Freundin nervt mich furchtbar!

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1 Antwort

So ist das mit dem Nerven. Wenn man's nicht absichtlich macht, kommt man selten darauf, dass man es tut. Irgendwie glaube ich, Eure Schwierigkeiten könnten auch etwas mit dem Altersunterschied zu tun haben. Da helfen nur Geduld und guter Wille (übrigens: unter Kerlen gibt es sowas auch. Wir haben es damals allerdings immer eher witzig gefunden und eine Art Sport draus gemacht). Naja, olle Kamellen mal bei Seite: Ich schlage vor, Du lädst sie mal zu Tee und Keksen zu Dir ein (ist ja eh gerade die Zeit dafür) und Ihr haut Euch ganz entspannt konstruktive Kritik um die Ohren. Einleitung und Methode müsstest Du erklären und die geht so (in etwa): Als Freundin ist sie Dir ja (offenbar) wichtig. Und da ist es ja sehr schade, wenn man sich gegenseitig so sehr auf die Nerven geht, dass Stunden oder gar ganze Tage durch schlechte Laune versaut werden. Nun ist Gedankenlesen aber auch eine Kunst, die es eigentlich nicht gibt und daher sollte man eben ab und an mal einige Grundsatzfragen klären, um gut miteinander auszukommen.

DIe Methode ist relativ simpel: Klar machen, was stört, warum es stört und Alternativen vorschlagen. Nachfragen, ob es jeweils verstanden wurde, wie ihre Sicht auf den Kritikpunkt aussieht und was sie von den vorgeschlagenen Alternativen hält. Außerdem klarmachen, dass Du ihr grundsätzlich gut gesonnen bist.

(dazu gehören auch schon subtile Signale in der Formulierung, die, wenn man sie falsch setzt, oft zu Missverständnis und Widerstand führen – auf der eigenen Seite sollte man darauf achten, nicht zu generalisieren, sondern konkrete Punkte, Anlässe und Handlungen anzusprechen (also z.B. nicht "Du futterst mir immer das Schokoeis weg!", sondern eher: "Als auf einmal das ganze Schokoladeneis weg war, hat mich das gestört, weil ich mich an dem Tag auf einen Schokoeisbecher gefreut hatte.") und außerdem Person und Handlung zu trennen (Also z.B. nicht "Du bist eine Eisfressmaschine", sondern etwa "Ich mag es nicht, wenn man ungefragt und ohne Bescheid zu sagen das ganze Eis aufisst."). Tja, zugleich ist es ratsam, Generalisierungen etc. die von der anderen Seite kommen, zu einem gewissen Grad zu tollerieren, an sich abprallen zu lassen und einen kühlen Kopf zu behalten (jedenfalls, solange die skizzierte nicht-offensive Kommunikationsmethodik nicht erläutert wurde, aber auch danach noch, weil es einfach Übungssache ist.)...Klammer Ende).

Wichtig wäre noch, dass Du sich nicht mit der ganzen Liste Deiner Anliegen auf einmal konfrontierst, sondern Ihr Punkt für Punkt gründlich durchgeht, bis Ihr zu einer Vereinbarung kommt, mit der Ihr beide leben könnt. Naja, und ihre Kritik an Deinen Handlungsweisen solltest Du Dir auch anhören und so ernst nehmen, wie Du Deine Punkte ernst genommen haben möchtest (Ergänzende Lektüre dazu wäre Schulz von Thun: "Miteinander reden", 3 Bände und so, wie ich das mitbekommen habe, liegen noch Erstausgaben auf Lager, die man manchmal sehr günstig abstauben kann.).

Etwas weniger formell, dafür entspannter und evtl. auch schon ausreichend, um wieder stärker aufeinander einzugehen: Nehmt Euch doch immer mal wieder Zeit zu zweit oder in der Clique, die für reinen Mädchenkram reserviert ist und in der Ihr das Thema Jungs draußen lasst.

Alles Gute, N

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