Freizeitausgleich bei übermäßig langer Sonntagsarbeit

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5 Antworten

Also folgendes: Sonntagsarbeit hast Du in Deinem Arbeitsvertrag unterschrieben - dafür musst Du einen ersatzweisen freien Tag erhalten (Arbeitszeitgesetz § 9), wieviele Stunden Du arbeitest ist nicht relevant, da die Hüchststundenzahl im Arbeitszeitgesetz festgelegt ist - 8 Std. täglich - kann auf 10 Std. verlängert werden, wenn innerhalb von 26 Wochen der 8 Std. Durchschnitt erreicht wird. Fahrzeit ist in einem solchen Fall Arbeitszeit, da Du ja nicht zum Vergnügen mitfährst. Wie Du richtig bemerkt hast, müssen Überstunden angeordnet werden damit diese auch vergütet werden müssen, aber alle anderen leiste ich nicht - mir ist ja nicht langweilig, dass ich arbeiten gehe, sondern weil ich Geld brauche - Du bist auch Unternehmer - Du verkaufst Dein Wissen, Deine Zeit und Dein Können zu fest vereinbarten Konditionen (Arbeitsvertrag). Nur was darin steht darauf hat Dein Chef ein Recht, alles Andere muss er kaufen zu meinen Bedingungen, wenn diesem meine Bedingungen nicht passen, muss er sich einen anderen suchen der dies tut. Gehe schnellstens zur Gewerkschaft - Mediengestalter ist Verdi, Fachbereich 8 und sieh zu, dass noch ein paar Kollegen mitgehen - wedet Mitglied (kostet 1% vom tarifl. Brutto im Monat) - Ihr habt sonst überhaupt kein Recht auf einen Tarifvertrag (Tarifvertragsgesetz) - da wird Euch auch geholfen, einen Betriebsrat zu wählen! Die Stunden von Deiner Sonntagsschicht muss er trotzdem bezahlen (§ 642 BGB). Er muss Dir ja darauf sogar den Montag frei geben, da zwischen Ende der Arbeitszeit und Beginn der nächsten mindestens 11 Stunden sein müssen - ansonsten einen Anruf beim Gewerbeaufsichtsamt - auch annonym - die gehen der Sache nach! (Telefonnummern findest Du im Internet). Zuschläge für Sonntagsarbeit gibt es nur über Tarifverträge - ohne Gewerkschaft auch kein Recht darauf - jeder schreit nach Tarifverträgen, aber Mitglied bei einer Gewerkschaft will keiner werden - geht mal zu Tarifverhandlungen und hört Euch die argumente der Arbeitgeber an: "Ihr habt ja nur 2% der Beschäftigten als Mitglieder und da wollt Ihr mehr Geld - Ihr vertretet ja nur eine Minderheit"! So und so ähnlich sind die Kommentare von den Verhandlungsführern - ist ja klar, dass diese vor starken Gewerkschaften Angst haben - das kostet den Arbeitgebern Geld! Sicherlich ist auch da nicht alles Bestens, aber wo ist dies schon so? Jedenfalls das kleinere Übel mit Sicherheit auf Tarifvertrag und Arbeitsrechtsschutz! Kopf hoch und schnell hin. Alles Gute.

Danke für deine Antwort, generell hört sich das ja ganz gut an... Jedoch haben wir leider keinen Betriebsrat oder Gewerkschaft an die man sich wenden könnte :( wir alle wissen das bei uns unnormale Zustände herrschen, nur leider kann man dagegen kaum was ausrichten. Jemand der mal einen Betriebsrat gründen wollte wurde irgendwann unter fadenscheinigen gründen entlassen.

Wenn möglich wäre eine "sichere" Antwort Super, die rechtlich abklärt was mit der zeit passiert die über 8 Std hinausgeht und somit ein einzelner Ausgleichstag zu wenig wäre.

Ist es denn so dass z.b die Richtlinien der ig Metall für mich (Mediengestalter) überhaupt gelten? Gehaltserhöhungen, Urlaubstage etc richten sich bei uns auch nicht nach Tarifverträgen oder Gewerkschaften.

DerIng 28.10.2012, 09:06

Natürlich kann man etwas ausrichten - ich spreche aus eigener Erfahrung. Ein Betriebsratsmitglied kann nicht so ohne weiteres gekündigt werden. Die Frage ist, willst Du was ändern? Dann musst Du auch was machen. Von alleine passiert nicht, Dein Arbeitgeber braucht erstmal eine kleine "Erziehung". Du solltest in eine passende Gewerkschaft eintreten, nach 3 Monaten steht Dir der arbeitsrechtliche Rechtschutz zu. In der Zwischenzeit kannst Du ja mal antesten, ob es Mitarbeiter gibt, die bei einem Betriebsrat mitmachen würden. Die Gewerkschaft hilft hier gerne - eigene Erfahrung.

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Rechlich ist es volgendermassen: Sonntagsarbeit wird mit 100% Vergütet. Die anderen Überstunden werden die ersten 2 Std mit 25% die 3 - 6 Std. mit 50% und der Rest mit 100% Vergütet (keine 100% Gewähr) Auf jeden Fall stehen Sie dir zu. Und wenn du länger wie 10 Std. unterwegs bist sogar ein Mittagessen! hier ein kleines Info: http://www2.igmetall.de/homepages/bremerhaven/rundumsarbeitsrecht.html

Gehe zu deinem Betriebsrat oder zu deiner Gewerkschaft und nehme deinen Arbeitsvertrag mit, sowie eine Liste von deinen geleisteten Arbeitsstunden und die letzten 3 Lohnabrechnungen. Gehe am besten Sofort zu deiner Gewerkschaft! Ferner gild ja bei euch noch das Recht auf "Mobbing", daß ist Strafbar und kann mit Gefängnis bestraft werden. Am besten du hast noch ein paar Kollegen die Mitziehen.

Maximilian112 27.10.2012, 14:56

Rechlich ist es volgendermassen:

Kannst Du mir sagen wo Deine 100% rechtlich verankert sind?

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ralosaviv 27.10.2012, 16:05

Wie kommst du auf das schmale Brett, dass jeder einen Anspruch auf Basis des TV der IG-Metall haben könnte? Es gibt keinen gesetzlichen 'Anspruch auf Zuschläge.

Und was willst du hier mit Mobbing? Wer Überstunden macht, obwohl sie nicht angeordnet sind, dem ist auch mit nem Fuder Weihwasser und gesegneten Kerzen nicht mehr zu helfen.

Die Gewerkschaftstipps lese ich bei dir eigenltich in jeder Antwort. Kriegst du ne Fangprämie von den Banausen?

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Eine "rechtlich sichere" wird Dir hier niemand geben können.

Aber bei Euch liegt einiges im Argen. Sieht Du ja selbst so.

Deine konkrete Frage nach dem Sonntagsausgleich wiederspricht sich mit Deiner Aussage, dass Überstunden umsonst gemacht werden. Darauf läuft es dann wieder hinaus.

Kann sich auch da der Arbeitgeber auf das Gesetz berufen............

Du bzw Ihr solltet Euch auf das Gesetz berufen. In einem Betrieb von 30 Angestellten ist Kündigungsschutz vorhanden. 10 Stunden gearbeitet sind für mich 10 Stunden Lohn. (Allerdings hab ich von Dienstreisen wenig Ahnung)

Die Idee mit dem BR ist übrigens nicht die schlechteste gewesen. Aber oft geht das nur mit Unterstützung der Gewerkschaft ansonsten naja......

Pixelii 27.10.2012, 20:18

Danke, diese Schritte sollte unsere Belegschaft wirklich angehen.

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Entgegen der hier schon aufgestellten Behauptung, stehen dir gesetzliche eben keinerlei Zuschläge zu, wenn es nicht vertraglich vereinbart wurde oder in einem Tarifvertrag geregelt ist, der auf dein Arbeitsverhältnis angewendet wird.

Dann hast du aber Anspruch auf einen Ausgleichstag.

Bei dieser Regelung ist der Gesetzgeber bei der Sonntagsarbeit von der Länge eines normalen Arbeitstages ausgegangen. Natürlich muss die Zeit 1:1 in Freizeit ausgeglichen werden!

Überstunden die nicht angeordnet worden sind, muss der ArbG auch nicht vergüten. Also mach in Zukunft eben keine mehr, die nicht ausdrücklich gefordert werden.

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