Freilaufende und lebende Hühner - geht das?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich glaube nicht dass man solche Huehner wie normale Legehennen behandeln kann. Die werden wahrscheinlich total verhaltensgestoert sein, und garnicht wissen was los ist. So eine falsch verstandene Tierliebe kann fue die Huehner nur zu weiteren Qualen fuehren.

ich rechne fest damit, dass diese Hühner verhaltensgestört sind, wie soll sich in einer Legebatterie ein normales Verhalten entwickeln? Diese Hühner sollen ein schönes Leben bekommen, 4 Hühner sollen sich auf einem fast 1500m² großen Grundstück erholen können, ohne dass ein Ei oder ihr Fleisch von Ihnen erwartet wird. Entweder der Schlachter oder mein Garten ist für diese Hühner die Wahl. Wir halten auch keine weiteren Tiere. Nur stellt sich mir die Frage, ob die Hühner meine ganzen Blumenbeete kaputtscharren oder ob das große Platzangebot so etwas verhindert. Und ob ein wirklich großer Gartenteich, natürlich angelegt, mit Fröschen, Molchen und Libellen, für Hühner gefährlich sein kann.

0
@desperada

Die Frage, ob sie die Beete kappputtscharren stellt sich nicht. Die wissen garnicht wie das geht, die werden wahrscheinlich nicht mal laufen.

0
@Helmutmax

vielen Dank, ich habe den Artikel gelesen, die Information ist wirklich sehr aufschlussreich. Jetzt weiß ich 100%, dass ich die ganzen Bedingungen niemals erfüllen kann und verabschiede mich von der Idee mit den Batteriehühnern. Ist das schrecklich! Dann muss ich mich mit der Frage beschäftigen, was für Hühner ich mir alternativ anschaffe und wie gut die Idee ganz allgemein ist, eine Haltung wie geschildert zu planen.

2

In der klassischen Hühnerhaltung auf dem Bauernhof laufen die Hühner tagsüber auf eingezäuntem Gelände frei herum, aber für die Nacht werden sie in den Stall gelockt (wenn sie nicht von selber kommen, manchmal muß man sie ein wenig "bitten" mit Futter) und der Stall wird fuchs- und mardersicher verschlossen (jeden Abend!). Futter nimmst Du zumindest für die Übergangszeit genau das gleiche, das der bisherige Eigentümer verwendet, dann gibt es keine großen Umstellungsprobleme. Zu den Bedürfnissen freilebender Hühner gehört eine Sand- oder Erdkuhle und eine Bademöglichkeit (für die Gefiederpflege), und das Gelände sollte Gebüsch haben, als Schutz gegen Habichte (wilde Hühner leben von Natur aus in buschigen Regionen, wo sie immer Sichtschutz nach oben haben, unter freiem Himmel fühlen sie sich nicht so wohl). Zusätzlich zum Futter soll auch "Vogelgrit", das sind kleine Steinchen und Muschelteile, gegeben werden, den brauchen sie für die Verdauung. Grünfutter und Kleintiere können sie sich bei freier Bewegung selber suchen. Obstbäumen tut es übrigens gut, wenn an ihren Wurzeln Hühner scharren, weil die Hühner die Raupen von Apfelwicklern (die Würmer im Apfel) und anderen Schädlingen fressen und den Boden lockern. Blumen- und andere Beete mußt Du ggf. mit Gittern vor den Hühnern schützen, weil sie sonst mittendrin scharren, und manch ein Gemüse schmeckt auch den Hühnern. Den Teich solltest Du auf jeden Fall so anlegen, daß Tiere, die hineinfallen oder -flattern, sich selbst wieder herausretten können, also ohne steile Wände oder Böschungen (gilt auch für andere Tiere als Hühner). Was Zusatzfutter angeht, da sind Hühner nicht wählerisch, auf den meisten Bauernhöfen ist es üblich, Essensreste (gekochte Kartoffelschalen, ungewachste Eierschalen, Salatreste, Reste von den abgekratzten Tellern, auch Knochen zum Abnagen) entweder den Schweinen oder den Hühnern vorzuwerfen, die machen damit kurzen Prozeß, übrigens auch mit Brathähnchenresten (da kennen die nix, wenn es ums Fressen geht, werden sie auch zu Kannibalen), nur rohe Fleisch- oder Eireste soll man nicht geben, weil sonst mit Übertragung von Krankheiten (Salmonellen) zu rechnen ist.

der Teich wird ganz natürlich, kein Fischteich. Bekommt eine ausgeprägte Flachzone für Frösche und Co. Dann ist der schon mal keine Gefahr. Mir macht jetzt Sorgen, was in den dunklen Monaten passiert, wenn wir erst nach Einbruch der Dunkelheit von der Arbeit nachhause kommen. Lernen die Hühner von allein, am Abend in den Stall zu gehen? Sie haben so eine Art Klappe, aus der sie aus dem Stall raus und reingehen können.Das Grundstück hat 6 Apfelbäume! Ansonsten wird der Garten ein reiner Ziergarten, eingezäunt wird er durch eine dreireihige Vogelschutzhecke, ansonsten nur Blumen und Rasen. Ein Hahn kann den Hühnern nichts beibringen, kommt wegen der Nachbarschaft nicht in Betracht, leider, aber der macht zu viel Krach.

0
@desperada

Ich habe ein paar Jahre auf einem Bauernhof gelebt. Dort wurden die jedes Jahr neu zugekauften Junghühner ein bis zwei Wochen erst mal in den Stall gesperrt, damit sie sich an das neue "Zuhause" gewöhnen, erst dann hat man das Türchen aufgemacht. Aber man durfte sie nicht nach draußen treiben, sie mußten selber lernen, sich hinaus zu trauen und auch abends wieder selber den Rückweg hinein zu finden. Die Althühner haben natürlich dabei ein wenig geholfen. :)

0

In Deutschland gibt es keine alten kleinen Käfige mehr. - gesätzlich verboten. Die neuen Käfige die erlaubt sind, sind riesig groß. Es haben locker 5o Hühner platz. Gummimatte, Sitzstange sauberes Futter, und sauberes Wasser sorgen für eine erstklassige Hygene. Außerdem wird der Mist mehrmals täglich abgeführt und durch die Lüftung vorgetrocknet. Inder Halle nebenan wird der Mist nachgetrocknet und präliert, damit er mit einem Düngerstreuer verstreut werden kann. Im Stall entsteht dadurch kein Gestank und kein Amoniak. Der Gestank kann sich auch nicht durch die Eierschale übertragen, weil keiner da ist. Die Hühner werden glücklicherweise nicht mehr krank und man braucht überhaupt keine Medikamente mehr. Also zu 99% Antibiotika freie Eier. Auch sind die Schnäbel alle noch dran und nicht schon beim Küken abgebrannt worden. Also kann man festhalten, das Eier aus DE zu den gesündesten Lebensmittel gehören. 50 Hühner im großen Käfig sind eine Familie mit Rangortnung. Bei Bodenhaltung ist das nicht so, die hauen sich immer wieder die Köppe ein bis sie bluten, weil es bei sovielen Hühnern auf einem Haufen ( 1000 oder noch viel mehr ) immer wieder neue Vormachtskämpfe gibt und die Hühner keine Gruppe bilden können.

Käfighühner kann man ab Ende April - wenn es warm draußen wird - in Freiheit setzen. Sie kommen dann in die Mauser und bekommen ein neues Federkleid. In dieser Zeit legen sie keine Eier und erholen sich schnell. Nach 5 Wochen etwa ist das abgeschlossen und sie legen wieder schöne dicke Eier. Neben Brötchen usw. füttere ich noch Ergänzungsfutter aus dem Landhandel. Da ist Sojafett und viel Muschelkalk für die Schale drin. (ist wichtig) Also in 3 Monaten viele Hühner vor dem Schlachthof retten.

Gruß Paul Abeler

hmmmm...Ob aus klassischer Käfighaltung oder den neuen Kleinvolieren, der Unterschied ist gering: Statt knapp einem DIN-A-4-Blatt pro Tier in der Legebatterie steht den Hühnern in der Kleinvoliere eine Fläche von eineinhalb DIN-A-4-Blättern zur Verfügung.

0

Hallo, ich habe erst seit einem Jahr Hühner 5 stck. auf 500qm. Das was mir heilig ist wird abgezäunt (aber das ist das wenigste im Garten) der Rest können die erkunden wie sie wollen. Den Teich habe ich abgezäut da er steilufer hat. Mein Rasen ist noch fast perfekt . Es sind auch allerdings Hühner mit Federn an den Beinen, da wird die grasnarbe eher geschont. Trotzdem sollte man den Rasen auch pflegen, regelmässig Düngen mit Hühnerfreundlichem Dünger, Mähen, Wässern etc.und da die jede Menge Mist produzieren solltest du wenigstens 1x täglich die Haufen sammeln und auf den Kompost damit. Hühnermist ist der beste Kompost ever für den Garten.

Kahl scharren und graben tun die eher auf offenem Boden oder wenn der Auslauf/ Gehege zu klein ist, bei deiner Grundstücksgrösse und so wenig Hühnern da kann eigentlich nix passieren (es sei denn die wollen jetzt gerade, in deinem neu angelegten Gemüse/ Blumenbeet ein Sandbad nehmen etc.).

Allerdings werden die Beutegreifer von Hühnern angezogen, das bleibt nicht aus. Deshalb brauchen die einen sicheren Stall für die Nacht und ansonsten wenig offene Flächen viele Verstecke, Bäume, Büsche, Hecken etc. Die Hühner gehen abends freiwillig in den Stall wenn sie mal eingewöhnt sind. Am besten find ich ne automatische Hühnerklappe mit Lichtsensor und Einbruchschutz,das klappt auch bei meinen herrvorragend (Kerbl)

Du brauchst auch nicht wirklich einzäunen , die Hühner gehen immer nur paar meter vom Stall entfernt auf Futtersuche, die haben einen gewissen Aktionsradius und wollen immer wieder zum Stall zurück besonders weil es dort Futter, Wasser , Legenester und Schlafstall ( Sicherheit) gibt(es sei denn der Nachbar bietet besseres. dann biste deine Hühnies los).Aber auch die Beutegreifer können dann genausogut rein und raus. Kälte ist nicht so schlimm, Intaktes Federkleid vorrausgesetzt. Nasse kälte geht gar nicht.Hitze macht den Mädels viel mehr aus, da die ja nicht schwitzen können (die Hecheln dann, wie Hunde) die brauchen dann n schattigen, luftigen aber sicheren Stall.

Was zugefüttert werden muss hängt davon ab, welche Rasse es ist und was auf dem Grundstück zu finden ist. Weiss nicht ob Batteriehühner gute Futtersucher sind. Meine sind es. Je besser die ihr Futter suchen können desto weniger muss man zufüttern. Auch muss dann die Grundfläche zur Futtersuche grossgenug sein.

Man kann den Stall mit Kies ausstreuen aber das ist nicht so gut, besser ist eine Streu aus einem Saugfähigen und staubfreien Material Hanf (das finde ich das beste) oder entstaubte Holzspäne am besten mit der Tiefstreu-Methode (www.huehner-hof.com/huehnerstall/einstreu/deep-litter/) dann braucht man nicht mehr so oft ausmisten.

Als Buch kann ich die von Herve Husson "Alles über Hühner" empfehlen das find ich ganz gut.

Toll als unterhaltsames Handbuch von Isabella Rosellini " Meine Hühner und ich".

Oder um Deine Hühner besser zu verstehen "How to speak Chicken" von Melissa Caughey.

Im Internet gibt es auch jede menge Seiten zum Thema Hühner

www.huehner-hof.com

www.huehner-info.de oder auf you tube die Serie Happy Huhn und vieles mehr.

Viel spass mit Deinen Hühnern

Ich kann Dir bissl aus der Erfahrung meines Dads erzählen. Er hat auf Hektar Wiese, wo auch Schafe und Gänse liefen, 5 Perlhühner (nicht zu empfehlen in Siedlung>> schreien sehr) und ~10 andere Hühner gehalten.

Sie suchen sich Ecken, die sie dann auch gern munter bescharren. Kann sonstwo sein, kann mitten im Beet sein.

Sie mögen auch Gebüsch- das gibt ihnen quasi Deckung.

Gewässer ist normalerweise keine "Gefahr".

Fuchs, Marder und Co.. die hast Du überall. Als mir einmal der Wellensittich entflog, war in der Stadt (~3500 Einwohner, wir lebten mittendrin) sofort ein Habicht hinter ihm her.

Und selbst mitten ner 500.000_Einwohner-Stadt habe ich schon 2x erlebt, wie der Turmfalke sich mitten in der Innenstadt einen Sperling griff.

Also damit immer rechnen!

Ungelogen hat letztens ein Fuchs ein s der Zwerghühner geholt, die meine Schwester in Essen hält.

mein Dad hat seine wesentlich ländlicher.. auch da kommt alles vorbei und die Krähen holen sich schon mal ein kleines Küken, das sich von der Gruppe entfernt hat.

Insofern ist also ein Gebüsch durchaus auch sinnvoll. Bzw. eben auch die Möglichkeit, eigenständig in den Stall und raus zu gehen.

Da wir nachher 2 Gockel hatten, die ab 5 Uhr krähten, wurden alle Hühner abends eingesperrt. Dann verpassten sie den Sonnenaufgang, es gab keinen Kräh-Wettstreit ;-)

Zufüttern.. wir haben immer jeden Abend 1l-Mass voll mit Hühnerfutter vom Landhandel gestreut, das reichte für die Bagage, denn sie waren ja schon den ganzen Tag eifrig unterwegs.

Nebenbei: Hühner können erstaunlich zahm werden, wenn sie einem vertrauen! ich konnte unsere nachher immer streicheln, meine Nichte nimmt ihr Lieblings"tucki" auf den Schoss und schaukelt mit ihm, sanft und singend :-)

ich glaube fast, ich muss mich darauf einstellen, dass ich einen laufenden Verlust haben werde. Durch Marder, Habicht, Sperber und Co. Wir können es sicher nicht immer leisten, die Hühner abends in den Stall zu treiben, wollen ihnen aber ein möglichst freies Leben bieten. Legebatteriehühner brauchen zu viel Pflege und Aufmerksamkeit, die können wir als voll berufstätiges Ehepaar nicht bieten. Wir probieren es mit Hühnern vom Geflügelzüchter und gucken, wie es sich anlässt. Die Hühner sollen frei sein, bekommen zwar genügend Freiraum, Gebüsch und einen schönen Stall, aber werden ja auch mal über die Hecke und den Zaun fliegen. Dann wird sich zeigen, wie es mit dem Autoverkehr hinter dem Garten, den natürlichen Hühnerfeinden und den Nachbarn läuft. Zwar bin ich bereit, den Hühnern Beete, die zu Lieblingsscharrplätzen auserkoren werden, zu opfern, möchte aber kein einziges Beet einzäunen. Lassen die Hühner keinen Lieblingsscharrplatz erkennen und zerstören meine Staudenbeete, ist der friedliche Hühnertraum wahrscheinlich ausgeträumt.

0
@desperada

unsere scharren immer dort, wo grade umgegraben wurde. Also kannst du (wenn du sie überall laufen lassen möchtest) theoretisch deinen Garten vergesen.

Wenn du sie komplett frei laufen lassen möchtest, solltest du auf jeden Fall auch einen älteren Hahn kaufen, der kann zumindest einige Gefahren halbwegs abwehren...

Zumindest nachts solltest du sie auch auf jeden Fall einsperren und nachzählen, ob alle auf der Stange sitzen. Wenn Marder, Katze und Fachs tagsüber nur eine Gefahr sind, kannst du dir sicher sein, dass sie nachts deine Hühner holen (und zumindest der Marder tötet im Blutrausch gleich alle...) sobald sie erstmal deinen Garten entdeckt haben...Also muss der Stall komplett sicher sein! (Außerdem kann es auch sein, dass die sie mal mehrere Tage / Wochen komplett im Stall lassen musst, da "Vogelgrippewarnung" ist. Da sind die Bußgelder extrem hoch!!! (Mit einer Sondergenehmignung könntest du die Hühner in der Zeit in einem gesicherten Auslauf mit Dach laufen lassen...)

Aufgrund deiner Haltung würde ich dir eine "alte" Hühnerrasse empfehlen. Die sind robuster!

(Falls du keine Küken haben möchtest, musst du natürlich schauen, dass du deinen Damen rechtzeitig die Eier wegnimmst, wenn sie anfangen wollen zu brüten!)

Da du aber schreibst, dass du weder an Eiern, noch an Fleisch interessiert bist, könntest du dich ja auch mal im Tierschutz umhören.

Ein Tierheim in der Nähe hatte z.B. mal eine Hahnengruppe von 5 stk. die super miteinander ausgekommen sind! (Keine Ahnung wie die da gelandet sind- haben noch nie in ihrem Leben eine Henne gesehen.)

1
@desperada

Junge Hühner fliegen ziemlich hoch in die Bäume. Zwei Jahre alte Hennen aus Käfighaltung sind zu bequem geworden und schaffen vielleicht gerade noch 1 mtr. Vorsichtshalber kann man ihnen 3 - 4 Federn an einer Seite eines Flügels mit der Schere abschneiden. Dann bekommen sie beim Starten Schlagseite und kommen nicht richtig hoch. Bei mir sind bis heute keine Hühner von Marder u. Co weggekommen. Sie landen höchstens bei mir in den Suppentopf. Wenns dunkel wird sind meine Hühner im Schuppen verschwunden. Loser Sand, Mutterboden und lockere Beete sind natürlich für Hühner zum baden und scharren einladend. Das wird alles umgebudelt ohne Rücksicht auf Verluste. Am liebsten baden sie in der Sonne im trockenem Sand, Asche, oder lockeren Boden. Gruß Paul PS. : Ein Käfighuhn kann man locker auf 1,-- Euro herrunterhandeln. Beim Schlachthof bekommen die Hühnerhalter meistens weniger.

0
@paulabeler

oh, unsere Hühner sollen aber fliegen dürfen, wir werden ihnen auf keinen Fall die Flügel stutzen und ihnen erst recht nicht ihr Leben nehmen! Was ich abklären muss, sind die versicherungsrechtlichen Fragen: Wenn die Hühner über den Zaun/die Hecke fliegen, beim Nachbarn Schaden anrichten, usw.

Ich habe übrigens gelesen, dass die Legebatteriehühner weggeworfen werden, zum Teil landen sie lebend im Abfalleimer. Wie unsere Gesellschaft mit tierischem Leben und mit ihren lebendigen Lebensmitteln umgeht, ist nicht zu fassen

0

Was möchtest Du wissen?