Frauen in Afrika - etwas wert?

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Es ist unmöglich, afrikanische Frauen aus 54 afrikanischen Ländern alle in der gleichen Frauenrolle zu sehen. Es gibt weit mehr als 1500 oft sehr unterschiedliche Volksgruppen mit eigener Kultur und eigenen Traditionen. Auf dem riesigen Kontinent kann nicht alles über einen Kamm geschoren werden, auch nicht die Frauen.

Ich kenne überwiegend Frauen aus Westafrika und die sind ziemlich dominant und selbstbewusst. Wer das Geld für die Schule hat, schickt sowohl Jungen als auch Mädchen zur Schule.Bildung ist ein hohes Gut und Bildung verspricht eine Zukunft, von daher legen viele afrikanische Eltern auch Wert auf Schulbesuche. Google einfach mal nach afrikanischen Universitäten, da gibt es eine Menge und die sind alle recht gut besucht. In vielen afrikanischen Ländern gibt es die Schulpflicht, so wie bei uns auch. Nur für die weiterführenden Schulen muss oft so viel Geld gezahlt werden, dass es nur finanzierbar ist über die afrikanische Diaspora, die im übrigen weit mehr an finanziellen Mitteln aufbringt als die Entwickllungshilfe.

In einigen afrikanischen Ländern werden immer noch Mädchen auf grausame Art verstümmelt. Dieses Ritual ist nicht einmal Glaubenssache (wobei der Anteil muslimischer Mädchen bei Beschneidungen deutlich höhe ist), es ist eine uralte Tradition, gegen die mittlerweile zwar viele Menschen kämpfen und auch Gesetze gibt es, die Beschneidungen unter Strafe stellen aber es wird trotzdem immer noch praktiziert, mittlerweile auch durch Migranten in Europa.

Die mir bekannten westafrikanischen Frauen und Mädchen lassen sich nicht verheiraten. Sie suchen sich ihre Partner selbst aus und wenn ein Mann nicht gut ist, dann geht die Frau zu ihrer Familie zurück. Bis vor einigen Jahren war es durchaus üblich, dass Frauen nur in das Haus des Ehemannes gingen, um ihm etwas zu Essen zu bereiten und dort zu schlafen. Den Rest der Zeit verbrachten die Frauen in ihren Familien. Geld verdienen die Frauen auch, in Ghana z.B. gibt es kaum Frauen die nicht arbeiten. Wer nicht arbeitet, gilt als faul. Dafür halten die Frauen aber auch das verdiente Geld für sich und ihre Kinder. Man traut den Männern vielfach nicht zu, dass sie sich dauerhaft kümmern.

Diese Frauen haben oft ihr eigenes Geschäft und sie betreiben Handel. Sie profitieren auch von der Vergabe von Mikrokrediten. Bei ihnen sind sich die Geldverleiher ziemlich sicher, dass die Frauen die Kredite auch abbezahlen und irgendwann wirklich auf eigenen Füßen stehen können. Das hat sich in vielen Regionen der Welt ohnehin bewährt, Frauen gelten allgemein als zuverlässiger.

Es gibt aber sicherliich auf dem Kontinent auch genau das Gegenteil von dem, was ich aus Westafrika kenne.

Von welchem afrikanischen Land sprichst du überhaupt? Du musst ja etwas bestimmtes gehört oder gelesen haben.

Eine gute Antwort auf eine pauschale Frage. Man muss ständig konkret bleiben für ein Land, eine Region, sogar eine Familie. Fakt ist doch nun mal, dass sich vor allem die Frauen aus biologischen Gründen um ihre Kinder kümmern und insofern sind sie sehr viel wert für ein Volk. Es ist nur die Frage, ob sie aus religiösen Gründen am Herd oder im Haus gehalten und dort unterdrückt werden. Und keine Aussicht auf Weiterbildung oder Arbeit haben. das ist aber wieder dem Stand der Wirtschaft geschuldet.

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@ Affia: Ein dreifaches DH!

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Sehr schön...ich wollte da gar nicht mehr antworten...:-)

Bitte schaut euch die Biografien der vier Frauen an, die in den letzten Jahren den Friedensnobelpreis bekommen haben, sie stehen nur etwas mehr im Lampenlicht der Millionen von Frauen in Afrika, die diesen Kontinent auf Ihren Schultern tragen, Ihnen wird mehr als 60% der Wirtschaftsleistung zugeschrieben.

'If your dreams do not scare you, they are not big enough.' / "Wenn Dir Deine Träume keine Angst machen, sind sie nicht groß genug" (Ellen Johnson Sirleaf - Nobelpreisträgerin und erste Präsidentin eines afrikanischen Landes)

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@Kaimosi

Ich war eigentlich auch schon viel zu müde für eine Antwort aber es hat mir keine Ruhe gelassen. Außerdem bin ich da ganz Frau, ich habe gerne doch noch das vorletzte Wort. Schade, dass meine sister Ama hier nicht antworten kann, Sie hätte das letzte Wort und würde hier so manche virtuell an die Hand nehmen und ghanaisches Leben erklären.

Wenn ich deinen und die anderen Kommentare lese, dann hat es sich zumindest gelohnt, dass ich mich jetzt gerade mit Koffein ins Leben zurück holen muss..

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@Affia

Wir hatten am Wochenende ein paar Frauen aus Kenia zu Besuch, die in Berlin auf der Messe "Fruit Logistica" Ihre Firmen vertraten, die Männer und Väter schicken lieber Ihre Ehefrauen und Töchter, weil die das Geschäft und die Botschaft in den Mittelpunkt stellen und nicht den Spaß...gefeiert haben wir Samstag Nacht, ich war Hahn im Korb aber eigentlich nur der Fahrer dieser Business-Damen, die ich z.T. noch aus meiner Zeit in Nairobi kenne...

Vielleicht sollten wir die alle mal zu Maischberger schicken oder eine abendfüllende Sendung darüber machen, die afrikanischen Frauen haben die Zone des Dorfes im Busch lange überschritten, keine Firma in Afrika kann es sich leisten, auf Ihre Energie und Verstand zu verzichten...

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@Kaimosi

Ja, schade, dass solche Frauen so wenig wahrgenommen werden, viele halten lieber an ihren verstaubten und längst überholten Ansichten fest.

Verantwortlich dafür sind aber auch die Medien, die Afrika oft nur dann in den Focus stellen, wenn es um Katastrophen, Kriege und Hungersnöte geht. Wirklich objektive und informative Sendungen kann man sich oft nur nachts ansehen.

Aber wir sind ja auch noch da und den kleinen aber feinen Kreis hier schätze ich sehr.

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Danke für den Stern! Ich hoffe, wir konnten dir helfen.

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Ich weiß ja nicht wo du das gelesen hast, aber ich habe das dort nicht erlebt. Es ist eher so, wenn Mädchen nicht zur Schule gehen, dass das Geld nicht reicht um alle Kinder zur Schule zu schicken. Mädchen bleiben dann oft zu Hause bei der Mutter und lernen den Haushalt führen, kochen usw. Von den Männern wird erwartet, dass sie das Geld nach Hause bringen, deswegen werden eher Jungs in die Schule geschickt. Man muss dort Schulgeld zahlen, im Gegensatz zu Deutschland. Aber das ist auch von Land zu Land unterschiedlich.

Es mag auch Regionen geben, in denen Mädchen an wohlhabende Ehemänner verheiratet werden. Dann müssen sie auf jeden Fall bis zur Hochzeit JUngfrau bleiben. Aber so ist es nicht überall. Afrikka ist so ein großer Kontinent mit so vielen verschiedenen Kulturen, da kann man schlecht allgemeingültige Aussagen treffen.

In Afrika wie im nahen Osten, haben die Männer Angst davor. Das die Frauen etwas lernen könnten. Was ihre Herschaft Bedroht, ein veraltetes System aus Tradition. Auch Frauen sind Menschen und haben ein Recht auf Wissen. Sie könnten etwas Bewirken wie im Westen. Wovor die Pascher und Stammesführer Angst haben. Nämlich Gleichberechtigung. Gelder sind genug da für ein Humanes Beisammen sein. Es gibt mehr Frauen auf der Welt als Männer. Sie verkaufen die Mädchen. Es gibt extra in gewissen Regionen und Afrikanischen Staaten Christliche Schulen für Mädchen und Jungs wie Gemischt der Altersgruppen. Siehe oder google unter > WÜSTENBLUME < der Film. Die Qualen eines Mädchen aus Afrika. In die moderne freie Welt.

Wenn du etwas über Somalia oder nordafrikanische Staaten berichten willst, dann schreib nicht Afrika.

In afrikanischen Ländern sind mehr Frauen in Führungspositionen als in manchem europäischen Land.

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