Frauen in Männerberufen - Männer in Frauenberufen

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1 Antwort

Beginn doch erst einmal mit einer Definition. WAS ist ein Männer-/Frauenberuf? Fang zum Beispiel beim Kochen an. Kinder, Küche, Kirche - die typischen und heute hoffentlich veralteten drei K der Frau. Trotzdem gilt das professionelle Kochen immer noch als Männerdomäne, in der Frauen oft nur als Handlanger (Mise en place) oder höchstens als Chef de Pâtisserie geduldet werden. Eine Generalisierung ist also schon einmal nicht so gut.

Ebenfalls ein wichtiger Faktor in der ganzen Angelegenheit: Historisch betrachtet sind in Deutschland viele der berühmten Dichter und Denker (Goethe, Schiller usw.) Männer. Warum? Nicht etwa, weil die intelligenter waren, sondern ... weil gebildeten Frauen (die das Lesen und Schreiben beherrschten) Mangelware waren, da man glaubte, dass sie zu aufmüpfig (und damit unverheiratbar) sind. Schulbildung war nicht etwa Pflicht, sondern ein kostenpflichtiges Privileg, das die Eltern oftmals nicht zahlen wollten, da das Mädchen ja schon die teure Aussteuer brauchte, um heiratsfähig zu sein. Außerdem war Frauen der Zugang zur Uni verwehrt, und zwar sehr lange. In DE war das Frauenstudium mit Ausnahmen erst Ende des 19. Jahrhunderts erwähnenswert.

Umgekehrt gilt, dass früher auch die weiblichen Rollen im Theater oder Ballet von Männern übernommen wurden, weil das Schauspielern als unschicklich galt. Ebenso galt das Komponieren von Musik als unschicklich - man denke nur an Clara Schumann, die lange ein Schattendasein führte. Auch in der Wissenschaft wurde Frauen meist allerhöchstens der Status der Handlanger zugestanden, ungeachtet der tatsächlichen Erfindungen bzw. Erkenntnisse.

Der Vorteil einer Aufweichung der „traditionellen“ (sprich: sexistischen und veralteten) Berufsklischees ist Folgender: Jeder Mensch kann (theoretisch) frei wählen und entscheiden, welche Fähigkeiten und Stärken er in seinem Beruf umsetzen und fördern möchte, und zwar unabhängig von den Normen und der Erwartungshaltung, die seinem Geschlecht entgegengebracht wird. Ein besonders sozial veranlagter Mann muss nun nicht mehr Schlachter oder LKW-Fahrer werden, werden, obwohl er viel lieber als Krankenpfleger oder in der Altenpflege tätig wäre. Umgekehrt muss eine Frau nun auch nicht mehr Sekretärin oder Hauswirtschafterin werden, sondern kann durchaus Bundeskanzlerin oder Firmenmanagerin oder Mechatronikerin oder Boxweltmeisterin werden. Das Ganze ist natürlich auch immer von der Umwelt abhängig - die ganzen Rechte und Optionen nützen wenig, wenn diese Entwicklung nicht auch langsam von der Umwelt (Freunden, Familie, der Gesellschaft an sich) mitgetragen wird, denn dann muss wieder einmal gegen Windmühlen gekämpft werden.

Danke :) die antwort hilft mir echt weiter

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@Saira159

Na hat sich die Schreiberei ja gelohnt! Viel Glück für Montag.

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@IRENEBOA

danke nochmal :) es lief echt gut, es kam zwar ein andres thema dran, ich hab aber trotzdem nen 2er kassiert

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