Fristlose Kündigung berechtigt?!

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11 Antworten

Eine fristlose Kündigung ist in diesem Fall absolut unangemessen und überzogen - da mag imager761 die noch so große Keule der ultimativen Sanktion schwingen und zuschlagen wollen!

Ein Arbeitgeber ist nur dann zur fristlosen Kündigung berechtigt, wenn der Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine Verpflichtungen so gravierend ist, dass ihm die Fortführung des Arbeitsverhältnisses selbst für die Dauer der Kündigungsfrist bei einer ordentlichen, fristgemäßen Kündigung nicht mehr zuzumuten ist.

Und das wird man unter den geschilderten Voraussetzungen dieses Falles hier nun wahrhaftig nicht behaupten können!

Die fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber ist keine angemessene und verhältnismäßige Reaktion (und der Arbeitgeber MUSS - wie ralosaviv betont hat - verhältnismäßig reagieren und damit zunächst mildere Sanktionsmittel einsetzen, werter imager761!!), sondern lässt eher die Vermutung aufkommen, dass er hier einen willkommenen Anlass gefunden zu haben glaubt, einen Arbeitnehmer "schnell und schmerzlos" los zu werden.

Damit die Kündigung nicht wirksam wird, musst Du innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht Klage auf Feststellung erheben, dass das Arbeitsverhältnis durch diese Kündigung nicht beendet worden ist. Die REchtsantragstelle des Arbeitsgerichtes nimmt die Klage zur Niederschrift entgegen und hilft auch kostenlos bei der Formulierung. In Dieser Instanz bist Du nicht zur Vertretung durch einen Anwalt verpflichtet.

Außerdem musst Du Dich unverzüglich persönlich bei der Agentur für Arbeit melden!

DerCAM 09.07.2013, 01:05

Gerd, ich wuerde mich da nicht so festlegen. Immerhin schreibt sie selbst, dass sie den Arbeitsplatz wegen des Streits verlassen hat und eben nicht wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfaehigkeit. Anschliessend gab's vom Doc auch nur eine Krankschreibung fuer 2 Tage. Ich habe daher schon so meine Zweifel, ob wir hier wirklich die ganze Geschichte erfahren haben oder vielleicht doch nur eine geschoente Version, bei der wesentliche Angaben fehlen.

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Familiengerd 09.07.2013, 13:37
@DerCAM

Das ist mir schon klar; wir wissen tatsächlich nicht, was konkret vorgefallen ist, ob weiteres eine Rolle spielt, ob es "Vorgeschichten" gibt.

Deswegen können wir auch nur nach den gegebenen Schilderungen und Informationen einschätzen - und meine Einschätzung habe ich auf dieser Grundlage formuliert.

Jedenfalls kann man in Anbetracht der geschilderten Vorgänge und unter Berücksichtigung der (psychischen) "Ausnahmesituation", in der sich die/der Betroffenen befand, eine fristlose Kündigung als unangemessene Reaktion des Arbeitgebers auf die Verfehlung verurteilen.

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Hallo ich wurde heute fristlos gekündigt. In der Kündigung steht... - fristlose Kündigung da ich unangemeldet und unentschuldigt den Arbeitsplatz verlassen habe und weil ich mich am Tag später nicht vor Arbeitsbeginn krankgemeldet habe(Krankmeldung ist nach Arbeitsbeginn per Post eingetroffen) Habe niemals Eine Abmahnung von meinem Chef erhalten.

Ein Arbeitgeber soll immer erst mal mildere Mittel einsetzen, z.B. eine Abmahnung.

Wenn Du nicht in einem Kleinbetreib arbeitest, solltest Du eine Kündigungschutzklage einreichen, dieses kann man sogar ohne Anwalt selber direkt man Amtsgericht aufnehmen lassen.

Die Frist dazu sind drei Wochen nach Zugang der Kündigung.

Du m usst Dich auch innerhalb von drei Tagen bei der Agentur für Arbeit melden.

imager761 08.07.2013, 20:28

Ein Arbeitgeber soll immer erst mal mildere Mittel einsetzen, z.B. eine Abmahnung.

Nicht soll, kann. Wer bei Problemen mit den Kollegen gleich in den Sack haut und sich unabgemeldet tageweise eine Auszeit nimmt, ist untragbar. Da ist eine Weiterbeschäftgiung unzumutbar, weil das immer wieder vorkommen kann und Produktion und Betriebsruhe gefährdet.

Wie man da eine sinnlose Kündigungsschutzklage raten kann, erschliesst sich mir nicht :-(

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johnnymcmuff 08.07.2013, 22:53
@imager761

Nicht soll, kann

Nein, muss. Ich habe es mit soll nur milder ausgedrückt.

Den Link von ralosaviv habe ich selbert auf meinem PC, da ich im Februaar eine Kündigungsschutzklage eingereicht hatte und die Richterin am Arbeitsgericht hat auch gesagt, der AG vorher abmahnen.

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Meine frage ist ob das rechtlich korrekt ist die fristlose Kündigung. ?

Ja.

Arbeitsverweigerung ist ein Grund für eine fristlose Kündigung. Wenn du am nächsten Tag nicht unverzüglich, dass heisst ohne schuldhaftes Verzögern, in der Firma frühmorgens bei Arbeitsbeginn angerufen hast, um dich krank zu melden und/oder die ärztliche AU-Beschinigung nicht rechtzeitig (durchaus auch schon am ersten Tag!) vorlag, kannst du dir eine Kündigungsschutzklage ersparen.

Muss ich nicht erst mal abgemahnt werden

Nein, in diesem fall ist eine Weietrbeschäftig unzumutbar.

bekomme ich da eine Sperre ?!

Ja, da die Kündigung vorsätzlich herbeigeführt wurde, kommt sie einer Eigenkündigung gleich.

G imager761

Ratirat 08.07.2013, 22:00

Ob Arbeitsverweigerung vorlag, muss doch erst einmal bewiesen werden. Das dürfte hier schwer fallen.

Ein solche einmaliger Fehltritt macht auch eine Weiterbeschäftigung nicht unzumutbar.

Wenn du am nächsten Tag nicht unverzüglich, dass heisst ohne schuldhaftes Verzögern, in der Firma frühmorgens bei Arbeitsbeginn angerufen hast, um dich krank zu melden und/oder die ärztliche AU-Beschinigung nicht rechtzeitig (durchaus auch schon am ersten Tag!) vorlag, kannst du dir eine Kündigungsschutzklage ersparen.

Die sollte man sich auf keinen Fall sparen. Mit > 90 % Wahrscheinlichkeit endet die mit einem Vergleich, dessen Ausgleichssumme spürbar über den Kosten für Anwalt etc. liegt.

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Familiengerd 08.07.2013, 22:24

@ imager761:

Vielleicht geht es ja auch erst einmal "eine Nummer oder zwei Nummern kleiner", statt sofort mit der ultima ratio der fristlosen Kündigung, wie von Dir so vehement vertreten, zuzuschlagen! - Nein, nicht "vielleicht", sondern ganz sicher und zwingend!

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Geh als erstes auf´s Arbeitsamt und melde dich arbeitslos, damit keine Zeit verloren geht. Dann gehst du auf´s Arbeitsgericht und reichst Kündigungsschutzklage ein. In der ersten Instanz brauchst du nicht zwangläufig einen Anwalt. Beim Arbeitsgericht gibt es eine Stelle, bei der du diese Klage aufgeben kannst, dort sitzt jemand vom Gericht der dir die Klage schreibt - nimmt alle Unterlagen die du zu deinem Arbeitsverhältnis in Kopie mit.

papst1988 08.07.2013, 19:55

Bei der Klage vor dem Arbeitsgericht sollte man vorher aber noch wissen, dass die Kosten geteilt werden, egal wer recht oder unrecht hat, beide Parteien müssen die Hälfte Zahlen.

Leider hat mir das nie jemand gesagt mein Anwalt auch nicht, ich darf jeden Monat 200€ zurückzahlen und muss insgesamt 1700€ an das Gericht zahlen, obwohl ich gewonnen habe

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Ohne Abmahnung ist die fristlose Kündigung unberechtigt.

Du kannst auf Wiedereinstellung klagen, aber das macht in so einem Fall ja meißt keinen Spaß mehr. Aber du solltest auf jeden Fall zusehen, dass du ordentlich gekündigt wirst, damit du die Sperre (3Monate) beim Arbeitsamt nicht hast. Am Besten nen Arbeitsrechtler anheuern.

imager761 08.07.2013, 20:31

Ohne Abmahnung ist die fristlose Kündigung unberechtigt.

Falsch.

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ralosaviv 08.07.2013, 20:49
@imager761

Das ist keineswegs falsch. Bei den Kollegen abzumelden war ein Fehler und begründet eine Abmahnung, aber keine Kündigung. Und erst recht keine fristlose!

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Fridgebox 08.07.2013, 20:50
@imager761

Aber das müsste doch vorraussetzen, dass der Arbeitnehmer, die Arbeitsleistung bewusst nicht erfüllen WOLLTE. Und wenn ich früher nach Hause gehe, weil ich mich krank fühle und mir anschließend vom Arzt eine Bescheinigung hole...?

Für die fehlende Krankmeldung kann es doch nun wirklich höchstens erst mal eine Abmahnung geben, oder?

Ich glaube, hierüber könnte man sich vor Gericht doch ganz gut streiten ;-)

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ralosaviv 08.07.2013, 20:53
@Fridgebox
Aber das müsste doch vorraussetzen, dass der Arbeitnehmer, die Arbeitsleistung bewusst nicht erfüllen WOLLTE.

Richtig! Und das hat der ArbG erst einmal zu beweisen

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Sicher kann er....denn das nennt sich "Arbeitsverweigerung" !.....Wenn es Probs mit den Kollegen gibt, dann geht man zum Chef und redet darüber.....oder man meldet sich krank und geht gleich zum Arzt....aber einfach so gehen...geht gar nicht.

Versuche nochmal mit deinem Chef zu sprechen und wenn das nicht fruchtet, nimm dir einen Anwalt für Arbeitsrecht.....ob der nochwas machen kann, wirst Du im schnellsten Fall über diesen erfahren......

Ob Du eine Sperre beim AA bekommst weiß ich nicht, aber ich denke schon, da es dein Verschulden war......ich will dir jetzt nicht an die Karre p******. aber dass das doof war, weißt Du selber, oder ?

Selbst wenn man sich krank schreiben lässt, ruft man mal gleich an und/oder sagt bescheid und wartet nicht, bis die Krankmeldung per Post beim AG eingeht.....

Wenn es so war, wie du schreibst, rechtfertigt dies natuerlich noch lange keine fristlose Kuendigung. Dennoch musst du innerhalb von 3 Wochen ab Kuendigungszugang Kuendigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben. Machst du das nicht oder zu spaet, bleibt die Kuendigung so wirksam, wie sie ausgesprochen wurde.

Ich hoffe nur, du hast hier nichts beschoenigt und die Sache ist wirklich so abgelaufen. Solltest du den Arbeitsplatz aber nicht wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfaehigkeit verlassen sondern diese nur vorgeschoben und den Arbeitsplatz tasaechlich wegen des Streits verlassen haben, duerfte es schon wieder ganz anders aussehen. Vor allem dann, wenn du im Streit auch noch gesagt haben solltest: "Mir reicht's jetzt mit euch. Ich gehe jetzt nach Hause und lasse mich krank schreiben".

so wie du das beschreibst und ich das verstehe, liegt kein Grund für eine Kündigung vor, egal in welcher Form. Du bist zum Arzt gegangen und der hat dich krankgeschrieben, also hast du doch nicht unentschuldugt gefehlt.

imager761 08.07.2013, 20:30

Da verstehst du das Abhauen an ersten und die fehlende Krankmeldung am zweiten Tag aber nun garnicht.

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Das dein Verhalten daneben war, muss wohl nicht noch gesondert erwähnt werden. In jedem Fall ist hier eine Abmahnung fällig und gerechtfertigt. Eine Leistungsverweigerung sehe ich hier nicht! Mit der fristlosen Kündigung dürfte der ArbG nicht durchkommen. Es wäre anzuraten, dich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu wenden.

Sorry aber einfach mal so den Arbeitsplatz verlassen das ist schon eine sehr seltsame Einstellung. Dann eine Krankmeldung zu generieren und diese dann auch noch verspätet abzugeben, nun dass ist dann wieder ein anderer Schuh.

Da sind ja schon zwei Dinge die eine Kündigung durchaus rechtfertigen können.

Das Leben ist kein Wunschkonzert und ich vermute Du wirst Deine Kündigung einfach mal so hinnehmen müssen wobei Du Dir aber entsprechende Unterstützung bei einem Anwalt Deines Vertrauens einholen kannst.

Und sich bei den Arbeitskollegen abzumelden dürfte wahrlich nicht als super Leistung gewertet werden. Da hat man schon mit dem Chef entsprechende Rücksprache zu halten. Solche Arbeitnehmer sind nicht unbedingt begehrt.

Hi,

geh zu einem Rechtsanwalt. Wichtig ist, dass alles korrekt läuft und wenn die Kündigung wirklich rechtswidrig ist, dann musst Du dagegen rechtzeitig (!) vor dem ArbG klagen.

LG Butti

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