Freiwilligenarbeit in Tibet

3 Antworten

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Wie in China, sind auch in Tibet internationale Hilfsorganisationen humanitär tätig. Welche das sind und welche Personalbedarf haben, weiß der Deutsche Entwicklungs-Dienst.

Danke für's Sternchen, Angelina, aber ich habe es wohl nicht so sehr für meine zwei knappen Sätze verdient, sondern für die Klarstellungen zu den - sagen wir mal - nicht ganz aktuellen Antworten meiner beiden Experten-Kollegen.

Dabei habe ich mir jeweils noch die Bemerkung verkniffen, dass ich aus eigenem Erfahren bezweifle, ob die heute unter chinesischer Oberhoheit weitgehend autonom lebenden und vom allgemeinen Aufschwung profitierenden Tibeter wirklich wieder unter die absolute Herrschaft der lamaistischen Mönchsorden und Klöster zurückkehren möchten. Man muss wissen, dass diese Klöster zur Zeit der Regentschaft der Dalai Lamas bei aller glaubensbedingter Bescheidenheit durchaus feudalistisch angelegte Ortsregierungen darstellten, die der Bervölkerung nicht nur den jeweils erstgeborenen Sohn abverlangten, sondern auch Geld- und Sachspenden zum Unterhalt der Klöster, die dazu führten, dass Tibet bei allem Goldglanz in den Klöstern ein bitterarmes Land blieb. Wenn man es nicht ganz so blauäugig betrachtet, wie das die meisten "Menschenrechtler" tun, wurden die Tibeter durch die chinesische Okkupation im menschenrechtlichen Sinne sogar befreit, weil zwar die Dalais, die Klöster und ihre Mönche die eigenständige Macht verloren, die normalen Bürger aber Freiheiten gewannen, die inzwischen auch ein bisschen privaten Wohlstand einschließen. Dennoch gibt es in Tibet im humanitären Sinne noch viel zu tun. Meine Reisegruppen erleben dass, wenn wir über das dünn besiedelte Hochland fahren und dann tagsüber bewusst auf Restaurants verzichten, sondern irgendwo zu Picknicks anhalten. Dann können wir nämlich Verpflegung und Verpackungsmaterial zurücklassen und miterleben, wie scheinbar aus dem Nichts dunkelbraune Männer, Frauen und Kinder auftauchen, die sich diese "Sachspenden" abholen und uns im Wegfahren dankbar zuwinken.

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Freiwilligen Arbeit in Tibet....hmmm......aus humanitären Gründen??....a-ha...........gutes Vorhaben....wird aber nicht unterstützt. Dafür bekommst du keine Erlaubnis in das Tibet-Gebiet einzureisen. Plus, wenn Du einmal abgelehnt wirst - und dann aus solchem "humanitären" Grund - hast später in deinem Leben kaum noch eine Chance ein Visum für China zu bekommen. Und wenn doch, dann wirst Du ........begleitet ...........von einem ganz freundlichen Chinesen, den Du dort "ganz zufällig" treffen wirst, und aus reiner "Hilfsbereitschaft" sogar mit dir herumreist (bis dich der nächste übernimmt).

Richtig an deiner Antwort ist nur , dass es derzeit für einzelreisende Ausländer generell kein Tibet-Permit zum notwendigen China-Vísum gibt. Deshalb hätte die Ablehnung eines unsnnigen Antrags auch keine Auswirkungen auf die künftige Visa-Erteilung für China. Weil die "höllische Angie" allein nicht nach Tibet kommt, was übrigens organisatorische Gründe in dem mit guten Touristenhotels noch weitgehend unterversorgten Land hat, kann sie auch von keinem "freundlichen Chinesen" begleitet werden. Diese Begleiter, hinter denen du Aufpasser vermutest, die man "zufällig trifft", gibt es längst nicht mehr. Heute sind das ausgebildete einheimische Fremdenführer der örtlichen Touristenbüros und - weil wegen der kargen Löhne auch ein bisschen auf deren Trinkgelder angewiesen - wahre Freunde ihrer Gäste. Ich darf mir für meine Reisegruppen diese örtlichen Führer sogar selbst aussuchen oder das vertrauensvoll meinem chinesischen Dauerbegleiter, der das jeweilige Reiseprojekt organisiert und betreut, überlassen. Wenn "Höllen-Angie" sich als Mitglied einer Reisegruppe oder eines internationalen Hilfs-Teams legal in Tibet aufhält, wird sie keinerlei Probleme haben, wenn sie die dünnere Luft und etwas weniger Komfort als zuhause abkann.

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Wieso willst du unbedingt nach Tibet? Das Land ist, wie du sicher weißt, von China annektiert- Tourismus unterstützt das aufoktroyierte System. Zudem reichen gute Englischkenntnisse möglicherweise für einen Urlaub, aber sicherlich nicht für einen Freiwilligendienst.

Ob Praktika und Freiwilligendienste in Tibet überhaupt angeboten werden, ist eine andere Frage. Vielleicht solltest du dich beim ded schlau machen.

Zu deinen ersten beiden Sätzen: Auch in Europa gibt es viele Gebiete, die vormals eigenständig waren oder anderen Ländern zugehörten als heute. Auch dabei geschah nicht alles mit dem Willen der einheimischen Bevölkerung. Nimm beispielsweise das Sudetenland. Die meisten Sudetenländer fahren dort gerne als Tourist mal wieder hin, aber wieder dort leben möchten die wenigsten. Ein Boykott Tibets hilt den Tibetern nicht und kratzt die Chinesen nicht.

Der Rest deiner Antwort ist richtig.

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