Freundin ist schwanger, was tun und wie den Eltern sagen?

11 Antworten

In einer Schwangerschaftkonfliktsituation ist in jedem Alter keine Option leicht und jede Entscheidung schwer zu treffen. Da wäre es gut, ihre Eltern zeitnah mit ins Boot zu holen. Vielleicht findet ihr dabei Unterstützung in euren Familien - z.B. eine Tante, Oma oder Freundin ihrer Mutter, mit der sie sich gut versteht.

Viele junge Frauen haben Angst davor, ihrer Mutter oder ihren Eltern zu erzählen, dass sie schwanger sind. Die meisten, die sich ihrer Mutter oder ihrem Vater anvertrauen, erfahren Unterstützung – oft viel mehr, als sie zunächst gedacht haben. Meist ist die Reaktion gar nicht so "schrecklich" wie befürchtet.

Auch Eltern waren mal jung und naiv und vielleicht sogar ein bisschen leichtsinnig. Nach dem ersten Schock - sicherlich haben sie sich etwas anderes für ihre Tochter gewünscht - wollen sie bestimmt nur ihr helfen, sie schützen und unterstützen.

Auch wenn ihr keinen Schwangerschaftsabbruch erwägt, ist es sinnvoll, sich in einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten zu lassen, z.B. bei der

https://www.profamilia.de/jugendliche/ungewollt-schwanger.html

Dort erhält sie nützlichen, individuellen und unparteiischen Rat und Hilfe bei der Entscheidung, wie es denn nun weiter gehen soll. Nach den gesetzlichen Bestimmungen ist das Gespräch ergebnisoffen zu führen. Natürlich dient die Beratung dem Schutz des ungeborenen Lebens, der jedoch nur mit und nicht gegen den Willen der Schwangeren möglich ist.

In der Beratung kannst auch du oder eine andere Vertrauensperson anwesend sein, wenn sie das möchte.

Die Beratung umfasst die Konfliktklärung hinsichtlich der emotionalen, seelischen, partnerschaftlichen und lebensplanerischen Aspekten von Elternschaft bzw. eines Schwangerschaftsabbruchs.

Sie gibt Informationen über staatliche und andere Sozialleistungen und Unterstützungen – Elterngeld, Kindergeld, Unterhalt, Wohngeld, existenzielle Leistungen.

Da ihr das Kind bekommen möchtet, braucht ihr alle Hilfe, die zu kriegen ist.

Da deine Freundin noch minderjährig ist, ruht ihr Sorgerecht bis zu ihrem 18.Geburtstag. Wenn ihr eine wirksame Sorgeerklärungen abgebt, so steht euch die gemeinsame Sorge zu. In diesem Fall übst du bis zum 18. Geburtstag der Mutter die elterliche Sorge alleine aus.

Das Familiengericht kann einen Ergänzungspfleger bestellen, wenn es Zweifel an der Eignung des volljährigen Elternteils hat und das Wohl des Kindes nicht gesichert scheint.

Alles Gute für euch!

Als ein Aspekt ist zu bedenken, dass Abtreibungen bis zur 14.SSW relativ einfach möglich sind.

Zwar wollt ihr nicht abtreiben (was gut ist), aber wenn ihr es den Eltern vor der 14. SSW sagt und die wollen eine Abtreibung, könnten sie leicht auf die Idee kommen, Druck zu machen.

Sagt man es ihnen hingegen erst nach der 14. SSW, ist auch wenn sie eine Abtreibung wollen würden, Druck weniger wahrscheinlich, denn die wissen dann auch, dass eine Abtreibung nicht mehr einfach geht (bleibt dann nur die Fahrt nach Holland).

Je nachdem ob ein solcher Druck zu fürchten wäre und je nachdem ob und wie ein solcher Druck auf deine Freundin wirken würde, kann es deshalb Sinn machen, den Eltern erst nach der 14. SSW von der Schwangerschaft zu erzählen.

Andererseits könnte ein solches Verheimlichen, weil man glaubt die Eltern könnten zur Abtreibung drängen, negativ bei den Eltern ankommen und deren Bereitschaft zur Unterstützung reduzieren.

Den Aspekt müsst ihr halt sorgfältig abwägen; ggf. kann es sogar sinnvoll sein, dem einen Elternteil etwas zu sagen und mit dem Hinweis "Der/die würde mich vielleicht zu einer Abtreibung drängen wollen, deshalb soll der es noch nicht erfahren" um Geheimhaltung gegenüber dem anderen Elternteil zu bitten; das kann Sinn machen, wenn bei den Eltern konträre Einstellungen zu der Schwangerschaft denkbar sind.

Abgesehen davon: Prüfe, ob und wann ein Heiratsantrag oder der allgemeine Hinweis darauf, dass du deine Freundin heiraten willst, sinnvoll sein kann.

Bei manchen jungen Frauen kann die Bereitschaft zum Heiraten seitens des Kindsvaters Unsicherheit nehmen, denn damit drückt der ja maximal seinen Willen aus, das wirklich gemeinsam durchzustehen.

Bei manchen kommt das aber auch schlecht an, da es quasi als ein billiges "Du heiratest mich nur wegen dem Kind" empfunden wird.

Entsprechend denke nach, ob und wie deine Freundin das wohl auffassen werde und handele entsprechend, sei es mit wirklich einem konkreten Antrag oder auch nur etwas sanfter dosiert mit Reden darüber oder Andeutungen.

Solches kann auch ihre Position gegenüber ihren Eltern stärken, je nachdem wie die Eltern zum Thema heiraten stehen; allerdings auch schwächen, wiederrum, wenn die Eltern das irgendwie als billig ansehen.

(Was es im übrigen nicht ist, sondern es ist im Allgemeinen der ernsthafte und ernstgemeinte Versuch das beste für Freundin und gemeinsames Kind zu machen; denn zwar gibt es viele Scheidungen, aber Partnerschaften mit Ehe sind immer noch stabiler als Partnerschaften ohne Ehe und eine stabile Partnerschaft der Eltern ist gut für die Eltern und das Kind)

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nke für deine Antwort, also klar über das Heiraten hat man schon mal gesprochen so für Mitte 20. Jetzt wäre es sehr früh.... ihre Eltern mögen mich echt sehr, also die werden mir das schon glauben das ich das mit ihr durchziehe, was ich auch werde.

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Erst mal würde ich darüber nachdenken, ob ihr es wirklich bekommen wollt. Und zwar ohne falsche Emotionen, ganz sachlich und mit Hilfe einer Beratungsstelle.

Dann würde ich es entweder nach einer Abtreibung gar nicht thematisieren.

Und wenn ihr Euch doch entscheidet, es in jedem Fall zu kriegen, würde ich es möglichst früh sagen, denn wenn es jeder sehen kann, kommt auch noch erschwerend dazu, dass eure Eltern sauer sind, weil ihr es ihnen so lang verschwiegen habt. Wenn Ihr es aber frühzeitig sagt, haben Eure Mütter (die sich meistens schneller damit arrangieren) mehr Zeit, Euch zu unterstützen.

Beschissene Situation, die wieder mal zeigt, dass man nicht gut genug aufpassen muss. Und kleine Kritik (die natürlich jetzt auch nichts mehr nutzt), in Eurem Alter müsste man die Verhütung eigentlich besser im Griff haben.

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Ja, eine Beratungsstelle wird wohl das Beste sein, denke ich mal. Denn Eltern wollen wir es am Wochenende sagen.

Das mit der Verhütung ja, blöd gelaufen... sind aber nicht die einzigsten die den Fehler gemacht haben.

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