Fremdes Konto für Gehaltsüberweisungen um Pfändungen zu umgehen!

11 Antworten

Hallo,

nein strafbar im eigentlichen Sinne ist nicht, egal wie Du es anstellst. Die Frage der Bank wegen Geldwäschegesetz danach, in wessen wirtschaftlichem Interessse Du das Konto erölffnest, ist schon bißchen nah dort, wo es beginnt weh zu tun. Mit der geldwäsche krigst Du kein Problem, aber ganz woanders, wo Du es nicht ahnst!

Diese masche, ein fremdes Konto zu nutzen, ist bei Schuldnern sehr beliebt und bei Leuten, die ihr Berufsleben mit Schuldnern zubringen, sorgt diese Masche für heftige Erheiterung. Da kann man schon fast hören, wie der Geldbeutel klimpert ...

Kennen natürlich nicht viele ... ist eher ein Geheimtipp und geht bei mir im Büro "wie Warme Semmeln"!

Es besteht folgendes Problem.
Der Schuldner bekommt Lohn von seinem Arbeitgeber gezahlt und der unterleigt der Pfändungsfreigrenzentabelle gem. § 850c ZPO.

In dem Moment, in dem die Zahlung, also Lohn auf dem vom Schuldner genutzten Fremdkonto auftrifft, verliert die Zahlung ihren Lohncharakter.

Dass der Schuldner ein oder mehrere Fremdkonten nutzt, bekommt ein pfiffiger Gläubiger oft schnell raus.

Der Inhaber des Kontos ist Drittschuldner; ich pfände bei ihm die angeblichen Ansprüche des Schuldners aus der Nutzung des Kontos des Dritten.

In der Regel denken diese Drittschuldner dann, dass der Lohn doch nicht pfändbar sei, der Pfändungsfreigrenze unterliege und überhaupt und sowieso geht das eh´ doch alles so nicht!

Schön für mich!

Der Drittschuldner dürfte nämlich an den Schuldner nichts mehr herausgeben, ist alles gepfändet ... nix mit Lohn und gleich gar nicht mit Pfändungsfreigrenze ... fällt alles komplett aus!

Da der Drittschuldner entgegen der Anordnung des Gerichts weiter an den Schuldner herausgibt, zumal er oft sogar auch nich die Abgabe einer Drittschuldnererklärung vergißt, kommt er mit dem Schuldner gemeinsam schon so langsam in den strafbaren Bereich. Vereitelung der Zwangsvollstreckung heißt die böse Tat!

Den Drittschuldner verklage ich auf Zahlung und wenn ich den Eindruck habe, dass die beiden besonders dreist gehandelt haben, vielleicht kollusiv zusammengewirkt kommt die Strafanzeige.

Dass der Drittschuldner in dem Klageverfahren verurteilt wird, steht ausser Zweifel. Selbst wenn der Gläubiger von einem besoffenen Rechtsanwalt vertreten wird, kann er den Prozess nur gewinnen.

Die Gegenseite wettert oft sehr, schimpft über meine leicht naßforsche Voirgehensweise. Da ich nicht Anwältin bin, brauche ich keine Regeln einzuhalten und kann das alles so aufziehen, dass der Spaßfaktor möglichst groß ist. Das führt zu heftigen Eruptionen ...

Viele Grüße Vollstreckerin

Ist das Fremdkonto jedoch ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) gibt es auch da dann kein Zugriff, da spielt der Karakter der Geldeingänge keine Rolle. Da die Frage 8 Jahre alt ist, hat sich da inzwischen viel geändert.

Da gilt beim P-Konto der Grundfreibetrag. Überdies gibt es keine Sippenhaft. Eine Strafbarkeit gibt es überhaupt nicht, das ist Schwachsinn. Ich kann mein Geld hinüberweisen, wohin ich will, wir leben in einem freien Land. Eine Strafbarkeit kann es nur dann geben, wenn man beim Gerichtsvollzieher bei der Abgabe der Vermögensauskunft -zu diesem Zeitpunkt- falsche Angaben hinsichtlich des Bankkontos macht und nur diesem Gegenüber ist man zur Auskunft verpflichtet, sofern ein Pfändungsauftrag vorliegt. Inkasso und Anwälte haben da nichts zu melden, sie lösen allenfalls aus und das ist der Gerichtsvollzieher bzw. Zoll (Schulden beim Staat).

Es sei noch anzumerken, das seit 2016 (per EU-Gesetz) jedem ein Bankkonto zur Verfügung gestellt werden muss, der keines hat. Doppelkonten gehen natürlich nicht. Auch muss jede Bank auf verlangen das Giro-bzw. Basiskonto in ein Pfänungsschutzkonto umwandeln. Hat man Familie bzw. Angehörige (Im Sinne der Unterhaltsverpflichtungen) dann schnellstens den Grundfreibetrag erhöhen lassen. Dies bedeutet das z.B. eine Mutter mit Kind das Einkommen höher in der Summe geschützt ist, als wenn man alleine lebt, steigend nach weiteren Personen im Haushalt.

Jobcenter oder Schuldnerberatungsstellen, füllen einem dazu alles aus, was das eigene Einkomen angeht. Und dann ist nämlich erstmal Schluss mit den Langfingern und man braucht keine Spiele machen. Motto: Alles beim GV offen legen, sich aber um den eigenen Schutz kümmern. Das Bankonto ist nämlich anderenfalls die grösste Schwachstelle.

Die Schadenfreude solcher Zeitgenossen wie der Schreiber/in über mir, legt sich dann schnell. Manche wollen mit dem Kopf durch die Wand, das Problem ist für Gläubiger, sie legen alle Kosten zu Pfändungsversuchen jeder Art erstmal aus. Wenn der GV also losmarschiert, hat der schon sein Geld, was seinen Arbeit angeht. Es bleiben zwar die Ansprüche auch dieser Kosten, aber wann und ob sie je erfüllt werden, steht auf einem anderem Blatt.

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@NICFNettie

Was NICENettie schreibt, ist halt etwas unausgegoren und fachlich von geringem Niveau.

Der Pfändungsschutzcharakter eines P-Kontos bezieht sich einzig nur auf den Kontoinhaber, nicht auf Dritte, die z.B. irgendwelche Lohnzahlungen dorthin einzahlen lassen.

Wenn ein Dritter sein Lohn / gehalt auf das P-Konto eines Anderen einzahlen läßt, haben eventuelle Gläubiger des Lohn-/Gehaltsempfängers direkten Zugriff auf die Ansprüche gegen den Kontoinhaber auf Auszahlung der dorthin eingezahlten Löhne / Gehälter.

Auch die Kenntnis des NICENettie im Strafrecht ist wohl mangelhaft.

Die Verwendung des Bankkontos eines Dritten für den Empfang von Lohn-/ Gehaltszahlungen o.ä. durch Schuldner begründet in sehr vielen Fällen den unmittelbaren Tatverdacht der Vereitelung der Zwangsvollstreckung und / oder des Bankrotts.

NICENettie empfehle ich, von der Juristerei zu lassen. Mit hausbackenen Ratschlägen ist da nichts zu machen!

Viele Grüße

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Hallo, ich würde meine Finger von solchen Dingen lassen, wenn er schon Probleme hat und auch weiß, dass jemand von ihm Geld bekommt, will er "dein" Konto nutzen um die Gelder an den Gläubigern vorbeizuschleusen, da es "dein" Konto ist, machst du dich hier auf jeden Fall mitschuldig.

Wenn jmd. z.B. eine Pfändung vom Finanzamt auf dem Konto hat und Geldeingänge erwartet, die er dann auf einem anderen Konto überweisen lässt, kann der Kontoinhaber auch vom Finanzamt in Haftung genommen werden, die Summe zu bezahlen.

Und insbesondere ein Finanzamt hat die Möglichkeit sämtliche Konten zu pfänden, die dem Schuldner gehören UND für die er auch nur bevollmächtigt ist.

Wie einige Vorsprecher schon gesagt haben, der Bekannte sollte sich eine Schuldnerberatung suchen.

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