Fristlose Kündigung des AN durch AG rechtens?

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21 Antworten

Das ist rechtens, der AN hat dem AG Bescheid darüber zu geben, wenn er nicht zur Arbeit kommt. Triftige Gründe sind nur Krankheit und Urlaub.

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AN sagt am Freitag nicht bescheid, dass er am darauffolgenden Montag wg der OP nicht zur Arbeit kommt - weil es in seinen Augen schon genemigt war.

Zu 1.: "Frei nehmen" bedeutet ja nichts anderes als "Urlaub nehmen" dürfen. Der Urlaubstag wurde aber offenbar weder beantragt noch genehmigt, sondern es wurde nur allgemein darüber gesprochen, dass man (irgendwann mal) einen Urlaubstag benötigt. Natürlich hat er damit unentschuldigt gefehlt, was bei einem kleinen Betrieb einiges durcheinander bringen kann.

Zu 2.: Er bewegte sich ohnehin schon auf "dünnem Eis". Dann meldet er sich nachts per Mail und kündigt an, dass er Dienstag nicht kommt, sich aber meldet. Was er wieder nicht tut. Das ist ja schon fast "eine Kündigung provozieren".

Aus meiner Sicht ist das 1. rechtens und 2. absolut nachzuvollziehen. Ein kleiner Betrieb braucht Mitarbeiter, denen er vertrauen kann. Das Vertrauen dürfte hier hinüber sein.

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Kommentar von Coach55
06.02.2015, 09:30

Danke! So sehe ich das eigentlich auch... Man kann vielens aktzeptieren aber so über den Kopf des AG hinwegzsetzen geht nicht!

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Zu 1.: Die nicht sehr konkrete Frage nach einem Urlaubstag irgendwann ist kein Freibrief, willkürlich an irgendeinem Tag Urlaub zu nehmen. An diesem Tag hast du unentschuldigt gefehlt und hast dafür zu Recht eine Abmahnung bekommen.

Zu 2.: Spätabends per SMS (?) oder wie auch immer den Chef noch zu belästigen, das ist schon grenzwertig. Ich als Chef würde mir verbitten, dass ich so spät noch belästigt werde. Auch hier hast du eigenmächtig Urlaub genommen. Außerdem liegst du falsch, wenn du denkst, du hättest deinen Pflichten Genüge getan, indem du deinem AG einfach nur mitteilst, dass du Urlaub nehmen wirst.

Unentschuldigtes Fehlen und das eigenmächtige Nehmen von Urlaubstagen stellen eine schwerwiegende Pflichtverletzung dar und berechtigt somit grundsätzlich zur Kündigung, unter Umständen auch zu einer fristlosen.

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Scheinbar kann man auch den Angaben der IHK nicht voll vertrauen. Die Behauptung, das Kündigungsschutzgesetz gelte nicht für Kleinbetriebe, ist falsch. Vielmehr gelten nur Teile davon nicht. So kann man auch in einem Kleinbetrieb gegen sozial ungerechtfertigte Kündigungen klagen.

Das Gesetz sagt nämlich:

" In Betrieben und Verwaltungen, in denen in der Regel zehn oder weniger Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt werden, gelten die Vorschriften des Ersten Abschnitts mit Ausnahme der §§ 4 bis 7 und des § 13 Abs. 1 Satz 1 und 2 nicht für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis nach dem 31. Dezember 2003 begonnen hat

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Der AN verweigert sich anständig mit dem AG zu kommunizieren. Es hört sich für mich auch an wie Arbeitsverweigerung.

Bestenfalls kann man versuchen, die Kündigung in eine fristgerechte Kündigung um zuwandeln und ein wohlwollendes Zeugnis zu bekommen.

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Warum redet Ihr nicht miteinander?

Wenn man so etwas in der Familie hat, sollte man das und alle Möglichkeiten mit dem Arbeitgeber durchsprechen, der ist u. U. seinen Kunden verpflichtet, muss eventuell Ersatz für den Ausfall organisieren.

Wenn Dir an Deinem Job liegt, versuche es mit Reden, bevor Du klagst.

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Ja, das ist rechtens, denn für eine fistlose Kündigung ist eine Abmahnung vorweg erforderlich und das ist erfolgt. Der AN hat sich gegen Anweisungen eigenmächtig anders verhalten und das rechtfertiogt die Kündigung. Der AN kann beim Arbeitsgericht dagegen klagen, weil das kostenlosist, aber ob es viel bringt, ist fraglich.

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zu 1.) Das war definitiv unentschuldigt. Eine vage Absprache, einen nicht näher bestimmten Tag frei nehmen zu dürfen, ist noch lange keine Genehmigung

zu 2.) Auf welchem Weg erfolgte schriftlich die Mitteilung? Konnte der Chef die Mitteilung lesen? Man sollte besser anrufen, das wäre das mindeste gewesen, um sich zu versichern dass alles zur Kenntnis genommen wurde

Ich tippe darauf dass die Kündigung so rechtens ist

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Kommentar von Coach55
06.02.2015, 09:23

zu 2 die Benachrichtigung erfolgte Montag Abend gegen 22Uhr auf die Firmen-Email

Der AG wurde vor vollendete Tatsachen gestellt "komme morgen nicht zur Arbeit" anstatt "wäre es ok, dass ich morgen nicht zur Arbeit kommen - bitte geben Sie mir hierzu bescheid"

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Im ersten Fall war die Abmahnung mehr als gerechtfertigt, jeder nicht Notfallurlaub hat vorher genehmigt und angefragt zu werden. Er haette natuerlich nachdem der OP Termin bekannt war, einen normalen Urlaubsantrag stellen muessen und darauf hinweisen, dass da der besprochene OP Termin statt findet (so frueh wie moeglich). Dann haette der AG wohl die Abwesenheit genehmigt und alles waere okay gewesen.

Beim Kuendigungsgrund selbst sehe ich allerdings noch Chancen, diese mindestens in eine fristgerechte Kuendigung umzuwandeln bzw. sie ganz aufzuheben. Der AN hatte zwar zugesagt, sich noch einmal zu melden, er ist ja aber am naechsten Tag zur Arbeit erschienen und hat von daher nicht unentschuldigt gefehlt.

Und wenn er nun nachweisen kann, dass tatsaechlich ein ploetzlicher Notfall aufgetreten ist und dieser einem so in Beschlag genommen hat, dass es fuer den weiteren Anruf zu spaet war, bzw. dieser aufgrund der Stresses einfach in Vergessenheit geraten ist, dann sehe ich da ganz gute Chancen.

Er kann innerhalb 3 Wochen beim Arbeitsgericht dagegen klagen.

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Kommentar von Coach55
06.02.2015, 09:28

Entschuldigung... mein Fehler! Montag Abend per Email bescheid gesagt mit dem Hinweis sich Dienstag zu melden um zu sagen wann AN wieder die Arbeit aufnimmt. Das ist nicht geschehen. Mittwoch auch nicht erschienen sondern erst Donnerstag wieder die Arbeit aufgenommen.

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Ja, die Kündigung ist so rechtens. Der AN konnte nicht davon ausgehen, dass der Urlaub genehmigt war und hat letztlich 2 Tage unentschuldigt gefehlt.

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Ja die Kündigung ist rechtens. Er hat sich nach der Abmahnung nochmals etwas zu schulden kommen lassen, da muss man mit sowas rechnen. Beim nächsten Job muss man halt ein wenig Verantwortungsbewusster sein und sich um sowas auch wirklich kümmern, wäre ja keine grosse Sache gewesen..

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nein, kann er nicht. Wer unentschuldigt der Arbeit fern bleibt muss damit rechnen. Und bei Kleinbetrieben gibt es andere Reglungen. Seit dem 01.01.2004 gilt das Kündigungsschutzgesetz nur noch für Betriebe, die regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigen

Liest du auch einmal hier:

http://www.karlsruhe.ihk.de/Recht/Arbeitsrecht/Mitarbeiter_einstellen_und_kuendigen/1262504/Kuendigung_in_Kleinbetrieben.html

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Kommentar von PeterSchu
07.02.2015, 03:06

Scheinbar kann man auch den Angaben der IHK nicht voll vertrauen. Die Behauptung, das Kündigungsschutzgesetz gelte nicht für Kleinbetriebe, ist falsch. Vielmehr gelten nur Teile davon nicht. So kann man auch in einem Kleinbetrieb gegen sozial ungerechtfertigte Kündigungen klagen. Das Gesetz sagt nämlich: " In Betrieben und Verwaltungen, in denen in der Regel zehn oder weniger Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt werden, gelten die Vorschriften des Ersten Abschnitts mit Ausnahme der §§ 4 bis 7 und des § 13 Abs. 1 Satz 1 und 2 nicht für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis nach dem 31. Dezember 2003 begonnen hat."

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Ist unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz . Du hättest anrufen müssen (vorher) und bescheid sagen müssen . Du kannst nicht einfach wegbleiben. Das geht gar nicht. Egal ob 2 mann Firma oder 1000 mann.

Meine Freundin und ich haben im Mai ein Kind bekommen. Ich habe im Januar bescheid gesagt meinem Chef und habe ihn immer auf dem Laufenden gehalten so das wir ein Zeitfenster vereinbart haben. Als so weit war habe ich angerufen. War kein Problem. Wichtig ist eine aktive Kommunikation / Teamwork. Das immer mal was passieren kann wie Unfall ist wieder was anderes. Planbare machen müssen aber immer besprochen werden und nicht nur "ICH" denken sonder WIR !

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Zunächst gilt grundsätzlich: Urlaub muss durch den AG gewährt werden. Eine „Selbstbeurlaubung“ durch den AN ist nicht möglich. Der AG muss den Urlaub gewähren, sofern kein ausreichender Grund dagegen spricht..

Wenn der AN also im Betrieb fehlt, obgleich er nach dem Arbeitsvertrag zur Arbeitsleistung verpflichtet war, handelt es sich folglich um eine Vertragspflichtverletzung des AN.

Eine Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten kann eine verhaltensbedingte Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen.

Aber:

Um eine fristlose – „außerordentliche“ – Kündigung zu rechtfertigen, bedarf es nach § 626 BGB eines „wichtigen Grundes“. Gemeint ist hiermit ein Grund von derartiger Schwere, dass dem AG die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht – und zwar nicht einmal bis zum Ablauf der auf das Arbeitsverhältnis anzuwendenden Kündigungsfrist – zugemutet werden kann.

Das unentschuldigte Fehlen allein stellt einen solchen Grund nicht dar. Etwas anderes gilt nur in besonderen Ausnahmefällen. Beispielsweise bei mit Nötigungsabsicht angekündigter Krankheit („wenn ich nicht mehr Geld bekomme, bin ich ab Montag krank ...“)

Ein solcher Fall liegt hier nicht vor. Allenfalls kommt daher eine Kündigung unter Einhaltung der vertraglichen, tariflichen oder gesetzlichen Kündigungsfrist in Betracht.

In aller Regel bedarf eine verhaltensbedingte Kündigung zudem der vorhergehenden Abmahnung eines vergleichbaren Vertragsverstoßes des AN durch den AG.

Dies gilt auch im Falle des unentschuldigten Fehlens. Der Arbeitgeber hätte hier also zunächst eine Abmahnung erklären müssen.

Diese bedarf zwar grundsätzlich keiner besonderen Form (obgleich zu Beweiszwecken Schriftform dringend anzuraten ist). Allein die Aufforderung wieder zur Arbeit zu erscheinen, genügt den Anforderungen aber nicht.

Die Abmahnung muss zwei Funktionen erfüllen: Hinweis- und Warnfunktion.

Es muss also die arbeitsrechtliche Konsequenz eines weiteren Vertragsverstoßes der vergleichbaren Art angekündigt werden. Dies ist vorliegend nicht geschehen.

Nach alledem ist die Kündigung weder als fristlose noch als fristgerechte Kündigung wirksam.

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Kommentar von Coach55
06.02.2015, 09:20

Für die erste Verfehlung gab es doch eine Abmahnung und das zweite Fernbleiben ist doch gleichgelagert mit dem ersten Fall oder irre ich mich?

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Kommentar von Mayer69
06.02.2015, 09:45

Er hat vorher eine Abmahnung kassiert aus dem gleichen Grund. Das Ultima Ratio ist somit ausgeschöpft und der AG kann außerordentlich kündigen. Aber: auch der AG muss die formen einhalten! Auch die außerordentliche Kündigung bedarf der Schriftfort (also mündlich: ungültig)! Außerdem muss auch hier der Betriebsrat angehört worden sein (falls nicht: ungültig!)

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Kommentar von Familiengerd
06.02.2015, 12:43

@ NSchuder:

Wenn Du schon wortwörtlich aus dem Internet abschreibst oder kopierst, solltest Du wenigstens den Text als Zitat kennzeichnen und/oder die Quellen nennen.

Wenn Du das aber unterlässt, um die "mit fremden Federn zu schmücken", solltest Du wenigstens so "schlau" sein, die Aussagen des Textes der Frage anzupassen, damit es nicht zu einer falschen Antwort kommt.

Grundsätzlich ist ein solches Vorgehen absolut unredlich - wenn es nicht versehentlich geschehen ist!

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Es ist ein Kleinbetrieb, also ohne Wirkung des Kündigungsschutzgesetzes.

Die Abmahnungen spielen weniger eine Rolle, da der AG jederzeit ordentlich kündigen kann ohne das begründen zu müssen. Die gesetzliche bzw etwaige Vereinbarte Kündigungsfrist ist allerdings einzuhalten.

Die beiden geschilderten Verstöße geben mM nach noch keinen Grund für eine Fristlose.

Das muß allerdings von einem Gericht entschieden werden. Ohne Klage ist die Kündigung wirksam, genau so wie sie geschrieben ist.

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Zu 1: An hätte natürlich bescheid sagen müssen. Abmahnung gerechtfertigt.

Zu 2: AN hätte sich umgehend morgens zu melden. Abmahnung gerechtfertigt.

Somit 2 Abmahnungen für die gleiche Sache/ gleicher Grund. Ganz schlecht.

Ob gleich fristlos gerechtfertigt ist, entscheidet ein Anwalt, Kündigung selbst ist rechtmäßig. Und dass auf verhaltensbedingte Gründe fristlos gekontert wird, ist durchaus verständlich, denn Einsicht scheint ja auf Seiten des AN nicht vorhanden zu sein. Wie gesagt, das fristlos kann man anzweifeln, da solltest Du einen Anwalt ansprechen.

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Guten Morgen,

die Abmahnung war gerechtfertigt, da der AN unentschuldigt der Arbeit fern geblieben ist. Er hätte am Montag tel. Bescheid geben müssen.

Bei dem zweiten Fehltag um 22.00 Uhr eine SMS abzusetzen, dass er am nächsten Tag nicht kommt - ist grenzwertig. Er oder eine Vertretung hätten am Dienstag früh unverzüglich telefonisch dem Chef Bescheid geben müssen.

Da der AN bereits eine Abmahnung wegen einem unentschuldigten Fehltag hatte, ist diese Kündigung eigentlich gerechtfertigt.

Der AN hat evtl. noch die Möglichkeit, sich mit dem Betriebsrat, falls vorhanden, oder an einen Anwalt für Arbeitsrecht zu wenden.

Liebe Grüße

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Der AN hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Warum hast Du am Freitag nicht Bescheid gesagt? Persönlich, per Handy, E-Mail, irgendwas halt...

Warum hast Du Dich am Montag nicht gleich morgens beim AG gemeldet? Warum bist Du am Dienstag gleich wieder weggeblieben?

Der Arbeitgeber ist also völlig im Recht, so etwas nicht hinzunehmen.

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Ist rechtens.

Zweimal einfach nicht erschienen. Eine lang vorher angesprochene Fehlzeit sollte immer zeitnah wiederholt werden, damit es "abgesegnet" werden kann.

Solche Arbeitnehmer sind nicht zu (er)tragen.

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Wer schreibt, der bleibt. Aber das "Schreiben", das hier vermutlich erfolgt ist, ist wohl entweder Fratzenbuch-, Wotsäpp- oder SMS-Getippsele. Ist absolut wertlos.

Fakt ist untentschuldigtes Fehlen am Dienstag. Der Rausschmiß ist rechtens.

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Kommentar von turalo
06.02.2015, 09:13

lach....

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