Freiwillige Feuerwehr Notfall

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9 Antworten

Vermutlich ist er einfach jung und einsatzgeil.

Irgendwann fängt man an zu gewichten.

Laut dem Gesetz darf man keinerlei Nachteile durch die Tätigkeit für die Freiwillige Feuerwehr haben. Wenn man aber irgendwann keine Freunde mehr hat, weil man sie andauernd stehen lässt, dann tröstet einen das Gesetz auch nicht.

Ich versteh durchaus, dass er keine Zeit mehr für ein großes Tschüss und so hat; ist bei mir auch nicht anders. Die Leute in meinem Umfeld wissen, was mein Piepser ist, und was es bedeutet wenn er losgeht.

Er muss sich halt entscheiden, was für ihn wichtiger ist. Bei jedem Einsatz dabei zu sein, oder seinen Umzug auf die Reihe zu bekommen.

Stell Dir mal einen Friseur vor, der seine Kunden sitzen lässt, weil er zum Einsatz muss. Was schätzt Du wie lange es geht, bis er keine Kunden mehr hat?

Er hat sich mit Eintritt bei der Feuerwehr verpflichtet, bei jedem (!) Einsatz da zu sein. Die Feuerwehr, die Kommune und die hilfesuchenden Bürger verlassen sich darauf.

Wenn notwendig, wird für solche Fälle als Kompromisslösung oft eine "Tages-" und eine "Nachtalarmierung" geregelt, in der entsprechend mehr oder andere Kameraden alarmiert werden. Ggf. ist auch eine Lösung sinnvoll, die für verschiedene Alarmanlässe nur einen speziellen Teil der Einsatzkräfte alarmiert (z.B. die, die sowieso immer viel Zeit haben mit einer "Kleinalarmschleife").

Wenn der Feuerwehrmann seine Dienstpflicht aber generell nicht mit seinem Privat- oder Berufsleben vereinbaren kann, dann sollte er den Dienst bitte aufgeben.

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@baertl

Wir müssen Differenzieren.

Grundsätzlich hat jeder eine Grundrecht darauf, den Beruf auszuüben den er will und daran ändert auch eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr nicht. Nur weil einer beruflich tags nicht verfügbar ist, heißt das nicht, dass er den Dienst aufgeben soll. Sonst wären die freiwilligen Feuerwehren bald ganz leer.

Wenn ich "nur" in einer allgemeinen Schleife drin bin, in der sonst auch noch die ganze Wehr hängt, dann ist es in meinem Ermessen, ob ich zum Einsatz gehe oder noch weiterhin hilfsbereite Freunde haben will.

Wenn ich aber in einer besonderen Schleife bin (Schnelleinsatzgruppe, Ersthelfer, Gefahrgutspezialisten, Atemschutzgeräteträger), dann sollte ich die Tage an denen ich nicht verfügbar bin, zumindest dem Wehrleiter mitteilen oder den Piepser an jemand anderen weitergeben.

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@Meandor

Nö, es ist nicht Dein Ermessen. Man sollte lesen, was man beim Eintritt unterschreibt - da wird einem schnell klar, dass die Sache mit der "Freiwilligkeit" sich nicht auf den Dienst an sich bezieht. Das kommt jetzt natürlich im Detail auf das Bundesland an, aber ich denke nicht, dass sich da die Richtlinien arg unterscheiden.

"Freiwillig" heisst ja auch nur, dass sich die Bürger freiwillig dazu erklären, mitzumachen, weil sie sonst in einer Pflichtfeuerwehr verpflichtbar sind.

Wenn die Belastung überhand nimmt, dann sollte die Mannschaft klar machen, dass sie eine Lösung will. Manche Wehrführer sind da arg schmerzbefreit und machen jeden Stuss mit, den ihr Bürgermeister haben will, auch wenn das nur deshalb auf Mehrbelastung der Feuerwehr hinausläuft, weil die Gemeinde den Bauhofmitarbeitern keine Überstunden zahlen will.

Praktisch kaum ein "Ölspur-Einsatz" ist eigentlich was für die Feuerwehr. Viele "technische Hilfeleistungen" könnte sich die Wehr sparen, wenn sie wollte. Nur schmelzen da natürlich die Einsatzzahlen rasch dahin, mit denen der Chief gerne einmal im Jahr angibt, um noch ein neues technisches Spielzeug zu rechtfertigen, das sich die Nachbarwehr im Jahr zuvor auch schon gekauft hat.

Es gibt jedenfalls viele Lösungen für das Problem. Dass sich die Helfer je nach Gemütslage mal so und mal so entscheiden können, gehört aber nicht dazu.

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@baertl

Wenn der Feuerwehrmann seine Dienstpflicht aber generell nicht mit seinem Privat- oder Berufsleben vereinbaren kann, dann sollte er den Dienst bitte aufgeben.

Ich kann das schon beruflich eintakten, aber leider läßt sich die ÖPNV nicht auf einen Deal ein und ich brauch bis zu eine Stunde nach Hause / Gerätehaus ... also ist ein Einsatz während ich Arbeite sinnlos für mich ... deswegen trete ich noch lange nicht aus!

P.S: We mir geht es sicherlich vielen FFW-Mitgliedern!

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@JaAl11

Es ist immer ein Ermessen. Außerdem unterschreibt man bei Eintritt in die Feuerwehr nichts, sondern man wird verpflichtet. Bei uns geschieht das immer noch per Handschlag. Aber bleiben wir beim rechtlichen, ich kenn mich aber leider nur im Feuerwehrgesetz Baden Württemberg aus.

§ 14 Abs. 1 Nr .2 FwG-BW:

Die ehrenamtlich tätigen Angehörigen der Gemeindefeuerwehr sind verpflichtet,bei Alarm sich unverzüglich zum Dienst einzufinden.

Die Aussage ist ja eindeutig. Die Frage ist dann immer, was passiert wenn nicht. Dazu schauen wir in den Absatz 5.

Verletzt ein ehrenamtlich tätiger Angehöriger der Gemeindefeuerwehr schuldhaft die ihm obliegenden Dienstpflichten, kann ihm der Feuerwehrkommandant einen Verweis erteilen. Grobe Verstöße kann der Bürgermeister auf Antrag des Feuerwehrkommandanten mit einer Geldbuße bis zu 1000 Euro ahnden. Der Feuerwehrkommandant kann zur Vorbereitung eines Beschlusses des Gemeinderats auf Beendigung des Feuerwehrdienstes nach § 13 Abs. 3 den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen auch vorläufig des Dienstes entheben, wenn andernfalls der Dienstbetrieb oder die Ermittlungen beeinträchtigt würden. Der Betroffene ist vor einer Entscheidung nach den Sätzen 1 und 2 anzuhören.

Das wichtige Wort darin ist schuldhaft. Als Nichtjurist legt man Schuldhaftigkeit relativ großzügig aus. Ein Richter jedoch nicht, und das ist gut so. Wenn Du umziehst, und deshalb nicht zum Einsatz gehst, dann ist der Verstoß nicht schuldhaft, denn man hat eine Rechtfertigung.

Wenn Du auf einem Geburtstag bist, vor allem auf Deinem eigenen, und deshalb nicht gehst, ist auch das aus sittlichen und moralischen Gründen gerechtfertigt.

Die Schuldhaftigkeit liegt erst dann vor, wenn man keinen Grund hat. Kein Bock ist zum Beispiel kein Grund. Und bei wiederholtem "kein Bock" haben wir dann den groben Verstoß aus Satz 2.

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ich denke schon, dass er immer dabei sein muss.

So ein Notfall könntest ja auch Du sein - und wie würdest Du reagieren, wenn keine Hilfe käme?

Akzeptiere es so, wie es ist - dafür sind Freunde da.

Stell dir vor bei dir brennt es und die Feuerwehr kommt mit 40 Minuten Verspätung weil sich freiwillige Helfer nicht um den Alarm gekümmert haben.

Neben der richtigen Antwort von Reiswaffel: sag' ihm, dass Du damit ein Problem hast, insbesondere mit der Wortlosigkeit. Akzeptiere aber auch, dass er sich dazu verpflichtet hat und einen wertvollen Dienst leistet, den er nicht nach eigenem Gusto mal so und mal so gestalten kann.

Als Möglichkeit wäre es machbar, dass er sich für die Dauer einer anderweitig wichtigen Tätigkeit vom Alarmdienst abmeldet. Für "mal zwischendurch" ist das aber zu aufwändig und es ist dann halt doof, wenn das öfter passiert.

Desweiteren kannst Du ja auch in die Feuerwehr eintreten. Dann weisst Du wenigstens, wo er hinfährt und musst auch nicht alleine warten, bis er wieder da ist sondern kannst derweil deine Zeit vernünftig verbringen. :)

Alles klar, soweit verstanden.

Es ist halt ärgerlich, wenn es öfter vorkommt. Ich habe ja auch keine Zeit zu verschenken. Und vor allem wenn dann nichts zurück kommt, kommt man sich ein wenig veräppelt vor! Ich habe großen Respekt vor dem was er macht. Aber in der Zukunft muss er sich dann schon überlegen, ob er sein Zeug nicht lieber allein macht. Übrigens hat er dass auch an seinem Geburtstag abgezogen, das war auch für alle Geste ziemlich unangenehm, weil jeder heim gehen musste.

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@daviddaniel

Tja, shit happens. Einsatz und Engagement macht leider wohl einsam in diesem unseren Lande. Wobei ich es nicht kapiere, warum die Partygäste nicht einfach weiterfeiern, auch wenn sich der Gastgeber mal zwischendrin verabschiedet. Da muss er wohl oder übel mittelfristig auf manchen "Freund" schlicht verzichten...

Kein Wunder, dass meine Parties zu fast 100% aus Einsatzkräften bestehen - da rücken dann gleich alle aus und hinterher wird die Feier halt ein bisschen größer, weil die anderen auch noch mitkommen. :)

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Hier noch ein Link: Da wird vieles erklärt. www.ich-will-zur-feuerwehr.de

Und zu deinem Kumpel: Zum Abschied hab ich mir nie Zeit genommen, in 23 Jahren nicht, aber danach umso mehr, so behält man auch seine Freunde.

Was du meinst ist ein Funkmeldeempfänger oder auch einfach kurz "Melder". Diesen kann die Leitstelle auslösen, wenn sie die entsprechende Einheit benötigt.

Der Begriff "Freiwillige Feuerwehr" bezeichnet die Freiwilligkeit der Mitgliedschaft. Man kann also ein- und austreten. Das Erscheinen bei Einsätzen wird aber erwartet. Wenn man zu diesem Zeitpunkt nicht kann, dann kann man eben nicht, aber grundsätzlich sollte man sich schon auf den Weg machen wenn eine Alarmierung erfolgt. Sieh es mal so: Irgendwo ist jemand in so großer Not, dass er sich nicht selbst zu helfen weiß und die Rettungskräfte benötigt.

Wie einen eine Alarmierung aber daran hindern soll sich ordentlich zu verabschieden und sich danach zu entschuldigen, dass man nicht helfen konnte, leuchtet mir nicht ein. Sprich ihn einfach mal darauf an, denn dafür kann die Feuerwehr nichts.

Einzig wahre Antwort ... so sehe ich es auch und so wird es bei uns gelebt!

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Bei einem Notfall muss er sofort los. Aber er könnte dir in einer ruhigen Minute mal alles erklären. Er nimmt sich vielleicht auch ein wenig zu wichtig.

Freiwillige Feuerwehr heisst: Der Eintritt in diese ist freiwillig, wenn man drin ist muss man ran, und erst recht, wenn man in einer Einsatzgruppe ist und einen Funkmelder hat.

Nicht ganz ... wenn man nicht kann, kann man nicht! Es wird niemals geprüft warum man nicht beim Einsatz war.

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Er muss ! Dafür hat er ja das Gerät. Stell Dir vor, jeder Feuerwehrmann könnte es nach Lust und Laune handhaben. Da brennt es irgendwo und keiner kommt. Das geht doch nicht, da hättest Du auch selbst drauf kommen können.

ich dachte es ist auf freiwilliger Basis, deswegen meine Frage, wieso er immer so einen Aufbruch macht.

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@daviddaniel

Der Arbeitgeber MUSS den Feuerwehrmann für den Einsatz freistellen und zwar sofort. Die Freistellung bezieht sich auch auf eine Erholungsphase nach dem Einsatz. Er MUSS den Feuerwehrmann für diese Zeit auch weiterbezahlen, das bekommt er auf Antrag aber wieder erstattet. Siehe Feuerwehrgesetz des jeweiligen Bundeslandes.

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Nicht ganz ... wenn man nicht kann, kann man nicht! Es wird niemals geprüft warum man nicht beim Einsatz war.

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@JaAl11

Also draus schliesse ich doch, dass er wenigstens beim Umzug es lassen könnte. Ich meine es gibt ja genug andere. Und von solcher großen Bedeutung ist er ja auch nicht.

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@daviddaniel

Wäre schlechter Stil. Und auch wenn JaAl11 schreibt, dass es niemals geprüft wird - es wird bei bestimmten "Kandidaten" schon genauer hingesehen. Und erst recht doof ist es, wenn die anderen Kameraden mitbekommen, dass man Zeit gehabt hätte, sie aber die Drecksarbeit alleine machen mussten.

Zweischneidig.

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@baertl

@baertl

Ich weiß ja nicht wie es anderswo ist, aber wir wollen am liebsten immer alle mit ... das geht abe rnicht und darum würde auch nie einer prüfen, ob man wirklich verhindert war. Wir wissen aber auch vorhe rnicht was wir haben und damit versucht man immer sein möglichstest mit hinzukommen.

Dazu kommt, dass ich persönlich dafür verantwortlich bin, ob ich einsatztauglich bin oder nicht. Kann ich also aufgrund einer Erkrankung oder Alkoholkonsum nicht mitmachen, muß ich mich nicht wirklich vorher entschuldigen.

Auch können bei uns (auch ich) tagsüber kein Einsatz mitfahren, da ich gar nicht rechtzeitig am Gerätehaus wäre ....

Generell bin ich aber dafür, dass man bei Sachen wie Umzug sich durchaus vorher mal für einen Tag abmelden kann. Außerdem haben gute Freunde für solche Sachen immer Verständnis! Ich lass sogar meinen Besuch sitzen, wenn die kleine schwarze Kiste geht!

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