Frauenrechte im Iran?

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5 Antworten


Die im Iran tatsächlich bestehende rechtliche Benachteiligungen der Frau sind mit den heute gelebten Werten kaum noch vereinbar. Seit der islamischen Revolution stehen die Frauen ebenso wie die Männer in der Öffentlichkeit und haben Zugang zu Schul- und Hochschulbildung, so dass man im heutigen Iran Frauen in nahezu allen Berufssparten finden kann.

Säkular eingestellte Frauen schließen ihre Ehen mit Ehevertrag, der ihnen alle Rechte, die ihnen das Gesetz verwehrt, einräumt. Auch Scheidungen werden inzwischen von Frauen eingereicht und von Anwältinnen durchgesetzt. 

Ich kann da nur sagen "Allah sei Dank". Die Gleichstellung der Frauen wird immer öfter zum Thema. Dass die Frauen sich diese Rechte erkämpfen konnten, sehe ich als ein gutes Zeichen dafür, dass hier nicht mehr mit patriarchicher Gewalt Macht ausgeübt wird - auch wenn es sicherlich noch sehr sehr viel zu verbessern gibt. 

Als Ursache im Vergleich zu Saudi-Arabien kommt hier zum Tragen, dass im Iran 90% der Muslime Schiiten sind, während Du in Saudi-Arabien fast ausschließlich Sunniten findest.


marmar07 18.06.2016, 18:13

Also ist/ bezeichnest du den Schiismus grundsätzlich als toleranter bezeichnen? Vielen Dank für deine Antwort

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DottorePsycho 18.06.2016, 18:25
@marmar07

Das wäre eine fragwürdige These. Und vielleicht ist es so.

Bis vor einigen Jahren war im Schiitischen Iran auch vieles viel schlimmer als heute. Vielleicht sind die Iranischen Frauen mutiger und treten massiver für ihre Rechte ein.

Vor 40 Jahren hingegen war PERSIEN noch ein Land, in dem auch Frauen sich wohlfühlen konnten. Dann kam Ruhollah Chomeini über das Land. Das einzige, was ich diesem Mann zu Gute heisse, ist, dass er versucht hat, die Muslime - Sunniten und Schiiten - zu vereinen.

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suziesext07 18.06.2016, 18:41
@marmar07

"toleranter " sind die iranisch-schiitischen Autoritäten garantiert nicht. Der Unterschied ist evt eher der: Iraner sind keine Araber, sondern Perser.

Die Araber sind mithilfe der sunnitischen Ideologie ne Weltmacht, also gross geworden. Die Perser waren schon gross 1000 Jahre v.Chr. und sind klein geworden spätestens nach der Eroberung durch die Abbasiden. Die persischen Sassaniden hatten die Religion des Zarathustra, die erste monotheistische Religion, bei der sich die Juden in Babylon die wesentlichen Lehren 'ausliehen'.

Was DottorePsycho über die Lebensrealität schreibt, deutet also eher draufhin, dass die Ideologie des schiitischen Gottesstaates nicht kompatibel ist mit den Bedürfnissen und Problemen einer modernen Gesellschaft. Sie sind faktisch gescheitert, ähnlich wie die Muslimbrüder in Ägypten unter Mursi.

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andre123 20.06.2016, 09:50

Die derzeitige politische Situation in mohamedanischen Ländern läßt aktuell augenscheinlich tatsächlich eine höhere Toleranz bei schiitisch und alawitisch geprägten Staaten vermuten.

Da war vor einigen Jahrzehnten jedoch genau umgekehrt, so daß man hier  nicht von einem generellen ursächlichen  Zusammenhang sprechen kann.


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Sie werden zu Sachen gezwungen die sie nicht wollen, und irgendwann wollen sie sich das nicht mehr antun und machen das Gegenteil... Wenn ich in Deutschland eine Schleierpflicht hätte, würde ich das nicht wollen und wäre nicht religiös... Und so ist im Iran... Meine Logik.

Deine Beobachtungen kann ich aus eigener Anschauung bestätigen. Gerade die Frauen in den Städten lassen sich die Herrschaft der Mullahs nicht mehr ohne Weiteres gefallen. 

Die Chomeini-Diktatur hat es nicht geschafft, die "alten Werte" vollständig zu beseitigen. 

Unter der Diktatur des Schahs war die Position der Frauen von mehr Gleichberechtigung gekennzeichnet als in den muslimischen Staaten rundherum.

Auch die Reste der Mullah-Herrschaft werden fallen. Die iranischen Frauen sind zu intelligent, sich alles gefallen zu lassen. 

Gruß, earnest

marmar07 19.06.2016, 13:52

Und was denken die iranischen Männer? 

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earnest 19.06.2016, 14:54
@marmar07

Das kann ich dir nicht im Einzelfall beantworten. 

Es ist aber eine Tatsache, dass sich insbesondere in den Städten auch unter Männern der Widerstand gegen die Reste des Mullahregimes zeigt und verstärkt. 

Ich vermute, der "Durchschnittsmann" in Teheran ist deutlich liberaler eingestellt als der Durchschnittsmann in Riad oder Sanaa.

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Trotz der Katastrophe islamischer Doktrine haben sich die Iraner einen Teil der persischen Kultur bewahrt. 

Waehrend manche in Stripclubs Frauen beim Ausziehen anschauen, in den Medien Tipps geben wie man Frauen ins Bett bekommt und bei jeder Werbung halbnackte Frauen zeigen, sagen sie: Der Islam erniedrigt die Frauen!

Wo doch der geliebte Prophet Muhammad sagte: Noch ein Edler verehrt die Frauen und nur ein Niedriger, Gemeiner verachtet sie. 

Jessy74 19.06.2016, 09:03

Die Logik, Frauen zu verschleiern und zu verstecken um nicht über sie herzufallen, klingt natürlich viel intelligenter Fabian, wie gut das Du den Durchblick hast.

LG

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earnest 19.06.2016, 12:50

Fabian, du lenkst mal wieder ab.

Netter Versuch - aber: gescheitert.

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DottorePsycho 19.06.2016, 13:21

Lieber Fabian,

hier in Deutschland haben Männer soviel Körperbeherrschung, dass sie sich in der gemischten Sauna - komplett unbekleidet - ohne Errektion aufhalten können und ohne Kontrollverlust auch wieder rausgehen können. Niemand fühlt sich belästigt, niemand wird begrapscht, niemand fühlt sich provoziert oder in Versuchung geführt. Allenfalls stellt man fest, dass da der/die eine oder andere ist, die einen gut gebauten Körper haben. Und das tut niemandem weh - auch Allah nicht.

In schā'a llāh

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Fabian222 19.06.2016, 14:47
@DottorePsycho

In Deutschland muessen muslimische Frauen keine Burka anziehen. Aber ein Kopftuch und Hijab waere schon angebracht.

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ArbeitsFreude 19.06.2016, 16:10
@Fabian222

schön wär's doch, lieber FAbian222, das würden diese Frauen selbst entscheiden - und zwar WIRKLICH für sich und alleine - ohne ihre Väter, Mütter, Brüder, Ehemänner und Imame - Meinst Du nicht?

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Fabian222 19.06.2016, 17:26
@ArbeitsFreude

Die Meisten tun es doch auch! Ich trage auch freiwillig einen Bart, weil der Prophet es so wollte. Mein Vater traegt keinen Bart. 

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