Freundin depressiv weiß nicht mehr was tun?

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6 Antworten

Hey Du.

Über Ferndiagnose ist leider eben gar nix zu machen, was Dir dienlich wäre als Antwort. Sorry.

Sucht gemeinsam einen Psychologen heraus. Überweisung gibt es vom Hausarzt. Oder man kann auch direkt hingehen und erfragen. Da lässt sich sicherlich auch eine stationäre Behandlung herausfinden.

Schau vielleicht mal unter "www.asklepios.com" in der Rubrik "Psychosomatik" - da kann man auch anrufen und fragen.

Unter 18 kommen natürlich die Eltern/ Elternteile mit ins Spiel. Das lässt sich nicht umgehen, aber auch dafür gibt es Lösungen am Ende.

Bitte bedenken und beachten - nicht alles muß und wird mit Medikamenten behandelt werden. Manchmal reicht die langfristige Therapie, um den Hintergrund herauszufinden und dementsprechend tiefer anzusetzen und somit diese Stürze abzufedern.

Übrigens: Zu spät ist es grundsätzlich nie. Nur dann oder da, wenn man nix tut oder sich gar nicht erst helfen lässt, ist guter Rat teuer.

LG

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Anonymus98765 21.11.2016, 07:04

Danke für die Antwort.

Da liegt ja auch mein größtes problem: sie will nicht zum psychologen, weil sie glaubt dass es ihr nichts bringt und dass das sowieso alles nur quacksalber sind.

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ChloeSLaurent 21.11.2016, 16:31
@Anonymus98765

Vielen Dank für deine Rückmeldung.

Leider ist das oftmals noch die Meinung von Vielen. Obwohl so viele Menschen mit solchen Krankheitsbildern konfrontiert sind und Hilfe in Anspruch nehmen könnten, versuchen sie sich oft einzureden, es selbst wieder hinzubekommen.

Allerdings hofft man auf Glücksgefühle etc. die das sich von allein erledigen lassen. Das ist aber so nicht der Fall und schon unserer Zeit und Gesellschaft heute mit geschuldet.

Ich habe vor paar Jahren selbst auch noch so gedacht. Mein Hausarzt hat mich dann schrittweise auf bestimmte Medikamente eingestellt, die tatsächlich hilfreich waren, allerdings das Problem oder die ganzen Probleme am Stück gesehen, nicht beheben konnten. Meine Firma kaputt, Sex- und Beziehungsleben völlig zerstört, Alltag nur noch Qual. Kam mit diesen Dingen nicht mehr zurecht. Ich hatte auch Tage, wo es mir gut ging. Manchmal nur Stunden und es wurde immer weniger.

Ich hab mir dann 2010 selbst einen Psychologen gesucht, bzw. weil ich genau dieselben Bedenken hatte wie deine Freundin, händeringend über Bekannte und Verwandte mir dabei helfen lassen.

Ich bin dann ein halbes Jahr ca. einmal pro Woche dahin, was sich definitiv bei mir bemerkbar machte, aber nicht ausreichte. Psychologe und Hausarzt waren dann letztendlich beide der Meinung, daß ich mal völlig raus aus dem Alltag muß.

Da ich auch noch körperliche, organische Probleme in mehrere Richtung hatte, die nicht zu erklären waren - also völlig gesund eigentlich - kam ich auf die psychosomatische Station. Direkt stationärer Aufenthalt. Insgesamt für 6 Monate, mit einer Unterbrechung. Das war das Beste was mir passieren konnte!!

Die Menschen, die ich dort kennenlernen "durfte" wohlbemerkt - auf der Station waren 20 Betten, also immer so bis zu 20 Menschen mit meist und teils den selben Problemen wie ich - gaben zusätzlichen Halt neben den ganzen Therapien. Weil man sich untereinander dort ganz anders über Probleme unterhält, als mit den Mitmenschen im regulären Alltag möglich ist.

Wobei ja aber zwar auch zu beachten ist, daß die Charaktere und Mentalitäten der Menschen unterschiedlich ist und es auch mal Konflikte geben kann - was aber völlig dazu gehört und aus meiner Sicht in dieser Umgebung ganz gesund sein kann, weil sich dort alles aufklären lässt, was passiert. Also noch ein Pluspunkt.

Als wir das eine Mal fast alle zusammen, nach einem ganz normalen Therapietag, ähnlich aufgebaut, wie ein 8 Stunden-Arbeitstag, wiedermal uns in den kleinen Raucherraum zurückzogen, rutschte mir ein Spruch raus, den keiner von uns vergaß oder vergessen wird: "Kann das sein, daß wir die Normalen hier sind und nur auf das Leben da "Draußen" wieder vorbereitet werden?" Bei aller Ernsthaftigkeit, konnten wir gemeinsam bestätigend schmunzeln.

Einige von Ihnen waren zwischenzeitlich wieder dort, um sich erneut aufbauen zu lassen. Das bleibt halt, je nach Situation, eben nicht aus. Und es ist absolut nichts Schlimmes daran. Ganz im Gegenteil. Mir selbst steht das sicher nun auch mal wieder ins Haus, ohne davor Bedenken zu haben. In den knapp 6 Jahren danach jetzt, sind viele Dinge passiert, die mir auch wieder tierisch zu knuspern geben. Aber es nützt nichts, sich ewig mit Dingen rumzuschleppen, einem dabei die Lebenszeit förmlich wegrennt, ohne das sofort zu merken.

Wichtig aber ist auch dabei, trotzdem sehr geduldig zu sein. Innerhalb einer Woche oder so lässt sich das oder sowas nicht beheben, sondern Schritt für Schritt, millimeterweise. Kleinste Teilerfolge sollte man sich zugute halten und nicht sofort wie Feuerwerk - Knall-Bumm - auf das große Erfolgserlebnis warten. Wer das macht oder davon ausgeht, macht sich das Leben noch schwerer - daher aus Erfahrung, egal wie lange das dauert und sich selbst Schwierigkeiten eingesteht, sich auch helfen lässt, geht hinterher mit einem Schmunzeln wieder heim.

Vor allem sei auch bedacht, daß man dort Schicksalen begegnen kann, die einem die eigene Problematik verschwindend gering aussehen lassen - obwohl dem nicht so ist.

Ein schwerer Schritt zum Anfang ist es allenfalls. Logisch. Der Start ist definitiv das Schwierigste, weil das ja auch einen Einschnitt in den bisherigen Tagesablauf bringt. Es gibt dann eben Dinge, auf die man unweigerlich verzichten muß. Dafür machen diese Sachen hinterher aber wieder Spaß und Laune - eben wenn man sich in seiner Haut wieder wohlfühlt.

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ChloeSLaurent 21.11.2016, 16:32
@Anonymus98765

Von erneuten Tiefschlägen sollte man sich nicht gleich mehr ganz runterziehen lassen, weil man nun einen Anlaufpunkt hat.

Es wird da schrittweise auseinander genommen, wie die Problematik entstand und auf alles was lebensnotwendig ist, drauf zu gearbeitet.

Das ist mein "Erfahrungsbericht" sozusagen, auf den Aufenthalt in der Klinik bezogen, wo ich war. Natürlich verläuft immer alles bei Allen unterschiedlich, aber davon sollte man sich nicht ansatzweise irritieren lassen. Kaum einer von Denen, die ich da kennenlernte hat hinterher gesagt, daß diese Zeit verschenkte Lebenszeit war - sondern ganz im Gegenteil.

Ich hoffe, daß hilft Dir doch ein bissl weiter, bzw. ändert vielleicht die Ansichten deiner Freundin ein klein wenig. 

Hab Du auch Geduld mit Ihr und bleib dran.

Alles Gute erstmal Euch Beiden

LG

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So, Schule schmeißen wenn ihr in der selben Klasse seid macht ja schon mal wenig Sinn. Da werden deine Chancen bestimmt gut stehen sie  da bin zu überzeugen. 

Ich kann ihr und dir nur wünschen das du sie aufrichtig liebst ansonsten werdet ihr die bevorstehende Zeit nicht gemeinsam durchstehen. Und wie es sich anhört wird sie dich brauchen um das vor ihr und euch liegende zu überstehen. 

Wissen ihre Eltern von den Depressionen? Hast du mir ihnen schon ein Gespräch über ihre Situation geführt? Wie ist Ihre Einschätzung der Situation? Wer hat den besten Zugang zu ihr im sie zu einer Therapie zu bewegen? Ggf auch stationär. 

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Anonymus98765 21.11.2016, 00:26

Danke erstmal für die ausführliche Antwort.

Ihre Eltern wissn davon aber sie hat zu ihnen kein sehr gutes Verhältnis (wohl auch mit ein Grund) und nein ich habe noch nicht mit ihnen geredet.

Zum Thema therapie, sie war vor unserer Beziehung schon mal stationär und sagt sie will auf keinen Fall mehr sowas machen weil sie glaubt dass es nichts bringt, da lässt sie sich nicht umstimmen, ich habs oft genug versucht.

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JeanX 21.11.2016, 00:41
@Anonymus98765

Weißt du denn welche Art der Depression bei ihr vorliegt? 

Warum will sie sich nicht nochmal in stationäre Behandlung begeben? 

Es ist doch auch in ihrem eigenen und eurem gemeinsamen Interesse. 

Hast  du auch schon versucht das Gespräch in ihren guten Phasen mit ihr zu führen und sie davon zu überzeugen das sie eine ganz neue Lebensqualität finden kann wenn sie bereit dazu ist?

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Anonymus98765 21.11.2016, 07:07
@JeanX

Ne keine ahnung welche art der depression das ist.

Sie meint sie hätte sich dort nicht wohlgefühlt und es hätte ihr auch nichts gebracht. Außerdem glaubt sie, dass dann jeder meint sie wäre ein Psycho.

Ja ich hab auch schon in guten Phasen darüber mit ihr gesprochen aber sie bleibt in dieser Hinsicht einfach stur.

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JeanX 21.11.2016, 13:08
@Anonymus98765

Puh, es ist wirklich sehr schwierig da den richtigen Weg zu finden.  Und gerade aus der Ferne ist das nicht wirklich möglich da für jeden etwas anderes der Beweggrund ist sich helfen zu lassen. Aber ich glaube professionelle Hilfe muss bei deiner Freundin her! Vielleicht hilft bei deiner Freundin ja auch die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft mit dir, die Wahrscheinlichkeit darauf ist natürlich wesentlich höher wenn sie sich therapieren lässt.

Vielleicht ist das Gespräch mit ihren Eltern auch noch eine gute Alternative,  allerdings nur, wenn du denkst das es ein gutes Ende nimmt. Ein gutes Ende stellte ich mir zb so fort das sich deine Freundin

1. nicht von dir hintergangen fühlt! 

2. Die Eltern sich miteinbringen wollen      und ihr zeigen das sie, sie lieben und evtl auch versuchen zu erklären warum sie es in der Vergangenheit nicht so wirklich zeigen und drüber bringen konnten. 

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Wichtig ist der Halt zu Dir. Nicht jeder hat solche Erfahrungen machen müssen wie deine Freundin.

Meiner Meinung nach brauch das viel Zeit, das erlebte zu verarbeiten, aber wenn Du ihr eine Perspektive bietest auf das Leben stolz zu sein und das erreichte zu huldigen, verliert sich evtl die Depression; stellenweise zumindest.

Evtl Gedanken zur Mutter austauschen, denn reden hilft manchmal ungemein.

Versuche ihr sachte das was Sie kann vor Augen zu führen und Wertschätzen zu lernen. Nur so kommt sie aus dem Loch.

Zur Not nimm eine Fachperson mit ins Boot.

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Geb ihr das gefühl das du für sie da bist. Oder mach ganz verrückte sachen mit ihr... geh mit ihr aus ins leben. Sie sollte auf keinen fall in selbstmitleid versinken und Depressiv zuhause sitzen. Nimm sie mit raus ins leben und mach dich vielleicht auch ein bisschen zum Affen. Es sind oft kleine gesten die vieles bewirken.

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Was ist der Grund Ihrer Depression?? Hat sie von Familiärer Seite negative Erfahrungen gemacht, zB durch Verlust eines Menschen, der Ihr nahesteht?

Kann man mit Ihr über Ihre Depression reden oder blockt sie?

Weisst, da n Rat zu geben ist sehr schwer, aber es Bedarf eine Findung der Ursache dieses Leidens, was es anscheinend zu sein scheint.

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Anonymus98765 21.11.2016, 00:29

Sie hat in ihrer Kindheit nicht sehr viel Liebe bekommen und hat dadurch wohl das Gefühl, dass sie niemanden verdient hat, so lautet jedenfalls meine Diagnose als Hobbypsychologe.

Sie kann drüber reden, haben wir auch schon oft getan.

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Der beste Weg ist immer beim Psychater. Kannst mit deiner Freundin oder sie selbst kann dort hingehen. So eine Sache heilt sich nicht von selbst...

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