Freund kifft viel(Jugendlich)?

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Joho mein Spezialgebiet:

Grundsätzlich kannst du dir das Gehirn vorstellen, wie ein Kabelnetzwerk. Es müssen immer die richtigen Kabel in die richtigen Steckdosen eingesteckt werden, dass alles richtig funktioniert. Wie ein Orchester. Alles muss auf einander abgestimmt sein.

Im Jugendalter entwickelt das Gehirn genau diese Fähigkeiten. Es muss lernen die richtigen Kabel zu setzen. Wenn jetzt von aussen Cannabis hinzukommt, denn werden die Kabel an die falschen Steckdosen gesteckt und das Gehirn lernt falsche Dinge.

Zudem senkt jeder Cannabiskonsum den Botenstoffhaushalt von Serotonin, Anandamid und Dopamin stark für 4 Wochen. Wenn in dieser Zeit weiter gekifft wird, sinkt der Haushalt immer mehr. Dies hat zahlreiche psychiatrische Folgeerscheinungen. THC wird vom Körper als Endo-Cannabinoid anerkannt und dockt da im Endocannabinoidsystem an den CB1 Rezeptoren an. Dadurch werden Botenstoffe wie Anandamid, Serotonin und Dopamin vermehrt ausgeschüttet oder deren Wiederaufnahme gehemmt. Die starke Ausschüttung dieser Botenstoffe führt zu einem niedrigeren Botenstoffhaushalt, der die erwähnten Langzeitnebenwirkungen verursacht. Diese Haushalte brauchen ca. 4 Wochen um sich vollständig zu regenerieren, sofern in dieser Zeit kein weiter Konsums stattfindet

Folgende Langzeitnebenwirkungen gibt es dann:

Bei häufigem und regelmässigem Konsum besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit. Ca 15% aller regelmässigen volljährigen Konsumenten sind abhängig, bei Jugendlichen sind es ca. 25%. Auch Symptome einer körperlichen Abhängigkeit können sich äussern; bei plötzlicher Abstinenz sind Schweissausbrüche, Hitze-/Kälteschauer, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen und Einschlafschwierigkeiten sowie Gereiztheit möglich. Bei chronischem Konsum besteht die Gefahr von Realitätsverlust; latente Psychosen können ausgelöst werden. Bei Männern kann die Testosteron-Bildung abnehmen (Besonders in der Pubertät bemerkbar und gefährlich) Zudem ist die längerfristige Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und der Motivationsfähigkeit möglich. Lethargie und Gleichgültigkeit können auftreten. Lebensziele und Erfolge werden dauerhaft ignoriert. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt stark ab, dies ist gerade bei Personen mit z.B ADHS extrem riskant. Dies alles hat den Ursprung darin, da Cannabis bei regelmässigem Konsum die Produktion vieler endogenen Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin senkt. Bei übermässigem Konsum mit bekanntem endogenem Serotoninmangel kann ein Serotonin-Syndrom ausgelöst werden. (Diese Gefahren sind bei Jugendlichen besonders hoch). Durch das Rauchen, vor allem gemischt mit Tabak, kommt es bei chronischem Konsum zu einer gesteigerten Anfälligkeit für Atemwegsbeschwerden 10 (Bronchitis, Luftröhren- und Lungenentzündungen u.a.). Durch das tiefere Inhalieren sowie schlechtere Filtermethoden (Fahrkarten) sind Joints für die Lunge schädlicher als Zigaretten.

Im Grunde verraucht man einfach sein Potenzial. Das schlimme bei Cannabis ist, dass man nicht merkt, wie sehr man sich schadet! Bis es zu spät ist und man seine ganze Jugend und Kindheit verraucht hat.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Und wie ist das mit dem kurzzeitgedächnis und logischem denken etc hab gehört das soll besonders schlimm sein weil die Schäden irreparabel sein sollen

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@Krankermensch2

Du musst wissen, dass ganz viele dieser "Cannabissteckdosen" im Kurzeitgedächtnis / rationalem Denken bzw. im Teil des Gehirnes davon vorkommen. Also gerade dort, werden falsche Signale geleitet. Wenn dein Kumpel jetzt 14 ist und erst ein Jahr z.B Kifft, dann kann er aufhören und die Schäden sind mithilfe einer Therapie durchaus reparabel. Die Schäden sind erst dann irreparabel, wenn er solange kifft, bis das Gehirn seine Entwicklung abgeschlossen hat und dann die eigentlichen richtigen Signale nicht mehr lernen kann. Und da ist auch die Gefahr, oft sehen Jugendliche erst die Gefahr, wenn es schon zu spät ist.

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@Pharmatastisch

Mir ist eben noch eingefallen mit der Therapie heist es meine Freunde müssen in Therapie oder regeneriert sich das Gehirn voll alleine.

und sie sind momentan dumm und vergesslich wollen aber nur noch einmal im Monat haben sie zumindest gesagt kiffen heist das sie sind dann immer noch so dumm wie zur Zeit ?

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@Krankermensch2

Nun die Sache ist komplex. 1x im Monat ist in deren Alter immer noch zu viel! Aber ja natürlich, sofern sie das 1x im Monat einhalten, werden sich gewisse jetzt bemerkbare Defizite zurückentwickeln. Gewisse Symptome können aber auch bleiben ob mit oder ohne Therapie. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie das einhalten können ist gering. Gerade bei Jugendlichen und gerade bei Cannabis ist eine Sucht extrem schnell entwickelt. Ich kenne ganz viele Jugendliche, die sich vorgenommen haben weniger zu kiffen, dass hat dann immer maximal 2 Monate geklappt, danach wieder fast täglicher Konsum. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ohne Therapie eine Konsumreduzierung hinbekommen ist sehr gering, da viele Leute glauben, sie können "alleine" aufhören, aber "alleine" ist das fast unmöglich. Du brauchst wirklich sie in dieser Zeit zu unterstützen! Am besten hören sie ganz auf, denn Cannabis wirkt im ersten Moment cool, ein paar Jahre später bereust du es aber gewaltig.

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Ist die Suchtrate nicht eher 9% als 15%, zumindest laut den meisten Quellen die ich kenne sind es 9. 15 erscheint mir schon etwas übertrieben.

Außerdem ist es längst bewiesen dass nicht Thc die Schizophrenie verursacht sondern es genau umgekehrt ist.

"When they applied MR to address causality, they found only weak evidence for a causal effect of cannabis use on schizophrenia but much stronger evidence for a causal effect of schizophrenia on cannabis use. Put simply, this suggests that individuals who have—or are about to develop—schizophrenia are more likely to try cannabis."

http://stm.sciencemag.org/content/10/460/eaav0342?rss=1

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Es ist insofern schädlich, dass kiffen mit der Zeit gleichgültig macht.

Man kann süchtig davon werden - zwar nicht körperlich, aber seelisch.

Einige meiner Kumpel in der Schule haben auch gekifft - und es war ihnen anzumerken, weil sie mit der Zeit echt verpeilt und vergesslich wurden.

Übrigens: Kiffen ist für die Lungen genau so schädlich wie normale Zigaretten auch

Zu der Diskussion Alkohol vs Cannabis:

In der Entwicklung sollte man von beidem die Pfoten lassen.

Naja Psyche und Körper ist eins und kann man nicht trennen, deshalb macht Cannabis strenggenommen auch körperlich abhängig. (Habe es vor Jahren mal selber erlebt)

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Also "kifft sehr viel" ist auf jeden Fall nicht 1-2mal im Monat in seinem Alter sollte er es natürlich lassen aber fast alle die kiffen haben in diesem Alter angefangen die möglichen Schäden kannst du dir einfach und schnell im Internet zusammen suchen

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