Frankreich Steuerreform 1789?

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2 Antworten

Frankreich befand sich zu dieser Zeit in erheblichen Finanznöten. Die staatlichen Einnahmen deckten die Ausgaben nicht und die Tilgung von Schulden verschlang einen beträchlichen Teil der Einnahmen.

Der König versuchte durch eine Änderung der Steuergesetze die Einnahmen zu steigern. Dass das letztlich in einer Steuererhöhung endet (denn das Geld muss ja irgendwoher kommen), ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn es ging dem König dabei auch darum, die regionalen Gerichtshöfe in den Provinzen zu entmachten. Diese trugen nicht unwesentlich zu einer Ineffizienten Steuereintreibung bei und widersetzten sich natürlich den Plänen des Königs.

Um diesen Widersprüche aufzulösen (Geldbedarf des Königs vs. Selbstbestimmung der Adeligen) und die Finanzkrise in den Griff zu bekommen, wurden die Notablenversammlungen und letztlich die Generalstände einberufen.

Es ging also nicht darum, dass die Stände für eine Steuererhöhung waren, sondern sie versuchten diese zu verhindern. Die oberen Stände, um ihre Befugnisse in der Provinz zu behalten, die niederen, um nicht noch mehr Abgaben zahlen zu müssen. Gerade diese Uneinigkeit und die Unfähigkeit des Königs und der Stände, eine gemeinsame Lösung zu finden, führten letztlich zur Revolution.

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Kommentar von kingkaste
30.04.2016, 18:06

Es ist mir klar, dass sicher die Mehrheit gegen eine Steuerreform waren. Aber es gab auch einige, die eben dafür waren. Ich verstehe nicht wieso ein paar Leute für eine Steuererhöhung stimmten, wegen es waren sicher nicht alle 1200 Vertreter gegen die Reform

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Wieso sollten die verschiedene Stände für eine Steuererhöhung stimmen?? Das Volk war ja sowieso schon in Hungersnot.

Da ist Dein Gedankengang aber schnell zu Ende. Was passiert, wenn die Bevölkerung unzufrieden ist?

Sie erfüllt ihre Verpflichtungen nicht mehr und stützt durch ihr Verhalten nicht mehr die bestehenden Machtverhältnisse.

Und Hunger ist nicht, wenn man gerade keine Chips zu hause hat. Hunger bedeutet richtig schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit.

Dazu kam ja auch, dass Klerus und Adel für sich persönlich die Steuereinnahmen verwendeten. Hier ein Schloss da eine Kutsche. Rauschende Feste.

Wenn dann die Bevölkerung hungert, dann wird die Wut nur um so größer.

Hunger kann man auch im übertragenen Sinne hier betrachten. Es kamen ja durch gesellschaftliche und technische Veränderungen jetzt neue Personen zu einem kleinen Wohlstand.

Oder wurden in der Wohlstandsbildung behindert.

Gleichzeitig hatten die eben keine Vertretung in den Ständen. Wenn aber sich eine neue ökonomische Macht bildet und die wird nicht an der politischen Macht beteiligt, dann wird diese Gruppe auch hungrig. Hungrig nach Teilhabe.

Daher haben sich die KleinbürgerInnen ja auch mit TagelöhnerInnen und allen anderen, die im wahrsten Sinne geknechtet wurden verbündet. Es kam zur Revolution. Die hätte das Bürgertum allein nicht machen können. Weil sie zu wenige waren.

Auch heute noch werden Lebensmittel subventioniert. Wenn der Staat kein Geld mehr dazu hat, dann steigen die Marktpreise. Immer mehr können sich weniger leisten. Die Unzufriedenheit wächst dann auch dadurch.

Hunger (in den unterschiedlichsten Punkten) und Unzufriedenheit zerstören einen Staat nachhaltiger, als ein Krieg. Wir ein Staat von innen heraus vernichtet, dann bleibt er das auch. Wird er von außen vernichtet, dann wird man immer wieder versuchen den Vorkriegsstand zu erreichen.

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