Frauen müssen sich selbst schützen um nicht Opfer zu werden?

Das Ergebnis basiert auf 32 Abstimmungen

Stimme dir zu 47%
Sehe ich anders 38%
Stimme zum Teil zu 16%

22 Antworten

Das Problem ist:

Man kann nicht immer aufmerksam sein und wenn man den ganzen Abend nur vorsichtig alles abscannt, ist er eh be*** und man kann es gleich sein lassen. Gerade beim Feiern möchte man ja mal ausgelassen sein und vom ganzen alltäglichen Stress abschalten. Genau deswegen ist es dort ja so einfach, Opfer zu finden.

Du bist ein Mann, du kannst nicht verstehen wie es psychologisch ist in jedem Mann nach deiner Logik vorsichtshalber einen Täter zu sehen. Dann würde man sein ganzes Leben immer in Angst verbringen müssen, sich massiv überall einschränken (z.B nachts nie alleien raus) weil ja immer irgendwo was passieren kann.

Man eine ehrlich Frage: Hättest du Lust, dir da jeden Tag in jeder Minute, egal was du tust drüber Gedanken zu machen?

Gerade da der Trend nun ja gerade zu den Spritzen-Angriffen geht, mit so feinen Spritzen dass die meisten Opfer sich nicht an einen Einstich erinnern. Dann dürfte man ja gar nicht mehr auf die Tanzfläche und selbst die Kloschlange die oft recht dicht, eng und voll ist wäre zu gefährlich, da schlängeln sich ja auch immer Männer durch um zu deren Toilette zu kommen. (Mal davon ab, dass wenn es um ausrauben geht oder Behilfe zu Sexualstraftaten auch Frauen (Mit)Täter sein können)

Mit deinem Auto Vergleich implizierst du ja auch automatisch, dass ein Club eine gefährliche Gegend ist und jede Frau ein gefährdetes Gut, dass man Clubs man am besten gleich meiden sollte. Und dass jede Frau die dort ist eben doch selber Schuld ist, sie hätte ja gar nicht dort hin gehen müssen.

Ja, ich selber achte wenn möglich immer in Clubs auf mein Getränk, wenn ich doch mal kurz weg gehe bitte ich jemand anderes kurz darauf aufzupassen. Aber zum einen geht das auch nicht immer, Täter sind ja auch gut darin kurz abzulenken ggf. sogar als Team und ein anderer mischt was rein bzw. allgemein das unauffällig zu machen, gibt ja viele Leute drum rum die sonst was sehen könnten.

Ich stand auch schon am Tisch mit Getränken der ganzen Gruppe, habe mit einer Freundin redend anderen Freunden beim Tanzen zu geguckt und einen fremden Typen der seitlich zu uns an den Tisch kam durch den Lärm erst bemerkt, als er mich ansprach. Der hätte auch, da wir in die andere Richtung schauten, sonst was mit den Getränken machen können obwohl wir direkt daneben standen. Und die Freunde hätten sich darauf verlassen, dass wir ja dauerhaft bei den Getränken waren und sie sicher sind. Wie gesagt, man kann gar nicht immer auf alles aufpassen.

Du bleibst doch auch nicht 24/7 zu Hause, da sobald du raus gehst dich ein betrunkener Autofahrer mit dem du nichts zu tun hast umfahren könnte. Oder meidest Fahrräder nur, weil es statistisch damit am wahrscheinlichsten ist als als Fußgänger ohne deine Mitschuld in einen Unfall verwickelt zu werden.

Du bist ein Mann, du kannst nicht verstehen

Ich bin eine Frau. Und habe leider bereits mehrfach sexuelle Übergriffe erlebt, weil ich immer dachte das man doch nicht jeden unter Generalverdacht stellen sollte. Darum geht es aber auch nicht.

ES GEHT UM VÖLLIG NORMALEN SELBSTSCHUTZ. Ich weiß nicht, warum ich das dutzende Male wiederholen muss, steht doch sehr deutlich da, wozu ständig diese Übertreibungen?

dass man Clubs man am besten gleich meiden sollte. Und dass jede Frau die dort ist eben doch selber Schuld ist, sie hätte ja gar nicht dort hin gehen müssen.

Genau das sagte ich ausdrücklich nicht. Schön wie "aufmerksam" gelesen wird. Ich sagte nur das man auf sein Getränk aufpassen und sich nicht komplett abschießen sollte, wenn man unter Fremden ist.

Deine Getränkestory ist ja nett, hat aber nichts mit dem zu tun was ich sagte. Oder wart ihr von eurem Tisch 100 Meter entfernt? Lagt ihr sternhagelvoll unter dem Tisch? Nein? Dann habe ich auch nicht gesagt das es ein selbstgefährdendes Verhalten ist. Was auch allein die Logik schon sagt.

Du bleibst doch auch nicht 24/7 zu Hause, da sobald du raus gehst dich ein betrunkener Autofahrer mit dem du nichts zu tun hast umfahren könnte.

Auch das ist am Thema und an meinen Worten völlig vorbei. Wenn das FÜR DICH unter normalen Selbstschutz fällt, ok, aber ich verstehe nicht warum man mir diese Worte in den Mund legen will.

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Stimme zum Teil zu

Wie du es schon sagst: Schuld ist ausschließlich der Täter.

Wenn du aber sagst, man dürfe sich nicht besaufen, da man in der Unzurechnungsfähigkeit eine Teilschuld trägt, ist dies schlichtweg respektlos den Opfern gegenüber.

Ähnliches könnte man dann auch über K.O.-Tropfen sagen: "Wer sein Getränk nicht im Auge behält muss sich am Ende halt nicht wundern" o.Ä..

Manchmal überschätzt man sich und trinkt zu viel und dann muss man mit den Konsequenzen des EIGENEN Handelns leben. D.h., wenn man selbst straffällig wird, obliegt die Verantwortung selbstverständlich beim Täter. (Aber auch hier sieht das Gesetz die Sache anders, da es ab einem bestimmten Level als Unzurechnungsfähigkeit gesehen wird.)

Ist man jedoch Opfer einer von dir beschriebenen Straftat geworden, ist man unabhängig seines eigenen Handelns keinerlei Schuld betroffen. Das Problem vom Täter auf die Opfer zu übertragen ist der falsche Weg und kann zudem dafür sorgen, dass sich Opfer sexueller Gewalt entweder gar nicht oder viel zu spät an die Polizei wenden, aus Scham aufgrund ihres eigenen Verhaltens verurteilt zu werden.

Da wir aber, wie du schon sagtest, nicht in einer Utopie leben, in der keinerlei Straftaten geschehen, müssen Frauen dennoch und leider auf sich aufpassen und müssen aus Selbstschutz leider auch zurechnungsfähig und aufmerksam bleiben. Sie sind eben überproportional Opfer solcher Straftaten und sollten sich diesem Fakt bewusst sein. ABER sie sollten sich nicht dafür verantwortlich fühlen, dass solche Straftaten passieren, da sie, wie schon gesagt, keinerlei Schuld trifft.

Es ist schwierig das richtig zu formulieren. SCHULD (rechtlich und moralisch) hat ausschließlich der Täter. Mir geht es nur darum ob es nicht für die eigene Sicherheit selbstverständlich sein sollte sich selbst zu beschützen. Unabhängig von öffentlicher Meinung, Rechtssprechung oder auch den psychischen Folgen wenn man Opfer wird.

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Sehe ich anders

Sicherlich gibt es bei Opfern von Stalking usw. immer auch einen Eigenanteil, ist manches Verhalten riskant und gibt es Möglichkeiten, sich besser zu schützen.

Das ändert aber alles nichts daran, dass Vergewaltiger eben oft nicht der große Unbekannte sind, sondern in Beziehung zu dem Opfer standen und fast immer eben im Kreis von Bekanntschaften und Kontakten anzusiedeln sind.

Wer Frauen mit KO-Topfen betäubt und vergewaltigt, manipuliert auch in anderer Hinsicht entsprechend und ist auf Anhieb nicht leicht zu erkennen. Sondern als Täter oft erst im Nachhinein.

Die größte Gefahr für eine Frau, Opfer eines Femizids oder anderer Gewalt zu werden, besteht gerade dann, wenn sie sich trennt oder eine Beziehung doch nicht eingeht. Das macht Selbstschutz eben schwierig.

Nach dem Urlaub ist die Bude ausgeräumt, private und persönliche Dinge durchwühlt. Und man kommt langsam dahinter, dass es wohl irgendwelche Facebook-Freunde waren, Bekannte vom Sehen, etc.

Dass "das Opfer es darauf hat ankommen lassen", greift da zumindest zu kurz.

Das ist ein komplett anderes Thema, das nichts mit meiner Ausführung zu tun hat.

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Sehe ich anders

Hallo Loka,

dem Satz "Frauen müssen sich selbst schützen" an sich stimme ich eigentlich zu. Und füge ein "leider" hinzu. Sie müssen es, weil eine Menge sickos unterwegs sind und man die nicht ohne Weiteres von halbwegs anständigen Menschen unterscheiden kann, und weil es ihr im Falle eines Übergriffs nicht viel nützt, wenn ausschließlich der Täter schuld ist und als schuldig angesehen wird.

Es ist ein bisschen wie mit einem versicherten Schaden: Wenn im Schadenfall die Versicherung zahlt, ist es besser als wenn man noch im Regen stehen gelassen wird. Es ist aber oft ein schwacher Trost, denn den ganzen Ärger und Verlust unwiederbringlicher Dinge macht das nicht wett.

Hättest Du genau das geschrieben, hätte ich die blaue Option gewählt. Rot freilich sehe ich bei Formulierungen wie:

Doch das Opfer hat es darauf ankommen lassen und akzeptiert das man darauf angewiesen ist Glück zu haben ...

Sie (meistens geht es um eine Frau) hat allen Anwesenden vertraut, was ihr gutes Recht ist und nicht als Leichtsinn oder Leichtfertigkeit geschmäht werden sollte.

Daher fällt es mir dann schwer Mitleid zu haben oder Mitgefühl zu empfinden.

Diese Formulierung straft Deine Ausführungen Lügen, Du sehest die Schuld allein beim Täter. Wer vergewaltigt wurde, ist Opfer eines verdammten Verbrechens, und dann kein Mitgefühl zu empfinden ist Victim Blaming!

Hast Du noch nie jemandem zu Unrecht vertraut und von diesem richtig langgemacht? Das Gefühl, es ihm zu leicht gemacht zu haben, macht das Trauma noch schwerer, zumal man aus Scham nicht einmal mit Anderen reden mag, was es erleichtern würde.

Ich empfinde generell nur Mitgefühl, wenn jmd wirklich nichts dafür kann. Egal worum es geht. Ob man jmd verspottet hat und deshalb verprügelt wird, ob man zu schnell gefahren ist und dann angefahren wird, ob man die Tür nicht absperrt und dann ausgeraubt wird. Ändert jedoch nichts daran das der Vorfall schrecklich ist, unverdient und das einzig und allein der Täter Schuld ist, niemand sonst.

Doch, ich habe auch schon Leuten vertraut und musste es dann bereuen. Ganz besonders im sexuellen Sinn. Und genau deshalb sage ich es auch - das Opfer ist NICHT SCHULD, aber man ist es sich selbst schuldig auf sich aufzupassen.

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Stimme zum Teil zu

Ich stimme dir zu 90% zu und wer denkt deine Einstellung ist daneben wäre mir völlig egal. Leute sind ständig solche Moralapostel. Deine Vergleiche mit dem Haus, das man absperrt sind sehr gut.

So achte ich eigentlich immer auf mein Getränk und bin sehr genau aus welchem Glas ich trinke, von komplett fremden nehme ich nichts an - gerade Frauen sehe ich ständig die völlig leichtsinnig ihre Drinks unbeaufsichtigt stehen lassen, da passe ich dann i.d.R. ein wenig für sie drauf auf, damit nichts passiert. Oder sie lassen sich einladen, aber nehmen die Getränke nicht direkt von der Bar an, sondern lassen es sich bringen. Wer so leichtsinnig und arrogant feiert, den trifft es mathematisch nach 1000x fortgehen vielleicht 1x. Irgendwann schlägt die Statistik einfach zu und man gerät an den Falschen.

Dasselbe gilt für die Unfähigkeit klare "Neins" von sich zu geben, nicht etwa aus Angst, dass der Mann wütend wird, sondern um das freundliche Image zu wahren und als nette Person rüberzukommen. Es steht mmN in der Verantwortung der Frau einem Mann eine klare Abfuhr zu geben. Schon oft bot ich mich an, der Frau auch zur Seite zu stehen falls sie sich dazu alleine nicht traut. Kam aber nie was. Die wenigen Male wo echte sexuelle Übergriffe stattfanden enstanden immer aus langem Beinandersein und nicht von Wildfremden, wo die Frau zig Chancen hatte wegzugehen, es aber nicht tat, nein zu sagen, es aber nicht tat, zu schreien, den Türsteher zu holen oder sonst was. Auf sich selbst rechtzeitig zu achten würde die meisten Fälle verhindern. Die allermeisten Fälle von Vergewaltigung entstehen ja bekanntlich auch in Beziehungen. Das sollten sich Frauen endlich mal vor Augen führen und vorsichtiger sein mit wem sie Zeit verbringen.

Ein weiterer Punkt ist, dass die meisten es nicht für nötig halten zumindest einen Pfefferspray mitzunehmen in gefährlichen Gegenden. Warum eigentlich nicht? Ist ein kleines Teil und kann eine ganze Gruppe von Männern aufhalten im Alleingang. Gibt einem Zeit wegzurennen. Vielleicht ist es Gutgläubigkeit, ich weiß es nicht. Aber bei Taxis wird wiederrum nicht gespart.

Nun aber zum Teil warum ich dir nicht voll zustimme. Eine Frau muss das Recht haben gedanklich auch mal abschalten zu können. Es kann auch nicht sein, dass eine Frau konstant aufpassen muss. Es liegt hier sehr auch in der Verantwortung von Männern auf das Verhalten der anderen zu achten und einzuschreiten. Es kann nicht sein, dass eine Frau ständig auf sich aufpassen muss. Das ist absolut unfair und wir sollten uns alle darum bemühen ein Umfeld zu schaffen, in dem Frauen keine Angst mehr haben müssen und wo auch bei dummen Sprüchen eventuell mal einschreitet und sagt "hey bro was ist eigentlich dein Problem?" - eine Entschuldigung an Ort und Stelle könnte viele Probleme lösen. Leider haben wir eine Wegschaukultur. Dabei muss man kein Kampfsportler sein um einem betrunkenen Idioten oder Belästiger die Stirn bieten zu können. Die meisten sind ja in wirklich kleine Menschen, denen Feigheit ins Gesicht geschrieben steht und die mit Konfrontation gar nicht rechnen.

Gut formuliert, vielen Dank.

Eine Frau muss das Recht haben gedanklich auch mal abschalten zu können. Es kann auch nicht sein, dass eine Frau konstant aufpassen muss

Ein guter Punkt. Wobei ich finde das man dann Freunde bitten sollte bei einem zu bleiben oä.

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@Loka95

Es kann allerdings keine Grundvoraussetzung sein, als Frau Freunde haben zu müssen. Vor allem bieten ja falsche Freunde auch keinen Schutz - im Gegenteil - sie schaffen eine falsche Sicherheit.

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Ja, Frauen müssen leider immer noch auf sich selbst Acht geben und sollten dies auch tun. Auch leichtsinniges Verhalten sollte aktiv angesprochen werden, aber ohne die Person zu verurteilen. Manche Menschen wissen es einfach nicht besser...

Es steht mmN in der Verantwortung der Frau einem Mann eine klare Abfuhr zu geben

Da würde ich dir widersprechen. Meiner Meinung nach liegt es in der Verantwortung beider Partner klare Zustimmung zu erteilen. Sei dies durch offensives Flirten oder durch langsames Vortasten. Wer, unabhängig vom Geschlecht, einer nahezu fremden Person (max. 3-5h Bekanntschaft) zu schnell in die Intimsphäre eingreift, muss eben auch mit den Konsequenzen leben und ein streicheln am Oberschenkel ist eben etwas anderes als jemandem ans Geschlechtsteil zu fassen.

Die allermeisten Fälle von Vergewaltigung entstehen ja bekanntlich auch in Beziehungen.

Diese Aussage ist sehr unüberlegt und vernachlässigt die Psyche des Menschens. Gewalt von Männern gegen Frauen passiert schließlich auch häufig in Beziehungen. Die Opfer begeben sich in eine psychische Abhängigkeit, sind meist selbst psychisch eher instabil und idealisieren ihren Partner. Dieser Prozess ist schleichend und für die Opfer häufig mit einem langen Leidensweg verbunden.

Das sollten sich Frauen endlich mal vor Augen führen und vorsichtiger sein mit wem sie Zeit verbringen.

Hier haben wir eine klassische Täter-Opfer-Umkehrung. Die Straftat (Vergewaltigung) wird vom Täter auf die Opfer sexueller Gewalt übertragen. Das ist nicht nur respektlos den Opfern gegenüber, sondern auch problematisch für Opfer, die sich nicht trauen Hilfe zu suchen. Bei einer solchen Straftat sind die Verhältnisse indiskutabel!

Ein weiterer Punkt ist, dass die meisten es nicht für nötig halten zumindest einen Pfefferspray mitzunehmen in gefährlichen Gegenden.

Das wiederum ist eine gute Idee. Empfehlenswerter sind aber Gelsprays, da diese unabhängig von der Windrichtung funktionieren. Allerdings sind diese zum Einsatz am Menschen verboten, wobei dies in einer Notwehrsituation wahrscheinlich auch gebilligt werden würde.

Dein Abschluss ist absolut gut formuliert! Genau so ist es und wir brauchen das Bewusstsein, dass diese Straftaten existieren und aus diesem Grund müssen Frauen leider besser auf sich aufpassen... Aber sollte es dennoch dazu kommen, dass eine Frau dies nicht tut und dann Opfer von Straftaten wird, ist dies nicht ihre Schuld, sondern alleinig die des Täters! Das zu kommunizieren schafft bei Betroffenen ein positiveres Umfeld um sich Hilfe zu holen.

Und bitte nicht falsch verstehen: Wir sollten Frauen und Mädchen über diese Gefahren aufklären, aber klar machen, dass sie nicht das Problem sind.

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