Freiberufler oder Klein Gewerbe anmelden?

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7 Antworten

Wo muss ich genau meine freie Arbeit anmelden? Finanzamt oder Gewerbeamt?

Kommt drauf an.

Wenn du Auftragsarbeiten durchführst bist du gewerblich und nicht freiberuflich tätig. In dem Fall hast du ein Gewerbe anzumelden. Das geschieht auf dem Ordnungs- bzw. Gewerbeamt.

Werden die das denn aktzeptieren?

Natürlich und sie werden dir ca. 20-30,- € Gebühren dafür abverlangen, dass sie es akzeptieren.

Wie schon oben steht arbeite ich auch als Aushilfe.

Und?

Auf was muss ich besonders achten wenn ich diesen Schritt wage.

Krankenversicherung, Buchführungspflicht, Steuererklärungspflicht, etc.

Und muss ich ausser der Einkommensteuer noch andere steuern dazu zahlen?

Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sind. u.U. relevant. Anhand deiner Frage kann ich aber dazu nichts näheres sagen.

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Du kannst dich relativ problemlos als Kleinunternehmer beim Finanzamt anmelden (sind nur ca. 2 - 4 Seiten, die man ausfüllen muss). Dann darfst du aber nicht mehr als ca. 1400 € durchschnittlich im Monat verdienen. Wenn du drüber kommst, bist du kein Kleinunternehmer mehr und musst 19 % Mehrwertsteuer an das Finanzamt abgeben.

Als "Kleinunternehmer" bekommst du dann eine andere Steuernummer und du musst dann Rechnungen an deine Kunden schreiben.

Einmal im Jahr musst du dann für das Finanzamt deine Einnahmen und Ausgaben erklären und die Rechnungen einschicken.

Du musst angeben, in welchem Bereich du arbeitest. Aber das Finanzamt prüft nicht, ob du eine Ausbildung hast. Bei mir steht z.B. "Privatlehrerin". Ich bin allerdings ausgebildete Lehrerin, aber das Finanzamt hat mich nie nach meinem Zeugnis gefragt!!!!

Wenn man unter dem Existenzminimum ist, kann man ergänzendes Hartz IV bekommen.

Wenn man kein Hartz IV zusätzlich bekommt, muss man sich als Freiberufler bei der Krankenkasse freiwillig versichern. Ich bezahle ca. 169 € im Monat Krankenkasse.

Viel Glück!

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dersim624 19.09.2016, 11:41

Danke dir die ausführliche Antwort. Was würdest du mir den raten? Klein gewerbe oder Freiberufler? Ich glaube nicht das ich soviel am Anfang damit verdienen werde muss erstmal alles aufbauen. lg

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Veruschka61 19.09.2016, 14:25
@dersim624

Also, ich bin Freiberuflerin und gleichzeitig "Kleinunternehmen". Ich glaube, das Finanzamt entscheidet, ob das ein Gewerbe ist oder nicht. Bei geistigen Arbeiten ist das meistens "Freiberufler". Ich bin ehrlich gesagt nicht sicher, warum das Finanzamt zwischen Freiberufler und Gewerbe unterscheidet. "Kleinunternehmen" bedeutet nur, dass man unter einer gewissen Summe im Monat verdient. Wenn du klein anfangen willst, würde ich ein Kleinunternehmen anmelden. Für das erste Jahr musste ich Steuern bezahlen, aber als sie gesehen haben, dass ich so wenig verdient habe (und ich Kinder habe), habe ich die Steuern im nächsten Jahr zurückbekommen. Ich glaube, bei deiner Arbeit wärst du der klassische Freiberufler.

Falls meine Antworten geholfen haben, wäre es nett, wenn du meinen Kommentar liken könntest oder den Danke Knopf drücken könntest, dann kriege ich 5 Punkte bei gutefrage.de!

P.S. Es gibt zum Kleinunternehmen eine Broschüre beim Finanzamt, auf jeden Fall bei uns in der Stadt.

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1) Sowohl, als auch, allerdings andersrum, weil du erstmal ein Gewerbe haben musst, ehe du ne Steuernummer dafür beantragen kannst.

2) Woher du irgendwas weißt, ist egal. Die Ämter wollen nur ihren Teil von dem ab haben, was du einnimmst. Verdienst du nix und gibst das per Steuererklärung an, dann is denen das auch egal.

3) Du zahlst Umsatzsteuer, keine Einkommenssteuer - Ist aber nur vom Namen her verschieden, der Rest wird nahezu gleich berechnet.
Wenn du weniger als 17.500€ pro Jahr verdienst, fällt dein Einkommen unter die Kleinunternehmerregelung (§19 Umsatzsteuergesetz).
Du musst dann keine Umsatzsteuer zahlen, musst das allerdings auch als Hinweis unter deine Rechnungen schrieben, dass du diese nach dem Paragraphen nicht abführst. Ab dem 2. Jahr gilt das etwas lockerer, aber das kannst du dir alles online ausführlich durchlesen.

4) Wenn du noch einen anderen Job hast, dann gilt das Konkurrenzverbot für den eigenen Arbeitgeber, ansonsten kann er dich fristlos rauswerfen.
Heißt im Klartext: Du darfst, wenn du selbst Logos und ähnliches erstellst, nicht auch für deinen Arbeitgeber das selbe tun, da du sonst für ihn einen Marktkonkurrenten darstellst.

Was meinst du mit KSK ?

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dersim624 19.09.2016, 11:39

Danke erstmal für die ausführliche Antwort. KSK ist die Künstlersozialkasse (KV) ich zahle im Moment 176€/MONATLICH an die DAK. und das ist für mich zuviel an Ausgaben da ich nur meinen 450€ Job habe. beziehe keinerlei anderer Einkommen wie Hartz IV etc.

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valvaris 19.09.2016, 13:02
@dersim624

Wieso zahlst du 1/4 deines Einkommens an die Krankenkasse? Da kannst du deinen Tarif aber schnell mal wechseln oder sogar die Krankenkasse.

Es bleibt natürlich deine Wahl, was du für eine Krankenkasse nimmst, unabhängig von deinem Einkommen. Viele Selbstständige, welche genug verdienen, wechseln nur zu einer privaten Krankenversicherung, weil sie sichs leisten können und dann auch bei manchen Ärzten und im Krankenhaus bevorzugt behandelt werden.

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kevin1905 20.09.2016, 09:59
@valvaris

Weil ein freiwillig Versicherter nicht weniger als 968,33 € verdienen kann.

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Wenn Du bereits seit 9 Jahren als Graphiker arbeitest, was hat Du vor deinem Minijob gemacht?

Warst Du bei der Firma "Schwarz & Samstag" beschäftigt?

Der Freiberufler ist abschließend in § 18 EStG geregelt.

Ein Kleingewerbe gibt es übrigens nicht, das ist nur eine Bezeichnung im Volksmund, genau wie die Mehrwertsteuer, die Umsatzsteuer heisst.

Für Freiberufler (§ 18 EStG) besteht nur eine Verpflichtung, die selbständige Tätigkeit anzuzeigen.

Gewerbetreibende müssen zudem Gewerbesteuer zahlen, sofern die Freibeträge überschritten sind.

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dersim624 19.09.2016, 12:52

Ich mache seit 9jahren Grafik Design und habe immer anderen geholfen. Vor meinem minijob hatte ich andere Jobs ist wohl klar. hartz IV war nie so meins; )

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Aufpassen musst du bei dem Begriff "freiberuflich".

Ein Freiberufler erstellt ein Produkt und versucht das dann zu verkaufen. Also z.B. ein Maler.

Als Freiberufler darf man keine Auftragsarbeiten machen bzw. nur in sehr geringem Rahmen.

Also wenn jemand zu dir kommt und sagt "Ich möchte ein Logo für meine Arztpraxis" dann ist das KEINE freiberufliche Tätigkeit.

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dersim624 19.09.2016, 12:29

Das ist aber schwachsinn dann den Beruf des Grafikers als Freiberufler anzugeben / anzunehmen. Ein Grafiker ist ja genau dafür da ein Produkt zu erstellen und zu verkaufen

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DerOnkelJ 19.09.2016, 12:42
@dersim624

Wie gesagt, es gibt ja auch Auftragsarbeiten. Wenn ein Kunde kommt und dir den Auftrag gibt etwas anzufertigen.

Das ist wie mit Fotografie (da kenne ich mich besser aus). Ein freiberuflicher Fotograf macht Fotos z.B. von einem Volksfest und versucht diese dann zu verkaufen. Er darf aber keinen Auftrag annehmen eine Hochzeit zu fotografieren. Ich überlege auch, mich mit Fotografie nebenbei selbständig zu machen, das werde ich dann aber als Handwerk anmelden und nicht als  Freiberufler.

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Nun hätte ich hier einige fragen.

• Wo muss ich genau meine freie Arbeit anmelden? Finanzamt oder Gewerbeamt?

Siehe:

https://www.fuer-gruender.de/wissen/existenzgruendung-planen/recht-und-steuern/rechtsform/freiberufler-werden/

• Werden die das denn aktzeptieren?- Da ich es mir selbst beigebracht habe.

Es kommt auf die Tätigkeit an. Künstler sein ist ja kein Beruf, der z.B. durch ein Staatsexamen geschützt ist.

• Wie schon oben steht arbeite ich auch als Aushilfe.

Völlig egal.

Auf was muss ich besonders achten wenn ich diesen Schritt wage.

Siehe mein Link oben.

Und muss ich ausser der Einkommensteuer noch andere steuern dazu zahlen?

Siehe Link.

Wichtig ist nur, dass du in der freiberuflichen Tätigkeit bleibst. Überschreite nicht die Schwelle zum gewerblichen.

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Bei einem Plan einer selbständigen Arbbeit nachzugehen mit dem Ziel  450 EUR Einkünfte im Monat zu erwirtschaften, kann man nur abraten.

Schreib mal vorher auf wieviel du mindestens Verdienen musst um im Jahr über die Runden zu kommen (Lebenshaltung, Krankenversicherung, Haftpflicht vers., Altersvorsorge, Miete, Nebenkosten, Wasser, Müll, Strom, Händi, Kleidung, Weihnachten, Geburtstage, Urlaub etc), dann pack noch 20-30% Rücklagen  für die UST. drauf.

Also ich würde mir an deiner Stelle als erstes überlegen wie du mindestens das 10fache erwirtschaften kannst und mich dann erst mit dem Papierkram beschäftigen.

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