Mein Freund hat Stress in der Ausbildung und ich möchte ihm helfen. Was soll ich tun?

5 Antworten

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Praktisches zur Prüfungsvorbereitung:

Wenn man Stress hat, ist es ganz wichtig, strukturiert zu arbeiten. Da es zu den Aufgaben eines Erziehers/in gehört, den Tag und die "Arbeit bzw. Beschäftigung" für andere zu strukturieren, müsste er das für sich selbst eigentlich auch können.

Also einen Lernplan machen. Ich weiß ja nicht, wieviel Zeit er noch bis zur Prüfung hat. Leider haben die meisten Leute, die vor der Prüfung Stress haben, zu spät angefangen zu lernen. :-(

Prioritäten setzen: Lernen zuerst, von allem anderen nur tun, was wirklich wichtig ist. Ein bisschen Sport, möglichst jeden Tag eine halbe Stunde an frischer Luft spazieren gehen oder laufen sollte aber drin sein.

Es gibt für die meisten Prüfungen Prüfungslernbücher, die das Wichtigste des Stoffes komprimiert darstellen. So etwas könntest Du für ihn suchen und ggfs. beschaffen.

Theoriestoff aus den Lehrbüchern zusammenfassen und auf einen Tonträger sprechen. Bei dem Aufnehmen kannst Du ihm sicherlich helfen.* Diese kann man dann immer wieder abhören und sich so den Stoff einprägen. Manche Leute lernen gut Durch Hören, sind sog. Hörtypen. Hinzukommt noch, dass man die Hörtexte überall spielen kann. Beim Geschirrspülen, bei der Busfahrt zur Schule/Arbeit usw.

*Achtung: Sicherheitskopie machen, falls die Datei zerschossen wird.

Ruhe bewahren - Wenn man durch eine Prüfung fällt, geht die Welt nicht unter; denn man kann jede Prüfung wiederholen.

Nach 15:30 Uhr keinen Kaffee oder andere koffeinhaltigen Getränke mehr trinken. Wenn man nach 20 Uhr müde ist, kann man ruhig hin und wieder auch mal früh schlafen gehen. Wenn man dann morgens zu früh aufwacht, kann man auch morgens lernen.

Gut und regelmäßig essen und ausreichend trinken.

Vielleicht könnt Ihr damit etwas anfangen.

Übrigens: Die Prüfungsvorbereitungsbücher eignen sich auch hervorragend für  die Vorbereitung von Klassenarbeiten / Klausuren.

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Habe ein offenes Ohr für die Sorgen deines Freundes. Auch wenn du ihm keine konkreten Lösungsvorschläge für sein Problem anbieten kannst, kannst du dennoch für ihn ein Ruhepol sein, an dem er sich ausheulen kann und wo er sich um nichts sorgen braucht. Höre ihm einfach zu und zeige Verständnis für seine Ängste. Für ihn ist diese Ausbildung nunmal eine große und wichtige Sache, die seinen späteren Lebensweg prägen wird. Also ist es auch verständlich, dass er auf das Bestehen der Prüfungen etc. viel Wert legt. 

Du kannst deinen Freund beim Strukturieren seines Alltags helfen. Wer derart unter Stress steht, weiß oft nicht, wo er mit dem Bewältigen alltäglicher Aufgaben anfangen soll. Das verursacht natürlich ein Gefühl von Kontrollverlust und Planlosigkeit. Hier kannst du für deinen Freund also vielleicht ein Wegweiser sein, der ihm zeigt, wo er sich gerade befindet, was zu tun ist und was aber auch bereits erledigt ist. Wenn dein Freund an seinen Fähigkeiten zweifelt, hilft es ihm sicher, wenn du ihn daran erinnerst, was er schon alles geschafft hat und worauf er stolz sein kann. Es ist wichtig, dass er seine Bemühungen auch als solche anerkennt und dass er einsieht, dass seine Sorgen zwar verständlich, aber in dem Ausmaß auch nicht immer realistisch sind. Wenn er vor Aufregung und Nervosität nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, kannst du ihn sanft wieder auf den Boden der Tatsachen bringen. 

Aber auch wenn seine Ausbildung für ihn derzeit am Wichtigsten ist, solltest du deine Bedürfnisse trotzdem nicht vollends hinten anstellen. Du kannst ihm nur dann eine gute Hilfe sein, wenn es dir selber ebenfalls gut geht. Wenn du dich zu sehr vernachlässigt fühlst, solltest du das anmerken. Dein Wohl ist auch von Bedeutung. Dein Freund hat nicht das Recht dazu, seinen Frust ungefiltert auf dich abzuladen. Da musst du Grenzen setzen. Tu dies mit klugen und deutlichen Worten tun, so dass am Ende eine Versöhnung möglich ist. Wenn die Zeiten schwierig werden, solltet ihr euch dennoch mit Liebe und Respekt begegnen. Nur so steht ihr das gemeinsam als Team durch! Viel Glück! 

Übrigens an jeder Bildungseinrichtung  gibt es auch Bildungsberater. Das kann der "Klassenlehrer", ein Vertrauenslehrer, ein allg. Bildungsberater sein. Ein Gespräch mit einer solchen Person kann ungeheuer aufbauend wirken - auch wenn man dort meist nur Dinge erfährt, die man sowieso schon weiß, aber ich ist eigentlich Sinn des Gespräches.

ausbildung als erzieher--das sollte man nur machen wenn man auch stress bewältigen kann.ich vermute er hat den falschen beruf gewählt...weil als erzieher hat er nicht nur stress

Er kann das, so ist es nicht. Aber wie du schon sagtest, es ist halt die Theorie, die ihm im Moment ZU viel ist er stellt sich selbst Steine in den Weg.

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Ich frage mich, ob er für diesen Beruf geeignet ist. Wenn es ihn jetzt schon überfordert ...

Praxis gelingt ihm eigentlich gut. Nur mit dem Schulstoff hat er Probleme. Nicht, weil er es nicht können würde, sondern weil er sich selbst Steine in den Weg legt.

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@HolyRihanna

Nunja, dann sollte er an diesen Steinen arbeiten, nicht wahr? Was anderes wird ihm nicht übrig bleiben. Eines muss er sich jedoch klar machen: Er ist auch nur ein Mensch, der zuweilen Fehler macht! Das ist natürlich und da ist Druck unangebracht!

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Wenn der Druck nicht nur von sich selbst kommen würde... wenn er es nicht packt, will seine Mutter ihn rauswerfen und nach München zu seinem Onkel schicken 🙄 Davor hat er Angst.

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@HolyRihanna

Dann sollte er ein Machtwort mit seiner Mutter reden! Ich denke, jeder wird empfehlen, dass man während der Ausbildung noch zu Hause leben sollte.

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wieso sollte er für den Beruf nicht geeignet sein weil er sich Stress und Druck macht? Ich denke Leistungsdruck ist in unserer Gesellschaft mit der Zeit leider normal geworden und viele Menschen haben ein Problem damit. ich mache zurzeit die Ausbildung zum Sozialassistent und bin dort in der Oberstufe. habe jetzt morgen meinen zweiten Lehrerbesuch und danach eine Projektwoche die ich planen musste. das ganze schriftliche und planen hat mich auch extrem gestresst und seit Januar habe ich Stress- Symptome also Kopfschmerzen, abgeschlagenheit, allgemeines unwohlsein, das Gefühl nicht abschalten zu können und einfach keine Ruhe zu haben. sobald ich das schriftliche fertig hatte hatte ich wieder bessere Laune aber jetzt wo ich den Besuch und die Projektwoche vor der Nase habe bin ich wieder ziemlich aufgeregt und mache mir Gedanken. oft auch immer die selben wie in einem Teufelskreis. unterstütze ihn so gut es geht und spätestens wenn er es geschafft hat ist alles gut. das hoffe ich bei mir auch. bei mir äußert es sich auch durch Verspannungen im Nacken die ein HWS Syndrom verursacht haben. LG und viel Glück weiterhin:)

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