Frauen nach Versailles im Jahre 1789?

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2 Antworten

Bücher über die Französische Revolution geben Gründe an.

Frauen litten unter Versorgungsschwierigkeiten bei Nahrungsmitteln und waren oft Hauptträgerinnen von Beschwerden über schlechte Zustände in diesem Bereich. Sie unternahmen zu mehreren Tausend (vor allem aus den Markthallen – hervorgehoben werden die Fischweiber [Poissardes] - ) einen Zug nach Versailles, der vom König die Sicherung der Brotversorgung in Paris verlangte.

Die Frauen zogen am 5. Oktober 1789 nach Versalles und drangen am frühen Morgen des 6. Oktober in das Schloß ein, weil der Eindruck eines Zögern und Hinausschiebens auf seitens des Königs Louis (Ludwig) XVI., die Abschaffung der Privilegien und die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte anzuerkennen, und ein vom König gegebener Befehl an ein nordfranzösisches Regiment zum Marsch nach Versailles beim Volk Furcht vor Gegenaktionen des Königs hervorgerufen hatte und weil sie von ihm Maßnahmen zur Lösung von Versorgungsschwierigkeiten fordern wollten (es gab einen Mangel an Brot).

Ernst Schulin, Die Französische Revolution. 4., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2004 (Beck's historische Bibliothek), S. 86:
„Sofort wie im Juli setzte der Volkswiderstand ein. Er war zweifellos entscheidend beeinflußt durch eine neue Versorgungskrise der Hauptstadt. 1789 war zwar eine gute Ernte, aber es wurde wegen Dürre und der davon beeinträchtigten Tätigkeit der (wassergetriebenen) Mühlen nicht schnell genug gemahlen und transportiert. Wodurch der Volkswiderstand außerdem noch beeinflußt wurde, - das ist immer noch erstaulich schwierig und nur undeutlich zu sagen. Hoffte der Herzog von Orleans, den Thron einzunehmen und stammte daher die Propaganda vom Palais Royal? Oder war ein Staatsstreich Lafayettes in Gange, um den König unter seinen (militärischen) Einfluß zu bekommen und von der Wirtschaftskrise abzulenken? Da es ein* zweiter* Aufruhr war, ist es naheliegend, daß die Inszenierung stärker war als beim ersten, es ist aber auch verständlich, daß die Zusammenrottung flüssiger und geübter vor sich ging.

Wie dem auch sei: am 5. Oktober 1789, kurz nachdem das neue Regiment in Versailles eingetroffen war, zogen Tausende von Pariser Frauen […] nach Versailles, um Brot und die Entlassung der Truppen zu verlangen. Und um den König nach Paris zu holen. Nach vielen drastischen Schilderungen scheint es so, als seien es nur Prostituierte und Fischweiber gewesen, wobei übrigens die letzteren, wie Mercier 1788 berichtete, immer schon das Privileg hatten, bei besonderen Gelegenheiten (Geburt eines Prinzen) im Palst von Versailles empfangen und beköstigt zu werden. Hartnäckig ist auch das Gerücht, viele Männer in Weiberkleidung seien darunter gewesen. Aus den zeitgenössischen Berichten geht aber hervor, daß Frauen aller gesellschaftlichen Klassen dabei waren. Fehlendes Brot war für sie alle ein Problem.“

S. 88 (zum Umschlagen der Stimmung nachdem der König erklärt hatte, sich mit seiner Frau und seinen Kindern nach Paris zu begeben): „Es war eine groteske Mischung von Aufruhr und Menschenanhänglichkeit. Man wollte ihn bei sich haben, damit er in Versailles nichts Böses tun konnte, und man wollte ihn bei sich haben, weil man vertraute, in Paris könne er Gutes tun un helfen.“

Wolfgang Kruse, Die Französische Revolution. Paderborn , München : Wien ; Zürich : Schöningh, 2005 (UTB : Uni-Taschenbücher : Geschichte ; 2639), S. 135 – 136:
„ Der Zug der Marktweiber nach Versailles Anfang Oktober etwa ließ bereits deutlich werden, wie sehr auch die Frauen des Volkes sich als ein Teil des revolutionären Souveräns, als in der revolutionären Aktion politisch aktive Bürgerinnen sahen und verhielten. Denn sie bemächtigten sich nicht nur der königlichen Familie, sondern drangen auch in den Sitzungssaal der Nationalversammlung ein und diktierten den Abgeordneten einen Gesetzentwurf zur Lösung der Subsistenzprobleme, der schließlich verabschiedet wurde. Dies geschah teilweise in traditionellen Charivari-Formen, so etwa als eine Frau den Sitz des abwesenden Parlamentspräsidenten einnahm und die Versammlung leitete. Doch im Ergebnis handelt es sich um einen erfolgreichen Versuch der revolutionären Einflußnahme, der so weit ging, auch die Ausführungsmodalitäten der neuen Verordnung festzulegen.“

Klasse!!!! Jetzt bin ich bestens für Geschichte vorbereitet!!!!

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wei lsie keine rechte damals hatten und dagegen setzten sie sich zur wehr außerdem forderten sie mehr politisches mitspracherecht

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