Friedrich der Große oder Friedrich II.?

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3 Antworten

Der Beiname "der Große" klingt sehr positiv.

Die Menschen, die von seinen Erfolgen (eigentlich nur im 1. Schlesischen Krieg) profitiert haben, fanden das sicher voll toll.

Die Menschen, die dafür (z.B. als Soldaten) ihr Leben geopfert haben oder auf der anderen Seite standen, haben möglicherweise eine andere Sicht der Dinge.

Ich bin eigentlich immer recht skeptisch, wenn jemand "der Große" genannt wird. "Der Blutige" oder "der Massenmörder" würde da meist besser passen.

Liebe Grüße,

Tanja

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Die Beurteilung "der Große" entstammt einer nationalistischen Sicht des 19. Jahrhunderts auf die deutsche, besonders die preußische Geschichte und ihrer Exponenten. Diese nationalistische Sicht stellte die Tatsache in den Mittelpunkt, dass Friedrich in seiner Regierungszeit Preußen zu einem Großmachtstatus verholfen hatte. Dabei wurden die Folgen seiner Politik für die preußische Bevölkerung ebenso wie die politischen Folgen, die dann seine Nachfolger zu verkraften hatten, zwar nicht bewusst übersehen, aber für die Beurteilung der Leistungen des Königs nicht berücksichtigt.

Die moderne Geschichtswissenschaft ist kritischer mit Friedrich II. umgegangen. Seine Kriege waren unnötig, rücksichtslos nicht weniger gegenüber seinen Feinden als gegenüber seinem Volk und seinen Soldaten. Friedrich hat seine Länder an den Rand des Untergangs gebracht und ist diesem nur mit viel Glück, aber nicht durch überlegene militärische oder Regierungskunst entronnen. Zwar hat er sich um den Wiederaufbau seiner Länder gekümmert, auch Reformen eingeleitet, diese aber nicht konsequent durchgeführt. Insgesamt hat er seinen Nachfolgern einen Staat hinterlassen, der in der Zeit der französischen Revolution schon erschüttert wurde und dann durch das Wirken Napoleons zusammengebrochen ist.

Ohne Frage: Friedrich war als Mensch keine sympathische, gewiss eine bedeutende Persönlichkeit mit philosophischen, aufklärerischen Neigungen. Aber als Regent und König hat er eben nicht so Außergewöhnliches geleistet, dass er als ein wirklich "Großer" in die historische Erinnerung eingehen sollte. Wenn man ihn dennoch immer noch "Friedrich der Große" nennt, dann ist das insbesondere Gewohnheit und eine gewisse Bequemlichkeit, Neues zu denken und zu akzeptieren.

MfG

Arnold

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Naja, der alte fritz hat in den schlesischen kriegen schon gut aufgeräumt. Preußen war danach wohl schon als europäische Großmacht anzusehen, man mag vielleicht seine Persönlichkeit anzweifeln können, aber der Hauptgrund für den beinamen der große besteht ja eigentlich immer daraus dass man seine macht extrem vergrößert hat.

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