Freiwillige Krankenversicherung bei kurzfristiger Beschäftigung?

3 Antworten

kurzfristige Beschäftigungen sind versicherungsfrei. der Begriff ist für Laien leider sehr irreführend. dies bedeutet nur, dass keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung usw. durch den Arbeitgeber von deinem Gehalt einbehalten und abgeführt werden. d.h. nicht, dass man dann überhaupt keine Beiträge zur Krankenversicherung zahlen muss, sondern lediglich, dass eben der Arbeitgeber keine Beiträge abführt. du bist nicht von der generellen Versicherungspflicht befreit!

deshalb kommen wir jetzt zur Familienversicherung. würde dein monatliches Brutto-Einkommen aus dieser kurzfristigen Beschäftigung unterhalb der Einkommensgrenze der Familienversicherung liegen, wärest du für diesen Zeitraum auch weiterhin in der Familienversicherung.

da du aber über dieser monatlichen Einkommensgrenze lagst, erfüllst du nicht mehr die Voraussetzungen für die Familienversicherung und fällst dort raus.

da in Deutschland Versicherungspflicht gilt, musst du ich dich aufgrund:

- Wegfall der Voraussetzungen der Familienversicherung

und

- kurzfristiger Beschäftigung, durch die keine Beiträge abgeführt werden

selbst krankenversichern. das nennt sich dann freiwillige Krankenversicherung. die Beiträge sind also für den Zeitraum, in dem du keinen Anspruch auf Familienversicherung hast, selbst zu entrichten.

wäre die Beschäftigung keine kurzfristige Beschäftigung gewesen, sondern eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, wären über die Beschäftigung vom Arbeitgeber auch Beiträge zur Krankenversicherung usw. abgezogen und abgeführt worden. und darüber wärest du dann auch versichert gewesen.

die Entscheidung und Aussage der Kasse ist korrekt.

Hallo

Ich bedanke mich auch bei Ihnen für die Antwort.

Ihre Argumentation kann ich nachvollziehen. 

Was mir nicht ganz klar ist:

Verschiedene Quellen geben an, dass die kurzfristige Beschäftigung Vorteile sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Arbeitgeber bietet, da eben keine Sozialabgaben entrichtet werden müssen. So zum Beispiel hier:

https://www.instaff.jobs/arbeitsrecht/kurzfristige-beschaeftigung-lohnsteuer

Wenn sich der Arbeitnehmer aber in diesem Fall freiwillig versichern muss, zahlt er 14,6 Prozent Sozialabgaben auf den Lohn. Dies entspricht ja praktisch dem doppelten Satz, den er normalerweise zahlen müsste, weil der Arbeitgeber keinen Anteil entrichten muss.

In diesem Fall liegt der Vorteil ja nur beim Arbeitgeber und der Arbeitnehmer hat einen beträchtlichen Nachteil.

Oder verstehe ich da etwas falsch?

Nochmal zur Familienversicherung:

Hier: https://www.haufe.de/personal/entgelt/kurzfristige-beschaeftigung-aushilfen-und-saisonarbeiter_78_182776.html

Wird behauptet, dass die Familienversicherung generell von Einkünften aus einer kurzfristigen Beschäftigung unberührt bleibt, da solche Einkünfte als unregelmäßig gewertet werden.

Ich kann allerdings keine Quelle finden, in der die Sache mit der Unregelmäßigkeit des Einkommens und der Familienversicherung anhand der Gesetzesgrundlage erläutert wird. 

Ist für mich als Laien alles sehr schwierig nachzuvollziehen.

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@nischaef

was mich an deiner Grundfrage etwas stutzig macht, ist die Angabe, dass deine Beschäftigung 5 Monate gedauert hat. dies wäre dem Grunde nach keine kurzfristige Beschäftigung mehr.

http://www.lohn-info.de/gering\_kurzfristige\_beschaeftigung.html

bist du aktuell Student? dann handelt es sich nicht zwingend um eine kurzfristige Beschäftigung, sondern um eine Werkstudententätigkeit.

http://www.studentenwerke.de/de/content/geringf%C3%BCgig-entlohnte-und-kurzfristige-besch%C3%A4ftigungen

kurzfristige Beschäftigungen sind für Arbeitnehmer nur dann von Vorteil, wenn diese Beschäftigung den Zeitrahmen nicht überschreitet. bei dir ist das mit 5 Monaten definitiv überschritten. genaueres findest du hier auf Seite 18:

https://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht\_beitragsrecht/familienversicherung/\_jcr\_content/par/download/file.res/gr\_gesamteinkommen.pdf

da zum 01.04.2007 in Deutschland die Verpflichtung eingeführt worden ist, eine Krankenversicherung zu haben, ist der Vorteil keine Beiträge zu zahlen zu müssen, wenn kein Familienanspruch besteht, weggefallen. mit Einführung der Versicherungspflicht muss man sich auch für kurze Zeiträume von mehr als 4 Wochen selbst versichern.

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@eulig

Hallo

Vielen Dank, dass du dir nochmal Zeit genommen hast.

Ich habe zwar 5 Monate am Stück gearbeitet, aber nicht 5 Tage die Woche. Aus diesem Grund sollte laut deinem Link die 50 Tage Grenze innerhalb eines Kalenderjahres gelten, welche ich lange nicht überschritten habe, da dass Ganze zu relativ gleichen Teilen in den Kalenderjahren 2014 und 2015 stattfand.

"Eine zeitlich geringfügige Beschäftigung (kurzfristige Beschäftigung) liegt nach § 8 Abs.1 Nr.2 SGB IV vor, wenn die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist."

"Wird eine Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt, ist der Zweimonatszeitraum maßgeblich. Bei einer Beschäftigung an regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche, ist der Zeitraum von 50 Arbeitstagen maßgebend."

Ich bin aktuell zwar Student, habe mein Studium aber erst unmittelbar nach Ende der Beschäftigung begonnen. Die Versicherung hat sich nur erst über 1 Jahr später gemeldet.

Eigentlich enthält dein letzter Link genau die Information die ich brauche:

"An die Stelle des Zwei-Monat-Zeitraumes treten entsprechend den Bestimmungen in
den Geringfügigkeits-Richtlinien ggf. 50 Arbeitstage bzw. 60 Kalendertage. Damit soll der
engen Verbindung von Versicherungsfreiheit wegen Kurzfristigkeit einer Beschäftigung einerseits
und dem unschädlichen Ausfluss des aus einer solchen Beschäftigung erzielten
Arbeitsentgelts auf das Fortbestehen der Familienversicherung Rechnung getragen werden. "

auch das Beispiel müsste eigentlich meiner Situation entsprechen:

"Beispiel (50 Arbeitstage)

Die familienversicherte Ehefrau eines Mitglieds übt vom 17.03. bis zum 25.05. an 4 Tagen in
der Woche eine Beschäftigung aus. Die maßgebliche 50-Arbeitstage-Grenze wird nicht
überschritten.
Bei dem (aus der kurzfristigen Beschäftigung) bezogenen Arbeitsentgelt handelt es sich nicht
um regelmäßige Einnahmen, so dass die Familienversicherung in der Zeit vom 17.03. bis
25.05. fortbestehen kann. "


Nach dieser Auslegung müsste ich eigentlich für den Zeitraum Anspruch auf die Familienversicherung haben oder übersehe ich da im Moment noch etwas?

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Wieder einmal mehr der Hinweis darauf, dass man solche Aussagen nicht per Telefon einholen oder akzeptieren darf.

Wenn du damals tatsächlich im versicherungspflichtigen Bereich gearbeitet hast, ist sowieso der damalige Arbeitgeber für die ordnungsgemäße Abführung der Beitrage haftbar.

Soll sich doch er oder sein Steuerberater damit auseinander setzen.

  Vor etwa 1,5 Jahren habe ich für einen Zeitraum von etwa 5 Monaten im Rahmen einer kurzfristigen, nicht berufsmäßigen Beschäftigung gearbeitet

Vergleiche mal die Info aus deinem Text und die Info aus deinem Link !

 Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres seit ihrem Beginn auf nicht mehr als 3 Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt ist

erkennst du den Unterschied ?

Ansonsten kann man dir hier nicht weiter helfen, da zu viele Informationen fehlen.

In welchem Zusammenhang du auf den § 8 SGB V hinweist kann ich nicht erkennen.

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/8.html

Hallo

Danke für Ihre Antwort.

Ich habe über einen Zeitraum von 5 Monaten weniger als 5 Tage die Woche bei diesem Arbeitgeber gearbeitet. In diesem Fall zählen wohl die Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres (steht zumindest hier:

http://www.lohn-info.de/gering_kurzfristige_beschaeftigung.html).

Des Weiteren fand die Beschäftigung etwa zu gleichen Teilen in den Kalenderjahren 2014 und 2015 statt, weshalb ich ohne Probleme unter der Grenze von 50 Tagen bleibe.

Die Krankenkasse zweifelt den vom Steuerberater angegebenen Status (nicht berufsmäßig, kurzfristig) momentan auch nicht an.

Ich habe auf den § 8 SGB V hingewiesen, da beispielsweise hier:

https://www.instaff.jobs/arbeitsrecht/kurzfristige-beschaeftigung-lohnsteuer

steht, dass bei einer solchen Beschäftigung weder vom Arbeitnehmer, noch vom Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen.

Welche Informationen fehlen Ihnen denn?

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@nischaef

 Ich habe über einen Zeitraum von 5 Monaten weniger als 5 Tage die Woche bei diesem Arbeitgeber gearbeitet. In diesem Fall zählen wohl die Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres

Bleiben wir doch mal bei deinem 1. Link der folgenden Text hat:

 oder insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt ist oder im Voraus vertraglich begrenzt wird.

Dazu fehlen die entsprechenden Infos - ist nicht mit einem 5 Monats-Zeitraum gleich zu setzen.

 Ich habe auf den § 8 SGB V hingewiesen, da beispielsweise hier:

Hast Du den § überhaupt gelesen ?

Welcher Teil des Absatzes (1) soll bei dir überhaupt zutreffen ?

Ich kann keinen erkennen!

Aber spätestens beim Absatz (2) dürftest du doch schon am Ende sein:

 2) Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen.

Hast Du einen Antrag bei der Krankenkasse gestellt ?

 Die Krankenkasse zweifelt den vom Steuerberater angegebenen Status (nicht berufsmäßig, kurzfristig) momentan auch nicht an.

Diese Info kann ich nicht nachvollziehen, denn sollte es so sein, fehlt mir der Grund für die geforderte Beitragsnachzahlung.

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@Apolon

Hallo

Danke, dass du dir nochmal Zeit für eine Antwort genommen hast.

Habe leider überlesen, dass du dich auf §8 SGB V bezogen hast. Diese Kriterien treffen tatsächlich nicht auf mich zu. Mir ging es darum, dass ich die Kriterien für §8 SGB IV aufgrund der Anzahl meiner Arbeitstage erfüllen sollte. 

Wie eulig weiter unten geschrieben hat, bedeutet Versicherungsfreiheit nicht automatische eine Befreiung von der Versicherungspflicht, was mir nicht klar war.

Somit hat mein erster Link hier wohl leider keine Relevanz...

Was ich dazu noch gefunden habe:

https://www.haufe.de/personal/entgelt/kurzfristige-beschaeftigung-aushilfen-und-saisonarbeiter_78_182776.html

Hier wird behauptet, dass Einkommen aus einer kurzfristigen Beschäftigung generell als unregelmäßig gewertet wird und für die Familienversicherung unschädlich ist. Finde dazu leider nichts wirklich genaues aber irgendwie muss diese Behauptung ja entstanden sein.

Anfangs wurde mir ja auch von einem anderen Sachbearbeiter versichert, dass ich jetzt durch den Hinweis des Steuerberaters doch wieder rückwirkend in die Familienversicherung aufgenommen werden könne.

Die Versicherung zweifelt den oben beschriebenen Status nicht an. Der Standpunkt des Sachbearbeiters ist jedoch, dass es keinen Unterschied macht, ob es sich um eine kurzfristige Beschäftigung nach §8 SGB IV handelt oder nicht.

Ich hätte bei dieser Sache gerne einfach Klarheit, da die Forderung der Versicherung für mich als Student halt schon einiges ist...

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@nischaef

Ein Tipp für die Zukunft: alle  Informationen aufführen und nicht immer mit kleinen Stücken - wo kein Mensch wissen kann was bei dir überhaupt zutrifft.

Bei deiner Ursprungsfrage gab es nur den Hinweis für eine Familienversicherung + Freiwillige Versicherung.

Jetzt kommst du plötzlich mit der Info, dass du Student bist.

Wenn ein Student ein Arbeitsverhältnis beginnt, wird er in der KVdS (Krankenversicherung der Studenten) versichert unter der Vorraussetzung, dass er nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet zu einem mtl. Beitrag von ca. 85 €. Das Einkommen spielt dabei keine Rolle.

Bedeutet aber auch, dass der Student alle Änderungen hinsichtlich Einkünfte seiner Krankenversicherung mitteilen muss - und dazu ist er verpflichtet.

Macht er dies nicht, kann es vorkommen, dass er von der Krankenkasse falsch eingestuft wird und zu hohe Beiträge zahlen muss.

1
@Apolon

Hallo

Ich habe meine Studium erst unmittelbar nach Ende der Tätigkeit aufgenommen. Das hätte ich noch dazu schreiben müssen, kam jetzt wohl leider etwas missverständlich rüber.

Die Krankenversicherung hat sich nur leider erst über 1 Jahr später gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt war ich Student. 

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Wir haben dann erstmal alles versucht so gut es ging, was schwierig war, denn die Unterlagen die die KK wiederum forderte um den Antrag auf familienversicherung zu prüfen, mussten Teils vom Arzt beschafft werden, der mich nicht mehr behandelte, da ich ja nicht mehr versichert war für den Zeitraum und niemand ihm die Behandlungen zahlte. Teeeufelskreis!!! Nunja, ich habe dann mit meinen Eltern zusammengekratzt was ging, was vielleicht 3 von 10 geforderten Unterlagen waren. Demnach wurde die Wiederaufnahme in die Familienversicherung verwehrt. Laut meiner Sachbearbeiterin beim Sozialamt geschah das, weil ich meiner Mitwirkungspflicht nicht nachkam (sorry, ich kann nur abgeben was ich auch erhalten kann, was will diese Frau bitte von mir?)

Um nun endlich mal auf den Punkt zu kommen, ich bin bis heute nicht krankenversichert und meine Sachbearbeiterin meint, ich hätte die Freiwilligenbeiträge an meine Versicherung zahlen müssen, was ich nicht tat (wovon bitte?). Ich dachte ich lese nicht richtig, hätte das Amt die Beiträge nicht zahlen müssen nach Ablehnung der Familienversicherung? Sie wirft mir nun vor an meiner Situation offensichtlich nichts ändern zu wollen und droht mir zudem mit Versagung.

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