Frau zerstört Testament weil Sie Angst hat zu erben.. was passiert?

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9 Antworten

Sofern kein gültiges Testament mehr existiert und niemand den Gegenbeweis antreten kann, tritt automatisch die gesetzliche Erbregelung ein. Eine solches Eingeständnis einer angeblichen Vernichtung könnte ebenso einem Zustand der Verwirrung entsprungen sein, wie die angebliche angst vor Verantwortung. Wer will darüber ohne jeden Beweis urteilen!?!

Mit welchen Konsequenzen hat Sie zu rechnen?

Schlimmstenfalls Strafverfahren wegen Urkundenunterdrückung §274 BGB

http://dejure.org/gesetze/StGB/274.html

und Erbunwürdigkeit nach §2339 BGB. Letzeres aber nur auf Antrag eines durch die Erbunwürdigkeit möglicherweise begünstigten. ( gesetzlichen Erben auch fernerer Ordnung).

Die Frau hat ihre gesetzliche Pflicht verletzt, das vorgefundene Testament ihres Mannes an das Nachlassgericht abzuliefern (§ 2259 Absatz 1 BGB). Das kann zu strafrechtlicher Verfolgung wegen "Urkundenunterdrückung" (§ 274 StGB) und zu zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen von Personen kommen, deren Erbrechte durch die Vernichtung des Testaments weggefallen oder gemindert worden sind. Solche Ansprüche würden naturgemäß entfallen, wenn die Frau in dem Testament als Alleinerbin eingesetzt worden wäre, sie aber, da ohne Testament die gesetzliche Erbfolge eingetreten ist, nur zu 1/2 und die Kinder - entgegen der väterlichen Regelung - anteilig die zweite Hälfte geerbt, also keinen Schaden erlitten, sondern einen Vorteil erhalten haben. Wenn die Existenz des vernichteten Testaments nicht zur Überzeugung des Nachlassgerichts nachgewiesen werden kann (z.B. durch Auffinden einer Kopie + Geständnis der Frau über die Vernichtung des Originals), sollte man die Sache auf sich beruhen lassen und die Frau nur dazu bewegen, an einer Verteilung des Nachlasses in dem Sinne mitzuwirken, wie ihr Ehemann es im Testament festgelegt hatte. Das heißt praktisch: Wenn in dem Testament Dritte bedacht worden sind, sollte man diesen das ihnen danach Zustehende zukommen lassen und davon absehen, die Frau, die offenbar in Verzweiflung gehandelt hat, bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen und ihre Bestrafung zu betreiben. In dem Zusammenhang sollte auch berücksichtigt werden, dass das laut Testament angeblich enterbte KInd, das nun zu 1/4 gesetzlicher Miterbe geworden ist, trotz bzw. aufgrund seiner Enterbung seinen Pflichtteil in Höhe des Wertes von 1/8 des Nachlasses hätte verlangen können. Es würde also letzt-endlich nur um 1/8 des Nachlasses gehen, den das enterbte Kind infolge der Testamentsvernichtung " zu viel" bekommen hat. Lohnt sich deswegen eine Aktion zu Lasten der Mutter ?

Natürlich kann das durch Entfall der testamentrische Erbeinsetzung vermögensgeschädigte Kind Genugtuung durch Strafverfolgung erwirken, Urkundenunterdrückung §274 BGB, und Ausgleich durch Erbunwürdigkeitsklage der Mutter n. § 2339 BGB feststellen lassen.

Es sei denn, es würde davon absehen, indem die Mutter diesen Nachteil freiwillig ausgleicht.

Ein Einzug der Erbscheine und neue Erbfolgeregelung käme nur in Betracht, wenn wenigstens eine Kopie aufgefunden würde, die den tasächlichen Willen des Erblassers dokumentiert.

G imager761

es bleibt wie es ist,gesetzliche erbfolge, sie kann viel erzählen, so lange nichts bewiesen werden kann, es sei denn es taucht noch ein Testament auf, welches eindeutig vom verstorbenen stammt.

Kinder kann man gar nicht GANZ enterben, ihnen steht ein Pflichtteil zu. Man kann ein Erbe auch ausschlagen, ich verstehe nicht, warum ein Testament zerstört werden muss...

Solche Fragen sollte man einem Antwalt stellen. Hier noch ein Link: http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/testament/testament_22.html

Der Pflichtteil ist aber kein Erbteil. Deswegen ist das Wort "enterben" schon richtig und wird vom Gesetzgeber auch so verwendet.

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also erstmal muß man eine erbschaft nicht annehmen...Meine oma hat meine Vater auch enterbt, dann bekommt man nur den gesetzlichen Pflichtteil

Es wird wohl so laufen als wenn Nie ein Testament erstellt worden wäre.

Außer man kann den Inhalt noch irgendwie zuverlässig rekonstrieren, zB durch Zeugen bei der damaligen Testamentserstsellung.

Diese Frage wird wohl über ein Gericht geklärt werden müssen.

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