Freiberuflich? Kleinunternehmer? Wie viele Steuern? Hilfe!

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9 Antworten

Die Falle, in die Du ganz schnell tappen wirst, ist das umsatzsteuerbefreite Kleinunternehmen nach Art 19 UStG. Hier liegt die Grenze bei 17'500 Euro/a. Überschreitest du bei einer Steuerprüfung diesen Betrag kommt die Nachforderung und diese hat bereites vielen Anfänger der Selbständigkeit das Genick gebrochen.

Bei einer Umsatzsteuerbefreiung kannst Du auch den Vorsteuerabzug nicht beanspruchen, ausserdem kann man den Kunden keine USt nachfordern. Du hast die Rechnung ohne ausgestellt und damit bleibt es gegenüber den Kunden. Ich rate Dir dringend eine richtige Buchhaltung zu machen. Es geht also kein Weg an einem StB vorbei.

Warum gehst Du nicht zu einem Steuerberater Deines Vertrauens. Du scheinst sowenig Ahnung zu haben, dass Du nur Fehler machen kannst. Du arbeitest doch zu Hause an einem PC-Arbeitsplatz, da sind Ausgaben wie Raummiete, Heizung, Beleuchtung, Telefon, Internet etc, die absetzbare Betriebsausgaben sind. Auch Verbrauchsmateriealien würde ich dem Fiskus nicht vorenthalten. Das alles weiß der StB, aber auch welche Versicherungen für einen Selbständigen unabdingbar sind, wann die Umsatzsteuer angemeldet werden muß.

Die Entscheidung zwischen Freiberufler und Gewerbe hat mit den beiden Steuerarten Einkommensteuer und Umsatzsteuer erstmal nix zu tun, sondern nur mit der Frage, ob du auch noch Gewerbesteuer zahlen musst (und ob du Mitglied der Kammer werden musst). Dabei hängt es davon ab, welche Tätigkeit du ausübst. Als Texterin hast du durchaus Chancen, also Freiberufler eingestuft zu werden.

Dann gibt es die Geschichte mit den Kleinunternehmen. Als Kleinunternehmen kannst Du Dich von der Mehrwertsteuer befreien lassen. Das läuft nicht automatisch, sondern du musst gegenüber dem Finanzamt angeben, dass du ein Kleinunternehmen sein willst. Dann darfst du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer mehr angeben und auch keine gezahlte Mehrwertsteuer mehr abziehen. Normalerweise lohnt sich das nur, wenn du direkt an Endverbraucher lieferst - arbeitest Du für Unternehmen, dann hast du keine Vorteile.

Einkommensteuer zahlst du per Jahresausgleich, später dann per Vorauszahlung, immer auf den Gewinn aus deiner Tätigkeit (alle Einnahmen - alle Ausgaben). Das musst du per Überschussrechnung ermitteln. Die Werte, die du ausgerechnet hast, sind schon realistisch, ja - wenn du keine weiteren Einkünfte hast, denn es werden ja alle Einkünfte zusammengerechnet (falls du also noch irgendwo festangestellt bist z. B). . Steuer ist für Geringverdiener nicht so das Problem. Wichtig ist, dass Du dich krankenversichern musst! Und das ist nicht ganz billig.

Wie schon richtig geschrieben wurde: der Abgabenrechner zieht die 8004 Euro selber ab. Gleichzeitig hast du aber noch Abzüge für alle Ausgaben im Zusammenhang mit der Tätigkeit und einen gewissen Satz für Vorsorgeleistungen etc - insofern kommt das schon ungefähr hin, irgendwo zwischen 500 und 2000 Euro im Jahr kommst du raus.

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Danke für die Antwort, der Punkt ist jetzt aber auch noch, was ich am besten bei schwankendem Einkommen im Monat zurücklegen soll. Ich dachte, die sicherste Variante ist, immer vom aktuellen Monatseinkommen das wegzulegen wie viel ich monatlich Einkommenssteuer laut Rechner zahlen müsste.

Beispiel: diesen Monat hab ich nur 1.500 gemacht, also nehme ich das x12, ziehe den Freibetrag ab, habe die Jahresbelastung der Steuern, durch 12 geteilt und habe dann raus, was ich diesen Monat zurücklegen muss. Dasselbe dann eben jeden Monat je nach Lohn neu berechnen. Korrekt so?

Selbstverständlich würde ich hier paar Euro drauflegen als Sicherheit... aber weiß es nicht, wie ich das anders machen soll. Und Krankenversicherung etc weiß ich.. hatte mit Miete und allen anderen Kosten die entstehen, monatliche Fixkosten bei etwa 1200. Wären es also nur 1500 als Lohn, fallen (siehe oben) ca. 35 Euro Steuern im Monat an, die ich weglege, bei 2000 als Lohn halt dann 125, aber dann bleibt auch mehr über... stimmt das so in etwa?

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@luniquiera

Du ziehst den Freibetrag nicht ab, nur deine Kosten! 100 Euro würde ich auf jeden Fall zurücklegen bei 1500 Euro, auch wenn du es nicht brauchst. Wie rechnest du eigentlich die Zeit ein, in der du mal Urlaub machst? Oder krank bist? Deine Kosten laufen dann ja weiter...

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@luniquiera

Ich sehe also, ich sollte am besten auf monatlich 2.000 kommen. Sollte ich davon 300 für Steuern weglegen? Dann wäre nach Abzug aller Kosten (auch Essen, Versicherungen, Telefon etc) noch ein Betrag von ca. 400 übrig für Freizeit etc.

Und weißt du, wie sich das steuerlich verhält, wenn ich beispielsweise bei 1.500 bleibe und zusätzlich Geld aus nem extra 400-Euro-Job einfahre?

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@luniquiera

D. h. sie steht auf der Rechnung? Und du hast die in die 2000 Euro mit eingerechnet? Achtung: Jeden Cent Mehrwertsteuer, den du bezahlt bekommst, musst du ans Finanzamt abführen. Das ist keine Einnahme für dich, sondern du nimmst die nur für das Finanzamt ein.

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@FataMorgana2010

Für den Fall dass Du das noch nicht gemacht hast, solltest Du Dich dann umgehend mit dem Finanzamt in Verbindung setzen. Von Anfang an musst Du nämlich monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben. Und zwar immer bis zum zehnten des nächsten Monats.

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luniquiera hat offensichtlich mindestens 1.500 € Umsatz im Monat. Die Kleinunternehmerregelung scheidet damit aus. Und, naja, Jahresausgleich? Für Arbeitnehmer gabs vor vielen Jahren mal einen Lohnsteuerjahresausgleich. Aber für Selbständige nicht.

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als freiberufliche jounalistin, buchautorin etc. musst du einkommenssteuer zahlen, diese beträgt etwa 25% deiner brutto-einkünfte und wird nach der ersten eingereichten jährlichen einkommenssteuererklärung vom finanzamt geschätzt und vierteljährlich im voraus erhoben. du musst dich außerdem selber kranken- und rentenversichern bei der künstlersozialversicherung, das macht etwa 500 euro im monat (weil du ja alles zahlst, es gibt keinen arbeitgeber). ich rate dir, deine jährliche einkommenssteuererklärung von einem steuerberater machen zu lassen, der viele freie betreut. deine freien kollegen kennen jemanden. alles liebe, viel erfolg!

500 Euro?! Ich hab mir das angeschaut und komme da auf maximal 300 Euro bei der KSK.

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Wenn ich Deine Beiträge hier lese dann bin ich mir nicht sicher ob Du auch nur annähernd eine Ahnung darüber hast was eine selbständige Tätigkeit alles mit sich bringt.

An Deiner Stelle würde ich mal schnell zu einem Steuerberater laufen und analog ein Gründungsseminar besuchen.

ist das deine einzige Einnahmequelle ? du brauchst noch eine Krankenversicherung, Rücklagen für Altervorsorge.

bei 18.000 Euro Jahreseinkommen beträgt die Steuerlast ca 1.200 Euro die kannst du durch bestimmte Freibeträge und Abschreibungen reduzieren.

Siehe Kommentar oben :)

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Diese Fragen solltest Du einem Steuerberater stellen um ganz sicher zu gehen !!

Ich habs in ElsterFormular durchgerechnet: bei Ledigen ohne Kinder beträgt bei einem Jahresgewinn(!) von 18.000 € im Jahr 2011 die Steuer 1.946 und der Solidaritätszuschlag 107,03.

Was die Kleinunternehmerregelung betrifft, ist diese bei 1.500 € im Monat nicht anwendbar.

Wenn sie 18.000 Euro Einnahmen hat, dürfte der Gewinn schon da drunter liegen. Auch kann sie die Krankenversicherungsbeträge absetzen, evtl. auch private Rentenversicherung. Versteuern muss man nicht

Einnahmen - Ausgaben = Gewinn

sondern

Einnahmen - Ausgaben - div. Abzüge laut Steuerrecht = zu versteuerndes Einkommen.

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@FataMorgana2010

Gut! Dann sag mir wie hoch ihr Gewinn sein wird!

Wenn sie davon ausgeht, dass sie mindestens 1.500 @ im Monat einnimmt (lt. erstem Posting 1.500-2.000!), dann geh ich davon aus, dass 18.000 nicht unrealistisch ist. Wer schreibt hat normalerweise keine sehr hohen Ausgaben. ElsterFormular berücksichtigt. Ich hab für die Berechnung einen auf meinem Computer vorhandenen Fall geöffnet und soweit abgeändert, dass er passen könnte. Ein paar Kleinigkeiten - hab ich jetzt festgestellt - hab ich trotzdem übersehen. Aber die genauen Zahlen weiß ich sowieso nicht! Und Du auch nicht, FataMorgana2010!

Ich bleib aber dabei, dass man mit ElsterFormular die voraussichtliche Steuer grob ausrechnen kann. Um so besser, wenn man weiß wieviel man Krankenversicherung zahlt.

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du darfst den freibetrag bei deiner rechnung nicht abziehen

also nicht 18000-8000=10000

sondern 18000=18000

ich kann mir vorstellen, dass die seite den freibetrag schon berücksichtigt

ansonsten zahlst du als kleineunternehmer beides, bei mehr als 17.500 halt ZUSÄTZLICH noch umsatzsteuer

ja absetzen kannst du auch was, wie wäre es mit einem steuerberater?

die meisten nicht-angestellten, haben einen

Mit der Umsatzsteuer ist das so eine Sache. Entweder man ist Kleinunternehmer, dann hat man mit der Umsatzsteuer schlicht nix zu tun, man darf sie nicht ausweisen, aber auch nicht verrechnen. Oder man ist es nicht, dann nimmt man sie ein, muss sie aber ans Finanzamt überweisen. Für den Empfänger der Leistung ist die Umsatzsteuer nur dann interessant, wenn er Endverbraucher ist. Sonst macht er die Steuer einfach geltend:

Szenario 1:

Du bist Kleinunternehmer, schreibst eine Rechnung über 1000 Euro. Der (gewerbliche) Auftraggeber bezahlt 1000 Euro und hat 1000 Euro Kosten. Du hast selber z. B. einen Minicomputer für 119 Euro gekauft - im Kaufpreis sind 19 Euro Mehrwertsteuer enthalten. Aber diese Mehrwertsteuer kannst du nicht geltend machen.

Szenario 2:

Du bist kein Kleinunterunternehmer, schreibst eine Rechnung von 1000 Euro + 19% Mehrwertsteuer. Der Auftraggeber zahlt 1190 Euro, bekommt 190 Euro vom Finanzamt wieder und hat 1000 Euro Kosten (also genauso viel). Du musst an das Finanzamt 190 Euro Steuern überweisen, darfst aber die 19 Euro aus dem Computerkauf abziehen.

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@FataMorgana2010

ach ich bin doof, ich hab die ganze zeit an gewerbesteuer gedacht

ja sicher macht man die regelung ohne umsatzsteuer, damit man den stress nicht hat, wenn es sich nicht lohnt

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@smurfaccount

Das hängt sehr davon ab, wie viele Ausgaben man hat. Wenn man z. B. ein Auto mitabrechnet, wäre man schön doof, die Kleinunternehmerregelung zu nehmen. Und bei 2000 Euro Umsatz im Monat stellt sich die Frage sowieso nicht.

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@luniquiera

Nein, Wenn du ein Auto hast und als Dienstauto absetzt, dann ist es von Vorteil, die Umsatzsteuer direkt absetzen zu können. Ob du dir ein Auto leisten kannst, weiß ich nicht - ich würde eher sagen, nein, aber das hat nix mit der Steuer zu tun.

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@FataMorgana2010

luniquiera hat offensichtlich mindestens 1.500 € Umsatz im Monat. Die Kleinunternehmerregelung scheidet damit aus.

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