Freiberuflerin oder Kleinunternehmerin mit Gewerbe Anmeldung?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Oh Gott, was wurde hier wieder für ein Quatsch geschrieben. Keiner der genannten Beträge stimmt.

1. Kleinunternehmerregelung: Kleinunternehmer ist Jemand, dessen Vorjahresumsatz nicht höher war als 17.500,- Euro. (§ 19 UStG). Für das erste Jahr ist der Umsatz zu schätzen.

2. Bei Webdesign ist, auch wenn man Kleinunternehmer wäre, am besten auf Regelbesteuerung (mit Umsatzsteuer) zu optieren, denn Webdesign macht man ja nicht für Privatleute. Also kann man die Umsatzsteuer aufschlagen udn hat damit selbst den Vorsteuerabzug.

3. DEn Gewinn ermittelt man durch einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung. Also Einnahmen (im genannten Fall 3.500,- + 19 % Umsatzsteuer angeraten) abzüglich der Kosten (Telefon, Internet, Abschreibung auf Computer, Bürobedarf usw.).

4. Der Gewinn kommt über die Anlage "G" in die Einkommensteuererklärung. Es wird dem übrigen Einkommen zugeschlagen.Also wird vermutlich eine Einkommensteuernachzahlung heruaskommen.

5. Gewerbesteuer ist kein Thema, entweder weil die freiberufliche Tätigkeit anerkannt wird, oder sowieso nicht, weil Gewerbesteuer erst bei einem Gewerbeertrag von 24.500,- beginnt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ettchen
24.02.2016, 11:48

Gewerbesteuer ist kein Thema, entweder weil die freiberufliche
Tätigkeit anerkannt wird, oder sowieso nicht, weil Gewerbesteuer erst bei einem Gewerbeertrag von 24.500,- beginnt.

Genau, sag ich doch! Daumen hoch!

0

Nein, sie braucht zwingend ein Gewerbe.

Bei Nebengewerbe gibts die Möglichkeit bis zum Betrag x ( 1.000€? Im Jahr ) Keine Ust abzuführen - dafür kann dann aber auch die Ust von Ausgaben nicht geltend gemacht werden.

Gewerbesteuer ab 10.000€ im Jahr soweit ich weis - ob eine Beschäftigung im Angesteltenverhältnis da ne Rolle spielt weiss ich nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von brock23
24.02.2016, 02:54

Rechnungs betrag wäre 3500 € zzgl. Mehrwertsteuer Soll sie jetzt einfach Mehrwertsteuer nichtannehmen bzw berechnen ?

0

Deine Freundin kann lt. Einkommenssteuergesetz eine freiberufliche Tätigkeit anmelden. Eine zusätzliche Gewerbeanmeldung die eine Mitgliedschaft bei diversen Verbänden nach sich ziehen würde ist nicht erforderlich.

Ob deine Freundin Mehrwertsteuer berechnen und abführen muss hat nichts damit zu tun ob sie ein Gewerbe anmelden muss oder nicht, sondern damit ob die bei der Anmeldung ihrer selbstständigen Tätigkeit die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung beantragt hat. 

Diese Kleinunternehmerregelung kann man (vereinfacht ausgedrückt) bis zu einem Umsatz von 27.000,- anwenden.

Wenn man sich in Bezug auf die Mehrwertsteuer für die Regel-Besteuerung entscheidet oder wegen Überschreitung der Umsatz Grenze in Folge dazu verpflichtet wird, benötigt man eine Umsatzsteueridentifikationsnummer.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wfwbinder
24.02.2016, 07:47

   Diese Kleinunternehmerregelung kann man (vereinfacht ausgedrückt) bis zu einem Umsatz von 27.000,- anwenden.

Wo steht das?

2
Kommentar von Geochelone
24.02.2016, 07:56

Eine zusätzliche Gewerbeanmeldung die eine Mitgliedschaft bei diversen Verbänden nach sich ziehen würde ist nich.t erforderlich.

Wofür ein Gewerbe anzumelden und wofür nicht, ergibt sich aus der GewO und nicht aus dem EKStG ! Und natürlich ist für solche Aufragsarbeiten ein Gewerbe anzumelden

Diese Kleinunternehmerregelung kann man (vereinfacht ausgedrückt) bis zu einem Umsatz von 27.000,- anwenden.

Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG geht bis 17.500 €,

1

Webdesign wird von den Finanzämtern dem Grundsatz nach eher als eine gewerbliche als eine freiberuflich/künstlerische Tätigkeit kategorisiert. Auf der sicheren Seite ist daher, wer diese Tätigkeit gleich selbst als Gewerbe anmeldet und entsprechend handelt.

Zu weiteren Punkten hier nur stichwortartig:

- Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG betrifft ausschließlich die Umsatzsteuer, und die Grenze beträgt € 17500.--. brutto p.a.

- Da die meisten Webseiten kommerzieller Natur sein dürften, bei denen man einem Webdesigner einen Auftrag zur Erstellung gibt, ist die Optierung zu § 19 UStG fragwürdig; für den Unternehmer (Auftraggeber) ist die MWST ohnehin nur ein Durchlaufposten.

- Bei Gewerbeanmeldung erhält der Unternehmer für sein Gewerbe eine eigene Steuernummer zugeteilt, die ist auch entsprechend (zusammen mit den weiteren Pflichtangaben) auf der Rechnung zu führen.

- Die Versteuerung der Gewinneinkünfte erfolgt im Rahmen der EStE.



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da es sich um Auftragsarbeiten handelt, ist eigentlich eine Gewerbeanmeldung nach der GewO erforderlich. Das gilt aber nicht, wenn deine Freundin das nur einmal machen will, denn dann fehlt es an der Dauerhaftigkeit (wiederholte Angebote), die Voraussetzung für Gewerbe ist.

Den Rest hat wfwbinder sehr gut erklärt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?