Freiberuflich tätig - 600,00 € Brutto, Krankenkasse fordert 330,00 € Beitrag?

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3 Antworten

Durch das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversi-cherung (GKV-WSG) werden die Krankenkassen ermächtigt und verpflichtet, im Rahmen der Satzungsautonomie für die Bemessung der Beiträge der freiwilligen Mitglieder eine Regelung zu schaffen, die für bestimmte geringverdienende und weitgehend nichtvermögende hauptberuflich Selbständige eine Beitragseinstufung unterhalb der allgemeinen Mindestbemessungsgrundlage für Selbständige (40. Teil der mtl. Bezugsgröße für den Kalendertag) vorsieht.Die neue Regelung soll nach dem Willen des Gesetzgebers sicherstellen, dass et-waige soziale Härten für freiwillig versicherte hauptberuflich Selbständige, die in Einzelfällen wegen der Anwendung der allgemeinen Mindestbemessungsgrundlage für Selbständige auftreten können, vermieden werden und auch die Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit durch eine zu hohe Beitragsbelastung nicht konterkariert wird. Die engeren Voraussetzungen für die Zugrundelegung einer ge-ringeren wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sollen in Anlehnung an die im Recht der Grundsicherung für Arbeitssuchende geltenden Regelungen für die Feststellung der Hilfebedürftigkeit von Arbeitssuchenden definiert werden. Damit verbunden ist u. a. die Einbeziehung von Einkommen und Vermögen des Partners.Die Satzung der Krankenkasse muss dazu bestimmen, unter welchen Vorausset-zungen der Beitragsbemessung hauptberuflich selbständig Erwerbstätiger niedrigere Einnahmen, mindestens jedoch der 60. Teil der monatlichen Bezugsgröße, zugrunde gelegt werden. Dabei sind insbesondere das Vermögen des Mitglieds sowie Einkommen und Vermögen von Personen, die mit dem Mitglied in Bedarfs-gemeinschaft leben, zu berücksichtigen.Diese Neuregelung ist mit dem In-Kraft-Treten des GKV-WSG am 01.04.2007 wirksam geworden.

Wende dich an deine Krankenkasse und bitte um Einstufung nach der "Härtefallregelung" für Selbstständige.

Hallo,

die Einkommensgrenze fürt die kostenlose Familienversicherung beträgt 365 Euro monatlich (betriebliche Kosten können aber von den Einnahmen abgezogen werden; es gilt hierfür das Steuerrecht).

Wenn die Grenze überschritten wird, gibt es drei Varianten:

  • "normale" hauptberuflich Selbständige: es gilt eine Mindesteinnahme von 1916 Euro monatlich (Mindestbeitrag: 322 Euro monatlich) § 240 SGB V

  • geringverdienende hauptberuflich Selbständige: es gilt eine Mindesteinnahme von 1277 Euro monatlich (Mindestbeitrag: 215 Euro monatlich). Hierbei spielt auch das Ehegatteneinkommen eine große Rolle. § 240 SGB V

  • Wenn die Selbständigkeit nur nebenberuflich ist, gilt eine Mindesteinnahme von 851 Euro (Mindestbeitrag von 143 Euro). Hierbei sind die wöchentliche Arbeitszeit, die weiteren Einnahmen und die Tatsache, ob eigene Arbeitnehmer beschäftigt werden, zu berücksichtigen.

Am besten mit allen Unterlagen bei der Krankenkasse vorbeigehen (auch Einkommensnachweise des Ehegatten).

Gruß

RHW

also, generell hat die Krankenkasse recht, mit dem angenommen Mindesteinkommen von ca. 2.000,-- EUR

ABER:

  1. ist zu prüfen, ob Du Dich wirklich selbst versichern mußt oder nicht in der Familienversicherung bleiben kannst - denn maßgeblich für die Versicherungspflicht ist die Hauptbeschäftigung und die sollte ja "Hausfrau" heißen, oder???

  2. Wenn Du Dich tatsächlich freiwillig versichern mußt, kann die Krankenkasse auf Antrag den Beitrag reduzieren, wenn das tatsächliche Einkommen wesentlich geringer ist, als die Beitragsbemessungsgrenzen

Sprich mit Deiner Krankenkasse, wenn die gar nicht gesprächsbereit sind, such Dir eine andere :-)

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