Freundin deckt "Straftäter"?

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6 Antworten

Der unten angegebene § 258 StGB trifft nicht zu, denn dafür muß der Täter aktiv werden, das alleinige schweigen reicht nicht.

Bedenklich ist allerdings daß sie die Polizei in die Irre geführt hat, ist aber nicht so tragisch.

Dem Freund kann sie schonmal ausrichten daß er sich den weg zu irgendwelchen Ärzten sparen kann. Wenn die Polizei ihn erwischt wird er der nächstgelegnen JVA zugeführt, dort wird dann der Anstaltsarzt entscheiden was weiter passiert.

Daß er nicht zum Strafantritt erschienen ist, ist noch gar nicht so schlimm. Sollte er nun allerdings angeblich suicidgefährdet sein, so landet er nicht im offenen Vollzug sondern im Geschlossenen.

Er kann aber dafür sorgen daß er genügend Bargeld bei sich hat, dann kann er bezahlen wenn die Polizei ihn aufgreift.

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 258 Strafvereitelung

(1) Wer absichtlich oder wissentlich ganz oder zum Teil vereitelt, daß ein anderer dem Strafgesetz gemäß wegen einer rechtswidrigen Tat bestraft oder einer Maßnahme (§ 11 Abs. 1 Nr. 8) unterworfen wird, wird

mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2)

Ebenso wird bestraft, wer absichtlich oder wissentlich die Vollstreckung einer gegen einen anderen verhängten Strafe oder Maßnahme ganz oder zum Teil vereitelt

.

(3) Die Strafe darf nicht schwerer sein als die für die Vortat angedrohte Strafe.

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) Wegen Strafvereitelung wird nicht bestraft, wer durch die Tat zugleich ganz oder zum Teil vereiteln will, daß er selbst bestraft oder einer Maßnahme unterworfen wird oder daß eine gegen ihn verhängte Strafe oder Maßnahme vollstreckt wird.

(6) Wer die Tat zugunsten eines Angehörigen begeht, ist straffrei.

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und ein Freund ist kein Angehöriger

Jemanden zu decken, der eine Straftat begangen hat, ist selbst eine Straftat. Ich kenne zwar den Straftatbestand nicht, aber es ist nicht erlaubt.

Man darf zwar (bei Verwandten oder Verschwägerten) die Aussage verweigern, aber lügen geht in KEINEM Fall!

Es ist nicht strafbar.

Weder muss man seine Mitbürger verpetzen, noch darf man sich gegenüber der Polizei nicht irren.

Es wird kaum nachzuweisen sein, dass sie absichtlich falsche Angaben gemacht hat.

JanaJana07 30.06.2017, 08:33

Hallo? Also bitte natürlich ist es strafbar, es ist eine bewusste Falschaussage. Nur weil du meinst das es nicht nachweisbar ist, heißt es nicht das es dadurch nicht strafbar ist.

Das hieße ja stehlen ist nicht strafbar wenn es keiner sieht.

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DJHaazAttack 30.06.2017, 08:42

DANKE! Wie die Medien, keine Ahnung von was sie reden, einfach mal was rauslassen. Genau so verbreiten sich Irrtümer

Laut deiner Aussage kann ich jemanden umlegen und wenns nicht nachgewiesen werden kann, dann ist es auch keine Straftat und bin fein raus. Stimmt nicht ganz oder?

In diesem Fall:

Solange die Polizei das nicht raus bekommt, ist sie zwar fein raus aber eine Straftat ist es dennoch und wenn die Polizei das  beweisen kann, dann hat sie Probleme - simple as that!


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exxonvaldez 30.06.2017, 08:46
@DJHaazAttack

Das Problem ist, dass niemand sagen kann ob es eine bewusste Lüge oder einfach ein Irrtum war.

Ich gehe von einem Irrtum aus und der ist nicht strafbar.

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Nitarius 30.06.2017, 11:14
@DJHaazAttack

"Laut deiner Aussage kann ich jemanden umlegen und wenns nicht nachgewiesen werden kann, dann ist es auch keine Straftat und bin fein raus. Stimmt nicht ganz oder?"

Doch, stimmt genau. Kann dir eine Tat nicht nachgewiesen werden, wirst du auch nicht verurteil und somit freigesprochen, auch wenn du noch so "schuldig" bist. Oder glaubst du, Gerichte entscheiden allein nach dem Bauchgefühl?

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Sirius66 30.06.2017, 16:55
@DJHaazAttack

Leute - die POLIZEI macht da gar nichts. Die muss auch nichts rausbekommen und auch nichts beweisen.

Ihr haut hier mutig Fachbegriffe raus und unterscheidet selbst nichtmal EXEKUTIVE und JUDIKATIVE.

Alle Verfahren sind GERICHTLICHE Verfahren. HIER wird bewiesen. Gelingt es NICHT, bleibt man straffrei. Klingt komisch - ist aber so.

Gruß S.

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Das ist meines erachtens Behinderung der Justiz und strafbar. Ein Aussageverweigerungsrecht hat sie nur wenn sie mit ihm verheiratet oder eng verwandt wäre. Aber auch in diesem Fall dürfte sie keine Falschaussage machen sondern nur die Aussage verweigern.

exxonvaldez 30.06.2017, 08:31

Sie braucht gar kein Aussageverweigerungsrecht.

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JanaJana07 30.06.2017, 08:58
@exxonvaldez

Das ist falsch, wenn sie aufgefordert wird eine Aussage zu machen, dann muss sie eine machen weil sie eben kein Aussageverweigerungsrecht hat

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JanaJana07 30.06.2017, 10:30
@exxonvaldez

Doch, das nennt sich Strafvereitelung und es kann mit 1-5 Jahre Haft bestraft werden

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exxonvaldez 30.06.2017, 12:52
@JanaJana07

Nein. Nicht mit der Polizei zu sprechen ist keine Strafvereitelung!

Und versehentlich etwas falsches zu sagen auch nicht.

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JanaJana07 30.06.2017, 13:01
@exxonvaldez

Hier geht es darum das bewusst etwas falsches gesagt wurde, du musst nicht die Tatsachen verdrehen

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skyfly71 30.06.2017, 11:23

Das ist meines erachtens Behinderung der Justiz

Das ist meines Erachtens ein deutlicher Hinweis auf den exzessiven Konsum amerikanischer Krimis, gepaart mit ziemlicher Unkenntnis des deutschen Strafrechts^^

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JanaJana07 30.06.2017, 11:32
@skyfly71

Ich nehme an du sprichst von dir?

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 258 Strafvereitelung

(1) Wer absichtlich oder wissentlich ganz oder zum Teil vereitelt,
daß ein anderer dem Strafgesetz gemäß wegen einer rechtswidrigen Tat
bestraft oder einer Maßnahme (§ 11 Abs. 1 Nr. 8) unterworfen wird, wird

mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2)

Ebenso wird bestraft, wer absichtlich oder wissentlich die
Vollstreckung einer gegen einen anderen verhängten Strafe oder Maßnahme
ganz oder zum Teil vereitelt

.

(3) Die Strafe darf nicht schwerer sein als die für die Vortat angedrohte Strafe.

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) Wegen Strafvereitelung wird nicht bestraft, wer durch die Tat
zugleich ganz oder zum Teil vereiteln will, daß er selbst bestraft oder
einer Maßnahme unterworfen wird oder daß eine gegen ihn verhängte Strafe
oder Maßnahme vollstreckt wird.

(6) Wer die Tat zugunsten eines Angehörigen begeht, ist straffrei.

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Sirius66 30.06.2017, 16:48
@JanaJana07

Das hast du zwar schön nachgelesen, aber du verstehst und deutest es trotzdem falsch.

Der POLIZEI falsche Infos zu geben, ist SO nicht strafbar. Die Polizei darf man anlügen, bis der Arzt kommt.

In einem GERICHTLICHEN Verfahren und bei einer Falschaussage VOR GERICHT und VOR EINEM RICHTER und/oder STAATSANWALT sieht es anders aus.

Aber da sind wir ja noch gar nicht (so wie ich das verstanden habe).

Gruß S.

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Es gibt den Straftatbestand der Gefangenenbefreiung:

https://dejure.org/gesetze/StGB/120.html

Ob darunter nur schon Inhaftierte erfasst sind, sondern auch die, die die Strafe noch gar nicht angetreten haben, kann ich Dir gerade nicht sagen, aber rein logisch schiene mir das so sein zu müssen.

Artus01 30.06.2017, 10:41

Sehr gut. Dummerweise war der Freund noch kein Gefangener.

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NetzBeratung 30.06.2017, 10:52
@Artus01

Ich dachte, der Beitrag wäre gar nciht abgeschickt. Da habe ich wohl vorzeitig geklickt. Da während meiner Recherche ein besserer Beitrag kam (Strafvereitelung) wollte ich meinen eigentlich ganz lassen.

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NetzBeratung 30.06.2017, 14:28
@Artus01

Nein? Das hatte mich überzeugt. Gibt es am Ende gar keinen Tatbestand?

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Artus01 30.06.2017, 16:49
@NetzBeratung

Dafür daß jemand in einem solchen Fall nichts tut gibt es keinen Straftatbestand. Der § 258 verlangt aktives Handeln, das liegt hier nicht vor.

Lediglich daß sie die Polizei in die Irre geführt hat kann problematisch werden, dürfte aber auch schwer nachweisbar sein.

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NetzBeratung 30.06.2017, 16:58
@Artus01

Naja. Juristisch müsste man aber Tatbestand und Beweisfrage ganz sauber trennen. Dass etwas nicht beweisbar ist, heisst nicht, dass die Tat nicht bestünde.

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