Fristlose Kündigung an einen Mitarbeiter

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10 Antworten

Für eine Kündigung reicht die förmliche Zustellung aus. Dass heist Einschreiben reicht. Das die Kündigung unter Zeugen eingeworfen ist ausreichend.

Es ist sehr zu empfehlen, eine fristlose mit einer fristgerechten zu kombinieren. Dadurch ist sichergestellt, dass selbst wenn das Arbeitsgericht die Kündigung als nicht rechtens erklärt, dass der Mitarbeiter auf jeden Fall entlassen ist.

Da der Mitarbeiter immernoch die Krankmeldungen schickt hat er die Kündigung nicht akzeptiert oder ist wohl schon zum Arbeitsgericht gegangen sein. Er wird wahrscheinlich zur Arbeitsargentur gegangen sein und dort wird man Ihm geraten haben zu klagen.

Ich sehe es so, dass er event. eine Chance hat, dass das Gericht die Kündigung als unwirksam erklärt. Das heist ich erwarte, dass es ein Vergleich wird und max. 2 Monatsgehälter als Entschädigung fällig wird. Es kann auch sein, dass Gericht es anders sieht. Arbeitsgerichte schlagen oft Vergleiche vor, damit Sie die Sache schnell vom Tisch kriegen.

Ich würde die Kündigung als Stand der Dinge sehen und die Krankmeldungen in die Personalakte einsortieren. Der Rest kommt dann von alleine.... Das heist Post vom Arbeitsgericht. Der Mitarbeiter hat 3 Wochen Zeit Klage einzureichen. Danach ist die Sache erledigt (Verjährung).

Hallo Harry Hirsch4711, danke für deine antwort, genau so haben wir die kündigung auch kombiniert also mit der fristgerechten. Boah evtl. 2 monatsgehälter für 3 monate arbeiten?!?

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@Kurmeh

Naja,

wie sagte mein Vater (Kripobeamter) vor Gericht und auf See ist man in Gottes Hand...

Wurde geklagt?

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Ihr habt schriftlich fristlos gekündigt gemäß § 6326 BGB.

Die Kündigung ist nachweislich schriftlich in den Machtbereich des Arbeitnehmers gelangt.

Jetzt kommt der Kasus Knacktus:

Erst wenn das Einschreiben abgeholt ist, ist es im machtbereich angelangt...und der Empfänger ist nicht verpflichtet, es überhaupt abzuholen.

Der Einwurf unter Zeugen ist zwar rechtlich korrekt, erfolgte aber NACH dem Kündigungszeitpunkt. und das könnte das Arbeitsgericht als Fehler auslegen.

Ihr habt ihn abgemeldet und gut ist. ER hat jetzt drei Wochen Zeit, Kündigungsschutzklage einzureichen...versäumt er diese Frist, seid ihr den Kerl los.

Tipp für die Zukunft: FRISTLOSE Kündigungen immer per Gerichtsboten (Amtsgericht) zustellen lassen. Kostet etwas mehr, ist aber rechtlich am sichersten. Fristgerechte Kündigungen persönlich mit Quittung oder via Einwurfeinschreiben. dabei sollte eine dritte Person als Zeuge die Kündigung lesen, eintüten und bezeugen können, dass diese bei der Post als Einwurfeinschreiben aufgegeben wurde.

Beim Einwurfeinschreiben bestätigt der Zusteller durch Unterschrift, dass der Brief eingeworfen wurde, sprich im Machtbereich des Empfängers landete. ob dieser ihn zur Kenntnis nimmt, ist rechtlich nicht relevant.

Hab das Ganze mehrfach selber durchgekaspert...daher weiß ich das, wurde vom Anwalt gründlich informiert.

Korrektur: Oben muss es § 626 BGB heissen...Tippfehler von mir

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Hallo Dea2010, danke für deine hilfreiche antwort, also mein rückschein kam am 16.8. bei mir wieder an. also hat er am 15.8. seine kündigung abgeholt aber vorher am 14.8 eben krank gemacht, ja wir werden jetzt einfach warte und schauen. danke nochmal

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Gegen die fristlose Kündigung kann der Arbeitnehmer Einspruch einlegen, was dann vor Arbeitsgericht zu klären wäre.

Während der Probezeit braucht bei einer fristlosen Kündigung kein Kündigungsgrund angegeben werden, nach der Probezeit schon, zumeist geht dieser auch erst eine Abmahnung voraus.

wenn ihr unter 10 mitarbeiter habt, dann könnt ihr ihn mit einer kleinen frist kündigen.. abeeer wenn er krank geschrieben ist dann könnt ihr ihn garnicht rausschmeißen, wer krank ist darf nicht gekündigt werden.

Hallo, ja kleiner als 10 sind wir, naja gut wir kündigen ja nicht weil er krank ist, er ist krank weil wir gekündigt haben. danke für die antwort.

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@Kurmeh

ich würde den typen ins büro rufen und nochmal ganz in ruhe mit ihn reden.. Manchmal bewirkt soetwas wunder..

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Vielleicht seid Ihr noch so freundlich und erklärt diesem Starrkopf, wo er seine Krankmeldungen abzugeben hat: bei der Arbeitsagentur. Krankmeldungen schützen nicht vor Arbeitslosigkeit. Und in diesem Fall hat er durch sein unzumutbares Auftreten die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet, Zeugen gibts ja genug für den Vorfall, falls er gedenkt, vors Arbeitsgericht zu ziehen...

hallo helrich, ich dachte mir auch ob ich ihn vielleicht mal infomieren sollte, dass ich seine krankmeldungen nicht mehr brauche. danke für die antwort

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Ihr habt dort scheinbar einen Quirrulanten im Betrieb gehabt. Wenn ihr wirklich auf der sicheren Seite seien wollt, holt euch einen Rat bei eurem Anwalt, BEVOR das Kind im Brunnen liegt und alles Schlag auf Schlag gehen muss.

Das spart Zeit und später auch kosten. Und ihr wisst direkt, wie ihr alles weitere lenken müsst um auf der sicheren Seite zu sein.

Der "Kunde" dort klingt nämlich danach, dass er es auf eine Abfindung abgesehen hat.

Nach 3 Monaten und gerade erst abgelaufener Probezeit sowie dem Stinkefinger gegenüber dem Chef? Nix gibts,... auch nicht vom Arbeitsgericht.

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@Dea2010

Ich kenne genügend Fälle mit Typen, die der Meinung seien, sie wären so wichtig, um einen auch nur für 2 Tage vor Gericht zu zerren. Und es gibt genügend Anwälte, die bei so einem Mist mitmachen.

Ich handhabe es Grundsätzlich so. Wenn ich so einen im Betrieb hatte, gehe ich zu meinen Anwälten. Die erheben nichtmal Beratungskosten, allerdings arbeiten wir auch schon viele Jahre zusammen.

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Also: sobald die Kündigung in seinen (sogenannten) Machtbereich landet, ist dies dann gültig.

Er muss sie auch nicht annehmen. Es reicht, dass sie bei ihm ist .

Meines Erachtens nach ist der Gekündigte mit der vorsätzlichen Nichtabholung des Schreibens in Verzug geraten. Und nach deiner Schilderung der Vorkomnisse ist diese auch gerechtfertigt. Es wird aber evtl. auf einen Prozess herauslaufen. Ich denke das ihr mit dem Einschreiben/Rückschein auf der sicheren Seite seid.

Leider juristisch falsch. Der Empfänger ist NICHT verpflichtet, ein Einschreiben abzuholen!

Entscheidend ist nur, wann das Schreiben im Machtbereich des Empfängers landet.

Deswegen sind bei kitzligen sachen immer der Gerichtsbote oder Einwurfeinschreiben mit Zeugen beim Eintüte und Aufgabe beid er Post die beiden Wahlmöglichkeiten!

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@Dea2010

Also am meisten macht mir ja kopfzerbrechen, dass er seitdem 14.8. krank ist und seine Post erst am 15.8. abholt, dass macht mich in der ganzen sache dann so unsicher, hätten wir krankmeldung erst nach der abholung erhalten, würde es vielleicht etwas anders aussehen.....

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Krankheit schützt vor Kündigung nicht!

Ihr zieht euer Ding einfach durch. Abmeldung usw. durchführen, Lohnzahlung beenden usw. Punkt aus.

Wenn er meint, dass er jetzt noch irgendwelche Rechte hat, soll er erstmal zum Anwalt gehen und ihr wartet einfach auf Post. Dann sehen wir weiter.

sieht mein chef genauso, fertig aus, den sind wir los, sagt er, ich bin halt noch etwas vorsichtiger

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@Kurmeh

Kann dich verstehen, aber bleibt cool, egal was passiert, DEINE Schuld wird es nicht sein.

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Im Zweifelsfall muß die Firma beweisen, dass die Kündigung zugegangen ist.

Wohin fährt der Chef in den Urlaub?

Beweisen? wie? Er ist für 10 Tage etwas über 3000km geflogen.

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