Freiheiten in Erzieherausbildung?

9 Antworten

Oh, in erster Linie wird der Stoff gelernt der einem von den Dozenten beigebracht wird/ werden soll und auch der Stoff so wie er in den Büchern und sonstigen Unterlagen steht.

Ja sicher, über Montessori etc lernt man da auch etwas... so nebenbei... Aber im Grunde folgt die Ausbildung einer klaren Linie. Diese Grundstruktur ist aber auch wichtig um eine einigermaßen klare Grundsubstanz den künftigen Erziehern und Erzieherinnen beizubringen.

Man kann zwar eigene Meinungen haben, aber angenommen der Lehrer und die Bücher sagen "Der Ball ist blau" kannst du noch so sehr die Meinung haben das "der Ball türkis ist".... dann hat der Ball in den Prüfungen blau zu sein.

Verstehst du das Beispiel?

Inwieweit du mit deiner (aktuellen) Einstellung später in diesem Berufszweig klar kommst innerbetrieblich... das wird sich zeigen. Aber bis dahin vergehen ja eh noch ein paar Jahre, deshalb sollte das noch kein Problem sein.

Während einer Ausbildung wirst du deine persönlichen Ansichten nicht vorrangig unterbringen können. Es geht auch darum, dass du verschiedene pädagogische Richtungen kennenlernen sollst. Aber wenn du fertig bist, kannst du dich entscheiden, in eine „alternative“ Richtung zu gehen. Es gibt viele Einrichtungen, die nach Montessori oder freien Methoden arbeiten. Auch diese Einrichtungen suchen teilweise „normal“ ausgebildete Mitarbeiter, da dies manchmal Vorschrift ist.

 

Zum Thema „alternative pädagogische Methoden“ gehen an der Realität vorbei: im Gegenteil! Der Großteil der Kinder auf Regelschulen hat keine Lust auf Schule, ist gestresst und genervt, hat Angst. Dabei bekommen sie täglich gesagt, was sie lernen sollen und entwickeln keine eigene Verantwortung. Ist für manche vielleicht gut, aber längst nicht für alle.

Meine beiden Kinder waren/sind auf freien Schulen, ohne Noten, ohne Klassen, ohne Zwang zu diesem oder jenem Zeitpunkt für 45 Minuten genau diese Sache zu lernen. Auf freien Schulen haben die Kinder viel Freiheit und auch Zeit zum Kind sein, zum Spielen, zum Experimentieren, zum Streiten und Vertragen (soziale Kompetenzen).

Aber auch auf freien Schulen werden Kinder, wenn sie wollen (und quasi alle wollen) auf Prüfungen vorbereitet und legen diese dann in Schulfremdenprüfungen ab. Die Kinder entscheiden sich, sich dem gängigen Schulsystem zu stellen und lernen dann aus eigenem Antrieb ganz viel und relativ schnell und einfach. Sie wissen genau, was sie wollen, was ihnen wichtig ist, was sie brauchen und was es ihnen wert ist. Sie lernen ständig, eigene Entscheidungen zu treffen, Ziele zu verfolgen, mit Druck umzugehen und wie sie am besten zum Erfolg kommen. Sie haben Freude daran, zu lernen und die Ergebnisse zu sehen. Sie „lernen zu lernen“ und diese Erfahrung wird sie ihr ganzes Leben begleiten und bereichern!

 

Ich beschreibe dies so ausführlich, weil die meisten Menschen denken, dass „Alternativschulen“ nicht auf’s Leben vorbereiten. Meiner Ansicht nach tun sie es aber viel eher als Regelschulen. Leider sind viele Menschen zu engstirnig oder haben keine Lust, sich mal wirklich darüber zu informieren.

Übrigens, meine große Tochter hat den Realschulabschluss mit einer freien Schule gemacht, ist dann auf eine Regelschule gewechselt und hat das Abi mit 1,7 bestanden. Man kann sich also auch nach Besuch einer alternativen Schule der Leistungsgesellschaft stellen und landet nicht unweigerlich bei Hartz 4....

 

Informiere dich z.B. auch über Emmy Pikler, Rebeca Wild, Heinrich Jacoby, Jean Piaget, Elfriede Hengstenberg, Bundesverband der Freien Alternativschulen, Montessoriverbände etc. ...

 

Wirtschaft ist nichts für dich, möchtest lieber eine Ausbildung, dann aber doch studieren. Trotz deiner vorgegebenen Entschlossenheit Erzieherin zu werden bist du dir aber im nächsten Satz "nicht sicher". Du hast Ansichten die kann man haben, die hat man vorallem auch wenn man noch selbst unter dem Einfluss der Eltern steht. In einem Pädagogik Studium hast du viel mit Philosophie zu tun, solltest also mit schwierigen und abstrakten Texten umgehen können, es geht um die Geschichte und Theorie der Erziehungswissenschaften, mit Vertiefungsmöglichkeiten, von der Bildungspolitik bis hin zur Integrationspädagogik. In einer Erzieherausbildung betreust du Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung, bereitest Spiele und Freizeitaktivitäten vor und förderst sprachliche, motorische, soziale und persönliche Fähigkeiten. Das hat mit einem Pädagogikstudium nichts gemeinsam. Das ist ein ganz anderer Zweig. Das scheint dir lt. deiner Fragestellung aber nicht bewusst zu sein. Das eine ist eine ausübende Tätigkeit das andere eine forschungsbasierte, theoretische Auseinandersetzung mit Erziehungswissenschaften.

Ich bin mir aufgrund deiner Fragestellung nicht ganz sicher ob du dich über diese Ausbildungen tatsächlich informiert hast oder denkst du kannst Professoren und Ausbilder mit deinem heiligen Pfad missionieren. Natürlich wirst du dich da unterordnen müssen und das lernen was dir vorgebenen wird. Genauso wie du auch im Berufsalltag einer vorgebenen Tätigkeitsbeschreibung folgst.

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