Frauen, fühlt ihr euch durch die Sprache diskriminiert?

...komplette Frage anzeigen

DAS ERGEBNIS BASIERT AUF 9 ABSTIMMUNGEN

Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert 77%
Ja, ich fühle mich dadurch diskriminiert 22%

13 Antworten

Ich bin Krankenpfleger,da wird auch oft nur von "den Schwestern" gesprochen. Im Englischen heißen wir nur "Männliche Schwester".  Finde ich alles nicht so dramatisch.
Eines hat mich aber tatsächlich gewundert: Es gibt ein echt frauenfeindliches Wort bei uns,da geht aber keiner ran: Wenn sich jemand völlig irre benimmt,die Nerven verliert,herumkreischt,so daß viele ihm oder ihr eine schallern wollen-dann heißt das HYSTERIE! Und das heißt Gebärmutterig. Man dachte früher,Funktionen hängen mit Organen zusammen,Herz-Gefühle,Galle,(schwarz)-Traurigkeit,(Melancholie),usw. Und diese dusseligen Irregefühle sitzen eben angeblich in der Gebärmutter. (Hysterektomie-Gebärmutterentfernung).
So,für die Feministinnen-schreit doch mal einen Mann an,er soll nicht so PROSTATISCH sein. :)

Clarissant 22.01.2017, 00:25

Es gibt ein echt frauenfeindliches Wort bei uns,da geht aber keiner ran

Vielleicht, weil die Mehrheit keine Ahnung hat, woher dieses Wort kommt und niemals auf den Gedanken käme, es mit einer Gebärmutter in Verbindung zu bringen. Es wäre unnötig, auf einem Begriff herumzureiten, der sowieso nicht so verstanden wird. 

Ich jedenfalls verbinde das Wort "Hysterie" nicht nur mit Frauen. Auch Männer können hysterisch sein, und das nicht, weil sie plötzlich eine Gebärmutter bekommen haben. ;) 

"Prostatisch" klingt allerdings ganz witzig. :) 

2
Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Ich finde, Frauen sollten doch weit darüberstehen*), sich durch das Genus eines Substantives diskriminiert zu fühlen! Etwas Alberneres gibt es kaum, und ich glaube auch fest daran, dass diese 'gender-korrekte' Sprache von etwas viel Wichtigerem ablenken sollte: nämlich von der wahren Diskriminierung - immer noch - von Frauen und ihrer gesamtgesellschaftlichen Leistung - ohne Bezahlung, wohlgemerkt! Und von der immer noch nicht angemessenen Einstufung und Bezahlung im Beruf. Und und und.

*) darüberstehen ist absichtlich in einem Wort geschrieben, da sich NUR SO die Betonung auf den von mir gemeinten Wortsinn ergibt.

Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Umgekehrt. Ich empfinde es als extrem störend, wenn jemand dauernd "gendert". Ich finde auch, dadurch leidet das Verständnis, weil hier die Frauen ohne Grund betont werden, auch wenn es vom Thema ablenkt. 

Ich habe schon oft gehört, wie man z.B. in einem Vortrag über das 3. Reich von "Jüdinnen und Juden" oder "Täterinnen und Tätern" sprich. Das lenkt ab und nervt einfach nur. 

LolleFee 22.01.2017, 09:18

Ach Mist, falscher Pfeil - hier noch einmal richtig: ↑

Noch schlimmer finde ich, wenn jemand die schriftliche Doppelnennung wie Täter_innen, Täter*innen, Täter/innen, TäterInnen etc. einfach ausspricht, manchmal mit Miniglottisschlag vor "innen", aber eben davon ausgehend, dass das Publikum das Schriftbild vor Augen hat. Und das ist dann in den Ohren tatsächlich rein weiblich und man muss die ganze Zeit über im Kopf ergänzen. 

0
Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Deine Frage verleitet mich zu einem zweiten Teil meiner bisherigen Antwort! 

Wer auf die Idee gekommen ist, Frauen könnten nicht zwischen einem grammatischen (Wort-)Geschlecht und der Realität unterscheiden und sich 'verletzt' bzw. nicht repräsentiert fühlen, spricht ihnen große Teile des Intellekts ab, auf gut Deutsch: stellt sie als blöd hin - einige Gruppierungen haben ja recht begeistert auch diesen Blödsinn angenommen.

Dass sich durch Sprache Realität sichtbar machen lässt, ist schon klar - aber dann bitte durch kluge Wortwahl, aber nicht durch semantische Eingriffe in das grammatisch determinierte Genus - solch alberne Wortgeschöpfe geben doch nur Anlass zu Spott. 

Der Prozess, Frauen für ihre Leistung zu würdigen und diese Leistung im täglichen Leben durch entsprechende Honorierung anzuerkennen, erfordert etwas ganz anderes als mit Lexemen zu wuchern, die aus dem grammatischen Genus ein weibliches machen sollen. 

Das ist an sich schon komisch genug - gelegentlich passiert da (wohl in Anfällen von Hyperkorrektur) aber noch mehr - sowas nenne ich wahre Leckerbissen! :

'Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder'. 

Als ich solch eine Einladung mit dieser Anrede mal erhalten habe, konnte ich nur noch losprusten - schließlich hat die Gastgeberin (!) in diesem Fall einem Substantiv im Neutrum ('DAS Mitglied')  eine feminine Form verpassen zu müssen geglaubt! Der Gipfel des Gefühls der Bedrohung durch  Nichtbeachtung wurde hier also schon durch ein neutrales Substantiv ausgelöst. Bildlich ausgedrückt: Frau fühlt sich in die Ecke getrieben nicht nur durch Männer, sondern auch durch Kinder! So weit kann ein infiziertes Hirn es treiben!
Hinter meiner hohntriefenden Antwort auf diese Einladung stehe ich heute noch: die feministische Version von 'Mitglied'  nennt sich 'Ohneglied' - das ist wahre, pure Semantik. 


Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Ich kann mich den anderen Usern bisher nur anschließen. Ich sehe das genauso. 

Ich möchte nur noch anfügen, dass ich es schade finde, wie die Genderdebatte mittlerweile dazu führt, dass einige Leute ihre eigene Muttersprache und deren Eigenschaften nicht mehr verstehen (wollen). Deutsch hat nun mal grammatische Geschlechter, aber das heißt in keiner Weise, dass die Sprache diskriminierend wäre. 

Normalerweise ist es mir egal, wie Leute reden und welche Begriffe sie verwenden. Aber Deutsch ist meine Muttersprache, und wenn jemand ihr unterstellt, dass sie sexistisch ist, dann werde ich mich wehren/widersprechen. 

Z.B. dass man für eine Gruppe von Studenten und Studentinnen meisitens nur Studenten sagt

Meist sagt man "Studierende". "Studenten" alleine ist schon lange nicht mehr gebräuchlich, jedenfalls offiziell nicht. 

Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Chancengleichheit, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und keine Fremdbestimmung das sind die wichtigen Dinge.

Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Nein, im Gegenteil. 

Es ist mir viel lieber, wenn man auf diese ständige Verweibsung, wie sie im Fernsehen von offizieller Seite immer so betont wird, verzichtet. 

Wenn von Lehrern und Studenten die Rede ist, weiß ich natürlich, dass damit alle gemeint sind. 

Man kann es mit der Korrektheit auch echt übertreiben. 

Ssagen wir es so. Ich würde mich nicht diskriminiert fühlen, wenn Männes akzeptieren könnten, auch unter Lehrerinnen, Erzieherinnen subsummiert zu werden.
Ich kenne aber keinen Mann, der es nicht komisch finden würde, als Erzieherin bezeichnet zu werden.

Von daher sollte man seine Sprache schon etwas überdenken.

LolleFee 22.01.2017, 09:26

Tut mir Leid, eine Markierung für Weiblichkeit mit einer Pluralmarkierung zu vergleichen ist absolut albern und zeugt gerade nicht von linguistischer Auseinandersetzung. 

1
Spielwiesen 22.01.2017, 10:06
@LolleFee

Ich glaube, Dahika meint in ihrer Aussage primär nicht den Plural, sondern die weibliche Form, im Sinne von '...auch unter Lehrerin, Erzieherin, subsummiert zu werden' - wie sie es ja auch im folgenden Satz geschrieben hat. 

1
LolleFee 22.01.2017, 10:19
@Spielwiesen

Hier ist aber vom Plural die Rede - und auch sie spricht just zuvor davon.

Auf diesem Niveau bietet sich aber doch ein Vergleich an: Die Frauen akzeptieren die ach so männliche Pluralmarkierung und die Männer dafür den ach so weiblichen Pluralartikel "die".

Dass im Einzelfall differenziert werden sollte, darüber muss wohl nicht diskutiert werden. Ich denke, kein Mensch sagt oder schreibt "lieber Kollege", wenn von einer Frau die Rede ist.

2
Dahika 22.01.2017, 14:02
@Spielwiesen

nein, ich meine durchaus den Plural. Und der beschreibt fast immer die männliche Form. Wenn in einem Artikel steht: "die modernen Ärzte..." soll sich jede Ärztin mit angesprochen fühlen.
Wenn man aber schreibt: die modernen Ärztinnen.... würde ein Aufschrei durch die Männerwelt gehen, wenn man sie damit ebenfalls meinen würde.
Im Singular ist das oft nicht anders. Gerade hier in solchen Foren - ich mache das aus Bequemlichkeit ja auch - schreibt man oft über den Lehrer, den Reitlehrer, den Arzt - und meint damit automatisch auch die Lehrerin, die Reitlehrerin, die Ärztin mit.
Wie oft liest: "Geh mal zum Arzt!" damit sind Ärzte und Ärztinnen gemeint. Warum? Ok, weil es bequemer ist. Genauso bequem aber wäre es theoretisch, wenn man schreiben würde: " geh mal zur Ärztin."
ich finde es schon richtig, dass frau da auch mal etwas sensibel sein darf. Das sind letztlich immer noch Bezeichnungen in einer männerdominierten Welt.

0
LolleFee 22.01.2017, 20:08
@Dahika

Eine Pluralmarkierung ist geschlechtslos - sie war es jedenfalls bis vor ein paar Jahren. Wer sie für männlich hält, der tut der Gleichberechtigung keinen Gefallen, denn sie wird hier Spielball auf völlig absurdem Terrain. Solche Gendereien (die Nähe zu Kindereien ist hier nicht zufällig!) werden belächelt, verhöhnt und mit Genervtsein bedacht - zu Recht meiner Meinung nach.

Sie wollen in den Sprachwandel eingreifen, man nimmt ihm seine Natürlichkeit. Der wichtigste natürliche Motor für den Sprachwandel ist die Ökonomie. Es ist nicht ökonomisch, immer beide Formen zu nennen - gerade dann nicht, wenn der Mensch unbewusst keine Notwendigkeit dafür sieht, denn, wie Du selbst schreibst, meint man beide Geschlechter und versteht auch beide. Der Notwendigkeit, beide Geschlechter zu nennen, geht der bewusste Gedanke voraus, eine Geschlechtertrennung sei notwendig. Doch in vielen Fällen lenkt diese Geschlechtertrennung vom eigentlichen Aspekt ab; der Inhalt wird verschoben hin zum Geschlecht. Gleichberechtigung bedeutet aber, dass das Geschlecht gerade egal ist.

0
Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Es ist eben so, aber ich fühle mich nicht diskriminiert. Ich finde es eher albern, wenn man bei solchen Kleinigkeiten immer so übertrieben auf Gleichberechtigung der Geschlechter achtet.

Ja, ich fühle mich dadurch diskriminiert

Ich bin aber keine Frau.

Trotzdem fühle ich mich diskriminiert. Einfach aus Prinzip.

Zum Beispiel sagt der Professor nie "...insbesondere die Schwarzkopf-Studenten unter euch" - Ich gehe in der Masse unter, welch hasserfüllte Gesellschaft.

Mal ernsthaft, was soll einen noch diskriminieren? Es ist in unserem Sprachgebrauch nunmal so verankert und wenn man jetzt auf jedes Wort achten muss, um bloß niemanden zu diskriminieren, dann gute Nacht.

Wer sich durch sowas angegriffen fühlt, zieht im Grunde echte Diskriminierung ins Lächerliche, indem er sich bei jeder Gelegenheit wichtig tut. Sowas wie Frauenfeindlichkeit oder Fremdenfeindlichkeit geht genau wegen solchen Leuten erst durch, die sich über sowas unverhältnismäßig aufregen.


Nein, ich fühle mich dadurch nicht diskriminiert

Nein, auch wenn alle Genderbeauftragten uns das einreden wollen.

Ja, ich fühle mich dadurch diskriminiert

Ja, natürlich. Aber die Alternativen wie Binnenmajuskel oder Schrägstrich sind auch nicht besser.

Nein, man sagt Studierende, statt Studenten und Lehrerschaft statt Lehrer. 

Dahika 22.01.2017, 14:06

aber auch noch nicht so lange.  Zu meiner Zeit sagte man sehr wohl:"Die Lehrer", "Die Studenten." und meinte damit automatisch die Lehrerinnen, die Studentinnen mit.
DAs ist ja auch in Ordnung, mir ist das wurscht. Es stört mich nur, dass Frauen sich angesprochen fühlen müssen,wärend kein Mann sich bei "die Lehrerinnen, die Studentinnen" angesprochen fühlen würde.

0
TylerDurden11 22.01.2017, 15:55
@Dahika

Ja, das gibt es tatsächlich noch nicht so lange. Aber an Hochschulen in Baden-Würrtemberg ist es seit der Grün-roten Landesregierung Pflicht. 

Es ist eben auch noch nicht so lange her, dass Frauen diese Berufe ausüben. Jede Veränderung braucht Zeit. Das liegt in der Natur der Sache. Der Menschheit Angst vor etwas Neuem und will den Stand der Dinge bewahren. 

Vielleicht noch ein kurzer Ausflug in die Geschichte um zu verstehen, warum Männer mehr Rechte hatten als Frauen. Wie vieles liegt der Ursprung dafür bei den Römern. Was vielleicht sogar etwas seltsam klingt da die Römer schon sehr fortschrittlich waren. z.b. Religionsfreiheit. Der Ursprung dafür liegt ungefähr Mitte des 1. Jahrtausendes v. Chr als Rom nicht viel mehr war als eine Stadt und im ständigen Konflikt mit seinen Nachbarn war. Jeder Mensch der Wehrpflichtig war, also im Ernstfall kämpfen und damit sein Leben riskierte, hatte eine Stimme, wenn es darum ging ob gekämpft wurde oder nicht. Mit dem Recht der Stimmabgabe ging also die Pflicht des Kampfes einher. Da die Frauen vom Kriegsdienst verschont geblieben sind und sicher zu Hause bleiben konnte hatten sie kein Rechtmit zu entscheiden. dieses Stimmrecht wurde dann später nicht nur für Kampfeinsätze verwendet, sondern auf andere Gebiete erweitert. 

0

Was möchtest Du wissen?