Französische Revolution, Frauenrechte?

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Die Französische Revolution (1789 – 1799) hat zwar für die Bevölkerung Verbesserungen gebracht, aber keine politischen Rechte für Frauen außer einer zeitweisen Mitwirkung an der öffentlichen Diskussion.

Es gab in Notlagen Proteste von Frauen, die zu Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensmittelversorgung (vor allem Brot) und zur Bewahrung oder Schaffung nicht zu hoher Preise (vor allem 1789 – 1793 erfolgreich; Ergebnisse oft eher kurzfristig) führten. Es wurden Erwerbsarbeitsmöglichkeiten für Bedürftige in öffentlichen Werkstätten geschaffen. Ein Gesetz vom 9. Dezember 1793, das ein kostenloses, staatlich beaufsichtigtes Schulwesen mit Schulpflicht für die Grundschule einführte (allerdings wurden die Ziele aufgrund eines Mangels an Mitteln wenig umgesetzt und ein neues Gesetz nahm 1795 Bestimmungen zurück), brachte bessere Bildungschancen. Es hat einige Vorreiterinnen des Gedankens eines Frauenwahlrechts und einer Frauenemanzipation gegeben. Insgesamt überwog in der Französischen Revolution aber ein Standpunkt, der eine „natürliche Rolle“ der Frauen vertrat, bei der sie in der Hauptsache Hausfrau und Mutter waren.

Ergebnisse bei Frauenrechten:

  • durch ein Gesetz vom 20. September 1792 zivilrechtliche Ehe (schon die Verfassung von 1791 hatte die Ehe als bürgerlichen/zivilrechtlichen Vertrag verstanden), Heiratsalter von 21 Jahren (damit Entlassung aus der väterlichen Gewalt) und Ermöglichung einer Scheidung unter bestimmten Voraussetzungen
  • 1793 Verfügungsgewalt über das Familieneinkommen, was die Abhängigkeit von Frauen verringerte, Frauen bekamen das Recht, Familienbesitz selbständig zu verwalten und zu vererben, ihnen war Zeugnisfähigkeit (Frauen konnten ein Testament verfassen, das auch ohne Unterschrift des Ehemannes oder eines anderen männlichen Vertreters rechtsgültig war) und Geschäftsfähigkeit zuerkannt (dies wurde unter Napoleon im Code Civil von 1804 abgeschafft, wie auch andere Verbesserungen für Frauen im Zivilrecht ganz zurückgenommen oder verringert wurden)
  • zeitweise Möglichkeiten der Beteiligung an der öffentlichen politischen Diskussion, allerdings zwischen 1793 und 1795 schrittweise abgeschafft (Verbot von Klubs und Vereinen von Frauen; Verbot der Mitwirkung von Frauen in Volksgesellschaften; Wegnahme des Rechts, Petitionen vorzubringen und als Zuhörerinnen an den Sitzungen des Nationalkonvents teilzunehmen)

Es gibt Informationsmöglichkeiten über Frauen und die Französische Revolution, beispielsweise:

https://www.historicum.net/themen/franzoesische-revolution/einfuehrung/wirkungsbereiche/art/III_Frauen_und/html/artikel/492/ca/18e3313077/

https://www.gutefrage.net/frage/waren-frauen-in-der-franzoesischen-revolution-wichtig

https://www.univie.ac.at/igl.geschichte/europa/FR/Arias/Arias_Index1.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rung_der_Rechte_der_Frau_und_B%C3%BCrgerin

https://de.wikisource.org/wiki/Die_ber%C3%BChmten_Frauen_der_franz%C3%B6sischen_Revolution_1789%E2%80%931795 (ein altes Buch online)

Darauf stellte die Französische Revolution nicht ab.
Der Slogan lautete "Egalite, Fraternite, Legalite".
Einzig die Charta der Menschenrechte von 1789, nimmt keinen Bezug mehr auf Geschlechter und Rollen.

Frauen waren Teil der gleichen Geschichte, niemand konnte sie mehr aus dem Spiel nehmen, Konventionen hin oder her.
Bis zu dem was man heute Frauenrechte nennt vergingen denn noch ebbes 120 Jahre+.

Ändert nichts am Umstand von Ursprung und Recht, heutigem Verständnises.
Napoleon brachte den Code Civil, die Grundlage heute existierender BGB's, Bürgerliches Gesetzbuch, das gleiche Recht.

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