Freundin möchte Beziehungspause für spaß im Leben...

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Ich persönlich würde nicht, wie viele hier sagen, die Beziehung aufgeben, sondern darum kämpfen. Ich weis ja dass es heutzutage modern ist, die Dinge weg zu werfen anstatt sie zu reparieren, doch wenn ihr eines Tages merkt, dass dieses Leben "auf der Überholspur" doch nichts für euch ist, dann werdet ihr es bereuen diese eigentlich sehr schöne Beziehung wegen einer kleinen Kriese weg geworfen zu haben. 

Das was deine Freundin hat, nennt man bei Männern midlife crisis 

"Aufgeben" würde ich sie vielleicht nicht unbedingt, aber "Reisende soll man ziehen lassen". Wenn er versucht, sie zu "halten", wird sie letztlich nur noch unglücklicher werden und es gibt noch mehr Stress.

Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass man sich von einem Menschen "eingeengt fühlen kann". Ich kann so ein "Geklammere" auch nicht ab. Ich hab es selbst auch einmal bei einem Menschen getan, dem ich wirklich sehr viel bedeutet habe (und er mir auch) und seitdem ist es zwischen uns ziemlich "kühl" geworden.

Sowas tut einfach nicht gut.

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"Zusammen seit ihr 15 Jahre alt wart" und "seit 7 Jahren". Sorry, aber das wundert mich nicht, dass es in Eurer Beziehung Probleme gibt. Das kann doch nicht funktionieren! Und ich muss ganz ehrlich sagen, so leid es mir tut, aber ich kann Deine Freundin verstehen.

Ich befinde mich im Moment in einer sehr speziellen Situation. Ich werde nicht zu detailliert werden, weil das dann doch privat ist. Aber aufgrund dieser speziellen Situation bin ich einfach mal sehr offen und direkt und sage, wie ich Deine momentane Situation einschätze, auch wenn Dich das eventuell verletzen wird in Deiner Situation, gerade wenn "die Wunden noch frisch sind".

Normalerweise gibt es während der Pubertät eine Phase, in der Menschen wechselnde Partnerschaften haben, bestenfalls sogar mit beiden Geschlechtern. Das ist vollkommen normal und üblich in dieser Zeit und es ist gut, dass das so ist, weil junge Menschen auf diesem Wege über ihre wahre sexuelle Orientierung und auch über ihre Vorlieben erfahren und auch herausfinden, "was die Welt für sie so bereithält", wer zu ihnen passt und wer nicht. Wenn Menschen sich vermeintlich "gesucht und sofort gefunden haben", dann hören sie auf, zu suchen und in vielen Fällen treffen sie diese Entscheidung viel zu früh und bereuen es später.

Genau das kann in meinen Augen nicht funktionieren. Wenn Du Dich so früh "festlegst", fragst Du Dich ständig, was Du gerade "verpasst". "Unterschwellig", auch wenn Du gerade "verliebt bist" und es nicht "spürst", oder wenn Du es "nicht wahr haben willst" und es "unterdrückst". Sexualität ist ein niederer, animalischer Trieb, der in erster Linie der Fortpflanzung dient.

Damit möchte ich keineswegs irgendwelche "religiös-fundamentalistischen Aussagen implizieren" dahingehend, dass Sexualität irgendwie "verwerflich sei" oder sie nur der Zeugung von Nachwuchs dienen dürfe. Ganz im Gegenteil! Ich möchte mit dieser Aussage überhaupt keine moralische Wertung vornehmen. Es ist einfach der Zweck, der von der Natur dafür angedacht wurde. Wir Menschen haben es geschafft, den Sexualtrieb von der (in den meisten Fällen unerwünschten) Fortpflanzung mittels Verhütungsmethoden zu trennen, aber "von Natur aus dient er diesem Zweck". Monogamie ist diesem Ziel, die eigenen Gene "möglichst weit zu verteilen", nicht gerade zuträglich. Monogames Verhalten ist "gesellschaftlich impliziert", aber gewissermaßen "widernatürlich".

Um es mal ganz klar zu sagen: Mit 15 weiß kein Mensch, was er tatsächlich will, also von einem Partner. Niemand! Die meisten wissen es heutzutage mit 18 nicht einmal. Und dieses Alter verschiebt sich immer weiter nach hinten.

Meine Eltern haben mit 18 Jahren geheiratet und brauchten noch das Einveständnis ihrer Eltern, weil man damals erst mit 21 Jahren volljährig war. Das war damals allerdings vollkommen üblich. Wer mit 18 noch nicht "unter der Haube" war, über den/die haben die Leute hinterm Rücken geredet, von wegen "hat wohl keine(n) abbekommen". Heutzutage ist das vollkommen anders. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, in meinem Freundeskreis, oder auch bei mir im Studium. Die meisten sind Mitte, Ende 20, einige hatten sicher schon Sex, aber kaum jemand hat einen festen Partner. Und diese Menschen sind glücklich und genießen ihre Freiheit und  Unabhängigkeit. Früher undenkbar, heutzutage vollkommen normal. Die Menschen werden immer älter, das von der Wirtschaft geforderte Qualifikationsniveau immer höher, die Ausbildungszeiten somit immer länger. Die Menschen haben erst viel später Zeit, sich um Sexualität, Partnersuche und Familie zu kümmern. Die Anzahl der Singlehaushalte steigt stetig.

Sich so früh "festzulegen", wie Du es tatest, halte ich für absolut fatal. Beziehungsweise allgemein halte ich es für fatal, sich gleich auf den ersten Partner festzulegen. Fragt man sich da nicht insgeheim ständig, "was man verpassen könnte"? So eine weitreichende Entscheidung will gut überlegt sein und man kann einfach keine vernünftige Entscheidung treffen, ohne die Alternativen zu kennen und "Erfahrung gesammelt zu haben". Wenn Du ein teures Produkt kaufst, holst Du schließlich auch nicht nur ein Angebot ein. Aber bei einem Partner, mit dem Du Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zusammenbleiben willst, ist das anders?

Vermutlich "fehlt Deiner Freundin das" und sie möchte das jetzt "nachholen". Wie gesagt, das ist sicher nicht "schön", aber ich finde es äußerst "nachvollziehbar". Ich bin inzwischen 27 Jahre alt und bin mir noch nichtmal über meine sexuelle Orientierung im Klaren. Ich habe es nie ausprobiert. Aber seit geraumer Zeit "bohrt mich der Gedanke" und ich frage mich, ob ich nicht etwas falsch gemacht habe in meinem Leben.

Also nimm's nicht so schwer mein Lieber, tob Dich aus, schau, was die Welt für Dich bereithält, und nach einigen Jahren, wenn Du weißt, was Du tatsächlich willst, oder zumindest glaubst, es zu wissen, dann suchst Du Dir eventuell eine längerfristige Partnerschaft. Das ist der "normale", und in meinen Augen auch wesentlich "gesündere" Weg.

Absolut treffend!

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Nur ne kleine Anmerkung *klugscheiß* Monogamie gibt es auch im Tierreich :P

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@PhysioFliege

Stimmt auch aber auch nur bei einigen Species z.b. bestimmte Vogelarten . Die Masse geht aber "fremd" *gg*

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Die Antwort an sich ist gut, aber leider viel zu allgemein.

Ich bin selber seit meinem 17. Lebensjahr mit meiner Freundin zusammen. Für uns beide war sowas wie "austoben" oder "Selbstfindung"  nie ein Thema. Für mich war es bisher immer selbstverständlich eine feste Partnerschaft zu haben, so ein Leben "auf der Überholspur" wie du es oben beschreibst wäre für mich nie eine Alternative gewesen (und ja, ich habe es selber ausprobiert). Meine Freundin und ich werden nächstes Jahr heiraten und ich bin mir auch zu 100% sicher, dass es genau der richtige Weg für mich ist. Ich habe noch nie auch nur 1 Sekunde daran gezweifelt. Wobei ich natürlich auch merke, dass ich mit dieser Einstellung ziemlich alleine da stehe. Bei mir auf der Schule (BOS) sind viele erstaunt oder sogar erschrocken darüber, dass ich seit nun fast 4 Jahren die selbe Freundin habe und das so möchte. Die meisten gehen den gleichen Weg wie du beschreibst. Wie gesagt, für mich wäre das absolut keine Alternative und da bin ich mit Sicherheit nicht der Einzige, der "festen Boden" unter den Füßen braucht um sich wohl zu fühlen.

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@tetra13

Ich finde mich auch in dem Text wieder. Mein Freund war 17 und ich 15, als wir zusammengekommen sind, bei uns sind es erst im Winter 7 Jahre, aber trotzdem.

Es kommt absolut auf die Personen an - also beide. Und zu sagen, dass das der weniger "gesunde" Weg ist, klingt irgendwie schon sehr abwertend. Als würden mein Freund und ich etwas falsch machen.

Alles Gute zur Verlobung?! ;)

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Mich würde noch interessieren, ob du das genauso sehen würdest wenn Er zu Ihr gesagt hätte er würde sich trennen weil sie ihm zu dick sei. Ich wette dann würden 90% der Antworten hier ganz anders aussehen (ala das A-loch hat dich nicht verdient ect.)

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@tetra13

Mich würde noch interessieren, ob du das genauso sehen würdest wenn Er zu Ihr gesagt hätte er würde sich trennen weil sie ihm zu dick sei. Ich wette dann würden 90% der Antworten hier ganz anders aussehen (ala das A-loch hat dich nicht verdient ect.)

Diese Aussage war natürlich nicht richtig von ihr. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich nachvollziehen kann, dass "sie Veränderung möchte", gerade wenn die beiden schon so jung zusammen gekommen und schon so lange zusammen sind. Ich kann verstehen, dass das "frustriert". Ich bin im Moment selbst an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich am liebsten alles hinschmeißen und von heute auf morgen mein gesamtes Leben ändern würde. Teil liegt das daran, dass ich selbst falsche Entscheidungen getroffen habe, teils einfach daran, dass ich von anderen Menschen enttäuscht wurde.

Die Antwort an sich ist gut, aber leider viel zu allgemein.

Die Situation, die mich zu dieser Erkenntnis geführt hat, war auch sehr "speziell". Das kannst Du vermutlich nicht wirklich verstehen, wenn Dir nicht widerfahren ist, was mir widerfahren ist. Ich werde es aber auch nicht zu detailliert "ausbreiten". Wie gesagt, ab einem gewissen Punkt ist es dann doch "privat".

so ein Leben "auf der Überholspur" wie du es oben beschreibst wäre für mich nie eine Alternative gewesen (und ja, ich habe es selber ausprobiert)

Ich war (leider) auch ein ziemlicher "Sicherheitsmensch". Ich werde allerdings immer unzufriedener damit. Deinen vermeintlich "sicheren Partner", Dein vermeintlich "sicheres Einkommen", Deinen vermeintlich "sicheren Job", kann man Dir plötzlich nehmen. Dein Partner kann einen anderen kennenlernen und Dich verlassen oder er kann einen Unfall erleiden und sterben. Du kannst einen Chef bekommen, mit dem Du Dich nicht verstehst und gefeuert werden. Die Welt ist nicht berechenbar. Da bringt Dir Dein ganzes "Sicherheitsdenken" nichts. Wenn Du selbst "auf Sicherheit baust", fliegst Du auf die Nase, sobald entweder ein anderer oder "das Schicksal" Dir diese "Sicherheit" plötzlich nimmt und dann bricht für Dich eine Welt zusammen. Wenn Du allerdings selbst erst gar nicht darauf baust, dann wirft Dich so schnell nichts aus der Bahn. Man darf sich nicht zu sehr von anderen Menschen abhängig machen, das merke ich immer wieder.

Meine "Laufbahn" hinsichtlich "Sicherheitsdenken" ist wirklich extrem. Dann kamen ein paar "Schicksalsschläge", die mir meine "schöne heile Welt" plötzlich zerstörten. Mein ganzes "Sicherheitsdenken" hat mir nichts gebracht. Ich habe wertvolle Lebenszeit mit diesem Unsinn verschwendet und mich um unzählige Chancen gebracht und damit mache ich jetzt endgültig Schluss!

Ich habe viel zu lange "ein Leben geführt, das auf Sicherheit fußt" und bin damit ständig "auf die Nase gefallen". Ich habe durchaus was erlebt, aber das reicht mir hinten und vorne nicht. Ich bin jetzt "gerade soeben noch" jung (ich gehe auf die 30 zu, das ist ein "magisches Alter") und ich möchte jetzt richtig was erleben, richtig "durchdrehen" und all das machen, was ich das letzte Jahrzehnt nicht gemacht habe, weil ich immer zu "vernünftig" und zu sehr "auf Sicherheit bedacht war". Meine bisherige Strategie war quasi wie: "Auch wenn der Weg unweigerlich ins Unglück führt, hauptsache kein Risiko eingehen!" - Und das ist natürlich Unsinn!

Ich sehe, dass es mir bisher nur Frust eingebracht hat und ich "die Überholspur", wie Du es nennst, jetzt mehr als nötig habe, um all das, was ich bislang "verpasst habe", möglichst schnell "nachzuholen", um die "verlorene Zeit" zu "kompensieren". Mein Leben geht im Moment vollkommen den Bach herunter, also sollte ich so schnell wie möglich, die "maximal mögliche Richtungsänderung herbeiführen" und die ganze vermeintliche "Sicherheit" endlich "über Bord werfen".

Die meisten gehen den gleichen Weg wie du beschreibst.

Genau, und sie führen ein zufriedenes Leben. Wie Du habe ich diesen Weg auch nicht beschritten, weil ich dachte, ich sei "zu reif" und "zu vernünftig" dafür, aber letztlich bin ich nur unglücklich geworden. Ich bin inzwischen überzeugt davon, dass man diese "wilde Zeit" nicht überspringen kann. Das zu versuchen war ein riesiger Fehler! Am Anfang mag man sich glücklich fühlen, aber irgendwann holt einen die Vergangenheit unweigerlich ein, dann kommen die Zweifel und schließlich der Frust und die Enttäuschung.

Wie gesagt, ich weiß inzwischen, dass der Weg, den ich bisher beschritten habe, mich definitiv nicht glücklich gemacht hat, aber da ich so sehr auf diesen einen, scheinbar "goldenen", richtigen Weg "fixiert" war, habe ich natürlich auch nie Anstrengungen unternommen, "nach alternativen Routen zu suchen", die ich nun beschreiten könnte. Deshalb fühle ich mich jetzt "leer" und "verloren". Aber ich werde diese "Alternativen" brauchen. So, wie mein Leben im Moment verläuft, so geht es einfach nicht weiter.

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Tja, meiner Meinung nach gibt es sowas wie eine "Beziehungspause" nicht. Bei einer Beziehung kann man nicht auf "Pause" drücken. Um genauer zu sein: Gefühle kann man nicht auf Pause oder Standby stellen.

Die Frage ist doch: Kann sie ihr Leben nicht jetzt genießen? Was hindert sie daran, ihr Leben zu genießen? Wenn es ihr darum geht zu schauen, wie es ist, mit anderen Männern zusammen zu sein, muss sie sich Fragen, ob es das Wert ist, dich zu verlieren. Oder erwartet sie, dass du dann in der "Beziehungspause" dann auf sie wartest?

Ihr solltet nochmal darüber reden. Ihr sprecht von einer Trennung nicht von einer Beziehungspause. Sprecht nochmal Klartext. Stellt euch vor: Ihr habt jeder jemand neuen gefunden und habt sex. Wie würde das der jeweilige andere finden?

Wenn man sich im Leben für etwas entscheidet, entscheidet man sich automatisch gegen etwas. Wenn sich deine Freundin dafür entscheidet, "frei" zu sein, dann entscheidet sie sich dagegen, eine Beziehung mit dir zu führen.

Ihr solltet über das Thema nochmal sprechen und klar sein. Vielleicht will deine Freundin auch einfach Schluss machen, traut sich aber nicht (dir gegenüber, aber vielleicht auch sich selbst gegenüber) das zuzugeben.

das mit dem Schluss machen kann echt gut sein.. 

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