Frei an Gott glauben: Wer von euch glaubt frei (= ohne Religion und spezifischer Lehren) an Gott?

...komplette Frage anzeigen

11 Antworten

So ganz frei bin ich natürlich nicht, weil ich im christlichen, evangelischen Glauben erzogen wurde. Dabei durfte ich mir die Strömung selbst aussuchen, ich wurde erst mit 8 Jahren getauft.

Aber ich finde Gott in viel mehr Dingen, Situationen und Gegebenheiten, als ich es in der wortpredigenden Kirche jemals gefunden habe.

Ich bin vor vielen Jahren aus der Institution Kirche ausgetreten, glaube aber trotzdem und gebe auch gerne noch für die Institutionen, weil sie viel Gutes tun.

Es gibt ganz grundsätzliche Dinge, die ich als Kleister unseres Zusammenlebens sehe, die aus dem klassischen Wort stammen.

Ich erkenne den hohen und prägenden Wert des Christentums und seine Veränderungen an. Sonst wären wir heute nicht da, wo wir stehen.

Auf der anderen Seite bemängele ich, daß die aktuelle Weiterentwicklung der Völker sich entweder viel zu weit von den religiösen Lehren entfernt hat, oder sie aber so todernst nimmt, daß es Tote gibt.


Sagen wir es mal so: Ich entschied mich als Kind aus eigenem persönlichen Glauben heraus, der evangelischen Kirche beizutreten, weil diese damals die mir einzig bekannte in meiner Umgebung war. Als ich dieser beitrat hörte ich zum ersten Mal etwas von Gott, während sich mein persönlicher Glaube eher auf ein ewiges Dasein bezog.

Nach meiner Konfirmation gab es dann endlich so eine Art wöchentliche Bibelleserunde und in deren Rahmen lernte ich einige Bibelstellen kennen, die mich zu Fragen brachten, welche die örtliche Pfarrerin auch nach Monaten nicht beantworten konnte oder wollte. Dann wusste ich für mich, dass die evangelische Kirche nicht die richtige für mich ist, und ich wurde in dieser inaktiv. Dennoch glaubte ich weiterhin an Gott. Damals muss ich so etwa 15 Jahre alt gewesen sein.

Im Alter von 30 Jahren schloss ich mich einer Kirche an, welche die Antworten hatte, die ich seit etwa 15 Jahren suchte und die entsprechend den Werten eine Kirchenlehre hat, die nach meiner Ansicht klar in der Bibel enthalten und die mir wichtig sind. Gut, eine Sache gibt es da immer noch, aber die meisten anderen werden ebenso gesehen. Die einzige Ausnahme ist da offenbar noch das Verständnis von geistigen Gaben und die Akzeptanz derselben. Während dies bei einzelnen, hauptsächlich sensitiven und intellektuellen durchaus zutreffend gesehen wird, sieht man das bei anderen, wie der Heilung eher als eine Art Vollmachtshandlung in Form eines Segens, bei anderen jedoch, wo es um Taten geht, wird dies weitestgehend bisher komplett abgelehnt.

Auch wenn ich sicher nicht vollkommen frei von irgendwelchen religiösen Lehren war, auch da ich einiges von der Bibel durch die Leserunde in meiner Jugend aufgeschnappt hatte aber darin eigentlich nur Bestätigung fand, so bin ich bis heute, und werde dies auch in Zukunft, meinem persönlichen Glauben treu bleiben, denn dieser ist für mich gewissermaßen die unerschütterliche Grundlage meines Gottesglaubens, in meinem persönlichen Glauben frei sein, vermutlich von jeder mir bekannten Religion, sofern es da irgendwelche Abweichungen gibt. 

Seit ich etwa 30 Jahre alt bin, bin ich zwar Mormone, aber wenn es da doch immer noch Unterschiede in den Ansichten gibt, auch wenn es nur ein mir bekannter Unterschied ist, nämlich der zu den geistigen Gaben, bin ich dennoch seit ich etwa 15 Jahre alt war frei in meinem Gottesglauben oder war dies zumindest im Alter von 15 bis 30 Jahren.

666Phoenix 22.01.2017, 09:18

Danke, JTKirk, Du bestätigst meine Meinung (siehe weiter unten)!

während sich mein persönlicher Glaube eher auf ein ewiges Dasein bezog.

Genau so läuft das: ursprünglich ein diffuser Glaube an irgendwas, dann die "Bearbeitung" von Pfarrern und Bibelleserunden! Dann die "Spezialisierung"!

Bei Dir eben mit der Bibel und dem Buch Mormon! Bei anderen sog. "Christen" mit der "NWÜ", wieder bei anderen in Kritik und Ablehnung des Papstes in Rom, wieder bei anderen in Anlehnung oder Ablehnung der "Trinität", viele im Streit um die richtige Zelebrierung des Abendmahles, viele in Hervorhebung des AT, einige in Ablehnung bzw. Relativierung desselben und Betonung auf die "Einzigartigkeit" des Wanderpredigers aus Bethlehem und seiner ihm nachfolgenden Schafhirten, usw., usf.

Keiner von denen war bei Geburt schon ein Gott-Glaubender!

0
JTKirk2000 22.01.2017, 20:26
@666Phoenix

Ich sehe in Deinen Behauptungen nicht das, was ich geschrieben habe. Mein Glaube an Gott kam hinzu aber das war es dann auch schon. In der Bibel zu lesen oder auch später im Buch Mormon hat meinen persönlichen Glauben nicht verändert, sondern hat diesen bestätigt. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

0
JTKirk2000 23.01.2017, 03:13
@666Phoenix

Erstens finde ich daran gar nichts komisch und zweitens lebe ich zumindest zum Teil gerade wegen meines Glaubens gesund indem ich auf Dinge verzichte, die potentiell abhängig machen und die Lebensqualität senken.

0

Ohne Religion und spezifische Regeln an Gott zu glauben, ist schonmal einen Schritt weiter als blinden Vorgaben ungeprüft zu folgen.

Es geht aber noch einen Schritt weiter, denn Glauben ist nicht Wissen. Solange ich also nur an Gott glaube (sei es frei oder durch Religion etc.), ist es keine (innere) Erfahrung. Erst die direkte, unmittelbare Erfahrung von "Gott" lässt alle Zweifel fallen und gibt Gewissheit. Dann ist es nicht mehr "einfach so" glauben, sondern unerschütterliche WAHRHEIT...

Man kann nicht "einfach so" an irgendeinen Gott glauben!

Jedem, der an einen Gott glaubt (egal, an welchen von den ca. 30.000), hat man zunächst davon erzählt, ihm irgendwas in diesem Sinne oktroyiert, angebliche "göttliche" Weisheiten eingeimpft und/oder anderweitig beeinflusst!

Jeder Neugeborene ist per se erstmal Atheist, nicht in dem Sinne, dass er nicht an einen von ihnen glaubt (denn er kennt ja keinen von ihnen), sondern dass er gar nichts von irgendeinem Gott weiß. Dem Menschen ist, evolutionär bedingt, ein Selbsterhaltungstrieb immanent, der erstmal Reaktionen gegenüber allem Unbekannten hervorruft, das eventuell zur Gefahr für die eigene Existenz werden könnte. 

Wenn dann nicht alle "Gefahren" gleich erklärt und verortet werden können, wird schon das eine oder andere Mal auch eine zunächst nicht beschreibbare, mystische und transzendente Kraft angenommen. 

Das ist aber ursächlich nicht "Gott". Dieser tritt erst in Erscheinung", wenn dem Neugeborenen die Eltern, Angehörigen oder/und Nachbarn anfangen, göttlichen Nonsens zu erzählen.

Dann erst beginnt das "Dilemma"!

Mein Gottesbild geht weit in eine deistische / universalistische Richtung und ist sehr frei.

Ich bin zwar Mitglied der evangelischen Landeskirche, aber nicht religiös.

Ich gehöre keiner Religion und Konfession an. Meine Überzeugung rührt aus den eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen her. Hätte ich diese nicht gemacht, wüsste ich nicht, wie ich die innere Sehnsucht, die innere Ahnung, die innere Wahrnehmung hätte einordnen können, denn von den Religionen war ich während meiner geistigen Entwicklung nicht mehr angetan...

Die Zuwendung zur Spiritualität hat mir sehr geholfen und weiter gebracht.

Es ist die fortwährende Arbeit mit und von sich, die Erlernung und Prüfung geistiger Gesetze, die Beobachtung usw., welche einen auf den geistigen und somit auch bewusstseinserweiternden Weg bringen...

Dogmatiker auf beiden Seiten stagnieren in ihrer geistigen Entwicklung...

Gruß Fantho

666Phoenix 22.01.2017, 09:20

Dogmatiker auf beiden Seiten stagnieren in ihrer geistigen Entwicklung...

Nee, die eine Seite entwickelt sich immer weiter! Die andere glaubt  seit Jahrtausenden immer noch an irgendwelche transzendenten und nicht nachweisbaren Gestalten und Mächte!

0
Fantho 22.01.2017, 21:43
@666Phoenix

Da befindest Du Dich aber im Irrtum, solltest Du tatsächlich beides auseinander dividieren wollen...

Gruß Fantho

1
666Phoenix 24.01.2017, 16:51
@Fantho

beides auseinander dividieren

"Zusammen dividieren" geht ja nicht! :-)

Und wer im Irrtum ist, wird die Zukunft zeigen!  Ob Du die allerdings erlebst, ist in höchstem Maße fraglich!

0
Fantho 24.01.2017, 21:04
@666Phoenix

'auseinanderdividieren' ist ein korrektes Verb...

Gruß Fantho

0

Frei im biblischen Sinne ist grundsätzlich kein Mensch (wegen der Sünde). Von daher kann man auch nicht frei glauben. Aber ich verstehe was du meinst. Dennoch ist ein Glaube an einen Gott ohne Inhalte und Informationen eher ein toter Götzenglaube als ein lebendiger Glaube mit Inhalt und Ziel. Gott ist kein Götze und auch kein Flaschengeist, sondern jemand, der in Vollmacht und Wahrheit in unsere Schwachheit und Verdorbenheit hinein redet.

Das geschah damals durch die Propheten (Mose, Jeremia, Jesaja, Hesekiel etc.) und später dann auch durch die Apostel (Johannes, Petrus, Paulus etc.). Heute redet Gott durch sein Wort in der Bibel und auf der Grundlage durch gläubige Menschen, die den Heiligen Geist in sich tragen. Einfach so zu glauben und sich Gott sozusagen lediglich an den Hut zu stecken, macht keinen Sinn und ist auch hochmütig. Dazu braucht man Gott nicht. Das hat ER auch nicht nötig.

Dringend benötigen wir aber Erlösung und Vergebung unserer Sünden. Dies ist möglich durch Glauben an das Evangelium von Gottes Sohn Jesus Christus (Johannes 3,16). Dies ist die eigentliche Botschaft und der rote Faden, der durch die ganze Bibel geht. Zu Gott bekommen wir nur auf diese eine Art und Weise Zugang - durch Glauben an Jesus Christus (Johannes 14,6). Mehr Inhalt geht nicht und ist auch nicht nötig. Wenn man Jesus hat, hat man alles! Und wenn man IHN nicht hat, hat man gar nichts - selbst wenn man sich "gläubig" nennt.

666Phoenix 23.01.2017, 23:02

Dringend benötigen wir aber Erlösung und Vergebung unserer Sünden.

Na, DU vielleicht für Deine Sünden!

Ich brauche keine "Vergebung" und schon gar keine "Erlösung"!

Soll "er" doch erstmal die "erlösen", die "er" in unendliches Leid, Krankheiten, Katastrophen hat schlittern lassen, ohne in seiner angeblichen Allmächtigkeit auch nur mit einem Wimpernschlag etwas dagegen zu unternehmen!

Über die angeblichen "Sünden" wurde hier schon oft gesprochen und diese mehrfach als horrender Blödsinn entlarvt!

0

Ich befinde mich derzeit in einer Phase in meinem Glauben an Gott, der sich  immer mehr von der anerzogenen, teilweisen zwangsläufigen Religion löst.

Denn ich sehe immer mehr die Probleme, die durch Religionen ausgelöst werden. Würde jeder für sich an Gott glauben dürfen, wie er es für sich entschieden hat, ohne dass man auf ein religiöses Gesetz zurückgreifen könnte, gäbe es zahlreiche Probleme nicht mehr!

Nehmen wir die drei Größen. Jeder will gegenüber der anderen Religion der bessere Gläubige sein. Den anderen als nicht ehrlich glaubend darstellen. Aber dabei zerstören sie die Schöpfung, die sie eigentlich schützen und erhalten müssten! Sie machen Gottes Werk zunichte und verstehen scheinbar nicht, dass wenn Gott es nicht gewollt hätte, dass jeder seinen eigenen Blick auf ihn haben darf, es nicht so gemacht hätte!

Ich möchte einfach meine Ansicht, meinen Umgang und die Bedeutung gegenüber Gott für mich selber finden!

Die Religion schreiben mir Regeln vor, die einst durch Menschenhand nieder geschrieben wurden.

Aber Gott braucht keine Schrift, denn wer die Hürde einer Religion überwindet, wird den richtigen, gottgegeben Weg finden und gehen können!

joergbauer 23.01.2017, 09:23

Es stimmt, daß Gott uns nicht braucht und auch sonst nichts. ER ist sich selbst genug. Aber Gott ist barmherzig, gnädig und voller Mitleid über uns sündige Menschen. Darum hat ER sich offenbart und ist zu uns gekommen - in Jesus Christus (Johannes 3,16). Und in der Bibel redet Gott zu uns - auch wenn diese Schriften von Menschen geschrieben wurden (40 Schreiber in 1500 Jahren) ist sie von Gott inspiriert und darum sein Wort! Mit einer Religion hat das nichts zu tun - da hast du ebenfalls recht.

0

ich brauche nicht glauben, da ich erkenntnis habe

Ich jedenfalls nicht. Ich glaube an gar keine Götter. Wieso sollte ich auch?

Was möchtest Du wissen?