Französisch als Sprache der eropäischen Höfe im Zeitalter des Barock?

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Du solltest, wenn es in erster Linie um die Sprache geht, nicht an der Person Ludwigs XIV. kleben.

Es geht mehr um Dichter wie Corneille, Racine, Molière und Boileau, außerdem um die Tätigkeit der Académie Francaise.

Wenn es um den Einfluss auf ausländische Höfe geht, nimmst du als Bsp. Friedrich II. von Preußen, der einige frz. Intellektuelle an seinem Hof gastieren ließ (z. B. La Mettrie) und selbst besser Frz. als Dt. geschrieben haben soll. Einige dt. Textproben gehör(t)en zum Amüsement des klassischen Mittelstufenunterrichts an dt. Gymnasien.

Lies in Wikipedia den Text "Frz. Klassik" und hangele dich von da aus weiter durch.

Zum historischen Kontext hältst du dich an ArnoldBentheim.

Seit dem Dreißigjährigen Krieg war Frankreich die politische Vormacht in Europa, und als solche übte Frankreich auch kulturellen Einfluss aus, das Französische löste das Lateinische als Sprache der Diplomatie ab.

Besonders beeindruckte die anderen Monarchen und Fürsten in Europa der Prunk und die Prachtentfaltung des Hofes Ludwigs XIV., der seine Person in den Mittelpunkt höfischen Lebens stellte und den Adel an sich band. Fast alle Fürsten, nicht zuletzt selbst die kleinsten Fürsten im Heiligen Römischen Reich, versuchten, das Hofesleben in Frankreich nachzubilden: den Baustil der Schlösser, französische Kleider- und Perückenmoden, Opern- und Ballettaufführungen in eigens erbauten oder im Schloss eingerichteten Theatern - alles wurde nachgeahmt, um die Person des Fürsten von der übrigen Bevölkerung sowie auch vom Landesadel deutlich abzuheben. An den europäischen und vielen, aber nicht an allen deutschen Höfen wurde die Nachahmung sogar auf die Sprache ausgeweitet und daher auch französisch gesprochen - ein weiteres, ein sprachliches Abgrenzungsmerkmal gegenüber dem untergebenen Volk. Wer zur Hofgesellschaft gehören wollte, kam um das Erlernen der französischen Sprache nicht herum. Sie gehörte seitdem zum Bildungskanon für den Adel und für das gehobene Bürgertum bis weit ins 19. Jahrhundert hinein.

Ähnliches kennen wir aus der jüngsten Vergangenheit: die USA als politisch-militärische Weltmacht beeinflusst auch die Alltagskulturen seiner Verbündeten.

Ich hoffe, dass dir das weiterhilft.

Hier noch ein Literaturhinweis:

MfG

Arnold

Lodwig der 14. hat den Absolutismus eingeführt ,der Herrscher ist der Staat , sowie stehendes Heer ,vorher wurde es  nur im Kriegsfall einberufen und Förderung der eigene Manufakturen. 

Alle Europaischen Fürsten und Könighäuser taten es ihm gleich , übernahmen sein Regierungsystem und da er ihr Vorbild war ,auch seine Sprache bei Hof. 

Aus diesen historischen Gründen ist Französisch heute noch die Sprache der Diplomatie und nicht die Weltsprache  ( Comenthwelth ) Englisch .

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