Freiberuflich tätig - Welche Krankenversicherung benötige ich?

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8 Antworten

Als Selbständigerkannst du dir aussuchen, ob du dich privat versicherst, oder freiwillig weiter bei der AOK bleibst. In der gesetzlichen kannst du in den ersten 3 Jahren der Selbständigkeit zum Mindestbeitrag versichert werden. Achtung! du musst dann jährlich deine Einkommenssteuererklrung auch der Krankenkasse vorlegen und ggfs nachzahlen.

Hallo,

wenn man bereits als 1 Jahr in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, hat man als Selbständiger/Freiberufler eine Wahlmöglichkeit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Vergrößerung der Familie" und Verringerung der Einnahmen

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

  • Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

  • Hilfsmittel: Katalog der GKV:

    db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

    Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

  • Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

  • Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

    -> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

  • Wirtschaftsflaut, Insolvenz, späteres Zweitstudium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

    Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen. Welche Leistungen kann man für ein behindertes Kind versichern? In der PKV meist nur die Tarife, die ein Elternteil bereits hat.

    rehakids.de/phpBB2/forum21.html -> Suchbegriff PKV

    Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten (ohne Arbeitslosengeld) werden in der GKV immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

    Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

    Man kann auch eine Testfrage stellen: "Kann man als Bezieher von Arbeitslosengeld II nach der Selbständigkeit zurück in die GKV?". Wenn die Antwort lautet " das ist möglich", hat der Vertreter noch den Gesetzesstand von 2008. -> § 5 Absatz 5a SGB Vbundesrecht.juris.de/sgb5/_5.html

Für Künstler gibt es einige besondere Regelungen in der Kranken- und Rentensicherung.

Für alle Selbständigen gibt es in der GKV eine Mindesteinnahme für die Beitragsberechnung in Höhe von 1277 bzw. 1916 Euro monatlich. Es gibt eine Wahlmöglichkeit, ob eine Versicherung mit (15,5%) oder ohne (14,9%) Krankengeld gewünscht wird.

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

RHWWW 01.06.2011, 20:44

In der GKV gibt es verschiedene Krankenkassen zur Auswahl:

http://www.gkv-spitzenverband.de/ITSGKrankenkassenListe.gkvnet

test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Produktfinder-Gesetzliche-Krankenkassen-Die-beste-Kasse-fuer-Sie-1801418-1801419/

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RHWWW 02.06.2011, 12:05
@RHWWW

Korrektur für den allerersten Satz:

wenn man bereits mehr als 1 Jahr in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist

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An deiner Stelle würde ich mich erst mal freiwillig gesetzlich versichern. Was machst Du denn freiberuflich? Kannst Du auch in die Künstlersozialkasse?

Unter Umständen kannst du weiter gesetzlich versichert werden. Frage bei einer Krankenkasse deiner Wahl noch heute nach, denn wenn du aus der gesetzlichen raus bist, kommst du nicht so einfach wieder rein.

Du kannst entweder in der Aok bleiben und Dich dort freiwillig versichern oder aber eine Private Versicherung. Hole Dir verschiedene Angebote ein und vergleiche.... Tips bekommst Du bei der Verbraucherberatung !

Bleib bei der AOK, Die PKV werden mit zunehmenden Alter immer teurer

Wenn du freiberuflich tätig bist muß du dich selbst privat versichern. Vergleichen kannst du auf http://www.tarifcheck24.com/private-krankenversicherung.html

RHWWW 01.06.2011, 20:42

Man hat eine Wahlmöglichkeit zwischen GKV und PKV!

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Du kannst dich freiwillig weiter gesetzlich versichern: bei der AOK als Beispiel fängt da der Mindestbeitrag bei ca 300€ / Monat an. Alternativ ist auch eine PKV (private Krankenkasse) möglich: diese kostet in jungen Jahren nur einen Bruchteil der gesetzlichen, wird aber jedes Jahr teurer.

Einmal in der Privaten Krankenversicherung versichert, kannst du auch nicht mehr so schnell in eine Gesetzliche wechseln...

Lass dir einfach Angebote von verschiedenen zusenden und dann rechne es für dich selber aus...

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