Freundin bekam plötzlich Panikattacke. Ich war völlig überfordert/hilflos.Wie kann ich ihr helfen?

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10 Antworten

Mit dem, was Du weiter unten schreibst, klingt das nach Agoraphobie - Der Angst vor grossen Plätzen. Solche Menschen kriegen zunehmend stärker Angst, sich auf grösseren Plätzen, in Menschenmengen zu bewegen. Ihr Bewegungsumfeld wird immer kleiner, irgendwann trauen sie sich gar nicht mehr aus dem Haus.

Du hast den wichtigen Schritt getan und ihr Problem verstanden. Ich finde gut, wenn Du zu ihr stehst. Als Freundin kannst Du sie von Zeit zu Zeit immer wieder daran erinnern, dass sie sich selbst den grössten Gefallen tut, wenn sie an ihrer Angst arbeitet. Bestärke sie darin weiterzumachen und lobe sie für Erfolge.

Sowas kann jedoch auch sehr anstrengend sein. Vergiss nicht Deine eigenen Bedürfnisse vor lauter Betroffenheit! :-) Wenn Dich eine Situation sehr angestrengt hat, dann solltest Du das ruhig auch thematisieren.

Eine Freundin von mir hatte auch mal leicht neurotisches Verhalten. Bei ihr war es allerdings Boulimie. Mein Philosophie- und Psychologielehrer sagte mir damals, dass ich vorsichtig sein sollte, ihr nicht zur Hauptkontaktperson für das Problem zu werden. Außerdem natürlich einen Therapeuten kontaktieren. Ich glaube du kannst da selbst nciht viel machen. Ich habe damals versucht so wenig wie möglich darauf einzugehen. Solange es ihr unangenehm ist öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, könnt ich ja das Fahrrad benutzen. Ansonsten stell sie nicht mit ihrer Phobie gleich, sie ist ja immer noch deine Freundin.

Hallo,das was Du beschreibst kenne ich nur all zu gut.Habe das auch 2 jahre sehr schlimm gehabt und mich dann zu einer Verhaltenstherapie entschieden,die mir auch sehr gut getan hat.Mir wurde dort ersteinmal bewusst gemacht,wasAngst ist und wie ich damit umgehe.Bei mir war es Agoraphobie,bin nirgens mehr hingegangen,geschweige denn aus dem 'Haus.Musste viele Übungen machen und mich immer wieder damit auseinandersetzen,auch wenn es schwer ist,man muss die Angst einfach zulassen,denn das ist erstmal ein ganz wichtiger Schritt und vorallem nicht zu sehr reinsteigern,auch wenn es sehr unangenehm ist.Leider gibt es auch immer wieder Rückschläge,aber man kann es wirklich schaffen,man muss nur über seinen eigenen Schweinehund hinaus wachsen und immer wieder in die Angstsituationen gehen,egal wie schlimm es ist und vorallem ohne jegliche Hilfsmittel auch ohne die Freundin....Habe wirklich sehr starke Panikattacken gehabt und leider auch immer wieder zwischendurch aber ich vermeide so gut wie nichts,auch wenn es mir manchmal sehr schwer fällt.Man kann es wirklich wieder in den Griff bekommen.lg

Danke für die Antwort. Schön, dass es dir wieder besser geht :)

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Ohne Therapie wird sie wohl nicht nochmal mit dir in die Stadt fahren. Setz sie nicht unter Druck. Macht etwas, wo sie nihct mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss.Ich denke, dass Drägen immer der falsche Weg ist.Zeig ihr, dass du trotzdem für sie da bist, auch wenn sie nicht mit dir in die Stadt fahren kann. Zeig Interesse an ihrer Erkrankung. Frag sie, seit wann sie das hat, wie sie sich fühlt usw. So merkt sie, dass du Interesse an ihr hast.Mach ihr klar, dass du auch nach der Therapie für sie da bist und dass du sie nicht für "verrückt" hälst.

Ok, danke für die Antwort. Seit dem Erlebnis, war ich auch, als wir uns getroffen haben, immer bei ihr zu Hause, da sie sich oft nicht raus traut.

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@DancehallGyal

Ich denke, dass sie das vor der Therapie auch nicht schaffen wird. Aber es gibt ja auch schöne Dinge, die man zu Hause oder in der Nähe ihrer Wohnung machen kann. Vielleicht mag sie ja mal spazieren gehen?!

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Hallo DancehallGyal,

klingt nach einer ausgewachsenen Phobie. Die meisten Leute kennen nur die weitbekanntesten Phobien, wie z. B. Arachnophobie (Spinnenangst) und Klaustrophobie (Platzangst). Allerdings gibt es eigentlich so ziemlich für jede Sache eine Phobie.

Wichtig ist schon mal, dass sie zum Arzt gehen wird. Diese Phobie zu bekämpfen vermag jemand, der so etwas nicht studiert hat, kaum zu schaffen. Mach' Dir also bitte keine Vorwürfe, wenn Du das nicht mit ihr den Griff kriegst.

Du kannst natürlich mit ihr befreundet bleiben. Also hör mal: Ihr müsst doch nicht immer irgendwohin FAHREN, oder? Ihr könnt doch auch laufen. Oder mit dem Rad fahren. Das Wetter wird schließlich immer besser, nicht wahr?! Zeig ihr, dass Du auch in dieser schweren Zeit zu ihr stehst und sie nicht allein ist. Das wird sie Dir nie vergessen.

Wichtig ist auch, dass Du ihr diese Angst nicht ankreidest. Sie wird nichts dafür können und man muss eben warten, bis das mit einem Psychiater oder Psychologen aufgearbeitet wurde.

Viel Glück euch beiden und eine lange, lange Freundschaft!

UwahX

Danke für die Antwort. Bisher bin ich oft zu ihr nach Hause gefahren, damit wir uns sehen. Das mache ich auch gerne. Ich erwarte auch nicht, dass etwas zurückkommt, da ich weiß, dass sie nicht fahren kann. Ich wollte eben wissen, was sozusagen "sensible Punkte" sind, die ich nicht ansprechen sollte. Lustig machen tu ich mich auf keinen Fall. Jeder Mensch hat schließlich Ängste, ich z.B. reagiere sehr nervös, wenn ich Ratten sehe. Ein Bekannter von mir hat Ratten und immer bevor ich komme, muss er sie in ein anderes Zimmer stellen, damit ich sie nicht sehe.

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Ich kenne zwar bislang niemanden mit dieser speziellen Form der Angst, aber ich vermute mal stark, dass es sich hier um die sogenannte Siderodromophobie handelt.

Da es sich wie gesagt nicht nur um ein "Macke" handelt sondern eventuell um eine tiefere Angststörung sollte man ihre Wünsche auf diese Verkehrsmittel zu verzichten ernst nehmen und nicht ins Lächerliche ziehen. Deine Freundin sollte unbedingt einen Psychologen aufsuchen und sich behandeln oder zumindest mal beraten lassen.

Du hilfst ihr schon sehr gut, indem Du Dir Deine Gedanken machst. Das ist abslout klasse von Dir.

Wahrscheinlich handelt es sich bei ihrer Angst um eine Art Klaustrophobie - Angst vor engen Räumen, Angst vor zuviel Enge unter Menschen.

Was für Außenstehende völlig beknackt klingt, ist für Betroffende aber ein ernsthaftes Problem, dass sie nicht alleine knacken können.

Nimm ihr Problem ernst, und versuche nicht, sie noch einmal zu einer U-Bahn-Fahrt zu überreden, solange sie die Therapie nicht erfolgreich abgeschlossen hat. Bei gemeinsamen Unternehmungen einfach berücksichtigen, dass U-Bahn fahren und ähnliches derzeit nicht drin ist und vor allem: damit ganz normal umgehen. Das ist jetzt einfach so. Und wird sich hoffentlich durch die Therapie wieder ändern.

da kann ich mir mit deiner freundin die hand reichen...;(...akzeptiere so wie es ist..wichtig ist auch zu sagen das es für dich kein prob ist und nicht sagen das du das nicht nachvollziehen kannst oder so..denn sie hat es sich nicht selber so ausgesucht und ist bestimmt oft deswegen am verzweifeln....

Endlich mal wieder eine wirklich gute, durchdachte und Rat suchende Frage. Respekt! Ich hoffe, dass dir einige hier hilfreiche Tipps geben können, wie du deiner Freundin helfen kannst.

Behandel Sie ganz normal, jeder Mensch hat seine Macken.

Das ist keine Macke, sondern wird richtig als "Krankheit" angesehen. Sie macht demnächst ja auch eine Therapie.

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@DancehallGyal

Sobald sie in Therapie ist, ist es sicherlich das beste, wenn du sie wirklich ganz normal behandelst. Dadurch bekommt sie nicht den Eindruck, dass sie ein "Psycho" (salopp gesagt) ist, der total anders ist.....Du zeigst ihr damit, wie die normale Welt ist, wo sie sicher wieder hin möchte. Gehe als Beispiel voran, damit sie merkt, dass sie keine Angst haben bräuchte.

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@DancehallGyal

Versuch es nicht als Krankheit zu sehen. Dafür ist der Therapeut dann ja da. Sie sie vorerst als Menschen. Du kannst sie ja fragen, ob es ihr unangenehm ist, darüber zu sprechen. Aber du soltest es nicht als Krankheit abstempeln, sondern sie eben nicht anders behandeln.

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@Petrichor

Ich gehe auch ganz normal mit ihr um. Einziger Unterschied eben, dass wir in letzter Zeit nichts mehr unternommen haben, sondern, dass ich zu ihr nach Hause gefahren bin, aber das stört mich nicht.

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