicht um angelesenes Halbwissen, mein junger Freund.

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nein ist sie nicht

warum bist du den krankgeschrieben

und wie oft kam das schon vor und hast du deshlb schon ne abmahnung gekriegt mündlich oder schriftlich

Amelja 24.05.2013, 19:56

ich habe ein "kapurttes" Steißbein und darf vorerst nicht lange stehen, was ich in meinem Beruf aber 9 Stunden am Tag mache. War schon einmal deswegen für 5 Tage krank geschrieben und mein AG wusste, dass ich immer noch enorme Schmerzen deswegen habe. Habe noch keine Abmahnung bekommen

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es darf sogar am krankenbett gekündigt werden.

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