Freiwillige/Unfreiwillige Abgabe des Sorgerechts?

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8 Antworten

https://www.nummergegenkummer.de/cms/website.php

Deutsche Jugendämter zeichnen sich bis heute nicht mehrheitlich durch tatsächliche Vertretung der Rechte Minderjähriger aus. Auf der Seite findest Du kompetente Ansprechpartner für alle Fälle. 

Mitarbeiter eines Jugendamtes haben nur beratende Funktion. Entscheidungen werden von Familiengerichten getroffen. Diese sind verpflichtet 16-Jährige anzuhören, ihren Willen in ihre Entscheidungen mit einfließen zu lassen so lange dieser nicht das Wohl der fürsorgeberechtigten Person beschneidet. Die genauen Aufgaben des Jugendamtes sind im entsprechenden Artikel auf Wikipedia zu finden. Hier bitte auch die Links im Text öffnen. Sich von Hand Notizen machen ist sinnvoll bei der Menge an Informationen. Wissen ist Macht. 

Die Ansichten mancher Menschen in diesem Staat sind schon bemerkenswert. Dessen ungeachtet schadet es keinem heranwachsenden Menschen zu lernen ein Wirtschaftsunternehmen Haushalt nach und nach selbständig führen zu können. Diese Tatsache wirst auch Du nicht abstreiten wollen. Ein Familiengericht wird es erst recht nicht. Mit dem Argument dass sie zu viel putzen müsse kommt Ihr also keinen Schritt weiter. 

Im Grundgesetz ist verankert dass 

Artikel 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

Ihr kommt wenn dann damit weiter dass Ihr das Grundgesetz komplett lest. Das geht online. Dann lest Ihr die UN-Kinderrechtscharta mitsamt aller Zusätze. Denn nun wisst Ihr dass Internationale Abkommen Verfassungsrang haben. Dort sind dann passende Argumente zu finden um erfolgreich sein zu können. Sicherlich ließe sich auch aus vorherigen Artikeln des Grundgesetzes eine Begründung für ihren Wunsch ableiten. Ich würde mir aber schon die Mühe wert sein auch die entsprechenden anderen Begründungen zu kennen. 

Grundsätzlich möchte ich Dir aber vor allen Dingen aus eigener Erfahrung schreiben dass es für mich nicht der beste Weg ist mit der Situation umzugehen den Ihr einschlagen wollt. Zwischen meiner Mutter und mir lagen auch Welten die nicht zueinander passten. Es kam also auch zu massiven Meinungsverschiedenheiten. Ich habe mich auf keinen Streit mit ihr eingelassen. Ich habe ihr Verhalten beobachtet. Dann habe ich mir in Ruhe überlegt wie ich ihre Aggressionen mit einer kurzen Antwort stoppen könne. Bevor ich diese gab habe ich erst mal geübt in aufrechter Körperhaltung angstfrei, freundlich aber bestimmt zu reden. Dann gab es mal wieder einen Zusammenstoß. Ich habe meine Übung umgesetzt und sie einfach damit stehen lassen. Damit war das Thema ein für alle Mal vom Tisch. Denn ich hatte ihr deutlich gemacht dass ich eine eigenständige Person mit eigenen Vorstellungen bin. Danach habe ich sie mit all ihren vielen Worten alleine gelassen und sie so eingeladen einfach mal nachzudenken. 

Rangordnungskämpfe zwischen Eltern und ihren heranwachsenden Kindern sind natürlich. Ebenso natürlich ist die Tatsache dass die Auffassungen der Eltern und der Kinder nicht übereinstimmen. Wäre es anders würden wir noch in Höhlen wohnen und uns von Jagd und Sammlereien ernähren. 

Mein Verhalten hatte natürlich Konsequenzen. Meine Mutter hat also dafür gesorgt dass ich so bald als möglich aus dem Haus komme. Freiwillig und unaufgefordert. 

Und ja: Natürlich hat sie mehrmals versucht noch mal von Vorne anzufangen. Ich habe mich aber nicht darauf eingelassen. 

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Wenn die Mutter sie Zustimmung geben würde, wäre das alles kein Problem.

Am besten mal beim Jugendamt vorsprechen und die Situation schildern, es ist zwar nicht gesagt, das sie euch beistehen, aber einen Versuch ist es wert, so habt ihr es dann wenigstens versucht.

Wenn deine Freundin geschlagen wird, o. a. (putzen zählt natürlich nicht dazu) kann sie die Polizei rufen, das informiert das Jugendamt und deine Freundin kann sagen, das sie da nicht bleiben möchte.

Vielleicht findet ihr eine volljährige Vermittlungsperson, die mit der Mutter reden kann, so das sie zu mindestens eure Freundschaft akzeptiert und deiner Freundin mehr Freiräume gibt.

LG Pummelweib :-)

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Das sind die Dinge, die ihr auf dem Jugendamt offen ansprechen müsst.

Die Mutter hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht: Sie entscheidet wo ihre Tochter wohnen darf: Zum Beispiel könnte!! sie das Einverständnis geben, dass Deine Freundin bei einer Tante, gemeinsamen Bekannten ... whatever... wohnt.

Das Sorgerecht schließt aber ein, dass Die Mutter für eine angemessene Interaktion Deiner Freundin in der Erziehung sorgen muss: Ab wann da ein Freundeskreis kontrolliert werden kann und reguliert werden müsste... hmm! Das muss Deine Freundin mit ihrer Mutter ausmachen.... und wenn Sie sich in ihrer Persönlichkeitsentwicklung sehr eingeschränkt sieht, kann hier ein Vermittler helfen = >> Jugendamt.

Bei schwerwiegenden Differenzen kann Deine Freundin auch beantragen aus ihrer Familie genommen zu werden: Welche Möglichkeiten das Jugendamt dann hat muss man in dem Gespräch klären: Da muss Deine Freundin dann realistische Ziele benennen: Dazu gehört eine gewisse Perspektivplanung: Z.B: Schule beenden, Mittlere Reife ist möglich, danach Ausbildung als XX oder YYY.... So in etwa

Aber bei Dir wohnen... das wird ohne die Zustimmung der Mutter nicht möglich: Das Jugendamt trägt nämlich ab der Unterstützungsmaßnahme die Sorge für die Entwicklung Deiner Freundin: Da geht es um Erreichbarkeit und Dokumentation

Sincerely, Norbert

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Freiwillig kann ihre Mutter natuerlich zustimmen, dass deine Freundin zu euch zieht, das waere kein Problem. Ist sie damit nicht einverstanden, dann wird es aber schwierig. Vielleicht versucht das Jugendamt ja zu vermitteln und mal mit ihr zu sprechen, damit sich die Situation etwas verbessert, aber so einfach das Sorgerecht entziehen, das ist nicht so einfach moeglich.

Und die Mutter darf natuerlich verbieten, dass die Tochter beim Freund uebernachtet und sie darf auch erwarten, dass sie zu Hause etwas mithilft beim Putzen. Das wuerde einen Sorgerechtsentzug daher niemals rechtferigen.

Heim oder WG Unterbringung sind sehr teuer, wenn es daher die Alternative gaebe, ein Kind beim Freund und dessen Mutter unterzubringen, dann wuerde es sicher die guenstige Variante waehlen.

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Das geht nur, wenn du Mutter deiner Freundin dem Auszug zustimmt (und deine Freundin auch durch Unterhaltszahlungen weiter finanziert).

Das Jugendamt wird sich hier nicht einmischen, denn es liegt keine Kindeswohlgefährdung vor (körperliche Gewalt, Missbrauch, Verwahrlosung). Unterschiedliche Lebensansichten führen nicht zum Entzug der Sorge und zur teuren Herausnahme aus der Familie.

Ihr braucht noch 2 Jahre Geduld.

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Ich sehe hier keinen Grund, warum das Jugendamt ein Heim oder eine WG zahlen sollte.

Die Mutter darf erziehen und nur weil die Erziehung der Tochter nicht gefällt, darf man ihr das Sorgerecht nicht entziehen.

Ich fürchte, sie muß bei ihrer Mutter bleiben bis sie 18 ist.

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"Spätestens mit 18 ist sie da raus und wohnt bei mir "

bis dahin vergeht noch viel zeit und dann kann alles ganz anders aussehen.

das jugendamt kann die vormundschaft übernehmen und kann die tochter dann in eienr pflegefamilie unterbringen oder in einer wohngruppe.

es ist ausgeschlossen das eine 16-jährige bei deiner mutter untergebracht wird - auch wenn du gerade ihr derzeitiger freund bist.

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Die Mutter hat das Sorgerecht. So einfach wird man ihr das auch nicht entziehen. Notfalls wird eine Familienhelferin zur Seite gestellt. 

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Kommentar von TReYARcHIHD
27.10.2015, 23:22

Das Problem ist ja nicht aus der Familie raus zu kommen... sondern bei mir untergebracht zu werden, sodass sie nicht im Heim oder einer WG endet. 

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Kommentar von Dahika
28.10.2015, 00:16

vergiss es

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