Französisch oder Latein, was ist besser?

25 Antworten

... Latein und Französisch ... Was ist besser, interessanter?

Diese Frage kann man nicht leicht beantworten und dem Fragesteller eine oberflächliche Empfehlung geben. Denn keiner der hiesigen Nutzer weiß, welche Persönlichkeit sich hinter dem Fragesteller verbirgt, welche Interessen er hat, welche Ziele er in seinem Leben verfolgt und ob er unter "besser" lediglich Aussichten auf materiellen Gewinn versteht, wie es viele Heranwachsende kennzeichnet. Es gibt allerdings noch Menschen, die "geistigen Gewinn" für "besser" erachten, weil dieser den Menschen als Vernunftwesen voranbringt.

Ich will nicht leugnen, dass Französisch "interessant" sein kann. Aber Latein ist es nicht minder. Ein wichtiger Gesichtspunkt bei beiden Sprachen ist der Lehrer, seine Befähigung, einen Unterricht inhaltlich und persönlich so zu gestalten, dass das Interesse der Schüler geweckt wird. Viele Schüler, die an der einen oder anderen Sprache wenig Interesse gewinnen oder sogar scheitern, haben es neben der eigenen Faulheit nicht selten auch einem schlechten, lustlosen Lehrer zu verdanken.

Faulheit - ein nicht unwichtiges Stichwort für den Erfolg des Sprachunterrichts. Jede Sprache hat ihre Grammatik, hat ihre Vokabeln, die gelernt werden wollen und gelernt werden müssen. Wer von Anfang an diese Arbeit vernachlässigt, wird immer große Probleme haben, egal um welche Sprache es sich handelt, und an der gewählten Sprache verzweifeln! Es kommt daher auf den Fleiß jedes Schülers an, ob er mit einer Sprache zurechtkommt oder nicht. Das gilt für jede Sprache!

Es kommt immer wieder der Spruch, dass "Latein eine tote Sprache" sei. Ist sie das? Nein! Latein ist die Grundlage fast aller westeuropäischen, insbesondere der romanischen Sprachen, zu denen auch das Rumänische zählt. Die Grammatiken gleichen sich sehr, zahlreiche Worte lassen sich aus dem Lateinischen erschließen. Selbst das Deutsche, das keine romanische Sprache ist, hat dennoch viele Worte lateinischen Ursprungs (nur eines von zahllosen Beispielen: Fenster - fenestra). Latein wird in allen europäischen Ländern für eine höhere Bildung unterrichtet und gelernt. Es gibt interessierte Zirkel und Vereine, die Latein sprechen. Im Vatikan ist das Lateinische immer noch eine wichtige, auch gesprochene Sprache, alle grundlegenden kirchlichen bzw. päpstlichen Verlautbarungen werden auch in Latein veröffentlicht und werden überall in der Welt, die Beziehungen zur römisch-christlichen Kultur und zur Katholischen Kirche haben, gelesen und verstanden. Insofern ist auch Latein heute immer noch eine "Weltsprache". Latein ist die Klammer, die unsere heutige Zeit mit der Vergangenheit und ihrer Kultur verbindet. Wer sich mit Geschichte, Politik, Philosophie, Religion, Recht, den Grundlagen unserer europäischen Kultur, vertieft auseinandersetzen will, der muss in die Vergangenheit schauen und sich mit Texten auseinandersetzen können, die gänzlich oder, bis weit in die Neuzeit hinein, zu großen Teilen in Latein abgefasst wurden. Wer kann sich noch mit diesen Grundlagen unserer Kultur auseinandersetzen, wenn Latein nicht mehr gelehrt und gelernt würde? Wer Latein herabsetzt und für tot erklärt, der schneidet sich und anderen Menschen die kulturellen Wurzeln ab!

Gewiss wird Latein "im Alltag" nicht "gebraucht". Aber wer braucht schon im Alltag die modernen Fremdsprachen? Wer in Deutschland lebt, kann für seine alltäglichen Verrichtungen auf diese auch getrost verzichten. Nun gut, für den Urlaub kann eine Fremdsprache nützlich sein, aber in Großbritannien und anderen englischsprachigen Ländern nützen z. B gute Französischkenntnisse was? In manchen Berufen sind moderne Fremdsprachen hilfreich, aber es gibt auch Berufe, die Latein benötigen, und zwar ganz praktisch - Lateinlehrer und Historiker z. B.

Wer Latein Interesse entgegenbringt und sich nicht mit der Sprache allein, sondern mit der römischen Literatur, Philosophie, Geschichte usw. beschäftigt - das ist ohnehin das wichtigste Ziel des Spracherwerbs! -, der erwirbt vertiefte Bildung, die er auch für sein eigenes Leben nutzen kann. Denn "die alten Römer" haben auch der Gegenwart noch immer viel zu sagen, wenn man es versteht, die aktuellen (auch menschlichen) Probleme mit antiken Problemen und ihren Erörterungen bzw. Lösungen zu vergleichen. Selbst wer Latein beruflich nicht zu nutzen braucht, hat mit seiner Befähigung, sich in lateinische Texte und die geistige Welt der Antike zu vertiefen, die Möglichkeit, die Freizeit alleine oder mit Gleichgesinnten hobbymäßig sinnvoll zu gestalten. Und es gibt auch heute noch mehr Bildungsinteressierte, als man denkt!

Nun muss der Fragesteller selbst überlegen, sich prüfen und dann eine Entscheidung fällen. Möge er die für ihn richtige Wahl treffen!  🙂 

MfG

Arnold

(Moderne) Fremdsprachen öffnen die Türen zu neuen Kulturen und Freundschaften und da die Fragestellerin bereits Spanisch lernt, wird sie mit Französisch ein deutlich leichteres Spiel haben. Historiker brauchen Latein auch nur im begrenzten Maße. Geschichtslehrer wissen nach dem Studium meist eh nichts mehr davon und selbst an der Universität ist es nur die Epochen Antike und Mittelalter von großer Bedeutung.

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@Babidu

.. Fremdsprachen öffnen die Türen zu neuen Kulturen ...

Eben. Das schließt das Lateinische folglich nicht aus!

(Moderne) Fremdsprachen öffnen die Türen zu neuen ... Freundschaften ...

Auch über das Lateinische und die Pflege von Bildung lassen sich neue Freunde gewinnen.

Ansonsten werden "Freundschaften" vorallem im persönlichen Umfeld geschlossen.

und da die Fragestellerin bereits Spanisch lernt, wird sie mit Französisch ein deutlich leichteres Spiel haben.

Da die Fragestellerin, ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen niemand kennt, ist das reine Spekulation.

Historiker brauchen Latein auch nur im begrenzten Maße. Geschichtslehrer wissen nach dem Studium meist eh nichts mehr davon und selbst an der Universität ist es nur die Epochen Antike und Mittelalter von großer Bedeutung.

Eine Ansammlung von Mutmaßungen, die die Fragestellerin nicht zur Grundlage ihrer Entscheidung machen sollte.

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@ArnoldBentheim

Sie hat unten erwähnt, dass sie bereits Spanisch lernt. Die restlichen "Mutmaßungen" sind so. :-)

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Du wagst es also zu behaupten, dass man in Latein nichts über andere Kulturen erfährt? Ich bezweifle, dass du jemals im Lateinunterricht dabei gewesen bist, denn dann würdest du deine Meinung sehr zügig ändern!

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@Stoahauer

Ich meinte Kultur, die noch von lebendigen Menschen gelebt wird und die sich stets weiterentwickelt. Natürlich gibt es Reliquien römischer Kultur. Aber seien wir mal ehrlich: welcher Jugendliche interessiert sich derart dafür? Viele wollen Sprachen ausleben und sprechen.

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@Babidu

Ich meinte Kultur, die noch von lebendigen Menschen gelebt wird und die sich stets weiterentwickelt.

Aha, nach dieser Definition sind ich und diejenigen, die wie ich denken und leben, nicht mehr Teil der "lebendigen Menschen". Es hat mich sehr gefreut, lebt wohl. Ich werde mich erkundigen müssen, ob ich aus dem Jenseits noch Beiträge schreiben darf.

Übrigens: Caesar lässt grüßen!  😆😂

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Welcher Jugendlicher? Ich zum Beispiel und damit bin ich in meiner Klasse nicht alleine!

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@Stoahauer

Ich kenne genug, die lieber sprechen anstatt zu übersetzen. Die Zahl der Lateinschüler sinkt seit Jahren rapide. Spanischlerner werden es immer mehr. Wieso bloß? Selbst die Unis legen immer weniger Wert auf das Latinum. 

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Wenn du bereits Englisch und Spanisch lernst, würde ich mich auf jeden Fall für eine weitere gesprochene Sprache entscheiden.
Mit diesen drei Weltsprachen + Deutsch werden im späteren Berufsleben deinen Chancen anderen Bewerbern gegenüber steigen.

Latein wird heute nur noch zum Studium mancher geisteswissenschaftlichen Fächer verlangt. Selbst dann könntest du dein Latinum an der Uni nachholen.

Sollte jemand behaupten, man brauche Latein für ein Medizinstudium, so ist das einfach nicht wahr. Dafür reicht auch ein Terminologie-Kurs.

Dies musst du natürlich immer selbst selbat entscheiden ich selbst habe französisch als 2.Fremdsprache und kein Latein. Was bei mir für Französisch sprach war beispielsweise das Frankreich unser Nachbarland ist und man so französisch auch im Urlaub oder ähnliches gebrauchen kann. Ich persönlich mochte Französisch schon immer daher war es für mich relativ einfach zu entscheiden. Für Latein würde beispielsweise sprechem das man nicht auf die Aussprache achten musd da man es einfach so ausspricht wie man es auch schreibt. Ein Argument gegen Latein und das wichtigste meiner Meinung nach ist das man Latein nicht mehr spricht also wabei hilft dies mir? Man tut sich zwar in deutsch beispielsweise leichter da man sich viel her leiten kann (z.B. Chiasmus) aber ich bin der Meinung das man es aus ohne Latein schaffen kann. Ich persönlich bin heilfroh das ich kein Latein habe. Ich liebe Frannzöisch aber letztenendes musst du immer selber entscheiden was für dich das Beste ist. 

LG

Gute, ausgewogenen Antwort.

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Ich teile deine Meinung. Frankreich ist unser freundlichstes Nachbarland.

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