Freiheit - was ist das?

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Wie Richard David Precht es treffend formuliert: Wir haben mittlerweile ein völlig falsches Verständnis vom Staat. Wir sehen uns alle nur noch als Kunden des Staates, die versuchen den besten Tarif auszuhandeln. Wir haben alle nur noch "Rechte und Freiheit" aber vergessen dabei unsere Pflichten als Staatsbürger: Solidarität. Empathie. Gemeinschaft. Im Sinne der Covid Krise: Die Gesundheit aller und vor allem Benachteiligter. Wir mutieren zu einer Egoisten-Gesellschaft. Schon 10 Minuten mit Maske einkaufen ist ein Angriff auf persönliche Freiheit. Wir werden regelrecht darauf trainiert. Wer am frühsten (online) ein Zugticket bucht, fährt auf Kosten der anderen (Opi am Fahrkartenschalter) billiger Bahn. Wir wollen alle absolute Sicherheit aber keiner will mehr zur freiwilligen Feuerwehr.

Wer absolute Freiheit will, muss sich eine einsame Insel kaufen und da alleine leben. Denn sobald dort eine zweite Person auftaucht, muss das Zusammenleben - das über der persönlichen Freiheit steht - reglementiert werden.

Absolute Freiheit kann es nicht geben.

Freiheit bedeutet für verschiedene Menschen verschiedene Dinge, abhängig von Ihrer Kultur. Es ist relativ, nicht absolut und muss immer ausgepackt und in einen Kontext gebracht werden.

 Drei Beispiele:

 1.Wenn du ein Mitglied der chinesischen Mittelschicht wärst, würdest du nicht unbedingt die „Freiheit“ einer westlichen Mehrparteiendemokratie wollen. Du könntest dir ansehen, was mit Gorbatschow in Russland oder dem Arabischen Frühling und den verschiedenen „Farbrevolutionen“ passiert ist, und entscheiden, dass die westliche Demokratie nur funktioniert, wenn es in der Zivilgesellschaft einen bestimmten Entwicklungsstand gibt. Andernfalls könnte es Chaos oder die Machtergreifung von Oligarchen bedeuten, die schlimmer sind als die Kommunistische Partei. Überlasse es einer anderen Generation, sich darum zu kümmern. Im Moment könnte die Freiheit, in den großen Städten smogfrei zu leben, wichtiger sein.

 2.Für die Europäer ist unsere öffentliche Gesundheitsversorgung ein zentraler Bestandteil unseres Verständnisses von Meritokratie und Freiheit. Wenn jedem die Gesundheitsversorgung garantiert ist, kann die Meritokratie einspringen und harte Arbeit kann belohnt werden. Aber unter einem privaten System könnte eine arme, hart arbeitende Person niemals der Mittelklasse beitreten, weil eine Zeit der Krankheit all seine Ersparnisse kosten könnte. Ein privatisiertes Gesundheitssystem bedeutet die Aufrechterhaltung von Privilegien, eine gute Gesundheit für diejenigen, die bereits reich sind, was keine Freiheit ist.

 3.Die Freiheit, Waffen zu tragen, ist im amerikanischen Kontext sinnvoll. In einer Gesellschaft bewaffneter Räuber könnte man sich zu Hause mit einer Waffe sicherer fühlen, um sich zu verteidigen. Aber für mich als Deutscher möchte ich die Freiheit ohne Angst vor Schüssen leben zu können, und das macht in meiner Gesellschaft Sinn, in der Waffen außerhalb des Landsports sehr selten sind. Für mich würde eine Zunahme der Waffen eine Zunahme der Angst und eine Abnahme meiner Freiheit bedeuten.

 Freiheit ist also relativ und kann nicht durch Absolutes definiert werden.

Je weniger ich brauche, um frei zu sein, umso freier bin ich.

Was für den Einzelnen Freiheit bedeutet, hängt wohl von individuellen Trieben und Prägungen ab und entscheidet jeder für sich. Dabei gibt es Unterschiede.

Uneingeschränkte, totale Freiheit erzwingt natürlich Beschränktheit.

Ansonsten kann ich durchaus nachvollziehen, dass Menschen dem Staat nicht uneingeschränkt vertrauen und sich somit wehrlos allen Entscheidungen, auch wenn es sich um eine Pandemie handelt, hingeben. Woher sollte denn all das benötigte Vertrauen kommen?
Andere Menschen kennen die Geschichte und wissen um schleichende Machtübernahmen und viel Unterdrückung. Sie können sich zudem an viele Freiheitskämpfe in den letzten Jahrhunderten erinnern und befürchten vielleicht, dass diese bald wieder mal nötig sein könnten.
Nächste werden vielleicht durch Medien, in denen von allen Ländern und deren zum Teil brutalen Vorgehensweisen berichtet wird, verängstigt und haben Bedenken, dass es hier auch in diese Richtung mit uns gehen könnte.
Von vielen Großkonzernen und Menschen ist bekannt, dass sie dringend Macht über andere haben wollen und dabei sogar über Leichen gehen.
Und ist es nicht so, dass unser Staat schon immer wieder dem schnellen Wandel und allen Veränderungen eher hinterherhinkt? Genau das kann man u.a. bei Coronamaßnahmen durchaus erkennen. Bei den Sicherheitsgesetzen für das Internet auch ......

Freiheit keimt natürlich schon auch in der eigenen Akzeptanz (auch in der Toleranz des anderen....), aber wie viel Akzeptanz ist gesund und verträglich? Das kann schon eine Gratwanderung sein, bis man die goldene Mitte davon trifft.

Weiter entscheiden Medizin / Pharmaindustrie / Ärzte / gewisse Berater über unsere Freiheiten. Klar, viele wollen sich bei Krankheit schnell helfen lassen und unterstützen die Macht dieser. Andere wollen aber vielleicht mehr Freiheit für das Risiko im Leben und weniger Angst und Einschränkungen, weil ja Krankheit passieren könnte. Vielleicht sehen sie, dass Medizin, Forschung und Technik wirklich riesen Fortschritte machten, es jedoch gar nicht weniger Kranke als früher gibt. Das kann schon mal misstrauisch machen. Oder sie erkennen den Widerspruch, dass zwar viele alt werden wollen und dies mit der Schulmedizin gut umzusetzen ist, aber keiner alt sein will. Alt sein ist bei uns hier kein tolles Ziel, keine Wertschätzung nichts mehr, nur Abschiebehaft. Lohnt es sich dann überhaupt noch, so viel für die eigene Gesundheit und gegen den Tod zu tun? So viel Freiheiten dafür zu opfern? Fragen sich vielleicht manche .....

Dann finde ich, dass wir meist über Freiheit von etwas sprechen. Ich möchte an dieser Stelle die Freiheit zu etwas erwähnen. Auch sie gibt es. Natürlich auch die Freiheit zu Unfreiheit. :-)

Womöglich erkennen manche, dass sie versucht haben, sich ihre Freiheit zu erkaufen, obwohl man sie sich nur erkämpfen kann.

Gibt es Freiheit ohne Gerechtigkeit? Vielleicht sehen manche viele Ungerechtigkeiten in ihrem Land und fühlen sich daher unfrei.

Und dazwischen könnte es noch einige geben, die lieber natürlich sterben, das Leben weniger verkrampft fließen lassen, den Tod weniger als andere fürchten und in ihm eine Art Freiheit erkennen wollen.

Für mich persönlich ist Freiheit nicht die totale Abwesenheit von Einschränkung und Begrenzung, haben auch sie Vorteile.
Für mich liegt sie in Eigenverantwortlichkeit.
Denn sobald ich Schuld und Verantwortung anderen zuweise, gebe ich ja gleichzeitig alle Macht und Möglichkeiten mit an sie ab. Was bringen schon Schuldzuweisungen? Ich sage damit doch nur, dass ich selbst keine Kräfte habe, um meine Probleme zu lösen und Antwortungen und Lösungen zu finden.
Heißen deswegen Probleme Probleme und nicht Contrableme? Weil sie gut und für mich sind und man sich selbst wertvolle Chancen nimmt, wenn man sie abgibt?

Je weniger ich von anderen brauche, um frei zu sein, umso freier bin ich. Und es stärkt meine Fähigkeiten und Kräfte, ganz nach dem alten Motto, was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker. Und wohl auch freier.

Es geht hier um die Einschränkung der Grundrechte, was Artikel 37 GG ausdrücklich verbietet. Diesmal passiert es nur wegen einer "Pandemie" aber nächstes Mal passiert es vielleicht weil ein verrückter an die Weltmacht will.

Das ist nur eine Vermutung

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@Klarschrift

Wenn man sich jetzt nicht wehrt gegen die Einschränkumg der Grundrechte wird die Schwelle sinken ab wann man sich beim nächsten Mal wehrt, das ist keine Vermutung das ist ein Fakt

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Es gibt ein paar Freiheiten. Ein Katalog davon findet man im GG. Der staat darf diese nur so viel wie es unbedingt nötig ist einschränken. Einige Menschen sind der Meinung dass die Freiheiten zu stark eingeschränkt sind.

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