"freude schöner götterfunken" wer kann mir den text erklären?

5 Antworten

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Freude, schöner Götterfunken - Sich freuen können ist toll, Tochter aus Elysium - so - als ob die Freude aus dem Himmel käme. Wir betreten feuertrunken, wir freuen uns heiß und fast wie betrunken; Himmlische, dein Heiligtum. Die Freude ist schier etwas Heiliges. Deine Zauber binden wieder, Freude verzaubert einen und führt Leute was die Mode streng geteilt zusammen, die sonst kaum miteinand reden. Alle Menschen werden Brüder, (lassen wir so), Wo dein sanfter Flügel weilt. Wenn sie sich nur genug freuen. Deine Zauber binden wieder, (s.o. ...) Was die Mode streng getheilt; Alle Menschen werden Brüder, Wo dein sanfter Flügel weilt.

Wem der große Wurf gelungen, wer es schafft, eines Freundes Freund zu sein, einen wirklich guten Freund zu haben, Wer ein holdes Weib errungen, -- er darf auch weiblich sein -- Mische seinen Jubel ein! der darf mitjubilieren (Juchhu!) Ja - wer auch nur eine Seele Es reicht schon, wenn man auch nur einen Sein nennt auf dem Erdenrund! Freund hat auf der Welt. Und wer's nie gekonnt, der stehle Wer nicht mal einen einzigen solchen Weinend sich aus diesem Bund. Freund hat, der kann sich schleichen. Ja - wer auch nur eine Seele (s.o. ...) Sein nennt auf dem Erdenrund! Und wer's nie gekonnt, der stehle Weinend sich aus diesem Bund.

Froh, wie seine Sonnen fliegen ("seine"?) Freudig, als wie die Sterne Durch des Himmel prächt'gen Plan, am Himmel herumziehen, so Wandelt, Brüder, eure Bahn, sollts ihr euren Lebensweg gehen (line added by Beethoven) Freudig, wie ein Held zu Siegen. und euch wie die Helden dabei vorkommen. Wandelt, Brüder, eure Bahn, (s.o. ...) Freudig, wie ein Held zu Siegen. Wandelt, Brüder, eure Bahn, Freudig, wie ein Held zu Siegen

Tolle Antwort. Da könnten ja wirklich alle Sterne leuchte - nicht nur der für beste Antwort- DH - und mehr!!

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Im Grunde ist es ganz einfach. Die Freude ist wie ein von Gott gesandtes Wunder, dass alle Menschen vereinigen kann. In dieser Freude werden wir, egal was die Leute die uns nicht verstehen sagen, glücklich sein. Schiller nennt einige Beispiele. z.b. Wer ein holdes Weib errungen (Wer eine Frau hat die zu ihm hält), Eines Freundes Freund zu sein (Wer einen ehrlichen Freund hat).

In der Sinfonie Nr. 9, 4. Satz von Ludwig van Beethoven, kommt die Freuden-Ode, wie dieser Gesangsabschnitt auch genannt wird, zum Einsatz. Er wird auch als Europa-Hymne gepriesen und wird bei mehreren internationalen Veranstaltungen vorgetragen, ganz gleich ob in bekannten Musikfestspielen, Sport-Olympiaden, Kongressen von großer Bedeutung, oder gar Messen. Der Hintergrund des Textes ist so zu verstehen, daß die Hoffnung daß alle Menschen sich eines Tages brüderschaftlich vereinigen werden, niemals aufgegeben werden soll und darf. Die Menschen sollen ihre Freuden miteinander teilen, sofern diese ehrliche und wohlgemeinte Freuden sind. Der folgende Textabschnit bringt es auf den Punkt: "Wem der große Wurf gelungen, Eines Freundes Freund zu sein, Wer ein holdes Weib errungen, Mische seinen Jubel ein! Ja-wer auch nur eine Seele Sein nennt auf dem Erdenrund! Und wer´s nie gekonnt, der stehle Weinend sich aus diesem Bund!". Darüber hinaus suggeriert der Text daß nur wenn sich alle Menschen vereinigt haben, sie auch wirklich in eine höhere Sphäre des Lebens gelangen können, sozusagen dadurch dem Gott ein Stück näher kommen können. Der Text stammt bekanntlich von Friedrich von Schiller, aus dem Jahre 1785. Ludwig van Beethoven der sich ja mit dem Mittelmäßigen niemals ernsthaft in seinem Leben beschäftigen wollte (warum sollte er auch?) war ein Bewunderer Friedrich Schillers aufgrund dessen Freiheitsdrang und dessen Radikalität und wegen seiner anderen herausragenden Attributen natürlich. Er hat sich mit Herzenslust dieses Textes angenommen, hat es verändert, soz. seinem musikalischen Werk passend gemacht. Es ist ein Werk welches einem größten Pathos entspringt, die menschliche Freude anpreist, was man wiederum meiner Ansicht nach in gewisser Weise durchaus auch als ein Akt der Freiheit interpretieren könnte.

Der Text ist ein Gedicht von Friedrich Schiller ("Ode an die Freude"), bekannt ist das "Lied" als vierter Satz aus Beethovens 9. Sinfonie (und nicht aus einer Oper, wie Volker13 lustigerweise behauptet). Wie für viele andere literarische Texte auch, gibt es für die "Ode" einen Eintrag in der Wikipedia.

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